Öffentliche Veranstaltung am ZiF - Vortrag
Plakat

Virtuelle Realität und Selbst-Repräsentation in der Kunst und den Kognitiven Neurowissenschaften


Aus der Vortragsreihe Kunst trifft Wissenschaft

Termin: 14. Mai 2018, 18:15
Ort: Plenarsaal des ZiF
Olaf Blanke (Lausanne, SUI)

Verkörperung (Embodiment), Selbst-Repräsentation und virtuelle Realität sind Themen, die in der Kunst wie in der Wissenschaft gleichermaßen hochaktuell sind. Olaf Blanke wird in seinem Vortrag beleuchten, welche Rolle sie in der bildenden Kunst und der Kognitiven Neurowissenschaft spielen. Ausgehend vom Selbstportrait in der bildenden Kunst vergleicht er dieses mit illusorischen Wahrnehmungen des eigenen Körpers, wie sie in der Kognitiven Neurowissenschaft erforscht werden. In dieser Forschung kommen virtuelle und erweiterte Realität ebenso zum Einsatz wie Roboter und die multisensorische Körperstimulation.

An Ergebnisse aus der experimentellen Psychologie anschließend, wird Olaf Blanke Arbeiten von Réné Magritte und Bruce Nauman diskutieren und Kunst-Experimente vorstellen, die er gemeinsam mit drei zeitgenössischen Künstlern in Malerei, Installation und Architektur durchgeführt hat. „Ich hoffe, dass diese Ideen und Experimente für Forscher, Studierende und Interessierte verschiedener Disziplinen wie Kunst und Kunstgeschichte, Neurowissenschaft, Virtuelle Realität und Robotik interessant sein werden, vor allem in Bezug auf Fragen des Selbst und des Bewusstseins“, so der Forscher.

Olaf Blanke ist Direktor des Labors für Neuroprothetik und des Labors für Kognitive Neurowissenschaft an der Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) und Professor für Neurologie an der Universitätsklinik Genf. Er zählt zu den Pionieren der neurowissenschaftlichen Erforschung des menschlichen Selbstbewusstseins und der der Subjektivität. Im Zentrum seiner Arbeit steht die Frage, wie das Gehirn den Körper repräsentiert, außerdem Gleichgewichtssinn, Körperwahrnehmung und die möglichen technischen Anwendungen dieser Erkenntnisse etwa in der Robotertechnik, der neurologischen Rehabilitation oder der virtuellen Realität. Bei seiner Forschung nutzt Olaf Blanke Methoden aus der Neuropsychologie und Elektrophysiologie ebenso wie bildgebende Verfahren. In der Neuroprosthetik entwickelt er neue Forschungsfelder an der Schnittstelle von Mensch und Computer/Roboter.

Veranstaltet vom Verein der Freunde und Förderer des ZiF e.V.

 

Organisatorische Fragen beantwortet Marina Hoffmann im Tagungsbüro. Bei inhaltlichen Fragen wenden Sie sich bitte direkt an die Veranstaltungsleitung.


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