
Eine Besonderheit der AG „Biologiedidaktik-Begabungsforschung“ ist der Uni-Zoo, welcher mit rund 45 vertretenen Tierarten eine Seltenheit unter den Hochschulen darstellt. Die Gründung und Betreuung des Uni-Zoos liegen bei Herrn Prof. Dr. Claas Wegner. Unter den gepflegten Tieren sind Reptilien, Amphibien, Fische und Insekten, ja sogar Katzenhaie und verschiedenste Korallen vorhanden. Für letztere besitzt die AG einen große Meerwasserraum mit mehreren großen und kleinen Aquarien.

Der Meerwasserraum zeigt verschiedene marine Lebensräume – vom kühlen Nordseebereich bis zu tropischen Korallenriffen. Alle Becken sind als Salzwasseranlagen mit spezieller Technik ausgestattet, um die jeweiligen Umweltbedingungen stabil zu halten.
Im großen Riffbecken werden Strukturen eines tropischen Korallenriffs nachgebildet. Korallen, Anemonenfische und weitere Riffbewohner leben hier in einer stabilen Gemeinschaft. Die Beleuchtung besteht überwiegend aus blauem Lichtspektrum, das für die Photosynthese der symbiotischen Algen in den Korallen notwendig ist. In einem anderen Bereich werden Kaltwasserarten gepflegt, darunter Katzenhaie, Meeräschen und weitere Bewohner der Nordsee. Ihre Becken werden auf 14–16 °C gekühlt, um die natürlichen Bedingungen nachzuahmen.
Die technische Ausstattung umfasst Strömungspumpen zur Simulation von Wasserbewegung und Sauerstoffverteilung, Temperatursteuerungssysteme, Eiweißabschäumer zur Entfernung organischer Belastungen sowie Filteranlagen und Salzwasseraufbereitung. Diese Systeme sind notwendig, um die unterschiedlichen Lebensräume parallel in stabiler Qualität zu betreiben.
Die Tierhaltung in diesem Raum dient in erster Linie der Unterstützung von Bildungs- und Vermittlungsangeboten. So werden die Aquarien regelmäßig in Formaten wie den „Kolumbus-Kids“ oder den Ferienprogrammen des OZHB eingesetzt, um verschiedene Meereslebensräume anschaulich zu vermitteln. Auch im Rahmen von Führungen spielt der Raum eine Rolle.

Korallenriffe gehören zu den artenreichsten Lebensräumen der Erde. Unser Riffbecken im Meerwasserraum zeigt, wie dieses komplexe Ökosystem aufgebaut ist und wie es auch in einem künstlichen Umfeld funktionieren kann. Das Fundament bilden Steinkorallen, deren Kalkskelette im Laufe vieler Jahre eine verzweigte Architektur entstehen lassen. Zwischen ihren feinen Ästen leben unzählige weitere Organismen. Im Gewebe der Korallen befinden sich mikroskopisch kleine Algen, sogenannte Zooxanthellen, die mithilfe von Photosynthese Nährstoffe produzieren und damit die Korallen versorgen – eine Symbiose, die nur bei stabilen Licht- und Umweltbedingungen funktioniert.
Zwischen den Korallen bewegen sich Fische, Schnecken, Garnelen und andere wirbellose Tiere. Manche von ihnen weiden Algen ab und verhindern so, dass diese die Korallen überwuchern. Andere filtern Plankton oder winzige Partikel aus dem Wasser, räumen abgestorbenes Material weg oder halten durch ihr Jagdverhalten das biologische Gleichgewicht. Jede dieser Organismengruppen übernimmt eine spezielle Rolle, und alle zusammen sorgen dafür, dass das Riff als Lebensraum intakt bleibt.
Damit dieses Zusammenspiel auch in einem Aquarium möglich ist, braucht es eine ausgefeilte Technik. Strömungspumpen ahmen die Wasserbewegung der Meeresströmungen nach und verteilen Sauerstoff sowie Nährstoffe. Spezielle Blaulichtlampen liefern das für die Zooxanthellen entscheidende Lichtspektrum und lassen gleichzeitig die fluoreszierenden Farben vieler Korallen leuchten. Die Salzwasseranlage hält den Salzgehalt konstant, Temperaturregler sorgen für tropische Wärme, und Filtersysteme reinigen das Wasser von überschüssigen Nährstoffen. All diese Elemente schaffen gemeinsam die Bedingungen, unter denen Korallen, Fische und andere Organismen auch hier gedeihen können – und machen deutlich, wie fein abgestimmt und empfindlich ein Korallenriff tatsächlich ist.

