

Professur für Geschlechtersoziologie
diana.lengersdorf@uni-bielefeld.de
“My view is that it is not possible to stay with the trouble among us without the practice of joy. That the practices of joyful collective and individual pleasure are essential to the arts of living on a damaged planet.” (Donna Haraway)
LAUFENDE PROJEKTE
DFG-Graduiertenkolleg (GRK 2650) Geschlecht als Erfahrung. Konstitution und Transformation gesellschaftlicher Existenzweisen
Das Graduiertenkolleg (GRK) untersucht Erfahrungen, die Menschen mit ihrer Geschlechtlichkeit im Horizont von Gesellschaft machen. Im Mittelpunkt stehen das körperlich-leibliche Erleben und die sozialen Erfahrungen mit dem geschlechtlichen In-der-Welt-Sein. Wie erleben Menschen ihre geschlechtliche Existenzweise? Wie konstituiert sich Geschlecht in gelebten Erfahrungen und in der Verschränkung mit anderen Dimensionen der Existenz (Klasse, Ethnizität, Staatsbürgerschaft, Sexualität, Gesundheit, Alter, Religion)? Inwiefern stellt gerade die leibliche Dimension eine Voraussetzung für die Transformation von Geschlechterordnungen dar? Mit diesem Fokus auf die körperliche Leiblichkeit und den komplexen Erfahrungsraum von Geschlecht überbrückt das Forschungsprogramm die in der Geschlechterforschung seit langem etablierte Zweiteilung in ‚dekonstruktivistische‘ und ‚essentialistische‘ Ansätze. Da die Untersuchungsgegenstände und Ziele des GRK quer zu den etablierten Disziplinen liegen, kooperieren bislang in der Geschlechterforschung weitgehend getrennte Fachrichtungen: Germanistische Literaturwissenschaft, Erziehungswissenschaft, Gesundheitswissenschaften, Medizin, Politikwissenschaft, Soziologie und Sportwissenschaft.
Förderung: DFG
Weitere Informationen: https://www.uni-bielefeld.de/zwe/izg/grk/#
Forschungsverbund "Individualisierung in sich ändernden UmWelten (InChangE)"
In dem vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft (MKW) des Landes Nordrhein-Westfalen geförderten Verbund forschen Wissenschaftler:innen der Universität Bielefeld und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster zusammen.
Individualisierung wurde bislang fast nur intradisziplinär erforscht. Wir wollen im interdisziplinären Diskurs von Natur-, Geistes und Gesellschaftswissenschaften Individualisierung in sich ändernden UmWelten untersuchen. Im Zentrum stehen Fragen nach Ursachen und Mechanismen von Individualisierung, Modellierung und Prädiktion zur Individualisierung sowie Auswirkungen und Konsequenzen von Individualisierung im Spannungsfeld zum Gemeinwohl.
Die 24 Studienleiter:innen des Verbunds kommen aus neun Disziplinen. Im Verbund werden sechs Postdoc-Stellen besetzt sowie in den Folgejahren Postdoc-Fellowships ausgeschrieben, die mit Ihren Projekten den Verbund bereichern. Darüber hinaus werden zahlreiche Formate für Doktorand:innen entstehen.
Förderung: Ministerium für Kultur und Wissenschaft (MKW) des Landes Nordrhein-Westfalen (Laufzeit 2021-2024)
Mehr Informationen: https://www.uni-muenster.de/JICE/projekte/inchange.html
ABGESCHLOSSENE PROJEKTE
DFG-Projekt zur „Neujustierung von Männlichkeiten. Auswirkungen der Transformation von Erwerbsarbeit und des Wandels von Geschlechterverhältnissen auf männliche Lebenslagen
Das Forschungsprojekt in Kooperation mit der TU Dortmund geht der Frage nach, welche Folgen der wechselseitig aufeinander bezogene Wandel von Erwerbsarbeit und Geschlecht für Relationen unter Männern sowie für die Verhältnisse von Männern zu Frauen hat und wie sich diese Entwicklungen auf männliche Lebenslagen und dominante Männlichkeitskonstruktionen auswirken. Mit Hilfe interpretativ-rekonstruktiver Verfahren soll untersucht werden, ob industriegesellschaftliche Männlichkeitskonstruktionen als normative Orientierungsfolie fortbestehen bzw. mit welchen (neuen oder modifizierten)Orientierungen Männer habituelle Sicherheit unter sich verändernden Erwerbsbedingungen und sich wandelnden Geschlechterverhältnissen herstellen bzw. herzustellen versuchen.
