
Frau Helga Volkening, langjährige Mitarbeiterin am Arbeitsbereich Soziologische Theorie/Allgemeine Soziologie der Bielefelder Fakultät für Soziologie, ist in der Nacht vom 27. auf den 28. Juni in Bad Driburg verstorben.
Die Fakultät für Soziologie eröffnete das Wintersemester 2025 mit einer Podiumsdiskussion mit Sonja Blum und Tobias Werron zur aktuellen Lage der Demokratie weltweit.
Eine weitgehend unbekannte Seite des Systemtheoretikers und Bielefelder Soziologen Niklas Luhmann wird in den jetzt online gestellten Manuskripten aus dem Nachlass sichtbar: die des Politikberaters.
Im Jahr 1966 fällt der Startschuss für eine einzigartige Karriere in der deutschsprachigen Soziologie: Niklas Luhmann, studierter Jurist und langjähriger Ministerialbeamter, wird nach einer Zwischenstation an der Verwaltungshochschule Speyer an der Universität Münster innerhalb von sechs Monaten promoviert und habilitiert. Im Wintersemester beginnt er dann umstandslos mit der Präsentation seines Programms einer Soziologie als Wissenschaft von den sozialen Systemen. In den folgenden vier Jahren entwirft er in seinen Vorlesungen die Grundlagen seines Forschungsprogramms der nächsten Jahrzehnte. Im wissenschaftlichen Nachlass finden sich dazu die ausführlichen Vorlesungsskripte, die Luhmann beim Verfertigen seiner Theoriegrundlagen und ihrer ersten Anwendung auf Politik und Recht zeigen. Die Manuskripte werden jetzt in einer Lesefassung im Suhrkamp Verlag als Printausgabe unter dem Titel "Soziologie unter Anwesenden: Systemtheoretische Vorlesungen 1966-1970" publiziert. Parallel dazu werden auf dem Forschungsportal des Niklas Luhmann-Archivs an der Universität Bielefeld die Originalvorlagen in einer digitalen Edition verfügbar gemacht.
Die Arbeitsgemeinschaft "Forschung im Konflikt" schafft einen interdisziplinären Rahmen zum Austausch und (methodischer) Reflexion für empirisch/ethnografisch Forschende in konfliktären Feldern. Sie tauscht sich in (digitalen) ad-hoc-Treffen anlässlich aktueller Problemstellungen in empirischen Forschungen aus und veranstaltet (Präsenz-)Workshops. Organisiert wird die Arbeitsgemeinschaft von Forschenden der Leuphana Universität Lüneburg, der Universität Hamburg, des Hamburger Instituts für Sozialforschung und der Universität Bielefeld. Sie ist offen für empirisch Forschende aller Qualifikationsstufen inner- und außerhalb der Universität.
Mit „Ansatzpunkte für eine Soziologie des Rechts“ ist der Habilitationsvortrag Niklas Luhmanns betitelt, den er am 26. Juli 1966 an der Universität Münster gehalten hat. Der Vortrag war nicht nur der Abschluss eines nur zwei Monate dauernden Habilitationsverfahrens, sondern auch der Startpunkt für eine intensive Beschäftigung Luhmanns mit rechtssoziologischen Fragen. Dokumentiert findet sich dies im Nachlass durch diverse Vortragsskripte in den Folgejahren, die jetzt zusätzlich zum Habiliationsvortrag auf dem Forschungsportal des Niklas Luhmann-Archivs als Faksimiles und in einer edierten Fassung online gestellt worden sind.
Prof. Gil Eyal hält am 26.06.2024 um 18.15 in X E0-001 seine Universitätsvorlesung zum Thema "Mistrust in Numbers: The Crisis of Expertise and the Nature of Trust". Die Vorlesung findet im Rahmen seiner Niklas-Luhmann-Gastprofessur statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!
Online-Veröffentlichung der Abschiedsvorlesung Luhmanns
"Was ist der Fall?" und "Was steckt dahinter?" – so lautet der Titel der Abschiedsvorlesung Niklas Luhmanns, die er am 9. Februar 1993 im Auditorium maximum der Universität Bielefeld gehalten hat. Im Nachlass Luhmanns liegen dazu das Vortragsskript und die Audioaufnahme sowie eine Reihe von Aufsatzmanuskripten vor, die Grundlage für die späteren Publikationen waren. Im Rahmen der digitalen Edition der Manuskripte dokumentiert das Luhmann-Archiv durch das Onlinestellen der Faksimiles der Manuskripte und deren Transkription am Beispiel dieses Textes nun exemplarisch die typische (serielle) Manuskriptproduktion Luhmanns.