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Philosophie und Medizinethik

Campus der Universität Bielefeld
© Universität Bielefeld

Philosophie und Medizinethik

Die Forschungsarbeit der Gruppe ist an den existenziellen Fragen der Philosophie orientiert und zugleich auf die praktischen Anforderungen in der klinischen und regulatorischen Praxis in der Medizin ausgerichtet. 

Im Bereich der Lehre beteiligt sich die Gruppe gemeinsam mit der Geschichte und Wissenschaftstheorie der Medizin (Prof. Dr. Lara Keuck) und dem Medizinrecht (Jun.-Prof. Dr. Friederike Gebhard) am Aufbau des neuen Studiengangs für Medizin

Aktuelles

Personale Identität und Ethik. Annette Dufner übernimmt einen Eintrag in der Stanford Encyclopedia of Philosophy.

Annette Dufner empfiehlt zusammen mit weiteren Expert:innen einen weniger restriktiven Umgang mit Sedierungsbitten am Lebensende.

Prof. Dufner führt Hintergrundgespräch mit Wissenschaftsredaktion des Spiegel über eine neue Studie aus der Genetik

Jan Schnalke veröffentlicht in Nature zusammen mit einer Gruppe junger Wissenschaftler:innen einen Aufsatz über ethische Preisgestaltung für Gentherapien.

Forschungskolloquium

Das Forschungskolloquium 'Praktische Philosophie' findet 14-tägig mittwochs von 16:00-18:00 Uhr statt.
Das Programm finden Sie hier.

Team

Teamleitung

Annette Dufner

Als Philosophin und Medizinethikerin bilde ich an der Universität Bielefeld eine inhaltliche Brücke zwischen der Abteilung für Philosophie und der neugegründeten Medizinischen Fakultät OWL. Zusammen mit Prof. Dr. Lara Keuck (Geschichte und Wissenschaftstheorie der Medizin) und Jun.-Prof. Dr. Friederike Gebhard (Medizinrecht) leite ich den Bereich der ‚Medical Humanities‘ an der medizinischen Fakultät und bin zugleich auch an der Abteilung für Philosophie aktiv.

Zu meinen Arbeitsschwerpunkten zählen insbesondere die normative Ethik und die Medizinethik, aber auch die Rechts- und Sozialphilosophie sowie Fragen der personalen Identität.

Zu meinen aktuellen Forschungsfragen im Bereich der normativen Ethik gehören Probleme der Verteilungsgerechtigkeit und der gerechten Aggregation sowie die Frage, welche Allokationskriterien unter Knappheitsbedingungen diskriminierend wären.

In medizinethischer Hinsicht gehören dazu die effiziente und diskriminierungsfreie Allokation knapper Ressourcen in der Transplantationsmedizin und in Pandemien, der Umgang mit prädiktiver Unsicherheit und Wahrscheinlichkeiten sowie bioethische und populationsethische Folgefragen der personalen Identität.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen

Serap Ergin Aslan

serap.ergin@uni-bielefeld.de
Universität Bielefeld
FB Medical Humanities / Abt. Philosophie
Postfach 100131
33501 Bielefeld
Gebäude X A4-252 

Weitere Informationen finden Sie hier.

Informationen zu Herrn Mannino finden Sie hier.

Jan Schnalke

Nachdem ich meinen Zwei-Fach-Bachelor in Germanistik und Philosophie an der Universität Bonn abgeschlossen hatte, habe ich mich dazu entschlossen, dort beide Fächer mit einem Masterstudiengang fortzusetzen. Während ich mich in der Germanistik auf die Literaturwissenschaft und Linguistik spezialisiert habe, habe ich mich in der Philosophie vor allem auf die Philosophiegeschichte und theoretische Philosophie konzentriert. Nicht zufällig setzt sich meine Masterarbeit daher auch mit personaler Identität aus einer theoretischen Perspektive auseinander. Hieran möchte ich auch mit meiner Masterarbeit in Germanistik anschließen, in der ich mich mit personaler Identität vor dem Horizont der Literaturwissenschaft beschäftige, indem ich die Leistung von Autobiographien bzw. Autofiktionen im Hinblick auf Identitätskonstruktion und –dekonstruktion untersuche.

Obwohl ich mich in meinem Studium hauptsächlich mit Fragen der theoretischen Philosophie befasst habe, hat sich mein Schwerpunkt in Richtung der praktischen Philosophie verschoben. Seit 2023 arbeite ich im Projekt „NANoSoGT - Normative Assessment of Novel Somatic Genomic Therapies“ im Institute for Medical Humanities am Universitätsklinikum Bonn, das sich die ethische Neubewertung genomischer Therapien zur Aufgabe gemacht hat. Seit Juli 2024 bin ich nun zudem Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe Medizinethik. In meiner Dissertation, die von Prof. Dr. Annette Dufner betreut wird, möchte ich mich mit der Frage distributiver Gerechtigkeit im medizinischen Kontext auseinandersetzen und untersuchen, inwiefern dieser ökonomisch motivierte Entscheidungsmuster entgegenwirken.

