AG 10 - Migrationspädagogik und Rassismuskritik

Die Herbstwerkstatt Interpretative Forschungsmethoden ist ein Ort der Qualifizierung und Reflexion für Promovierende und andere interessierte Forschende, die mit interpretativen Forschungsansätzen arbeiten. Hintergrund der 2008 gegründeten und erstmals durchgeführten Herbstwerkstatt war die Überlegung, dass qualitative Forschung in ihrer konkreten Praxis, insbesondere in der Arbeit am Material, durch kommunikative Formen des gemeinsamen Interpretierens abgesichert und reflektiert werden sollte.
Die qualitative Untersuchung von Text-, Film- und Bildmaterial, das in Forschungsprozessen erzeugt, verwendet und archiviert wird, ist eine auslegende, deutende, re- oder ko-konstruierende, allgemein: eine interpretative Forschungspraxis. Interpretative Forschung ist in besonderem Maße auf kommunikative Räume zur Auseinandersetzung mit dem jeweils untersuchten Material angewiesen – auf Räume zur Erprobung von Lesarten, ihrer Modifikation und Sicherung sowie zur Thematisierung erkenntnispolitischer, methodologischer und methodischer Fragen.
Die Herbstwerkstatt findet einmal im Jahr, in der Regel im September, jeweils im Wechsel an der Universität Wien (A) und der Universität Bielefeld (D) statt. In einem zeitlichen Rahmen von fünf Tagen und in überschaubaren Gruppen wird ein Raum für intensive Auseinandersetzung mit methodologischen und methodischen, theoretischen und praktischen Fragen interpretativer Forschung geschaffen. Im Zentrum steht die Reflexion der Forschungspraxis der Teilnehmenden, die von einem erfahrenen Team angeleitet und begleitet wird. Workshops zu ausgewählten Forschungsmethoden und ‑problemen ergänzen das Angebot.
Für die diesjährige Herbstwerkstatt haben wir einen thematischen Rahmen gewählt, der für alle, die mit qualitativen Methoden arbeiten, bedeutsam ist: die Frage der Subjektivität der Forschenden. Im Unterschied zur quantitativen Forschung, wo der Einfluss der Forschenden auf die Datengewinnung und -analyse zugunsten eines Objektivitätsideals möglichst geringgehalten und kontrolliert werden soll, wird die Subjektivität der Forschenden im interpretativen Paradigma als unhintergehbares und konstruktives Element systematisch einbezogen. Dabei geht es nicht um die bloße Anerkennung der Tatsache, dass der Forschungsprozess vom Hintergrundwissen, den Interessen, Vorannahmen, vom sozialen Standort und auch von affektiven Dispositionen der Forschenden abhängig ist. Gefordert ist vielmehr eine wissenschaftlich reflektierte Subjektivität, d.h. ein theoretisch begründetes Verständnis der Rolle der Forscher:in in der Produktion von Daten und Erkenntnis sowie ein methodologischer Ansatz zur Reflexion und Verarbeitung der produktiven Effekte der Forscher:innensubjektivität in der Forschungspraxis. Was das konkret bedeutet, wird im Rahmen der Herbstwerkstatt ausgehend auch von den Erfahrungen und Ansprüchen der Teilnehmenden erkundet werden. Der thematische Rahmen soll orientieren und einen gemeinsamen Horizont für den Austausch anbieten, jedoch offen bleiben für die je eigenen Fragen und Klärungsbedarfe.
Weitere Details zum Programm und den Anmeldemodalitäten finden Sie hier.
Die Anmeldung ist bis zum 10.06.2026 über das Online-Anmeldeformular möglich.
*** Bei Fragen oder für die Aufnahme in den Herbstwerkstattverteiler kontaktieren Sie uns gerne jederzeit unter herbstwerkstatt@uni-bielefeld.de ***
Die Herbstwerkstatt 2025 findet vom 21. bis 26. September 2025 am Schreibzentrum an der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol der Universität Innsbruck statt.
Hier geht es zur Homepage mit allen Informationen.
Die Werkstattwoche beginnt mit einem gemeinsamen Auftakt am Sonntag, den 21. September, um ca. 17:00 Uhr.
Die Methodenworkshops finden am Freitag, den 26. September von 09:30 bis 16:30 Uhr statt.
Alle Informationen zur Anmeldung finden Sie hier
Das Programm mit allen Details und den Anmeldemodalitäten finden Sie auf der Homepage der Herbstwerkstatt.
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