Der Reptilienraum ist vollklimatisiert und ermöglicht eine präzise Steuerung der Haltungsbedingungen. Tagsüber liegt die Temperatur bei etwa 26 °C, nachts wird sie auf 18 °C abgesenkt. Die Luftfeuchtigkeit wird automatisch geregelt und orientiert sich an natürlichen Tagesverläufen – tagsüber zwischen 60–70 %, nachts bei 75–85 %. Die Terrarien bieten den Tieren strukturierte Lebensräume mit Kletterästen, Versteckmöglichkeiten und gezielter Beleuchtung. Futtertiere wie Heimchen und andere Insekten werden direkt im Raum in den Boxen unter den Terrarien gehalten. Die Tierhaltung in diesem Raum dient in erster Linie der Unterstützung von Bildungsangeboten. So können Besuchergruppen bei Workshops und Programmen wie „Kolumbus-Kids“ die Reptilien aus nächster Nähe erleben und mehr über ihre Lebensweise erfahren.

Bisher wurden einige unserer Tiere in zwei weiteren Räumen in der Verhaltensforschung gehalten, die Teil des UniZoos waren. Diese Räum wurde nun aufgelöst, und alle dort untergebrachten Tiere, zogen in die neu gebauten Terrarien ein.
Auf dem Foto sind drei dieser neuen Terrarien zu sehen: Diese neue Terrarienanlage bietet unseren Reptilien ein deutlich vergrößertes Platzangebot und modernste Haltungsbedingungen. Die linke Seite wird durch ein großzügiges Gehege für unsere Bartagame bestimmt, das durch eine massiv strukturierte Felsrückwand und weitläufige Kletteräste ein abwechslungsreiches Habitat schafft. Auf der rechten Seite ist das System unterteilt; hier bewohnen die Sandskinke aus der Verhaltensforschung bereits das untere, spezialisierte Abteil, das mit feinem Sandsubstrat und gezielter Ausleuchtung optimal auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist. Das obere Abteil wird von unseren Leopardgeckos bewohnt und bietet durch markante Felsvorsprünge, Plateaus und Korkröhren zusätzliche Kletter- und Rückzugsflächen. Dank der vollständig überarbeiteten Raumtechnik und des durchdachten Layouts bietet dieses Modell nun die ideale Basis, um verschiedene Arten unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten zu halten und zu beobachten.

Ein besonderer Bewohner des Reptilienraums ist das Helmchamäleon (Trioceros hoehnelii). Diese ostafrikanische Art stammt aus den kühlen Bergregionen Kenias und Ugandas. Anders als viele tropische Chamäleonarten lebt sie dort in Höhenlagen von 1.400 bis über 3.000 Metern, wo die Temperaturen deutlich niedriger sind. Eine ihrer bemerkenswertesten Anpassungen an dieses Klima ist die Ovoviviparie – die Jungtiere schlüpfen nicht aus Eiern im Boden, sondern werden lebend geboren. Das verkürzt die Entwicklungszeit und schützt den Nachwuchs vor den rauen Bedingungen im Gebirge.
Typisch für Chamäleons ist ihr blitzschneller Zungenschlag: In Sekundenbruchteilen schnellt die lange, klebrige Zunge nach vorn, um Insekten zu fangen. Gleichzeitig ermöglicht der unabhängig bewegliche Blick jedes Auges ein nahezu vollständiges Rundumfeld ohne Körperbewegung – ein Vorteil sowohl bei der Jagd als auch zur Feinderkennung.
Im Reptilienraum des Uni-Zoos werden die klimatischen Bedingungen des natürlichen Lebensraums sorgfältig nachgestellt: Tagsüber beträgt die Temperatur rund 26 °C, nachts kühlt sie auf etwa 20 °C ab. Die Luftfeuchtigkeit liegt zwischen 60 und 85 % und wird durch ein zentrales Befeuchtungssystem gesteuert, das gezielt die einzelnen Gehege regelmäßig vernebelt. Diese Kombination aus Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Bepflanzung sorgt dafür, dass sich die Tiere auch fernab ihrer Heimat wohlfühlen und ihre natürlichen Verhaltensweisen zeigen können.

