

| 12:00 - 13:30 Uhr | Ankunft und Registrierung |
| 13:30 - 14:30 Uhr | Begrüßung und Einführung in die Tagung |
| 15:00 - 17:00 Uhr | Sektionen |
| I. Geschichtsunterricht in der „Zeitenwende“ – Friedenserziehung robuster denken? – Leitung: Christian Bunnenberg (Bochum), Felix Hinz (Freiburg) | |
| II. Demokratiewerkstätten - Spannungsfelder historisch-politischen Lernens in Gedenkstätten – Leitung: Christine Gundermann (Köln) | |
| III. Demokratie erzählen in unsicheren Zeiten – Leitung: Corinna Link (Dresden), Manfred Seidenfuß (Heidelberg) | |
| IV. Plattformisierung der Erinnerung(en): Geschichtskulturelle Agency und historische Demokratiebildung in unsicheren Zeiten – Leitung: Lale Yildirim (Kiel), Anja Neubert (Leipzig) | |
| 18:00 - 20:00 Uhr | Podiumsdiskussion: Geschichtsunterricht und Gedenkstättenarbeit. Zur Rolle historisch-politischer Bildung in entsicherten Zeiten, Ort: Wissenswerkstadt Bielefeld, Wilhelmstraße 3, 33602 Bielefeld |
| 20:00 Uhr | Abendempfang |
| 09:00 - 11:00 Uhr | Sektionen |
| V. Historisch-politische Bildung und die Stärkung demokratischer Resilienz in der Aus- und Fortbildung der Polizei – Leitung: Gundula Gahlen (Münster) | |
| VI. Deutsch-deutsche Disziplingeschichte(n) ‚der Geschichtsdidaktik‘: Spurensuche, Deutungsansätze und Orientierungspotenziale für unsichere Zeiten - Leitung: Nicole Garretón (Aachen), Martin Nitsche (Aarau) | |
| VII. Die Zeichen der Zeiten deuten lernen. Kultursemiotische Perspektiven auf das geschichtskulturelle Deutungslernen in unsicheren Zeiten – Leitung: Johannes Meyer-Hamme (Paderborn), Olaf Hartung (Paderborn) | |
| VIII. (Multi-)Perspektivität im geschichtsdidaktischen Diskurs: Reflexion, Revision und theoretische Neuverortung – Leitung: Kathrin Klausmeier (Göttingen) | |
| 11:30 - 13:30 Uhr | Sektionen |
| IX. Historische und Politische Bildung zwischen Differenz, Verflechtung und Projektion – Leitung: Kristopher Muckel (Augsburg), Jana Ziel (Augsburg) | |
| X. ‚Rote Linien' in unsicheren Zeiten. Historisches Denken und politisches Handeln – Leitung: Saskia Handro (Münster) | |
| XI. Bilinguales historisches Lernen und Demokratiebildung mit Kindern und Jugendlichen – Leitung: Anabelle Thurn (Freiburg), Katja Schwemmer (Heidelberg) | |
| XII. Unsicherheit als Chance – Die (Un)Möglichkeit historischer Bildung in Krisenzeiten – Leitung: Philipp McLean (Köln), Sabrina Schmitz-Zerres (Aachen) | |
| 14:30 - 16:00 Uhr | Posterpräsentation |
| 16:30 - 18:30 Uhr | Mitgliederversammlung |
| 19:30 Uhr | Abendessen (Conference Dinner), Ort: Das Wirtshaus 1802 im Bültmannshof, Kurt-Schumacher-Straße 17a, 33615 Bielefeld |
| 09:00 - 10:00 Uhr | Treffen der Arbeitskreise |
| 10:30 - 12:30 Uhr | Forum Geschichtsdidaktik |
| Bei der letzten Tagung in Mainz noch neu, wird es in Bielefeld eine Neuauflage des „Forums Geschichtsdidaktik“ am letzten Tagungstag geben. Damit soll insbesondere fortgeschrittenen Projekten – sowohl Einzel- als auch Kollaborativunternehmungen – die Möglichkeit der Präsentation und Diskussion gegeben werden. Das Forum ist als Schaufenster in die aktuell laufende geschichtsdidaktische Forschung konzipiert. Die Vorträge sind auf prägnante 15 min. Dauer angelegt, gefolgt von einer ebenso langen Diskussion. | |
| I. Julian Happes (Freiburg): Plädoyer für eine intersektionale mediävistische Didaktik | |
| II. Kai Krüger (Berlin): Geschichtsbewusstsein und vergegenwärtigte Mündigkeit | |
| III. Julia Thyroff, Jonas Schobinger, Vera Sperisen, Dominic Studer (Aarau): Die Jugoslawienkriege als Unterrichtsgegenstand in der postmigrantischen Schweiz – Ergebnisse einer Interviewstudie mit Lehrpersonen | |
