Universität Bielefeld

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Benefiz-Kammerkonzert Wintersemester 2010



Ausführende

Kammerensembles des Hochschulorchesters Bielefeld
Posaunenensemble "Slide-O-Five"


Programm

Programmheft (download im PDF-Format).

Rezensionen


Neue Westfälische vom 15.12.2010
    Musikantisch belebt
    Dritter Benefizabend des Hochschulorchesters

    VON MATTHIAS GANS
    Bielefeld. "Mit wohlwollenden Ohren" zu hören, darum baten die Musiker des Hochschulorchesters im dritten Benefizkonzert in eigener Sache. Diese Bitte wäre gar nicht nötig gewesen. Ist doch hinlänglich bekannt, dass nicht Profis, sondern hoch engagierte Laien spielen, die auch vor großen Werken nicht zurück scheuen. Nett indes wäre es gewesen, die Eingangstür vor Konzertbeginn zu schließen. So aber saßen die anfangs rund 80 in der unwirtlichen Weite des Audimax verteilten Besucher im Zugwind, was - so muss man annehmen - für einen allmählichen Exodus im Laufe des Abends sorgte. Kammermusik als konzentrierteste konzertante Darstellungsform stand auf dem Programm, das vom heiteren Haydn-Divertimento, geeignet für den häuslichen Rahmen, bis zur quasi-sinfonischen Großform des Schubert-Oktetts reichte - Entdeckungen inklusive. Das Intro mit Mendelssohns "Notturno" für zehn Bläser und Kontrabass dürfte allerdings manchem Hörer bekannt vorgekommen sein, stand es im vergangenen Wintersemesterkonzert bereits auf dem Programm. Kein Grund, das Werk mit seinem atmospärisch zauberhaften Beginn und der anschließenden fröhlichen Jagdmusik nicht noch einmal zum Leben zu erwecken. Mit den Werken gewachsen Eine Rarität war sicherlich Faures bekannte "Pavane" in der Fassung für drei Celli, bei der das herrliche Hauptthema paritätisch gerecht von allen drei Cellistinnen übernommen wurde. Sehr klangschön geriet auch eine Simonetti-Sonate für drei Flöten, hinter deren biedermeierlich-braver Fassade sich doch einiges an Spielwitz verbarg, mit einer veritablen Fuge endete und in Louisa Zimmermann, Andrea Steinmetz und Jaqueline Alonso exzellente Interpreten fand. Ausdrucksvoll spielte Rebekka Meyer auf der Heide das Andante aus Mozarts Klarinettenkonzert, auf leider arg schepperndem Flügel von Michael Hoyer begleitet. "Slide-O-Five" heißt das in Detmold beheimatete Posaunenquintett, das als Gast immer wieder den Bläsersatz im Orchester auffüllt oder "solistisch" agiert. An diesem Abend überzeugte es mit frühbarocker Musik von Monteverdi, Gabrieli und Pezelius, deren tänzerischer Elan das Ensemble mal vier-, mal fünfstimmig spielfreudig-brillant erfasste. Mit dem höchst anspruchsvollen Kopfsatz aus Schuberts Oktett verdeutlichte der Abend noch einmal überzeugend das Credo des Orchesters, mit der mutigen Wahl großer Werke über sich hinauszuwachsen. Das gelang auch hier, ohne die wohlwollenden Ohren zu sehr zu strapazieren, mit musikantischer Leidenschaft, die die wenigen kleinen Patzer weit überstrahlte.
    © 2010 Neue Westfälische, Bielefelder Tageblatt (MW)

Fotos


(freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Matthias Gans)
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