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Themenfeld "Kommunale Konflikte"

Abstrakte Form

Der Arbeitsbereich Kommunale Konflikte erforscht lokale Konfliktdynamiken in Deutschland, einschließlich der Bedarfe von Akteur*innen und der Wirkung von Ansätzen der kommunalen und zivilgesellschaftlichen Konfliktbearbeitung. Diese Arbeit zeichnet sich besonders dadurch aus, dass hier Hand in Hand mit Praxispartnern zusammengearbeitet wird und die Projekte partizipativ geplant und umgesetzt werden.

Im lokalen Lebensraum werden gesellschaftliche Konflikte hautnah erlebt – und das heute stärker als jemals zuvor: Aktuelle Themen reichen von der Unterbringung und Integration geflüchteter Menschen über die Nutzung von öffentlichen Plätzen bis hin zur Beteiligung von Menschen, die sich aus politischen Prozessen ausgeschlossen fühlen. Die Art und Weise, wie daraus entstehende Konflikte zwischen Bürger*innen, Politik und zivilgesellschaftlichen Akteuren bearbeitet werden, hat Einfluss auf soziales Zusammenleben – in der Nachbarschaft, im Stadtteil oder der Gemeinde. Akteur*innen im kommunalen Raum stehen damit zunehmend vor der Herausforderung, lokale Konflikte konstruktiv zu bearbeiten.

Zusammengefasst lauten die zentralen Fragen:

  • ​​Wie lassen sich Konflikte im kommunalen Raum (frühzeitig) erkennen und bearbeiten?
  • Welche Ansätze der kommunalen Konfliktbearbeitung gibt es, wie funktionieren sie und für welche Konflikte sind sie jeweils geeignet?
  • Belche Bedarfe gibt es in Kommunen an (welchen) Ansätzen kommunaler Konfliktbearbeitung?
  • Wie können Kommunen besser unterstützt werden in der Bearbeitung von Konfliktlagen?

In vielen Städten und Kommunen kooperieren Akteur*innen aus lokaler Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft in vielfältigen Formen im komplexen Handlungsfeld der lokalen Konfliktbearbeitung.. Wie verlaufen Aushandlungsprozesse? Welche Konfliktpotenziale und -bearbeitungsmechanismen gibt es? Auf diese Fragen gibt es bisher zu wenige Antworten, die aber für die Gestaltung zukunftsfähiger städtischer Kooperationsformen und die Bewältigung der vielfältigen Herausforderungen an die „Integrationsmaschine Stadt“ unabdingbar sind.

Am Fallbeispiel des Mittelzentrums Minden untersuchen Denis van de Wetering und Katharina Hauck  mit ethnographischen Methoden die (konflikthafte) Aushandlung von Kooperationsstrukturen, Bewertungsmaßstäben und Konfliktbearbeitungsstrategien lokaler Akteur*innen aus Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung. Eine konkrete Frage dabei ist: Wie interagieren diese Prozesse mit der räumlichen Gestaltung der Oberen Altstadt? Es gilt, die Befunde für den Transfer in städtische Gestaltungs- und Konfliktarenen aufzubereiten und mit den städtischen Akteur*innen in einen Dialog zu treten.

In Kooperation mit: VHS Minden und VFB Salzwedel e.V.

Der Schwerpunkt beschäftigt sich mit aktuellen Statements zum Thema Gender, die im Bielefelder Westen an verschiedenen Ladenfassaden und Hauswänden gesprüht wurden. Plakative Schriftzüge wie „Männer töten“ oder „Männer abschaffen“ bieten viel Interpretationsspielraum und können unterschiedlich gelesen werden.
Das ethnografisch angelegte Projekt soll herausfinden, was ansässige Bürger*innen, die täglich an diesen Schriftzügen vorbeigehen, über die Aussagen denken und wie sie sie verstehen. Darüber hinaus soll vor dem Hintergrund aktueller Debatten um Geschlechter(un)gerechtigkeit untersucht werden, ob die Bilder einen gesellschaftlichen Konflikt widerspiegeln oder nicht.
Das Forschungsdesign ist explorativ und soll die Befragten in den Forschungsprozess einbeziehen. So sollen neben klassischen Interviews mit Passant*innen und Bewohner*innen des Viertels auch immer wieder kleinere Veranstaltungen, wie z.B. ein kürzlich stattgefundener Walk&Talk entlang der verschiedenen Spots, die Möglichkeit bieten, einerseits ein Gespür für mögliche Konfliktaustragungen im öffentlichen Raum zu bekommen und andererseits zu erfahren, ob dadurch gesellschaftliche Meinungen gebildet werden oder nicht.

