Vor dem Hintergrund drängender aktueller Umweltprobleme, wie z.B. dem Verlust von Biodiversität, der globalen Klimaerwärmung, der Schadstoff - oder der Neobiota-Problematik, hat die wissenschaftliche Erforschung und Lösung von Umweltproblemen stetig an Bedeutung gewonnen. Studierende der Umweltwissenschaften arbeiten mit daran, biologisch-ökologische wie auch chemische und physikalische Grundlagen zu erforschen, die für eine nachhaltige Gestaltung des Mensch-Natur-Verhältnisses relevant sind.
Um Erkenntnisse wirkungsvoll in der Praxis umzusetzen, müssen diese jedoch auch Eingang in entsprechende Gesetze, Verordnungen und Handlungsanweisungen finden. Dafür sind sowohl umweltbiologische als auch juristische Kenntnisse notwendig.
Die Universität Bielefeld bietet hierzu den in seiner Fächerkombination besonderen Bachelorstudiengang Umweltwissenschaften an. Er vermittelt eine solide Basis in der Umweltbiologie, aber auch Erkenntnisse in der Umweltchemie,- physik und insbesondere im Umweltrecht.
Studierende der Umweltwissenschaften schauen aus interdisziplinärer Perspektive auf Umweltprobleme und bauen Brücken zwischen biologisch-ökologischer Forschung und deren möglicher Anwendung im Umweltkontext.
In der Biologie sowie in Chemie, Physik und Rechtswissenschaften erarbeiten Studierende zunächst in Grundlagenveranstaltungen die fachliche Basis. Ziel der biologischen Basisausbildung mit Schwerpunkt Ökologie ist es, Grundlagen für ein Verständnis ökologischer Zusammenhänge zu legen. Durch die Kombination von klassischen und hochmodernen Methoden, von der Pflanzensoziologie bis hin zur chemischen Analytik von Naturstoffen oder Modellierung wird eine breite Palette an Handwerkszeug vermittelt. Die biologischen Aspekte werden erweitert um die Vermittlung nicht-biologischer Umweltparameter durch die Fakultäten für Chemie und Physik.
Auf den Grundlagenveranstaltungen bauen ab dem dritten Semester umweltbezogene Module auf: In der Biologie das Aufbaumodul Ökologie für Umweltwissenschaften, Spezialmodule und Projektmodule mit umweltwissenschaftlicher Ausrichtung sowie weiterhin Veranstaltungen zu Umweltchemie, Umweltphysik. In der Rechtswissenschaft wird das Grundlagenmodul Verwaltungsrecht durch das Aufbaumodul Umweltrecht spezifiziert.
Sowohl Grundlagen- als auch Aufbaumodule bestehen in den Naturwissenschaften jeweils aus Theorie- und Praxisanteilen, so dass über den gesamten Studienverlauf der Erwerb theoretischer Kompetenzen und praktischer Fähigkeiten im Labor und im Freiland integriert erfolgt.
Ab dem vierten und im fünften und sechsten Semester erfolgt eine Profilbildung durch die Wahl von unterschiedlich ausgerichteten Spezialmodulen sowie durch freie Wahl von geeigneten Arbeitsbereichen und ggf. Themen für die Durchführung der Projektmodule und Bachelorarbeiten. In Projektmodul und Bachelorarbeit werden die interdisziplinär erworbenen Kompetenzen zusammengeführt und wissenschaftliche Fragestellungen zunehmend eigenständig bearbeitet.
Im Ergänzungsbereich können entweder die erworbenen Fachkenntnisse vertieft oder Module aus den Bereichen Soziologie, Pädagogik, Wirtschafts- oder Gesundheitswissenschaften gewählt werden.
Im Rahmen eines außeruniversitären Praxismoduls können zudem im In- und Ausland erste Erfahrungen in Umweltbetrieben gesammelt werden. Dabei ergeben sich nicht nur Einblicke in ein mögliches Berufsfeld, häufig können auch wichtige Kontakte für das spätere Berufsleben geknüpft werden.
Studierende werden schrittweise in das wissenschaftliche Arbeiten eingeführt und zu eigenständigem, wissenschaftlichem Arbeiten insbesondere auf dem Gebiet der Ökologie und der biologisch ausgerichteten Umweltwissenschaften, zu kritischer Einordnung wissenschaftlicher Erkenntnisse und zu verantwortlichem Handeln im Umweltsektor befähigt.
