Forschungs- und Entwicklungsprojekte

Projektbeschreibung (deutsch)
KI-Systeme sind zunehmend in Praktiken eingebettet, in denen Menschen traditionell epistemische Handlungsmacht ausgeübt haben, also die Fähigkeit, aktiv an der Bildung und Validierung von Wissen mitzuwirken (Bodong Chen, 2025). Gegenwärtig kann beobachtet werden, dass sich Wissen zunehmend von der Bindung an Personen, Autor:innen und pädagogische Instanzen löst. Dieser Wandel stellt mehr als eine bloß technologische Veränderung dar; er bedeutet einen Wandel der Art und Weise, wie Wissen in sozialen Institutionen erzeugt, validiert und weitergegeben wird. Bildung steht damit vor der Herausforderung, sich unter Bedingungen technisch generierter Wissensmassen neu zu bestimmen. Zentrale Problemfragen, die sich daraus für uns in diesem Projekt ergeben, sind: Welche Veränderungen erfährt der Bildungsbegriff in einer Bildungslandschaft, in der KI-Modelle in der Lage sind, nahezu unbegrenzt Wissen zu speichern, zu kombinieren und zu generieren und wie lässt sich der spezifische Wert von Bildung (und Bildungsinstitutionen) unter diesen Bedingungen konkretisieren, ohne Bildung auf die quantitative Verfügbarkeit von Wissen, formale Richtigkeit oder Effizienz zu verkürzen? Damit verschiebt sich auch der Fokus von der Frage, wie Lernen technisch unterstützt werden kann, zu der Frage, wie sich die Voraussetzungen von Erkenntnis (und Bildung) selbst verändern.
Das vorliegende Projekt geht daher von zwei Annahmen aus:
Als Lehrende mit Schwerpunkten in (Neuro-)Biologie und Philosophie entwickeln wir transdisziplinäre Workshops, die diese Überlegungen enaktiv erfahrbar machen. Die Workshops sollen Räume eröffnen, um über die strukturellen und epistemischen Veränderungen von Wissen und Bildung unter Bedingungen Künstlicher Intelligenz nachdenken zu können. Ziel ist es nicht, Handlungsanweisungen zu vermitteln oder Positionen festzuschreiben, sondern unterschiedliche Perspektiven miteinander ins Gespräch zu bringen und die gegenwärtigen Veränderungen von Bildung als offenen, gemeinsam zu reflektierenden Prozess sichtbar und verstehbar zu machen.
Projektbeschreibung (englisch)
AI systems are increasingly embedded in practices where humans have traditionally exercised epistemic agency, i.e., the ability to actively participate in the formation and validation of knowledge (Bodong Chen, 2025). Currently, we can observe that knowledge is increasingly becoming detached from its connection to individuals, authors, and educational authorities. This change represents more than just a technological shift; it signifies a transformation in the way knowledge is produced, validated, and passed on in social institutions. Education is thus faced with the challenge of redefining itself under conditions of technically generated masses of knowledge. The central issues that arise for us in this project are: How is the concept of education changing in an educational landscape in which AI models are capable of storing, combining, and generating virtually unlimited knowledge, and how can the specific value of education (and educational institutions) be concretized under these conditions without reducing education to the quantitative availability of knowledge, formal correctness, or technical efficiency? This also shifts the focus from the question of how learning can be technically supported to the question of how the prerequisites for knowledge (and education) themselves are changing.
This project is therefore based on two assumptions:
As teachers specializing in (neuro)biology and philosophy, we develop transdisciplinary workshops that are intended to open up spaces for reflection on the structural and epistemic changes in knowledge and education under conditions of artificial intelligence. The aim is not to convey instructions for action or to codify positions, but rather to bring different perspectives into dialogue with one another and to make the current changes in education visible and understandable as an open process to be reflected upon together.
Translated with DeepL.com (free version)