Themenfeld "Bildung"

Abstrakte Form

Eine gute Kommunikation über Konflikte ist im Bildungsbereich von großer Bedeutung, da Bildung die Basis für die persönliche und gesellschaftliche Entwicklung darstellt. Konflikte können den Lernprozess stören, Ungleichheiten verstärken und das soziale Klima beeinträchtigen. Durch das Verständnis und die Bearbeitung von Konflikten an Bildungseinrichtungen können positive Lernbereiche geschaffen werden, die Inklusion, Toleranz und Zusammenarbeit fördern. Dies fördert nicht nur das persönliche Wachstum der Lernenden, sondern trägt auch zur Entstehung einer ausgeglicheneren und faireren Gesellschaft bei.

Jungen Menschen eine Stimme und Raum geben, eigene Ideen und positive Zukunftsvorstellungen zu entwickeln – darum geht es bei der Jugendakademie! Selbstwirksamkeit in dieser Form zu erfahren, ist bereits ein Weg zur Konfliktprävention.

Die ConflictA Jugendakademie entwickelt ein Konzept, wie junge Menschen beteiligt werden können und versteht sich als Sprachrohr für bestehende Konflikte dieser diversen Gruppe. Ziel ist, eine Lern- und Austauschplattform anzubieten, die mit Jugendlichen sowie Menschen aus der Jugendarbeit gestaltet wird. Eine Pilotdurchführung, begleitende Forschung und Evaluation dieser soll in 2024 stattfinden.

In einer konfliktbeladenen Zeit, die von einer Vielzahl an Krisen geprägt ist, werden die Anforderungen an Schulen zunehmend komplexer. Globale Krisen gehören längst zum Schulalltag und mit ihnen jene Konfliktthemen, die Kinder und Jugendliche aufgrund ihrer vielfältigen sozialen, kulturellen oder religiösen Erfahrungen in die Schule hineintragen. So können (Unterrichts-)Themen wie die aktuellen Kriegsgeschehnisse, der Klimawandel oder die Geschlechtervielfalt zu emotional aufgeladenen Diskussionen unter Lernenden führen, im Rahmen derer Vorurteile, Diskriminierungserfahrungen, Aggressionen oder Feindbilder artikuliert werden.

Ziel ist es, die Herausforderungen und Bedarfe an Schulen im Umgang mit diesen Konfliktthemen aus der Perspektive von Lehrpersonen und Schulleitungen zu verstehen. Dafür werden bundesweit und schulformübergreifend qualitative Expertinnen- und Experteninterviews geführt. Die Ergebnisse sollen langfristig in hochschulinterne wie externe (Weiter-)Bildungsformate zur Konfliktbearbeitung einfließen.

Mit den MEMO-Studien und der MEMO-Jugendstudie hat das IKG im Zeitraum von 2018 bis 2023 in repräsentativen Studien untersucht, was, wie und wozu Menschen in Deutschland historisch erinnern – mit besonderem Fokus auf die gesellschaftliche Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus und „blinde Flecken“ in der Auseinandersetzung mit dieser Zeit. Die MEMO-Studien zeigen vielfach Diskrepanzen auf zwischen der wahrgenommenen gesellschaftlichen Bedeutung der NS-Erinnerungskultur und dem tatsächlichen Wissen und Bewusstsein für die NS-Zeit und ihre historischen Kontinuitäten.

Ziel des ConflictA-Projekts ist zum einen, mit Gedenkstätten als zentralen Orten der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit der NS-Zeit ins Gespräch zu kommen, Implikationen aus den Studienergebnissen für die historisch-politische Bildungsarbeit zu diskutieren und Ideen zu entwickeln, ob und wie Herausforderungen in der Bildungsarbeit vor Ort ausgehend von MEMO adressiert werden können. Neben diesen konkreten Überlegungen befasst das Projekt sich zum einen mit der Frage, ob und wie empirische Forschungsergebnisse nachhaltig in der Praxis verankert und „nutzbar gemacht“ werden können, zum anderen mit der Frage, welche Konflikte und Herausforderungen mit „dem gesellschaftlichen Erinnern“ an eine Vielzahl geschichtlich bedeutsamer Ereignisse in einer pluralen Gesellschaft einhergehen.

