Das Ehemaligen-Netzwerk

Ich bin Lisa Merki und ich bin 2019 fertig geworden mit meinem Studium Health Communication –ich habe nur den Bachelor gemacht und nicht noch den Master weiter studiert. Ich arbeite heute als Senior Social Media Managerin und bin tatsächlich auch direkt nach dem Studium da reingerutscht.
Ich habe 2019 direkt nach dem Studium eine Reise gemacht, ich war drei Monate unterwegs, weil ich die Pause dazwischen auch nutzen wollte und bin dann 2020 in meinen Einstiegsjob eingestiegen. Hier dann auch direkt in Vollzeit und habe dort als Social Media Managerin in einem Unternehmen gestartet. Dadurch, dass ich vorher schon Referenzen hatte, habe ich da echt viele Vorteile gehabt, bin direkt eingestiegen und habe eine feste Stelle bekommen – das war damals noch eine sehr kleine, lokale Agentur vor Ort in Gütersloh, weil ich damals auch im Bielefeld gewohnt habe und da habe ich meinen Einstieg gemacht und habe sehr viele unterschiedliche Kund:innen betreut. Unter anderem hatten wir zum Beispiel auch Krankenhäuser als Clients gehabt, was ganz cool war und auch der Grund war, warum ich speziell den Job bekommen habe, weil ich eben genau in dem Bereich auch studiert hatte. Und da habe ich einerseits sehr viel im Bereich Social Media Marketing für verschiedene Clients gearbeitet, wir hatten aber auch zum Beispiel ein Lokalmagazin, an dem ich mit gearbeitet und auch Texte geschrieben habe. Aber meine Haupttätigkeit war Social Media Marketing und ich bin mittlerweile immer noch in dem Bereich. In der Zwischenzeit bin ich auch noch bei anderen Agenturen gewesen. Und nach diesem ersten Job habe ich auch nur noch Full Remote-Jobs angenommen, also ich habe bei zwei Agenturen in Hamburg gearbeitet, beide Male so recht full servicemäßig aufgestellte Kreativ Agenturen. In der einen Agentur habe ich zum Beispiel mehr Paid Social gemacht, also Werbeanzeigen auf Social Media und eben auch diesen ganzen kreativen Part trotzdem dahinter, also was für Ads gespielt werden, aber eben auch wie die ausgespielt werden, wie das Media Budget geplant wird und dann war ich noch in so einer kreativeren Agentur, wo ich mehr das eigentliche Social Media Marketing gemacht habe für verschiedene Unternehmen, also vor allem im FMCG-Bereich, also so Lebensmittelbranche, aber eben auch für so kleinere Initiativen. Ich habe eine Zeit lang auch für Pfand gehört daneben Social Media Marketing gemacht und bin jetzt seit 2023 tatsächlich zum ersten Mal auf Brand-Seite, also nicht mehr bei einer Agentur, sondern eben direkt im Unternehmen angestellt in Haus, bei einer Software Company, die auch selber einen Social Media Tool vertreibt für andere Unternehmen und das sind jetzt so meine Station bisher. Ich bin immer im aktuellen Job tatsächlich jetzt fast seit zwei Jahren und das ist tatsächlich auch das erste Mal, dass ich so lange in einem Job geblieben bin, weil ich ansonsten immer recht schnell die Jobs gewechselt habe.
Für mich hat es schon ein bisschen gedauert herauszufinden, was ich für mich möchte, vor allem in Bezug auf diese Art von Flexibilität, weil für mich ist Remote-Work genau das Richtige, was einfach auch zu der Art und Weise, wie ich arbeite, sehr gut passt. Mein erster Job war komplett in Präsenz und ich habe mich da teilweise einfach – also auch mit der Lautstärke – total überfordert, gefühlt, weil so viele Reize drumherum waren und immer wieder Leute irgendwas wollten, einen bei Aufgaben unterbrochen haben usw. Und gerade bei so kreativen Jobs, wenn man sich wirklich mal da einfach reinfuchs muss in Dinge und vielleicht jemand ist der auch gerne so alleine für sich auch manchmal brainstormet, war das für mich damals echt die Höhle. Das ging eine Zeit lang und es war als Einstiegsjob auch voll fein, um einfach so kennenzulernen, wie es überhaupt so abgeht in dieser ganzen Industrie, aber dadurch habe ich mich danach einfach selber kennengelernt, als ich dann zum ersten Mal während der Coronazeit im Homeoffice war und dachte so, wow okay, das ist ein Träumchen und ja das war für mich eine große Herausforderung erstmal überhaupt herauszufinden, was ist das, was ich möchte, was ist auch der Way of Work, mit welchen Clients möchte ich zusammenarbeiten… Damals war zum Beispiel mein Traum, eher mit größeren Kund:innen zu arbeiten, größere Projekte zu machen, die irgendwie bahnbrechender sind. Mittlerweile ist das zum Beispiel gar nicht mehr so mein Fokus, sondern ich merke, ich finde es cool, einfach an Themen zu arbeiten, die mich persönlich interessieren, also mit denen ich mich auch langfristig beschäftigen kann. Was gerade auf Brand-Seite auch sehr wichtig ist, weil man da einfach nicht mehr die gleiche Vielfalt wie zum Beispiel in Agenturen hat. Und das ist für mich eine der größten Herausforderungen gewesen, auch zum Beispiel teilweise herauszufinden, was sind zum Beispiel Red Flags im Bewerbungsgespräch, wo ich weiß, das ist ein Job, der nicht mehr alles erfüllen wird, was ich gerne haben möchte, da bin ich mittlerweile echt extrem selektiv geworden, jetzt vor allem seit meinem letzten Job. Und ich bin durch diese Festgelegtheit aber auch immer näher an das gekommen, was ich möchte und jetzt aktuell bin ich in meinem Job auch sehr happy und habe da einfach super viel Flexibilität, die ich vorher nie hatte und vermutlich in so einem Agentur-Setting auch nie gehabt hätte. Und da habe ich für mich gefunden, dass ich gerade diese Freiheit sehr brauche und auch eben keine engen Freigabe schleifen, die mich irgendwie einengen. Das waren für mich die größten Herausforderungen, da einfach immer näher an den Kern dessen zu kommen, was ich eigentlich für mich möchte.
