Universität Bielefeld

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Wintersemester 2006/2007


Programm

Franz Schubert Sinfonie Nr. 7 (Grosse C-Dur)

Ausführende

Hochschulorchester Bielefeld
Leitung: Michael Hoyer


Rezensionen


Neue Westfälische vom 7.2.2007

    "Grosse Sinfonie" in der Uni
    Konzert des Hochschulorchesters im AudiMax

    Herzlicher Applaus empfängt die Amateur-Musiker. Unter der Leitung ihres Dirigenten Michael Hoyer spielen die Mitglieder des Bielefelder Hochschulorchesters Franz Schuberts Sinfonie Nr. 9 in der Universität.
    Eine Seite des Auditorium Maximum ist mit einer Leinwand abgehängt. Obwohl die verbleibende Hälfte des größten Hörsaals der Universität Bielefeld nur leicht gefüllt ist, sind die etwa 200 Gäste bester Stimmung. In der ersten Reihe packen ein paar ältere Damen routiniert Pralinen und Sekt aus, um das Konzertereignis auf ihre Weise zu zelebrieren.
    Die leichten Streichersequenzen im "Andante-Allegra ma non troppo" verkünden berauschende Seligkeit. Vereinzelt durchdringen kraftvolle Bläsereinsätze den wohligen Klangteppich. Der 2. Satz gleitet ruhig und bedächtig dahin, bunt bebildert durch filigrane Nebenstimmen der Klarinetten und Fagotte sowie gefühlvolle Zupfpassagen der Streicher.
    Im folgenden "Scherzo Allegro vivace" weicht das reduzierte Tempo dem beschwingt fröhlichen Tirilieren der Querflöten, das flankiert ist von der wogenden Leidenschaft der Geigen und Celli. Zum fulminanten Finale bricht im intensiven Spiel die gesamte Energie der 43 Musiker kontrolliert los.
    Mit großer Klanggewalt entwickelt das Hochschulorchester die letzten Motive der Sinfonie zu einem Ausdruck von überschäumendem Glück. Das begeisterte.

    (Marius Giessmann)

Brake aktuell vom März 2007

    Eine besondere Schubert-Erfahrung
    brake.kulturell veranstaltet Schuberts Sinfonie Nr. 9 mit dem Hochschulorchester Bielefeld

    09.02.07, ev. Kirche Brake, Freitagabend 20 Uhr. Dirigent Michael Hoyer steht vor erwartungsvollen Zuhörern und erklärt mit temperamentvoller Gestik, was auf sie gleich zukommen wird: Die 9. Sinfonie (auch genannt "Die Große") von Franz Schubert (C-Dur, D944) in ungekürzter Länge, vorgetragen vom Hochschulorchester Bielefeld.
    In "normalen" Konzerten würden heute die Wiederholungen im ersten und zweiten Satz – das sind ca. 300 Takte – gestrichen. Michel Hoyer: "Dadurch wird schon ein handlicheres Ausmaß erreicht. Die Ausdehnung gehört aber zum Charakter der Sinfonie, sie will sich ausbreiten. Man sollte Schubert nicht verkürzt spielen." So wird an diesem Abend eine Schubert-Erfahrung erlebt, die heute nicht mehr zum musikalischen Alltag gehört. Hoyer: "Für uns stellen diese rund 80 Minuten ein abendfüllendes Programm dar – zu Schuberts Zeiten war das vielleicht die Hälfte eines Konzerts." Die rund 100 Zuhörer ließen, trotz der 80 Minuten, keine Überforderung erkennen. Das Orchester spielte sich eindrucksvoll und mitreißend durch die vier Sätze Andante, Allegro ma non troppo – Andante con moto – Scherzo, Allegro vivace und Finale, Allegro vivace.
    Die Abwechslung von lebendigen und dann wieder eher melancholischen Passagen brachten Harmonie und melodische Vielfalt der 9. Sinfonie überzeugend zur Geltung. Gerhard Wäschebach, der Vorsitzende des veranstaltenden Vereins "brake.kulturell" und Initiator der Konzertes äußerte sich denn auch begeistert ob des Gehörten: "Ich freue mich sehr, dass die Aufführung in Brake so gelungen ist. Mein persönlicher Wunsch ist, dass wir hier alle zwei Jahre ein Sinfonierkonzert anbieten können." Wenige Tage zuvor wurde "Die Große" bereits im Audi Max der Uni Bielefeld vom Hochschulorchester gespielt. Dank sei gesagt der Sparkasse Bielefeld, die das Schubert-Konzert unterstützte und der ev. Kirchengemeinde Brake, die die Kirche zur Verfügung gestellt hat.

    (Horst Klatt)