Öffentliche Vortragsreihe

Uncertainty-Talks

Termine: 05.12., 19.12.2022, 30.01.2023
Ort: ZiF-Plenarsaal (19.12.22, 30.01.23) und UHG - H14 (05.12.22)
Leitung: Prof. Dr. Herbert Dawid, Prof. Dr. Silke Schwandt, Prof. Dr. Andreas Zick

Unsicherheit hat einen Einfluss auf fast alle Aspekte des menschlichen Lebens. Lange Zeit wurde sie als eine allgegenwärtige Bedrohung betrachtet, die es zu kontrollieren und im Zaum zu halten gilt. Demgegenüber ist es unser Bestreben, die Forschung zu Ungewissheiten und Unsicherheiten auf eine breitere Basis zu stellen und weiter voranzubringen, indem wir einen Ansatz verfolgen, der verschiedene Modi der Navigation von Unsicherheit in den Mittelpunkt stellt. Die „Uncertainty-Talks“ leisten durch verschiedene Blickwinkel auf diese Analyse einen Beitrag zum interdisziplinären Verständnis dieses Forschungsansatzes.


Termine und Vortragende


  • 05.12.2022, 18:30 Uhr: Prof. David Tuckett (London):
    Conviction Narrative Theory: Understanding ambivalence as a way forward

    Real-world decisions differ in many ways from those studied in laboratories and textbooks. We must often make massively consequential choices when, whether we know it or not, data is incomplete, the options are ambiguous, the future may not resemble the past, and the axioms of standard decision theory are not satisfied. Such decisions often require both commitment and flexibility over time. Above all, such decision-making is about taking action in the face of potentially paralyzing uncertainty. While choices like monetary gambles may be amenable to standard analyses, it is far less clear how career choices, climate change, pandemic mitigation, and most government policy can be effectively understood in this way. Conviction Narrative Theory is a theory of decision-making that sets out how human cognitive, affective and social capacities are well adapted for such decisions and identifies the implications for research and decision-makers.

  • 19.12.2022, 18:30 Uhr: Prof. Dr. Armin Nassehi (München):
    Entscheidungen unter Unsicherheitsbedingungen. Ein Pleonasmus oder ein steigerbarer Sachverhalt?

    Entscheidungen sind Versuche, die Zukunft zu binden. Sie finden in einer Gegenwart statt und zielen darauf, einen bestimmten Zustand in der Zukunft herzustellen. Deshalb finden Entscheidungen immer unter Bedingungen von Unsicherheit statt. Es gilt sogar: Eine Entscheidung kann nur eine Entscheidung sein, wenn sie die Kontingenz ihrer selbst schon mitliefert, wenn also genauso gut auch anders hätte entscheiden werden können. Wenn das per se gilt, stellt sich die Frage, ob die Unsicherheitsbedingung für Entscheidungen überhaupt steigerbar ist oder ob es anderer Kategorien bedarf, um besonders schwierige Entscheidungslagen beschreiben zu können.

    Im Anschluss an den Vortrag wird das neue Center for Uncertainty Studies (CeUS) der Universität Bielefeld mit einem Empfang im ZiF eröffnet.

    Für die Teilnahme am Vortrag von Armin Nassehi ist eine Anmeldung unter diesem Link erforderlich.

  • NEUER TERMIN: 30.01.2023, 18:30 Uhr: Prof. Dr. Gerd Gigerenzer (Potsdam):
    Der Umgang mit Ungewissheit im digitalen Zeitalter

    Ungewissheit ist etwas, was wir nicht mögen. Einst waren es Horoskope und Globuli, die Gewissheit versprachen, heute sind es Algorithmen, die als allwissend vermarktet werden: Google kennt uns besser als wir selbst, Online-Partner*innenbörsen finden für uns die idealen romantischen Partner*innen, und IBM Watson wird die Medizin revolutionieren. Regierungen von China bis zu Deutschland versprechen uns Sicherheit, wenn wir uns nur mehr überwachen lassen. Wie können wir lernen, vernünftig mit Ungewissheit umgehen?


  • Das Tragen eines Mund-Nasenschutzes wird empfohlen.
    Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Anna Maria Neubert und Ulrike Haake: unex@uni-bielefeld.de.