Ein wahrer Blickfang im Reptilienraum ist das Pantherchamäleon (Furcifer pardalis). Diese Art stammt von der Nord- und Ostküste Madagaskars sowie von den vorgelagerten Inseln Mauritius und Réunion. Sie besiedelt vor allem tief gelegene Küstengebiete mit hoher Luftfeuchtigkeit. Dabei meidet sie dichten Regenwald und bevorzugt eher Waldränder, Einzelbäume oder Hecken. Im Gegensatz zu vielen unauffälligeren Verwandten sind die männlichen Panterchamäleons, wie auf dem linken Foto zu sehen, für ihre enorme Farbvielfalt bekannt, die je nach Herkunftsregion von leuchtendem Türkis bis hin zu sattem Rot reicht. Auf dem rechten Foto ist zu sehen, dass die Weibchen hingegen braun sind.
Typisch für Chamäleons ist ihr blitzschneller Zungenschlag: In Sekundenbruchteilen schnellt die lange, klebrige Zunge nach vorn, um Insekten zu fangen. Gleichzeitig ermöglicht der unabhängig bewegliche Blick jedes Auges ein nahezu vollständiges Rundumfeld ohne Körperbewegung – ein Vorteil sowohl bei der Jagd als auch zur Feinderkennung.
Im Reptilienraum des Uni-Zoos werden die klimatischen Bedingungen des natürlichen Lebensraums sorgfältig nachgestellt: Tagsüber beträgt die Temperatur rund 26 °C, nachts kühlt sie auf etwa 20 °C ab. Die Luftfeuchtigkeit liegt zwischen 60 und 85 % und wird durch ein zentrales Befeuchtungssystem gesteuert, das gezielt die einzelnen Gehege regelmäßig vernebelt. Diese Kombination aus Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Bepflanzung sorgt dafür, dass sich die Tiere auch fernab ihrer Heimat wohlfühlen und ihre natürlichen Verhaltensweisen zeigen können.

Auf dem Foto ist Tysons neues Zuhause zu sehen. Deutlich erkennbar ist, welcher Lebensraum für unseren größten Pflegling, den Grünen Leguan „King Tyson“, hier entstanden ist. Es ist der großzügig abgesicherte Bereich auf der rechten Seite zu sehen, der durch eine Trennwand mit stabilem Gitter vom restlichen Raum und den zwei weiteren Bereichen abgetrennt ist.
Der Bereich ist darauf ausgelegt, Tysons Bedürfnisse vollständig zu erfüllen: Bereits eingebaute erhöhte Liegeflächen dienen ihm als Sonnenplätze. Diese werden durch installierte Wärme- und UV-Lampen beleuchtet, die für seine Thermoregulation und Gesundheit unerlässlich sind. Die montierten Kletteräste und Plattformen bieten ihm vielfältige Möglichkeiten, seine typische Vorliebe für erhöhte Aussichtspunkte auszuleben.
Zudem gibt es bereits Rückzugsbereiche sowie erste sorgfältig ausgewählte Vegetation, die dazu beitragen wird, dass er sich sicher und wohlfühlt. Wir freuen uns sehr über Tysons Umzug und darüber, ihm diesen maßgeschneiderten Lebensraum bieten zu können.

Tyson ist mit rund 1,30 Metern Länge unser größter Pflegling – und schon allein dadurch eine imposante Erscheinung. Grüne Leguane stammen ursprünglich aus den tropischen Regenwäldern Mittel- und Südamerikas. Dort leben sie überwiegend in den Baumkronen, wo sie sich dank ihrer kräftigen Gliedmaßen und langen Krallen sicher fortbewegen können. Sie sind geschickte Kletterer, die sonnige Plätze aufsuchen, um ihre Körpertemperatur zu regulieren. Ihre Ernährung besteht fast ausschließlich aus Blättern, Blüten und Früchten – also ein reiner Pflanzenfresser, der trotzdem erstaunlich kräftig ist.
Auch in menschlicher Obhut benötigen sie ein Umfeld, das ihren natürlichen Lebensraum nachahmt. Für King Tyson bedeutet das: ausreichend Platz zum Klettern, erhöhte Sonnenplätze mit Wärme- und UV-Licht, stabile Äste als Rückzugs- und Ruhebereiche sowie eine abwechslungsreiche pflanzliche Ernährung. Mit der Einrichtung seines neuen Raums werden wir ihm diese Bedingungen bieten, sodass er auch hier seine typischen Verhaltensweisen zeigen kann.

Zusammen mit unserem Leguan Tyson befinden sich in dem großen Gehege unsere drei Landschildkröten. Dabei handelt es sich um Griechische Landschildkröten (Testudo hermanni), die bei Bedarf auf die drei Gehege aufgeteilt werden können.
Diese Art stammt aus Südeuropa (unter anderem Südfrankreich, Spanien und Italien) und benötigt warme Temperaturen. Griechische Landschildkröten können ein Alter von 80 bis 100 Jahren erreichen.