Projektverantwortlich ist Michael Papendick, das Projekt arbeitet in Austausch mit Praktiker*innen aus Gedenkstätten sowie der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft.“

MEMO-Transfer arbeitet dabei mit Praktiker*innen aus Gedenkstätten zusammen. Projektverantwortlicher ist Michael Papendick.

Welche Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote im Bereich „Konflikt“ gibt es bereits? Für welche Zielgruppen werden diese angeboten und welche Lücken gibt es noch hinsichtlich der Zielgruppen, Methodik, Themen oder des Formats? Statt Doppelstrukturen baut die ConflictA Kooperationen auf: vorhandene Expertise aus Wissenschaft und Praxis spürt sie auf, schafft, Synergien (z.B. über Vernetzung), setzt Impulse (z.B. über Pilotprojekte und neue Forschungsansätze) und erschließt neue Potenziale (z.B. über wissenschaftliche Begleitung, Beratungsprozesse und (Weiter-) bildungsangebote). Der Bereich „Weiterbildung & Qualifizierung“ ist eng vernetzt mit den einzelnen Teilprojekten der ConflictA, bündelt Inhalte und verbindet Themen, Menschen und Formate.

Nahostkonflikt, Migrationsdebatte, Klimaschutz. Unsere Debattenkultur zu kontroversen Themen befindet sich in einem massiven Wandel. Entgleisungen der Respekt- und Empathielosigkeit führen zu Feindbilddenken und die Division in „wir“ und „die“. Die Polarisierung der Gesellschaft und Verrohung der Konfliktaustragungskultur scheinen unaufhaltsam.

Welche Formate existieren, die einen Beitrag gegen diese Entwicklung leisten und die Dialogfähigkeit von Individuen stärken und wie wirken sie?

Im Rahmen einer wissenschaftlichen Begleitung untersucht dieses Arbeitspaket in der Explorationsphase der ConflictA den Dialogbotschafter*innen-Workshop der NGO mo:lab um das Trainerduo Mo Asumang („Die Arier“) und Frank Labitzke, der Menschen im Handlungsfeld demokratie- und menschenfeindlicher Einstellungen dazu befähigen will, mit diesen Einstellungen kommunikativ und emotional konstruktiv umzugehen. 

Themenfeld "Transnationale Konflikte"

Abstrakte Form

Es ist wichtig, transnationale Konflikte zu verstehen und zu lösen, da sie in einer globalisierten Welt starken Einfluss haben. Sie können die Sicherheit, Menschenrechte und wirtschaftliche Stabilität in betroffenen Gebieten beeinträchtigen und globale Zusammenarbeit stören. Ein umfassendes Verständnis dieser Konflikte ist entscheidend, um vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen, Eskalationen zu vermeiden und langfristige, kooperative Lösungen zu fördern, die den Herausforderungen einer untereinander abhängigen Welt entsprechen.

Wie bewegen sich politische Mobilisierung und Polarisierung im transnationalen Raum zwischen der Türkei und Deutschland während der Wahl und des hundertjährigen Bestehens der türkischen Republik im Jahr 2023? Wie reagieren die Mehrheitsbevölkerungen in der Türkei und in Deutschland auf transnationale Konflikte? Wie interpretieren Postmigranten ihre transnationale politische Mobilisierung? Diese Untersuchung zum Thema transnationaler Konflikte, geleitet von Dr. Meral Gezici Yalçın konzentriert sich auf diese Fragen.

Eine Fallstudie über türkische und russische Postmigranten in Deutschland

Wie gehen autoritäre Regime mit ihren Bürgern im Ausland und deren Nachkommen um? In postmigrantischen Gesellschaften wie Deutschland übersteigt die Bewältigung so genannter "transportierter Konflikte" innerhalb und zwischen verschiedenen Migrantengruppen die Möglichkeiten Deutschlands und kann antimigrantische Stimmungen in der Gesellschaft verstärken. Auf der Grundlage von Forschungsergebnissen zur Solidarität zwischen Minderheiten zielt unser Projekt darauf ab, die Grenzen von "Heimatkonflikten" zwischen türkischen und russischen Gemeinschaften und die Möglichkeit der Solidarität zwischen ihnen im Hinblick auf ihr "gemeinsames Schicksal" in Deutschland zu untersuchen.

