• Interdisziplinäres Zentrum für Geschlechterforschung (IZG)

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Qualifizierungskonzept

Das Hauptziel des Qualifizierungskonzepts besteht darin, die Fertigstellung hochwertiger und innovativer Doktorarbeiten in einer Förderzeit von drei Jahren zu ermöglichen und Promovierende auf nationale und internationale wissenschaftliche und außerwissenschaftliche Karrieren optimal vorzubereiten. Dabei steht zunächst die in intensiver Betreuung durch die PIs (Principal Investigators = Antragsteller*innen) erfolgende disziplinäre (Weiter-)Qualifizierung im Vordergrund. Gleichzeitig gibt das GRK den Promovierenden die Möglichkeit, sich aus gänzlich unterschiedlichen disziplinären Perspektiven mit körperlich-leiblichem Erleben und sozialen Erfahrungen des geschlechtlichen In-der-Welt-Seins in der Verschränkung mit anderen Dimensionen der Existenz (Klasse, Ethnizität, Staatsbürgerschaft, Sexualität, Gesundheit, Alter, Religion) zu beschäftigen und entsprechend methodologisch und theoretisch inspirierte Qualifikationsarbeiten anzufertigen. In diesem interdisziplinären Verbund können die Nachwuchswissenschaftler*innen den komplexen Erfahrungsraum von Geschlechtlichkeit angemessen ausloten. Von zentraler Bedeutung für einen produktiven Umgang mit Irritationen durch fachfremde Perspektiven und Materialien/Daten ist die systematische Verknüpfung von fachspezifischen Zugängen zur Materialität von Geschlechtlichkeit im Rahmen spezieller Arbeitsformate (siehe weiter unten) und im Verbund der Kollegiat*innen und beteiligten Hochschullehrer*innen.

Die Promovierenden und Postdoktorand*innen thematisieren mit der körperlich-leiblichen Dimension von gesellschaftlichen Existenzweisen sowie deren Bedeutung für die Transformation von Geschlechterordnungen spezifische Forschungsfragen, die in der Geschlechterforschung bislang wenig bearbeitet wurden. Zentrale Themen – wie Sozialisation, Sorge, Familie, Schule, berufliche Ausbildung, Arbeitsteilung, Gewalt, Gesundheit/Krankheit, Sport, Migration, Organisationen, Kunst, Literatur, Musik – sollen dabei mit dem Fokus auf körperlich-leibliches Erleben grundlegend neu gedacht und erforscht werden.

Die so gewonnenen innovativen Erkenntnisse über Geschlecht, Geschlechterverhältnisse und Geschlechterordnungen qualifizieren die Nachwuchswissenschaftler*innen sowohl für eine wissenschaftliche als auch für außeruniversitäre berufliche Karrieren. Besonders im Bereich der schulischen und beruflichen Bildung sowie im Gesundheitssektor, aber auch in Organisationen in anderen Bereichen sind Expert*innen gefragt, die Erfahrungen von Geschlecht auf der leiblich-materiellen Ebene bei der Lösung von sozialen und politischen Problemen berücksichtigen können, ohne in eine essentialistische Sichtweise zurück zu fallen (z.B. in der Personal- und Organisationsentwicklung). Die im GRK systematisch vermittelten Kompetenzen des interdisziplinären und transkulturellen Arbeitens leisten einen wesentlichen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit der Absolventinnen und Absolventen des GRK. Denn neben der Promotion innerhalb einer Disziplin verfügen sie nach dem Abschluss im Hinblick auf Geschlecht, Geschlechterverhältnisse und Geschlechterordnungen auch über ein fächerübergreifendes Wissen.


Studienprogramm

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Der zeitliche Ablauf des Studienprogramms ist auf die von der DFG vorgegebene individuelle Förderdauer von 36 Monaten abgestimmt. Es basiert auf vier miteinander verbundenen inhaltlichen Schwerpunkten, denen spezifische Arbeitsformate zugeordnet sind.

  • Grenzüberschreitende Wissenspraxis (Kolloquium, Kollegiale Arbeitsgruppen)
  • Verknüpfung von Theorie und Empirie (Forschungswerkstatt, Retreat)
  • Internationalisierung (Auslandsaufenthalt insbesondere an der University of Iowa, USA, und der University of Alberta, Kanada)
  • Berufsfeldorientierung und Schlüsselqualifikationen (Workshops, Praxismodul)

Umfeld

Alle Doktorand*innen des GRK sollen Mitglieder der BGHS werden, die auf profunde Erfahrungen und exzellente Strukturen der interdiszplinären Promotionsausbildung zurückgreifen kann.

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