Hauptsächlich, dass der Studiengang einfach super interdisziplinär ist, das hat mich schon von Anfang an total gehookt, weil ich in der Schule schon immer mega interessiert an super unterschiedlichen Fächern war und mir fiel es da auch immer schwer, eine Sache rauszupicken, wo ich dann sage, das wird jetzt für immer meine Profession sein. Da habe ich immer ein bisschen Angst vor gehabt, mich auf eine Sache festlegen zu müssen und deswegen fand ich das irgendwie so cool, als ich mit dann irgendwann einfach auf der Website durchgelesen habe… Okay, das, das, das, das sind alles Themenbereiche irgendwie Anatomie, so gesellschaftspolitische Sachen, das fand ich einfach cool, das es so breit gefächert war und das hat mich sehr daran angezogen, auch, weil ich damals super großes Interesse für Politikwissenschaften, hatte aber eben auch für Biologie zum Beispiel, und das war dann irgendwie so the best of both worlds und das fand ich daran sehr cool, weil das so offen gelassen hat, was man dann danach damit macht und das nicht so ein strikt vorgezeichneter Weg ist, wie: ich studiere jetzt Jura und dann werde ich Anwältin. Deswegen war das meine größte Motivation, das zu studieren tatsächlich.
Was ich mir auf jeden Fall raten würde, ist, dass ich mehr von dem verfolgen würde, was ich liebe, also wirklich direkt zu denken, okay, das ist das, was ich machen möchte, und das versuche ich auch zu verfolgen. Weil ich glaube, man lässt sich gerade als junger Mensch sehr beeinflussen von dem, was Leute um einen herum sagen und gerade so die Elterngeneration, die ist ja dann doch meistens sehr traditionell, wenn es darum geht, dass Job-Sicherheit immer im Vordergrund stehen muss. Bei mir ist es ja auch so, dass ich aus einer Arbeiterfamilie komme, die selbst nicht studiert haben und das eh gar nicht so nachvollziehen können. Und die waren dann eher so, ja, mach doch irgendwas, wo du weißt, was du damit machst, studier‘ doch Medizin – und das war halt nie das, was ich wollte. Und ich habe mich trotzdem schon auch ein bisschen beeinflussen lassen, weil eigentlich wollte ich früher zum Beispiel immer Autorin werden. Und ich frag mich manchmal auch, wie es gewesen wäre, wenn ich diesen Weg konkreter verfolgt hätte und wo ich heute stehen würde. Also ich bin nach wie vor super happy mit dem, was ich jetzt gemacht habe und wie mein Weg verlaufen ist. Aber das wäre auf jeden Fall mein Tipp, dass man an sich selbst glauben sollte, dass man seine Ziele nicht aus den Augen verlieren sollte und dass man einfach für das auch stehen sollte und für sich selbst einstehen sollte, wenn es eben um die Berufswahl und eben auch ums Studium geht. Und dass man da immer in sich selbst horchen sollte, auch wenn man das Gefühl hat, das ist es echt gar nicht. Weil bei mir hat sich im Studium recht schnell rausgestellt, dass ich zum Beispiel nicht beim Krankenhaus oder bei einer Versicherung arbeiten möchte, weil ich mir vor Anfang an dachte, dass mir die Strukturen einfach viel zu starr sind und dass ich am Ende das Gefühl haben werde, dort nicht ich selbst sein zu können. Und ich glaube, das wäre in Wahrheit auch auf alle Fälle so gewesen, wenn ich es wirklich gemacht hätte. Und dadurch, dass ich nebenbei immer Social Media-Projekte gemacht habe, also meine eigenen Geschichten und dann auch meine Praxisprojekte immer in der Social Media-Richtung gemacht habe, also auch die Praktika, die ich fürs Studium machen musste, die habe ich dann einfach immer im Social Media Marketing gemacht und bin darüber dann halt auch da reingrutscht und hab am Ende etwas gefunden, was mir wirklich sehr, sehr viel Freude macht und sehr vielseitig ist. Und das würde ich auf jeden Fall meinem Erstsemster-Ich raten, dass man sich selbst treu bleiben und seine Träume auch verfolgen sollte.