| IV. Christoph Wilfert (Köln): HiSTEP - History Study Phase Training Employment Pension | |
| 13:00 - 14:00 Uhr | Abschlusssitzung |
Die Sektion thematisiert den Wandel sicherheitspolitischer und pädagogischer Orientierungen im Geschichtsunterricht vor dem Hintergrund der durch den Ukrainekrieg ausgelösten „Zeitenwende“. Während Friedenserziehung seit den 1980er Jahren zu einem zentralen Leitprinzip wurde, zeigt sich heute eine verbreitete Distanz junger Menschen gegenüber militärischen Fragen. Die Beiträge der Sektion analysieren die historische Entwicklung militärischer Darstellungen im Geschichtsunterricht, den gegenwärtigen Zustand von Friedenserziehung und sicherheitspolitischer Bildung sowie Perspektiven für eine kritische Neubestimmung. Ziel ist, zu diskutieren, wie Geschichtsunterricht Resilienz und Wehrhaftigkeit in einer demokratischen Gesellschaft fördern kann, ohne seinen friedenspädagogischen Auftrag aufzugeben, und welche Rolle er dabei in einer pluralen, unsicheren Gegenwart einnehmen sollte.
Die Sektion untersucht die Rolle von KZ-Gedenkstätten und anderen NS-bezogenen Erinnerungsorten als Lernorte historisch-politischer Bildung in einer demokratischen Gesellschaft. Im Mittelpunkt steht die Spannung zwischen hohen gesellschaftlichen Erwartungen – etwa als „Demokratiewerkstätten“ – und den realen Rahmenbedingungen begrenzter Ressourcen. Diskutiert werden die Selbstverständnisse der dort Tätigen, die Wirkung digitaler Vermittlungsformate sowie neue ethische Herausforderungen. Zudem wird die Vernetzung zwischen schulischem und außerschulischem Lernen kritisch beleuchtet. Ziel ist es, aus geschichtsdidaktischer Perspektive Deutungsmuster, Handlungslogiken und Bildungsansprüche dieser Orte im Kontext gesellschaftlicher Polarisierung zu analysieren.
Das Panel thematisiert Unsicherheiten, die entstehen, wenn Demokratie im Geschichtsunterricht verhandelt und erzählt wird. Im Fokus stehen Akteurinnen und Akteure, Strategien und Praktiken im Umgang mit diesen Unsicherheiten – von Redaktionen über Lehrkräfte bis zu Lernenden. Vier Beiträge beleuchten das Thema aus unterschiedlichen theoretischen und methodischen Perspektiven: Dietmar von Reeken untersucht redaktionelle Entscheidungen bei der Gestaltung demokratiebezogener Unterrichtshefte, Corinna Link und Manfred Seidenfuß präsentieren empirische Befunde zu Schülerwahrnehmungen, und Andreas Spiziali analysiert die Bewertungspraktiken von Lehrpersonen. Ziel ist es, Spannungsfelder demokratischer Bildung als erzählte und gelebte Praxis sichtbar zu machen.
Die Sektion untersucht, wie digitale Plattformen Prozesse historischer Sinnbildung, Erinnerung und Demokratiebildung prägen. Im Zentrum steht das Konzept der Plattformisierung, das geschichtskulturelle Praktiken als in ökonomische, algorithmische und infrastrukturelle Strukturen eingebettete Aushandlungsprozesse begreift. Damit werden Dynamiken von Quantifizierung, Datafizierung und Sichtbarkeit historischer Narrative in digitalen Öffentlichkeiten analysiert. Ziel ist es, die Rolle analoger, digitaler und hybrider Plattformen für historische Lern- und Kommunikationsprozesse zu beleuchten und deren Einfluss auf geschichtskulturelle Agency zu bestimmen. Die Sektion diskutiert, wie sich historische Demokratiebildung unter Bedingungen digitaler Transformation neu denken lässt und welche Chancen und Risiken sich daraus für historisches Lernen in unsicheren Zeiten ergeben.