Förderung: DFG, Leitung: Prof. Dr. Diana Lengersdorf (Universität Bielefeld), Prof. Dr. Michael Meuser (TU Dortmund)
DFG-Wissenschaftliches Netzwerk zur Untersuchung der Arbeits- und Organisationspraxis in der Kultur- und Kreativwirtschaft
Der gegenwärtige Wandel der Arbeitswelt fordert die analytischen Konzepte der Soziologie derart heraus, dass der traditionelle Zuschnitt des Arbeitsbegriffs in die "Krise" gerät. Zentrale Transformationsprozesse der Erwerbsarbeit lassen sich besonders im Feld der Kultur- und Kreativwirtschaft (KuK) beobachten. Dieser Wirtschaftsbereich gilt als Vorreiter arbeitsweltlicher Entwicklungen, da dort allgemeine Trends von Erwerbstätigkeit frühzeitig sichtbar werden. Die Bedeutung der KuK wurde verschiedentlich hervorgehoben, systematische Analysen des Tätigkeitsfeldes liegen jedoch nur in Ansätzen vor.
Förderung: DFG
DFG-Projekt „Dramaturgie des 'erlebnisorientierten' Museums"
Eine Mixed-Methods-Studie zum Wandel von Distinktionsformen im Wechselspiel von Kulturangebot und Kulturaneignung“. Das Verbundprojekt zusammen mit Prof. Nicole Burzan von der TU Dortmund untersucht, ob und wie sich kulturelle Distinktionsformen im Museum ändern. Im Fokus stehen dabei zwei zentrale Prozesse, durch die Museen herausgefordert sind: eine erhöhte Erlebnisorientierung und die Öffnung für ein möglichst breites Publikum. Forschungsleitend sind Erkenntnisse der Ungleichheits- und Kultursoziologie, sowie einer Soziologie sozialer Praktiken. In der Studie kommt ein Mixed-Methods-Forschungsdesign zum Einsatz.
Förderung: DFG, Leitung: Prof. Dr. Diana Lengersdorf (Universität zu Köln), Prof. Dr. Nicole Burzan (TU Dortmund)
Arbeitskreis für interdisziplinäre Männer- und Geschlechterforschung - Kultur-, Geschichts- und Sozialwissenschaften AIM GENDER und Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Fachbereich Geschichte
Ziel des Arbeitskreises AIM GENDER ist die fächerübergreifende gegenseitige Wahrnehmung und Kooperation von Forschern und Forscherinnen aus Geschichts-, Literatur-, Kultur- und Politikwissenschaften sowie der Soziologie, die zum Thema Männlichkeiten und deren Auswirkungen auf Kultur und Gesellschaft in Vergangenheit und Gegenwart arbeiten. Vertreter anderer Fachrichtungen sind willkommen.
Die Geistes- und Sozialwissenschaften haben in den letzten Jahrzehnten die Vielfältigkeit von Männlichkeiten herausgestellt. Neben der bisher stärker beachteten Außenseite hegemonialer Männlichkeit kommt deren Binnenseite zunehmend in den Blick: Erfahrungen von Männern umfassen auch die Kosten aufgedrängter Männlichkeitsleitbilder. Der Arbeitskreis fördert die interdisziplinäre Vernetzung laufender Forschungsprojekte. Er ist offen für interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Kultur-, Geschichts-, Sozial- und Literaturwissenschaften und strebt eine Kooperation mit bestehenden Netzwerken der Genderforschung an. Der Arbeitskreis AIM GENDER verfügt auch über eine DFN-Mailingliste, die Sie hier abonnieren können: https://www.listserv.dfn.de/sympa/info/aimgender

Call for Papers (Deadline: 09.01.2026)
15. Tagung: Männlichkeiten und Formen des Zusammenlebens, Dezember 2024, Programm
14. Tagung: Männlichkeiten als Lebensweisen, Juni 2023, Programm
13. Tagung: Männlichkeiten und Natur(-Verhältnisse), April 2021, Programm
12. Tagung: Männlichkeiten und Care: Selbstsorge, Familiensorge, Gesellschaftssorge, Dezember 2018, Programm
11. Tagung: Männlichkeiten zwischen Kulturen, Juni 2017, Programm
10. Tagung: Männlichkeitsforschung. Bilanz und Perspektiven, Dezember 2015, Programm
9. Tagung: Sexualität, Liebe, Männlichkeiten, Dezember 2013, Programm
8. Tagung: Männer als Täter und als Opfer - zwischen Verletzungsmacht und Verletzungsoffenheit, Juni 2012, Programm
7. Tagung: Männer und Gefühle - Männlichkeit und Emotionen, Dezember 2010, Programm
6. Tagung: Männlichkeit und Arbeit - Männlichkeit ohne Arbeit?, April 2009, Programm
5. Tagung: Männer in Beziehungen, Dezember 2007, Programm
4. Tagung: Geschlechterkonkurrenzen: Männer - Männer, Männer - Frauen, Frauen - Frauen, Februar 2006, Programm
3. Tagung: Hegemoniale Männlichkeit/en, Juni 2004
2. Tagung: Männlichkeitskonstruktion, Mannsein und deren Auswirkungen auf Kultur und Gesellschaft in Vergangenheit und Gegenwart, November 2002, Programm
1. Tagung: Männlichkeitskonstruktion, Mannsein und deren Auswirkungen auf Kultur und Gesellschaft in Vergangenheit und Gegenwart, Februar 2001, Programm
Ausführliche Tagungsberichte liegen für sämtliche Tagungen des Arbeitskreises vor: