
Das Projekt Rob-SEED (Robot-based Screening of Emotional Development) ist eingebettet in das Forschungskolleg MeCS-Kol - Medical & Clinician Scientist Kolleg das sich mit der ambulanten und transsektoralen Versorgung von Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen beschäftigt. Ziel des Kollegs ist es, innovative, interdisziplinäre Ansätze zu entwickeln, die Forschung und klinische Praxis enger verzahnen und langfristig zu einer verbesserten, patient*innenzentrierten Versorgung beitragen. Dabei stehen insbesondere die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses sowie die Entwicklung und Evaluation neuer diagnostischer und therapeutischer Konzepte im Fokus.
Vor dem Hintergrund zunehmender chronischer Erkrankungen, komplexer Versorgungsbedarfe und eines wachsenden Fachkräftemangels gewinnen digitale Technologien und intelligente Assistenzsysteme zunehmend an Bedeutung. Sie ermöglichen neue Formen der Diagnostik und Intervention, die individualisiert, skalierbar und näher an den Lebensrealitäten der Patient*innen ausgerichtet sind.
In diesem Kontext entwickelt Rob-SEED ein neuartiges, technologiegestütztes Verfahren zur psychodiagnostischen Einschätzung emotionaler Entwicklung. Im Zentrum steht die Verbindung von psychologischer Diagnostik mit interaktiver Robotik und KI-basierten Methoden. Ziel ist es, diagnostische Prozesse durch spielerische, adaptive und beobachtbare Interaktionsformate zu erweitern und gleichzeitig objektivere sowie individuellere Einschätzungen zu ermöglichen.
Das Projekt verfolgt einen iterativen, nutzerzentrierten Ansatz: Zunächst werden wissenschaftliche Grundlagen geschaffen und bestehende diagnostische Verfahren systematisch analysiert. Darauf aufbauend werden diagnostische Inhalte in interaktive Aufgaben übersetzt, die durch robotische Systeme umgesetzt werden. Die technische Entwicklung umfasst dabei unter anderem Verfahren zur automatisierten Verhaltenserkennung sowie zur Anpassung der Interaktion an individuelle Präferenzen.
In einer anschließenden Erprobungsphase wird die entwickelte Applikation in einer diagnostischen Intervention eingesetzt und im Vergleich zur Standarddiagnostik bewertet. Dabei stehen insbesondere die Machbarkeit, Akzeptanz, potenzielle Risiken sowie die Auswirkungen auf die Proband*innen im Fokus. Zudem werden Zusammenhänge zwischen individuellen Interaktionspräferenzen und emotionaler Entwicklung untersucht.
Langfristig trägt Rob-SEED dazu bei, neue Perspektiven für personalisierte und entwicklungsadaptive Diagnostik im klinischen Setting zu eröffnen. Durch die enge Verbindung von technologischer Innovation, psychologischer Expertise und klinischer Anwendung leistet das Projekt einen Beitrag zur Weiterentwicklung moderner, digital unterstützter Versorgungskonzepte.