Das Thema der Podiumsdiskussion, historisch-politische Bildung in „entsicherten Zeiten“ (Heitmeyer 2018), erkennt in den hohen Zustimmungswerten zu geschichtsrevisionistischen, autoritären und rechtsextremen Positionen aktuelle Herausforderungen der historisch-politischen Bildung. Insbesondere der Geschichtsunterricht und die Gedenkstätten stehen zukünftig unter einem steigenden doppelten Rechtfertigungsdruck – einerseits wird ihre Praxis von autoritären Akteur*innen immer stärker infrage gestellt, andererseits wird ihre Effektivität in der Auseinandersetzung mit dem Autoritarismus zunehmend eingefordert. Die Sektion möchte diese doppelte Herausforderung diskutieren und als geschichtsdidaktisches Handlungsfeld positionieren. Der Einstieg erfolgt anhand von Keynotes aus der Praxis der Gedenkstättenarbeit sowie des Geschichtsunterrichts. Dabei artikulieren eine Lehrkraft, eine Gedenkstättenpädagogin sowie ein*e Schüler*in ihre jeweilige Perspektive. Anschließend soll das Sektionsthema auf einem Panel diskutiert werden. Dort werden Positionen aus der Rechtsextremismusforschung, der wissenschaftlich verfassten Geschichtsdidaktik, der Geschichtslehrer*innenschaft sowie der Gedenkstättenarbeit in einen Austausch gebracht.
Die Polizei sieht sich derzeit mit erheblichen Unsicherheiten und vielfältigen Herausforderungen konfrontiert. Angesichts globaler Gefahren werden die Grenzen zwischen innerer und äußerer Sicherheit zunehmend in Frage gestellt. Zugleich geraten etablierte Formen politischer Repräsentation unter Druck, und das Vertrauen in die Demokratie nimmt ab. Gerade die Polizei als die „politischste aller Verwaltungen“ (NRW-Innenminister Herbert Schnoor 1982) ist von den aktuellen politischen Entwicklungen in besonderer Weise betroffen. Die geplante Sektion zeigt auf, wie am Standort Münster, wo sich mit der Deutschen Hochschule der Polizei und dem Geschichtsort Villa ten Hompel zwei Zentren historisch-politischer Bildungsarbeit bei der Polizei befinden, mit universitären Lehr- und Fortbildungsangeboten zur historisch-politischen Bildung versucht wird, historische Urteilsbildung und demokratische Werte in der Polizei zu fördern.
Die Sektion beleuchtet die bislang unzureichend aufgearbeitete deutsch-deutsche Disziplingeschichte der Geschichtsdidaktik. Während sich in der Bundesrepublik seit den 1970er Jahren ein eigenständiges Forschungsfeld etablierte, blieb eine entsprechende Auseinandersetzung mit der DDR-Geschichtsmethodik bis nach der Wiedervereinigung weitgehend aus. Trotz einzelner Grundlagenarbeiten fehlt bis heute eine integrierte Perspektive, die beide Entwicklungslinien zusammenführt. Diese Leerstelle erschwert eine selbstreflexive Fachgeschichte, zumal die Erfahrungen von Teilung und Wiedervereinigung weiterhin Wahrnehmungs- und Handlungsmuster prägen. Die Sektion versammelt daher Beiträge, die bestehende Narrative kritisch hinterfragen, neue methodisc he Zugänge erproben und das Potenzial einer deutsch-deutschen Disziplingeschichte für die Orientierung der Geschichtsdidaktik in gegenwärtig unsicheren Zeiten ausloten.
Die Sektion interpretiert den Wandel geschichtskultureller Deutungsmuster als Ausdruck gesellschaftlicher Verunsicherung und fragt, wie historisches Lernen in pluralen, digital geprägten Geschichtskulturen als Prozess der Sinnkonstruktion gestaltet werden kann. Aufbauend auf dem Verbundprojekt Zeidel verbindet sie kultursemiotische Theorie mit empirischen Befunden aus drei Teilstudien. Im Zentrum steht die Frage, wie Lernende, Studierende und Lehrkräfte geschichtskulturelle Sinnangebote wahrnehmen, deuten und aushandeln. Die Beiträge analysieren Bildungsmedien, untersuchen Deutungsprozesse in Gruppendiskussionen und beleuchten professionelles Wissen in der Lehrkräftebildung. Ziel ist die Entwicklung einer empirisch fundierten Theorie kultursemiotischen historischen Lernens, die Deutungslernen als zentrale demokratische Kompetenz in unsicheren Zeiten profiliert.
