skip to main contentskip to main menuskip to footer Universität Bielefeld Play Search

Wissenschaftliche Weiterbildung

© Universität Bielefeld

Wissenschaftliche Weiterbildung "Professional Business Moderation"

Organisationen verändern sich: Zusammenarbeit findet zunehmend in dynamischen, interdisziplinären und oft virtuellen Teams statt. Strukturen werden flexibler, Gruppen flüssiger – und damit steigen die Anforderungen an eine gelingende Interaktion.

Gleichzeitig zeigt sich: Effiziente Zusammenarbeit entsteht nicht allein durch Methoden, sondern durch das Erleben von Sinn. Wenn Mitarbeitende den Zweck ihrer Beteiligung verstehen und sich wirksam einbringen können, steigt die Qualität von Arbeitsprozessen und Ergebnissen deutlich. Genau hier setzt professionelle Moderation an.

Ein zentrales theoretisches Fundament der Weiterbildung bildet die Theorie der Existenzanalyse. Sie rückt die Frage in den Mittelpunkt, wann und warum Menschen sich wirklich einbringen – und wann eben nicht. Entscheidend ist dabei das Erleben von Sinn: Nur wenn Menschen einen Bezug zu dem herstellen können, was sie tun, entsteht echte Beteiligung. Die Existenzanalyse beschreibt die Voraussetzungen dafür – etwa die Fähigkeit, Stellung zu beziehen, Verantwortung zu übernehmen und sich innerlich zu engagieren. Für Moderation von gelingender Interaktion bedeutet das: Es geht nicht nur darum, Prozesse zu strukturieren, sondern Räume zu schaffen, in denen Beteiligung für die Einzelnen tatsächlich bedeutsam wird.

Die wissenschaftliche Weiterbildung „Professional Business Moderation“ erweitert damit klassische Moderationsansätze um eine sinnorientierte Perspektive. Sie lernen, wie Sie Beteiligung gezielt aktivieren, Diskussionen gestalten und auch in komplexen oder herausfordernden konstruktiven Settings tragfähige Ergebnisse ermöglichen.

Im Fokus steht dabei die Verbindung von methodischem Handwerkszeug mit einer reflektierten Haltung: Sie entwickeln die Fähigkeiten, Gruppenprozesse nicht nur zu steuern, sondern bewusst zu gestalten – vor Ort ebenso wie in digitalen Formaten.

Die Weiterbildung wurde an der Universität Bielefeld in Kooperation mit der dimension21 GmbH entwickelt und verbindet wissenschaftliche Fundierung mit praxisnaher Anwendung.

Ziele und Nutzen

Die Weiterbildung richtet sich an Fach- und Führungskräfte, die Gruppenprozesse professionell moderieren und weiterentwickeln möchten – insbesondere in den Bereichen Führung, Personal- und Organisationsentwicklung, Beratung und Coaching.

Sie erweitern Ihre Kompetenzen in folgenden zentralen Handlungsfeldern:

  • Beteiligung wirksam fördern – Motivation und Aktivierung in Meetings gezielt gestalten
  • Methoden souverän einsetzen – Moderationswerkzeuge situativ und zielgerichtet nutzen
  • Komplexe Situationen meistern – auch bei Konflikten oder Widerständen handlungsfähig bleiben
  • Sinnorientierung integrieren – Arbeitsprozesse so gestalten, dass sie als bedeutsam erlebt werden
  • Reflexionskompetenz stärken – eigene Moderation bewusst wahrnehmen und weiterentwickeln
  • Relevantes erkennen – zentrale Inhalte und Dynamiken in Gruppenprozessen sicher erfassen

Format:

Die Weiterbildung umfasst drei Präsenzmodule (jeweils 2 Tage), ergänzt durch begleitete Selbstlernphasen mit praxisbezogenen schriftlichen Anteilen.

Weiterbildungsinhalte

Modul 1: Sinnzentrierte Moderation - die Basis

Sie entwickeln ein fundiertes Verständnis davon, was sinnzentrierte Moderation ausmacht – und wie sie sich von klassischen Moderationsansätzen unterscheidet. Ausgangspunkt ist das Moderationsmodell „Sinnzentrierte Moderation“ , das Sie Schritt für Schritt kennenlernen und praktisch erproben.

Dabei stärken Sie zentrale Moderationskompetenzen : Sie lernen, Gruppenprozesse klar zu strukturieren, Beteiligung gezielt zu aktivieren und Diskussionen so zu gestalten, dass sie für die Dauer nachvollziehbar und bedeutsam werden. 

Von Anfang an ist die eigene Reflexion ein zentraler Bestandteil: Mithilfe unterschiedlicher Reflexionsformate setzen Sie sich mit Ihrer bisherigen Moderationspraxis auseinander, erproben neue Ansätze und gewinnen ein differenziertes Verständnis Ihrer Stärken und Entwicklungspotenziale. So legen Sie die Grundlage für eine bewusste und gestaltende Moderationspraxis.

 

Modul 2: Sinnzentrierte Moderation in unterschiedlichen Settings

Aufbauend auf den erarbeiteten Grundlagen übertragen Sie die Prinzipien sinnzentrierter Moderation auf unterschiedliche Kontexte und Gruppenformate . Im Fokus steht die Frage, wie Moderation unter verschiedenen Rahmenbedingungen wirksam gestaltet werden kann – von kleineren Teams bis hin zu größeren, heterogenen Gruppen.

Sie setzen sich mit alternativen Methoden auseinander und prüfen deren Einsatzmöglichkeiten in Ihrer eigenen Praxis . Dabei geht es nicht um „mehr Methoden“, sondern um deren gezielten und sinnvollen Einsatz.

Gleichzeitig rückt Ihre Haltung und (Doppel-)Rolle als Moderator:in stärker in den Fokus: Sie analysieren, wie dieser Verlauf von Gruppenprozessen beeinflusst und wie sie bewusst zur Förderung von Beteiligung und konstruktiver Zusammenarbeit eingesetzt werden kann. 

 

Modul 3: Herausforderungen sinnzentriert moderieren

Moderationsprozesse verlaufen nicht immer reibungslos – genau hier setzt dieses Modul an. In Orientierung an den bisherigen Weiterbildungsinhalten arbeiten Sie an typischen Herausforderungen wie Widerständen, Konflikten oder Dynamiken, die Beteiligung erschweren oder blockieren.

Sie entwickeln auf Grundlage der sinnzentrierten Perspektive konkrete Handlungsstrategien , um auch in anspruchsvollen Situationen handlungsfähig zu bleiben und Gruppenprozesse konstruktiv zu begleiten. Dabei geht es nicht nur um das „Lösen“ von Problemen, sondern darum, schwierige Situationen als produktive Momente im Prozess zu nutzen.

Die kontinuierliche Reflexion wird hier zusammengeführt und weitergeführt: Sie schärfen Ihr persönliches Moderationsprofil vor dem Hintergrund der sinnzentrierten Perspektive und verbinden Ihre Erfahrungen aus den Modulen und entwickeln konkrete Ansätze für den Transfer in Ihren Berufsalltag.

Zum Seitenanfang