
Die Interpretationsgruppe „Identität und Fachkultur“ der AG Didaktik der Chemie wird zwei Jahre alt! Von Dr. Cornelia Borchert ursprünglich nur für die Laufzeit ihres Bielefelder Nachwuchsfonds-Projekts „SciID – Science Identities in der Studieneingangsphase der Chemie“ gegründet, hat sich die Gruppe ganz schön herausgemacht: Mittlerweile interpretiert hier wöchentlich ein fester Stamm von sechs Wissenschaftler*innen der frühen Karrierephase und Hilfskräften aus Gender Studies, Chemie- und Physikdidaktik gemeinsam Material. Und auch Bachelorand*innen und Masterand*innen schnuppern für ihre Projekte in die rekonstruktive Forschungspraxis hinein. Zur Anwendung kommen die Dokumentarische Methode (Bohnsack, 2017; Nohl, 2017) und die Narrative Identität (Lucius-Hoene & Deppermann, 2002); von Interviews und Gruppendiskussionen über Felddaten bis Bildmaterial ist alles dabei. „Und für die vorlesungsfreie Zeit nach dem Sommersemester 2026 ist schon eine eintägige Forschungswerkstatt in Kooperation mit der Erziehungswissenschaft in Planung, in der wir intensiv an der Interpretation unserer River of Life-Materialien arbeiten werden“, verrät die Initiatorin.
Kontakt: Dr. Cornelia Borchert
Bohnsack, R. (2017). Praxeologische Wissenssoziologie. Verlag Barbara Budrich.
Lucius-Hoene, G., & Deppermann, A. (2002). Rekonstruktion narrativer Identität. VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Nohl, A.-M. (2017). Interview und Dokumentarische Methode: Anleitungen für die Forschungspraxis. Springer Fachmedien Wiesbaden.
Viele Phänomene mit Chemiebezug, die für Kinder im Grundschulalter spannend sein können, beruhen auf komplexen Interaktionen in Vielteilchensystemen und gehören damit zu der bei Studierenden oft wenig beliebten Teildisziplin der Physikalischen Chemie. Aber sind sie daher zu komplex für Kinder und sollten lieber weggelassen werden? Das Qualitätsfondsprojekt von Cornelia Borchert und Leon Rogowski beantwortet diese Frage klar mit nein.
Mit Bewegungsspielen, Funktionsmodellen und Zoom-Booklets ermöglichen sie Lehramtsstudierenden des Sachunterrichts einen Zugang zur Teilchenebene, die sie dann durch eigenes Modellieren und selbst entwickelte Experimentierstationen für Grundschüler*innen zugänglich machen. Dazu kollaborieren die beiden mit Klassen aus der Laborschule.
Neugierig geworden? Im September 2026 wird das Projekt im Postersymposium zu komplexen Systemen auf der Tagung der Gesellschaft für Didaktik der Chemie und Physik (GDCP) in Heidelberg vorgestellt. Eine ausführlichere Projektbeschreibung findet ihr zudem hier.

Vom 8. bis 10. Mai fand das dritte Schreibwochenende des FGCU-Nachwuchses bei uns statt. Wir durften sechs externe Chemie-didaktiker*innen aus den Unis in Paderborn, Gießen, Kaiserslautern, Landau, Dortmund und Braunschweig bei uns begrüßen. Am Freitag starteten wir mit einem Input von Stefanie Haacke-Werron aus dem ZLL, die uns mit in das Thema des Wochenendes "Revise and Resubmit" nahm und wertvolle Impulse für das gegenseitige Feedback lieferte. Ansonsten konnten wir alle die Stunden gut nutzen, um mit unseren Projekten bedeutend weiter zu kommen. Auch die gemeinsame Zeit kam natürlich nicht zu kurz. Nachdem wir den Freitagabend mit neapoletanische Pizzen abrundeten, kochten wir am Samstag gemeinsam und konnten unser musikalisches Wissen beim gemeinsamen Spiel im Anschluss testen.