Die in den 1970er-Jahren etablierten geschichtsdidaktischen Prinzipien markierten einen emanzipatorischen Bruch mit der Abbilddidaktik. Besonders das Prinzip der Multiperspektivität gilt bis heute als zentral, wurde jedoch konzeptionell kaum weiterentwickelt. Angesichts gesellschaftlicher Pluralisierung, globaler Transformationsprozesse und populistischer Vereinfachungen erscheint eine Revision dringend geboten. Die Sektion reflektiert Perspektivität, Kontroversität und Pluralität neu, diskutiert Fragen der Perspektivauswahl sowie den Übergang von „Perspektivübernahme“ zu „Perspektivreflexion“. Zudem werden Ambiguitätstoleranz, geschichtskulturelle Partizipation und Empathieförderung als zentrale Elemente historischer Demokratiebildung profiliert. Multiperspektivität wird damit als dynamisches, epistemologisch wie politisch relevantes Prinzip neu konturiert.
Die Sektion thematisiert das Spannungsfeld zwischen gesellschaftlicher Erwartung und fachlicher Abgrenzung historischer und politischer Bildung. Trotz politischer Forderungen nach Demokratieförderung bleibt unklar, wie beide Bereiche sinnvoll zu integrieren sind. Beiträge von Steffen Barth, Nicole Steng, Mia Berg sowie Jana Ziel und Kristopher Muckel beleuchten dies aus schulischer, außerschulischer und digitaler Perspektive: Sie untersuchen Integrationsansätze in Lehrplänen, Gedenkstättenpädagogik und sozialen Medien sowie epistemische Überzeugungen von Lehramtsstudierenden. Im Zentrum steht die Frage, wie historisches und politisches Lernen gegenseitig voneinander profitieren und zur Förderung mündiger Urteilskraft beitragen können.
Die Sektion thematisiert den Umgang mit Kontroversität und Pluralität als zentrale, aber zunehmend herausgeforderte Prinzipien historischen Denkens und Lernens. Angesichts von Polarisierung, Populismus und digitaler Fragmentierung geraten demokratische Diskursformen unter Druck. Die Beiträge der Sektion beleuchten theoretische, empirische und praxisbezogene Perspektiven auf die Frage, wie „rote Linien“ im Geschichtsunterricht und in der historisch-politischen Bildung reflektiert gezogen oder bewusst offengehalten werden können. Dabei werden normative und epistemische Grundlagen (Handro, Thein), Unterrichtspraxis (Kühberger, Hummer) und inklusive Lernorte (Passens) diskutiert. Ziel ist es, Kriterien und Strategien zu entwickeln, um Kontroversität als Fundament demokratischer Bildung zu stärken und zugleich verantwortungsvoll mit gesellschaftlicher Pluralität umzugehen.
Die Sektion thematisiert bilinguales, historisches und politisches Lernen mit dem Ziel, Demokratiebildung als gemeinsame Aufgabe des Geschichts- bzw. Sachunterrichts und des Fremdsprachenunterrichts systematisch zu reflektieren. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Lerngelegenheiten der bilinguale Sachunterricht mit historischem Schwerpunkt und der bilinguale Geschichtsunterricht mit Blick auf Demokratiebildung bieten können und welche Herausforderungen es zu berücksichtigen gilt. Auf Basis fremdsprachendidaktischer und geschichtsdidaktischer Modelle werden Synergien zur Förderung relevanter Kompetenzen aufgezeigt – etwa durch den Einsatz gemeinsamer Lernsprachen, kultur- und begriffskomparativer Ansätze oder mehrsprachiger Medien wie Bilderbücher und Graphic Novels. Die Beiträge beleuchten theoretische, empirische und praxisorientierte Zugänge vom Primar- bis zum Sekundarbereich und zeigen, wie bilinguales Lernen news literacy, Wirklichkeitsbewusstsein und Diskursfähigkeit im Sinne einer frühen und offenen Demokratiebildung stärken kann.
Die Sektion widmet sich der Frage, wie historisches Lernen in Zeiten multipler Krisen – Kriege, Klimawandel, digitale Desinformation – Orientierung bieten kann. Ausgangspunkt ist die Diagnose einer „Polykrise“, die Unsicherheit und Zukunftsangst prägt. Historische Bildung soll Lernenden helfen, diese Unsicherheiten analytisch zu deuten, Ambiguitäten auszuhalten und eigene Handlungsspielräume zu erkennen. Beiträge verbinden geschichtswissenschaftliche, didaktische und unterrichtspraktische Perspektiven, um das Potenzial von Kontingenz, Unsicherheit und kontrafaktischem Denken für Geschichtsunterricht und Lehrkräftebildung auszuloten. Ziel ist, die Möglichkeiten und Grenzen historischer Bildung als Beitrag zur Urteils- und Zukunftsfähigkeit in Krisenzeiten kritisch zu bestimmen.
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