In Einführungsveranstaltungen erhalten die Studierenden bereits erste Einblicke in wissenschaftliche Forschung und Forschungsprozesse. Systematisch über das Studium hinweg in Aufbaumodulen und Spezialmodulen werden Kompetenzen zum Umgang mit wissenschaftlicher Literatur, zur Ergebnisdokumentation, -interpretation, Techniken der Darstellung und Präsentation von Versuchsergebnissen vermittelt. In allen Modulen wird sowohl von der Nutzung klassischer, gedruckter Informationsquellen als auch der Nutzung von Informationstechnologien zur Vorbereitung und zur Wissenserweiterung ausgegangen.
Unter Zuhilfenahme verschiedener Medien wird in Referaten, Postern und Protokollen die klare mündliche und schriftliche Darstellung von wissenschaftlichen Konzepten, Methoden, Ergebnissen und komplexen Zusammenhängen vermittelt.
Die Erarbeitung von relevanten statistischen Methoden zur Ergebnisabsicherung wird in ihren Grundlagen vermittelt.
Englisch ist nicht nur in der Wissenschaft die Standardsprache der Kommunikation und Publikation, sondern auch in Berufsfeldern mit internationaler Ausrichtung von steigender Bedeutung. Im Studium wird daher englische Sprachkompetenz gefördert. Studierende werden durch einzelne Elemente in Lehrveranstaltungen wie z.B. das Lesen englischsprachiger Publikationen oder eigene Präsentationen an die Anwendung von Englisch im Fachkontext herangeführt. Sie haben zudem Möglichkeiten Studienelemente auf Englisch zu absolvieren, z.B. können im Ergänzungsbereich englischsprachige Veranstaltungen besucht werden.
Studienbegleitend in allen Veranstaltungen mit praktischen Anteilen werden zudem Eigeninitiative, Zeitmanagement und Teamfähigkeit als weitere Schlüsselqualifikationen gefördert. Die Studierenden werden konsequent zum Selbststudium und zum kritischen Hinterfragen durch intensive Kommunikation in Vorlesungen, Seminaren, Praktika und Tutorien angeleitet. Insbesondere Projektmodule und Bachelorarbeit vermitteln und erfordern ein hohes Maß an Selbstständigkeit bei Vorbereitung und Durchführung der Versuche sowie bei deren zeitlicher Planung. Teamfähigkeit umfasst sowohl kooperativen Umgang als auch die Bereitschaft und Fähigkeit zur Übernahme von Verantwortung bis hin zur Teamleitung.
Die beruflichen Möglichkeiten für ausgebildete Umweltwissenschaftler*innen sind je nach Interessenlage vielfältig. Mögliche Arbeitgebende sind forschende Einrichtungen (Universitäten, Hochschulen, Bundesanstalten), aber auch Natur- und Umweltschutzeinrichtungen, öffentliche Verwaltungen (Naturschutz- und Umweltämter, Beauftragte), Biologische Stationen, Schutzgebietsverwaltungen, Planungs- und Gutachterbüros sowie Betriebe und Industrie. Hier bieten sich breite Tätigkeitsfelder für interdisziplinär ausgebildete Umweltwissenschaftler*innen, die in der Lage sind, naturwissenschaftliche Kenntnisse und Fertigkeiten mit (verwaltungs-)rechtlichem Know-how zu verbinden.
Nach erfolgreichem Abschluss des Bachelorstudiums können Absolvent*innen auch die Hochschulausbildung vertiefen und ergänzen.
Als weiterführender Master kann an der Universität Bielefeld beispielsweise der Studiengang "Ecology and Environmental Change" belegt werden. In diesem Master-Studiengang erwerben die Studierenden Kenntnisse und Fähigkeiten in den Bereichen der grundlegenden und angewandten Ökologie, wobei der Schwerpunkt auf Aspekten des globalen Umweltwandels liegt.












Angaben im Überblick sind in der "Studieninformation" der Universität abrufbar. Diese umfasst zum Beispiel
Informationen sowie wichtige Hinweise zum Bewerbungsverfahren erhalten Sie auch beim Studierendensekretariat. Dieses informiert auch über Sonderregelungen und bei welchen Studiengängen aktuell eine Beschränkung vorliegt.
studienberatung.biologie@uni-bielefeld.de
stefanie.boltersdorf@uni-bielefeld.de