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Zentrum für Kindheits- und Jugendforschung

Aktuelles

Jahrestagung „Politisierung von Jugend“


Digitale Kick-Off Veranstaltung zur Tagung „Politisierung von Jugend“

Eigentlich sollte im November 2020 die Jahrestagung des Zentrums für Kindheits- und Jugendforschung (ZKJF) zum Thema „Politisierung von Jugend“ stattfinden. Die Veranstaltung, die in Kooperation mit dem Institut für Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) für November 2020 geplant war, musste aufgrund der Corona-Pandemie auf November 2021 verschoben werden. Die Veranstalter*innen wollen die Zeit nutzen, um im Rahmen einer digitalen Kick-Off-Veranstaltungsreihe gemeinsam mit Gästen Fragen aktueller Politisierung von Jugend aufzuwerfen, aufzugreifen und zu diskutieren. Wesentlich scheint dabei der Blick auf den doppeldeutigen Verständnissinn von Politisierung. Dies lässt sich nämlich sowohl als Frage lesen, wie Jugend politisiert wird, als auch als, wie sich Jugend politisiert.

Die digitale Kick-Off-Veranstaltungsreihe nutzt synchrone wie asynchrone Formate, wie bspw. Live-Streams mit moderierter Diskussion, Live-Podiumsdiskussionen, Podcasts, Präsentationen, Fachtalks etc., die in einer regelmäßigen Abfolge stattfinden bzw. abgerufen werden können.

30.11.2020 | 18h | Vortrag mit Diskussion im Live-Stream mit Prof. Dr. Mathias Albert | X, Y, Z, Greta, Corona? Jugend und Jugendgenerationsgestalt in Deutschland | zoom Link

28.01.2020 | 19 Uhr | Diskussion der politischen und medialen Entgegensetzung von Jugend versus Risikogruppen in der Corona-Pandemie mit Dr. Ulrike Graff, Andrea Trumann, Rebecca Maskos (Moderation: Melanie Babenhauserheide) | zoom Link


Digitale Ringvorlesung: „Kindheit und Jugend in Zeiten der Pandemie“

Im Wintersemester 2020/2021 lädt das Zentrum für Kindheits- und Jugendforschung zu einer digitalen Ringvorlesung mit dem Titel ein „Kindheit und Jugend in Zeiten der Pandemie“.

In der Corona-Krise wird medial viel, gleichwohl zugespitzt über Kinder und Jugendliche gesprochen: Es wird zumeist diskutiert, ob sie virologisch eine Gefährdung darstellen und wie sie sich im Alltag ohne Schule und KiTa versorgen lassen. So sind sie vor allem als Objekte von Sorge(n) repräsentiert. In der Ringvorlesung soll demgegenüber eine andere Perspektive stark gemacht werden, die sich mit den Perspektiven und Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen in Zeiten der Pandemie auseinandersetzt. In der Ringvorlesung werden Forschende erste Erkenntnissen ihrer Studien vorstellen, die folgende Fragen thematisieren: Welche Ansichten äußern Kinder und Jugendliche selbst über die Covid-19-Pandemie? Wie nehmen sie ihre eigenen Lebensrealitäten in dieser Krisenzeit wahr, welche Zukunftsvorstellungen entfalten sie? Und welche Kinder und Jugendlichen können sich möglicherweise kein Gehör verschaffen? Über die Perspektiven von Kindern und Jugendlichen hinaus wird dann auch Fragen zu pädagogischen Institutionen im gesellschaftlichen Kontext nachgegangen: Mit welchen besonderen Herausforderungen sind Jugendhilfe und Schule konfrontiert, nicht zuletzt auch mit Blick auf Ansprüche von Inklusion?

Die digitale Ringvorlesung findet mittwochs von 16.00-18.00 Uhr (c.t.) über zoom statt und richtet sich an alle interessierten Personen. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden sie im ekvv (Veranstaltungsnummer 250409). Für Studierenden ist es möglich über ein BA-Begleitseminar (Veranstaltungsnummer 250196) studiumsrelevante Leistungen zu erbringen.

Wir freuen uns über euer zahlreiches Kommen!