Hinten links in unserem begehbaren Gehege befindet sich außerdem unser Riesenchamäleon (Furcifer oustaleti), das sich dort frei bewegen kann. Diese Chamäleonart gehört zu den größten Chamäleons der Welt und ist die größte Art Madagaskars, woraus sich auch ihr Name, „Madagaskar-Riesenchamäloen“, ableitet.
Die Gesamtlänge beträgt bei Männchen nahezu 70 cm, während Weibchen etwa 40 cm erreichen. Die Tiere sind auf ganz Madagaskar verbreitet und gelten damit als eines der häufigsten Chamäleons der Insel. Sie sind äußerst anpassungsfähig und zeigen keine ausgeprägte Bindung an bestimmte Lebensräume.

Das Schülerlabor kombiniert Unterrichtsraum und Tierhaltung in einem Raum. Neben Arbeitsplätzen für ganze Schulgruppen gibt es eine große, keramikbeschichtete Arbeitsfläche, die sich auch für praktische Experimente eignet.
An einer Seite des Raumes befindet sich eine Terrarienanlage mit verschiedenen Amphibien- und Reptilienarten, darunter auch der Schreckliche Pfeilgiftfrosch. Die Becken sind dicht bepflanzt und nach dem Vorbild tropischer Regenwälder gestaltet. Typische Pflanzen wie Bromelien, Philodendren und Farne schaffen ein geeignetes Mikroklima und bieten den Tieren ausreichend Rückzugsmöglichkeiten.
Der Raum wird für Workshops des OZHB und für Kolumbus-Kids genutzt. Dabei sind die Terrarien fester Bestandteil des Lehrkonzepts: Sie ermöglichen Beobachtungen unter naturnahen Bedingungen und verknüpfen theoretische Inhalte unmittelbar mit lebenden Beispielen.

Die bestehende Terrarienwand im Schülerlabor wurde vollständig erneuert. Die Terrarienwand ist funktional in zwei Ebenen gegliedert und umfasst insgesamt 13 Habitate: Die obere Reihe besteht aus vier großzügigen, hohen Terrarien, die durch ihre Weitläufigkeit ideal für kletternde Arten und eine üppige vertikale Bepflanzung mit Bromelien und Farnen geeignet sind. Direkt darunter befinden sich neun kompaktere Einheiten, die eine präzise Trennung verschiedener Mikrohabitate oder die Beobachtung kleinerer Spezies ermöglichen.
Das Innenleben aller Module ist bioaktiv gestaltet und verfügt über naturnah strukturierte Rückwände, die nicht nur die Optik eines Regenwaldes vermitteln, sondern den Bewohnern zusätzliche Kletter- und Versteckmöglichkeiten bieten. Außerdem bieten ausgewählte Module über integrierte kleine Wasserfälle und Wasserbereiche, die den Bewohnern naturnahes Verhalten ermöglichen.
Anstelle der alten Anlage wurde ein größeres und technisch modernisiertes System installiert, das mehr Platz für die Tiere bietet und eine präzisere Steuerung von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Beleuchtung ermöglicht. Dadurch wird die Tierhaltung nicht nur effizienter, sondern auch langfristig flexibler für die Einbindung in Workshops und Lehrveranstaltungen.

Zu den eindrucksvollsten Bewohnern im Schülerlabor zählt der Schreckliche Pfeilgiftfrosch (Phyllobates terribilis). Diese leuchtend gelb gefärbte Amphibie gilt in freier Wildbahn als eines der giftigsten Landtiere der Welt. Seine auffällige Färbung dient dabei als deutliche Warnung an mögliche Fressfeinde – ein Prinzip, das Biologen als „Aposematismus“ bezeichnen.
Interessant ist, dass die Tiere ihre Giftigkeit nicht von Geburt an besitzen, sondern über ihre Nahrung aufnehmen: In der Natur fressen sie bestimmte giftige Insekten und andere Kleintiere, deren Toxine sie in ihrer Haut einlagern. Fehlt diese spezielle Nahrungsquelle, wie es in menschlicher Obhut der Fall ist, sind die Frösche vollkommen ungefährlich.
Das Terrarium im Schülerlabor ist so eingerichtet, dass es die feuchtwarmen Bedingungen ihres tropischen Lebensraums nachbildet. Automatische Beregnungsanlagen sorgen für eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit, Wasserstellen sichern den Zugang zu Trink- und Badewasser, und spezielle UV-Lampen simulieren das Sonnenlicht in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet. So können die Frösche ihre typischen Lebensgewohnheiten beibehalten und bleiben auch unter den kontrollierten Bedingungen des Schülerlabors vital.
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