Auch wenn mein Forschungsschwerpunkt heute also hauptsächlich in der Medizinethik liegt, versuche ich weiterhin in Fragen der theoretischen Philosophie auf dem neuesten Stand zu bleiben. Auch Philosophiegeschichte und Literatur beschäftigen mich weiterhin in meiner übrigen Zeit.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Hilfskräfte

Gesa Tefett

Nach dem Abschluss meiner Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin habe ich auf einer interdisziplinären Intensivstation gearbeitet. In dieser Zeit konnte ich wertvolle Erfahrungen in der Akut- und Intensivmedizin sammeln und tiefe Einblicke in die Herausforderungen der modernen Patientenversorgung gewinnen. Parallel zu meiner Tätigkeit habe ich im Jahr 2021 das Studium der Humanmedizin an der Universität Bielefeld aufgenommen. Mein besonderes Interesse während des Studiums gilt den Medical Humanities, insbesondere der Medizinethik. Mich fasziniert die Frage, wie ethische Prinzipien im oft hektischen und komplexen Klinikalltag umgesetzt werden können. Dabei interessiere ich mich vor allem dafür, wie ethische Überlegungen die medizinische Entscheidungsfindung prägen und die Versorgung von Patientinnen und Patienten nachhaltig verbessern können. Durch meine berufliche und akademische Laufbahn möchte ich dazu beitragen, eine Brücke zwischen medizinischer Praxis und ethischen Ansprüchen zu schlagen und eine menschlichere, verantwortungsbewusste Medizin zu fördern.

Teamassistenz

Ute Torweihe

Teamassistentin

(Vertretung Jovana Moldenhauer)

Kontakt

Jovana Moldenhauer

Teamassistentin

Assoziierte Mitglieder

Alle Informationen zu Herrn Stoecker finden Sie hier.

Alle Informationen zu Herrn Kipke finden Sie hier.

Tanja Kirchner

Tanja Kirchner leitet das Klinische Ethikomitee am Ev. Klinikum Bethel (Universitätsklinikum, Campus Bielefeld-Bethel). Alle Informationen zu Frau Kirchner finden Sie hier:

https://evkb.de/kliniken-zentren/besondere-angebote/klinische-ethik/

Dr. Shingo Segawa hat seinen Master- und Bachelorabschluss in Soziologie in Japan an der Rikkyo Universität und der Hitotsubashi Universität erworben. Für seine Bachelorarbeit hat er Interviews und teilnehmende Beobachtungen in einem Stadtgebiet durchgeführt, in welchem viele ältere, alleinstehende und pflegebedürftige Menschen leben. In seiner Masterarbeit hat er sich mit der Entstehung des Subjekts in Hegels „Phänomenologie des Geistes“ befasst. In seiner Promotion in Philosophie an der Universität Münster hat er sich mit der Frage beschäftigt, ob der Begriff der Person in den Debatten um den Lebensanfang (Abtreibung) und das Lebensende (Sterbehilfe und Respekt gegenüber Menschen mit Demenz) hilfreich ist. Aktuelle interessiert er sich dafür, ob und wie die Menschen in einer kulturell vielfältigen Gesellschaft solidarisch sein können.

Forschungsschwerpunkte

  • Public Health in kulturell vielfältigen Gesellschaften
  • Philosophie der Person
  • Autonomie / Respekt vor Autonomie
  • Ethische Aspekte von Demenzerkrankungen

Publicationen (Auswahl)

  1. Segawa, Shingo. Der Begriff der Person in der biomedizinischen Ethik. mentis: Münster. 2020. (Deutsch).
  2. Segawa, Shingo. & Alpinar-Segawa, Zümrüt (2026): How can we foster solidarity in a culturally diverse society? Taking dementia prevention through technology as an example. In: Monash Bioethics Review. (Englisch). https://doi.org/10.1007/s40592-026-00283-4.
  3. Segawa, Shingo. & Alpinar-Segawa, Zümrüt. (2025): Limits to respect for autonomy principle when caring for people with dementia: Rethinking respect for people with dementia. In: Ethics & Bioethics (in Central Europe) 15 (1–2): 79–99. https://doi.org/10.2478/ebce-2025-0007 (Englisch).
  4. Andreoletti, Mattia; Lazzaroni, Cynthia; Petersen, Niklas; Segawa, Shingo; Leibing, Annette; Schicktanz, Silke; Blassime, Alessandro. (2023): Optimizing the Aging Brain: The BEAD Study on the Ethics of Dementia Prevention. In: The Journal of Frailty & Aging 12. 111-16. https://doi.org/10.14283/jfa.2023.6 (Englisch).
  5. Segawa, Shingo. (2021): Inwiefern ist der Begriff der Person für die biomedizinische Ethik hilfreich? In: Zeitschrift für philosophische Forschung 75 (3). 433-55. https://doi.org/10.3196/004433021833548642 (Deutsch).
  6. Segawa, Shingo. (2018): Die Grenze des Personenbegriffs und dessen Gültigkeit in der biomedizinischen Ethik. In: 生命倫理 29 (Journal of Japan Association for Bioethics 29). Japan Association for Bioethics. 22-30 (Japanisch).

 

Informationen zu Herrn Weber finden Sie hier.

Klinische Ethik

Die Gruppe kooperiert mit dem Klinischen Ethikkomitee des Ev. Klinkum Bethel (Universitätsklinkum Campus Bielefeld-Bethel). Weitere Informationen finden Sie hier

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