„Da ist mir Präsenzunterricht deutlich lieber“ - Befunde einer Erhebung an der Laborschule |Dr. Johanna Gold und Dr. Sabine Kaiser | Universität Bielefeld | 04.11.2020 | 16-18h | zoom Link

Kinder- und Jugendhilfe und Corona — Perspektiven aus Forschung und Praxis | Veranstaltung in Kooperation mit der AG 8 Soziale Arbeit | Anke Berkemeyer (Jugendamt Bielefeld), Britta Knieper (Mädchenhaus Bielefeld e.V.), Dr. Andreas Mairhofer (DJI) und Ralf Mengedoth (Ev. Jugendhilfe Schweicheln) | 18.11.2020 | 16-18h | zoom Link | Hier geht es zur Präsentation des Vortrags

„Aber wir (die Schüler*innen) werden nie gefragt...“ Einblicke in die Perspektive von jungen Menschen auf die Corona-Pandemie. Befunde aus der JuCo Studie | Anna Lips und Dr. Severine Thomas | Stiftung Universität Hildesheim | 02.12.2020 | 16-18h | zoom Link | Hier geht es zur Präsentation des Vortrags

Fallrekonstruktionen zum Umgang von Adoleszenten mit der Corona-Pandemie im internationalen Vergleich | Prof. Dr. Boris Zizek | Leibniz Universität Hannover | 16.12.2020 | 16-18h | zoom Link

Familialer (Bildungs-)Alltag während der gesellschaftlichen Schließungsmaßnahmen im Rahmen der COVID-19-Pandemie. Partizipative Perspektiven auf die Herstellung von Kindheit und Kindsein | Dr. Jennifer Carnin und Svenja Garbade | Stiftung Universität Hildesheim | 06.01.2021 | 16-18h | zoom Link | Hier geht es zur Präsentation des Vortrags

„Doing arrival“ unter Pandemie-Bedingungen: Die Auswirkungen von Covid-19 auf junge Geflüchtete und Asylsuchende in der Stadt | Dr. Elisabeth Kirndörfer | IfL Leipzig | 20.01.2021 | 16-18h | zoom Link

Kinderalltag im Corona-Lockdown. Befunde zum subjektiven Wohlbefinden im internationalen Vergleich | Prof. Dr. Sascha Neumann | Eberhard Karls Universität Tübingen | 27.01.2021 | 16-18h | (entfällt)

Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf während der Corona-Pandemie. Herausforderungen und Möglichkeiten der Förderung — Ergebnisse aus einer Befragung zu Wohlbefinden und Inklusion an der Laborschule Bielefeld | Dr. Sabine Geist, Dr. Janka Goldan, Prof. Dr. Birgit Lütje-Klose, Dipl.-Päd. Dominik Zentarra (Universität Bielefeld) und Prof. Dr. Harry Kullmann (Universität Paderborn) | 03.02.2021 | 16-18h | zoom Link

Poster zur Ringvorlesung


Vortragsreihe „Ästhetisierungen von Kindheit und Jugend nach 1968“

Die Lebensphasen Kindheit und Adoleszenz verweisen auf die Entwicklungsfähigkeit des Menschen und das widersprüchliche Verhältnis von Kontinuität und Veränderung in der Geschichte der Subjekte. Das darin aufscheinende Verhältnis von Identität und Nicht-Identität der Menschen mit sich selber hat einen im Unbewussten verwurzelten Rätselcharakter, der in seiner Unverstehbarkeit zu Sprache und Kultur treibt, wobei er zugleich eine „sinn-verstörende oder schweigend-unsinnige Seite“ (Insa Härtel) hervorbringt. So ist es denn auch kein Zufall, dass Kindheit und Jugend einerseits häufiger Gegenstand von Kunst sind und andererseits selbst ästhetische Versuche hervorbringen, die sich mit dem Sinn und Unsinn des Werdens befassen — und damit immer auch mit der generationalen Ordnung. Ist es doch der (durch Geburt und Tod bestimmte) kulturelle Übergang von einer Generation zur anderen, der Bildung und Erziehung notwendig macht, der die Frage nach Kontinuität und Veränderung nicht nur auf ontogenetischer, sondern auch auf einer kulturellen Ebene immer wieder neu stellt. Ästhetisiert wird sowohl im Rückblick auf die biographische Frühzeit als auch in ihren eigenen Äußerungen etwas, das noch nicht da ist — und zwar im Vorgriff auf einen Zustand, der das Jetzige überschreitet.