Themenfeld "Konflikt und Wahrnehmung(en)"

Abstrakte Form

Die Untersuchung der Begriffe, die in Konflikten verwendet werden, und der Verständnisse, die ihnen zugrunde liegen, ist wichtig, da sie Einblicke in die Dynamik von Konflikten geben. Bestimmte Wörter spiegeln oft tieferliegende Annahmen, Werte und Perspektiven wider, die den Konflikt beeinflussen. Neue Forschungsansätze können innovative Lösungen fördern, indem sie bisher unbekannte Aspekte von Konflikten aufdecken und alternative Interpretationen ermöglichen. Dies hilft bei der Entwicklung effektiverer Konfliktlösungsstrategien und fördert ein besseres Verständnis für die komplexen Beziehungen zwischen Sprache, Wahrnehmung und Konfliktdynamiken.

Das Projekt untersucht, wie in gesellschaftspolitischen Debatten über Konflikte gesprochen wird. Ausgehend von den Plenardebatten des deutschen Bundestages wird danach gefragt, welche Konfliktverständnisse dort eigentlich zu Grunde gelegt werden. Was wird als Konflikt bezeichnet und was nicht? Mit welchen anderen Begriffen, Metaphern und Erzählungen wird der Begriff ‚Konflikt‘ in Verbindung gebracht? Auch der historische Wandel des Sprachgebrauchs über die Zeit und die Frage, welche Ereignisse diesen mitgestaltet haben, sind von Interesse in dieser Untersuchung.  Für das Themenfeld Konfliktbegriffe sind federführend Dr. Maximilian Breger und Prof. Dr. Silke Schwandt verantwortlich

Prof. Dr. Jonas Rees, Dr. Anna Nowak und Dirk Lampe beschäftigen sich aus einer interdisziplinären Perspektive mit Fragen der Entstehung, dem Ausmaß und der Wahrnehmung kommunaler Konflikte. Durch die innovative Verbindung von Umfragen, Strukturdaten und Feldbeobachtungen entsteht ein umfassender Datensatz zu lokalen Konfliktdynamiken. Ziel ist es das Verständnis von demokratie-relevanten Konflikten zu vertiefen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Zusammengefasst lauten die zentralen Fragen:

  • Gibt es beispielsweise bisher noch wenig beachtete Indikatoren und Informationen, die das empirische Verständnis von Konflikten auf Basis kommunaler Daten vertiefen können?
  • Wie nimmt die Bevölkerung Konflikte wahr und welche Bedeutung misst sie ihnen zu?

Das ConflictA Teilprojekt Integrationsvorstellungen befasst sich mit unterschiedlichen Verständnissen dazu, was Integration ist und was gelungene Integration ausmacht. Gleichzeitig untersucht es Zusammenhänge mit möglichen Konflikten und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Das Verständnis von Integration Geflüchteter in der Mehrheitsbevölkerung wird häufig mittels Aussagen wie „Die Flüchtlinge sollen sich integrieren!“ formuliert. So wird Geflüchteten gegenüber im Alltag also ein Integrationsverständnis kommuniziert, welches hauptsächlich mit darauf beruht, dass so gut wie sämtliche Aspekte der Herkunftskultur abgelegt werden sollen und als wichtiger Bestandteil von Integration die Mehrheitsgesellschaft keinerlei Bemühungen und Anstrengungen vornehmen müsste. Eine erste Veröffentlichung auf der Seite www.fachnetzflucht.de beschreibt allgemeinverständlich Unterschiede in Verständnissen von Integration Geflüchteter. Im März 2024 findet ein Fachtag zum Austausch zwischen Aktiven in der praktischen Geflüchtetenhilfe und Wissenschaftler*innen statt.

Bei der Veranstaltungsreihe „KonfliktKulturen“ steht die Auseinandersetzung mit konfliktbezogenen Themen über die Kunst und Kultur im Fokus. Dies ermöglicht es uns, neue Zielgruppen zu erschließen und Erkenntnisse aus der künstlerischen Herangehensweise für die Wissenschaft zu gewinnen. Ebenso eröffnen Kunst und Kultur die Möglichkeit zum Dialog, zur Verständigung und zum Umgang mit Konflikten. Die Verknüpfung von ‚Konflikt‘ und ‚Kulturen‘ stellt Fragen und ist gleichzeitig Programm: Was ist ‚Konfliktkultur‘? Wie können wir ‚unsere‘ Konfliktkultur(en) stärken? Gibt es die eine oder derer viele?
Die Veranstaltungsreihe setzt Konflikte als Bestandteil menschlichen Zusammenlebens voraus und begibt sich über die Verknüpfung von Kunst und Wissenschaft auf die Suche nach Antworten auf diese Fragen. Die Veranstaltungen werden über Kooperationen mit lokalen und überregionalen Kulturinstitutionen, Kunst- und Kulturschaffenden umgesetzt.

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