Ästhetisierungen von Kindheit und Jugend sind kein ‚realistisches‘ Abbild dieser Lebensphasen, sondern je spezifische Deutungen, die unterschiedlichen künstlerischen Formgesetzen folgen, unterschiedliche Stereotype reproduzieren, verschiedene Ideologien verfechten und historisch spezifisch sind. Das Epochenjahr 1968 brachte ein neues Interesse an Kindheit und eine neue Emphase der Jugend hervor, als jugendliches Protestmilieu, SchülerInnen- und StudentInnenbewegung zum Sturm auf die überkommene bürgerliche Gesellschaft und Kultur und in diesem Zuge auch zur Befreiung der Kinder aufriefen. Zugleich wurden dabei kulturelle Grenzziehungen angegriffen. Dementsprechend interessiert sich die Vortragsreihe für kulturelle Produkte aus den verschiedensten Sparten — von der Literatur über Fotografie und Film bis zur Musik — unter Einschluss der Populärkultur, die seit den 1960er Jahren an Gewicht gewann, eigenständige Ästhetiken hervorbrachte und die sogenannte Hochkultur in vielfacher Weise infizierte.

Als ReferentInnen konnten wir VertreterInnen unterschiedlicher Disziplinen gewinnen, die sich jeweils mit spezifischen Ästhetisierungen befassen. Durch Nutzung des digitalen Formats soll raumübergreifend ein interdisziplinärer Dialog angeregt werden. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen über den Zoom-Link teilzunehmen und sich an der Diskussion nach den Vorträgen zu beteiligen.

Hier findet sich ein Interview über die Entstehungsgeschichte und Ausrichtung der Vortragsreihe: zum Interview

Organisation: Benedikt Wolf und Melanie Babenhauserheide

Nicht an Sexualität denken. Venus after School von Sally Mann (1992) | Insa Härtel | 09.11.2020 | 19h | zoom Link

Krawall am Rande. Ulrike Meinhofs Fernsehspiel Bambule (1970) | Vojin Saša Vukadinović | 26.11.2020 | 19h | zoom Link

Children Are Not Human Beings. Narrative Patterns of Becoming and Non-Becoming in the Contemporary British Childhood Novel | Katharina Pietsch und Tyll Zybura | 10.12.2020 | 19h | zoom Link

„Hier waschen Tränen mein Gesicht“. Der Abgang ohne Ende als adoleszentes Drama im Frühwerk der Gothic-Band Untoten| Patrick Henze-Lindhorst | 07.01.2021 | 19h | zoom Link

In Gedanken (k)ein Kinderspiel. Zu unbewussten Dynamiken spielerischer Momente in Kunst und Theorie (anhand Cesare Musattis Filmtheorie und Aktionen des Künstlers Santiago Sierra) | Sonja Witte | 21.01.2021 | 19h | zoom Link

Punk: Unbehagen als Jugendkultur | Dierck Wittenberg | 04.02.2021 | 19h | (entfällt; Ersatztermin wird bekannt gegeben)

Poster zur Vortragsreihe

Adoleszenz und vergeschlechtlichte Besessenheit in ‚Der Exorzist‘ (1973) | Assia Alkass | 04.05.2021 | 18h | zoom Link

Punk: Unbehagen als Jugendkultur | Dierck Wittenberg | 11.05.2021 | 18h | zoom Link

Die Zukunft des Jahres 1984. Menschliche Entwicklung in der tschechoslowakischen Science-Fiction-Kinderserie ‚Die Besucher (Expedition Adam 84/Návštěvníci)‘ | Melanie Babenhauserheide | 22.06.2021 | 18h | zoom Link

Konformistische Rebellion. Das Auftauchen von Vater-Sohn-Motiven aus dem Propagandafilm ‚Hitlerjunge Quex‘ in aktuellen Spielfilmen über den Nationalsozialismus | Sebastian Winter | 06.07.2021 | 18h | zoom Link

Zur Sprache kommen. Adoleszenz und Sprache(n) in Katja Behrens' Jugendroman ‚Der kleine Mausche aus Dessau‘ (2009) | Benedikt Wolf | 13.07.2021 | 18h | zoom Link

Poster zur Vortragsreihe


Cluster-Kolloquium „Kindheit und Jugend in Institutionen und Organisationen“

In diesem Semester findet das Kolloquium des Forschungsclusters „Kindheit und Jugend in Institutionen und Organisationen“ digital statt. Das Kolloquium findet mittwochs von 16-18h statt.

Interessierte Personen, die bisher noch kein Teil des Kolloquiums sind, können sich unter zkjf@uni-bielefeld.de melden und bekommen dann den zoom-Link zu gesendet.

28.10.2020

| Nina Kläsener

11.11.2020

| Mira Püschel

25.11.2020

| Martina Richter und Katharina Sufryd

09.12.2020

| Melanie Babenhauserheide

13.01.2021

| Katharina Schitow

03.02.2021

| Britta Hoffarth, Susanne Richter und Sylvia Wehren

Poster zum Cluster-Kolloquium