Vom 16. bis 17. April durfte der Erkundungsbereich Science Teacher Identity (SciT-ID) Prof'in Allison Gonsalves von der McGill University in Montreal an der Universität Bielefeld begrüßen. In ihrem Vortrag am Donnerstagvormittag Physics in a beautiful world: Exploring equity and identity in physics education research im gemeinsamen GDCh- und Physikalischen Kolloquium gab die Co-Chair der ESERA Special Interest Group 5 Science Identities dem Erkundungsbereich wichtige Impulse für weitere Forschungsbereiche mit auf den Weg. Am Donnerstagnachmittag fand ein vertiefter Austausch zu den Forschungsbereichen des Erkundungsbereichs statt, an dem Prof'in Gonsalves und Dr. Markus Feser (IPN Kiel) als critical friends mitdiskutierten sowie wertvolle Anregungen für zukünftige Forschungsprojekte gaben. Die Forschungswerkstatt am Freitag widmete sich der Auswertung grafischer Daten aus der biografischen River of Life-Methode (Gonsalves et al., 2023, Borchert et al., 2025), zu der auch Mitglieder des Erkundungsbereichs von den Universitäten Halle und Bielefeld Datenmaterial aus ihren River-Projekten einbrachten. Wir danken Prof'in Gonsalves und Dr. Markus Feser herzlich für ihren Besuch und die anregenden Diskussionen und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit im Erkundungsbereich.
Am 24. und 25. März fand die digitale DiCE-Tagung statt, bei der wir dieses Jahr mit unserer AG besonders zahlreich vertreten waren. Nachdem wir beim Nachwuchsmeeting zum Start Werbung für den Schreibworkshop des FGCU-Nachwuchses machen konnten, der vom 08. bis 10. Mai bei uns in Bielefeld stattfinden wird, konnten wir uns ganz den Vorträgen widmen. Maurice, Christian, Celina und Antonia stellten jeweils verschiedene Perspektiven auf Simulationen vor, während Leon einen spannenden Einblick in die Nutzung von KI beim Reviewschreiben bot. Besonders haben wir uns gefreut, dass Celina für ihren Vortrag mit einem der dritten Vortragspreise geehrt wurde.

Am 24. Februar besuchte uns eine sechste Klasse der Martin-Niemöller Gesamtschule, um einen Vormittag voll chemischer Versuche unter dem Motto "Partychemie" zu verleben. Die Schüler*innen klebten Girlanden mit denaturierter Milch, färbten eine Brause um, mixten Cocktails und gestalteten Untersetzer mittels Chromatographie. Mit Modellen der Teilchenebene wurden die Versuche dann auch chemisch erklärt. Dank der fantastischen Mitarbeit verschiedener Student*innen war der Tag ein voller Erfolg, der so viel Spaß bereitet hat, dass wir die Klasse und ihre Lehrerin Eike Simonowski im Sommer noch einmal bei uns willkommen heißen können. Eike hat ihr Studium selbst bei uns verlebt, weshalb wir uns umso mehr gefreut haben, sie bei uns begrüßen zu dürfen.
Der Beitrag von Cornelia Borchert, Gesa Heinrich und Sandra Unger "Ein Experimentierseminar mit Fokus auf sprachsensiblem Fachunterricht" wurde in der HLZ veröffentlicht (https://doi.org/10.11576/hlz-8093).

Am 09. Februar fand ein Teamtag mit der externen Beraterin Frau Busch in unserer AG statt. Wir haben uns einen Vormittag lang mit Möglichkeiten der Konflikprävention und Organisationsstruktur beschäftigt und starten jetzt voller Eifer in die vorlesungsfreie Zeit. Die Gelegenheit für ein Gruppenfoto haben wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen.

Am 30.01. fand der Museumsgang im Seminar vielperspektivische & integrative Handlungsweisen des Sachunterrichts statt. Unsere Erstsemester haben in der Unihalle den anderen Teilnehmenden des Seminars und weiteren Interessierten ihre Ergebnisse präsentiert. Die Studierenden haben im Semester je zwei Perspektiven des Sachunterrichts näher kennengelernt, zum Beispiel Chemie und Geschichte, und sollten ein Exponat zu dem Sustainable Development Goal Gender equality oder Climate Action entwickeln, welches die beiden besuchten Perspektiven verknüpft. Von begrünten Häusern, Mythen der Steinzeit, Mikroplastik im Meer bis hin zu der Bedeutung von Frauen beim Space Race waren viele diverse Themen vertreten. Informative und interaktive Exponate luden zu einem intensiven Austausch ein. Ein herzliches Dankeschön an unsere Sachunterrichtsstudierenden!
Der Beitrag von Antonia Kirchhoff, Josia Hoppmann und Stefanie Schwedler "Studierende lernen, mit und über Computersimulationen zu lehren - Eine digitale Lernwerkstatt für digital angereicherten Chemieunterricht" wurde in der HLZ veröffentlicht (https://doi.org/10.11576/hlz-7699).
Der Beitrag von u.a. Cornelia Borchert und Francisca Schultz "Interest goes Identity? Eine Bestandsaufnahme der Relationierungen von Interesse und Identität und deren Potentiale für naturwissenschaftsdidaktische Forschung" wurde im Sammelband "Interesse revisited - Interessensforschung im Bereich Naturwissenschaften" im Springer Verlag veröffentlicht (https://doi.org/10.1007/978-3-658-48542-9_7).

Nach der erfolgreichen Vorbereitung mit der Physikdidaktik besuchte die AG die diesjährige GDCP-Tagung vom 08. bis 11. September in Frankfurt am Main. Nachdem ein Teil der Gruppe bereits am Sonntag angereist war, um an den Workshops am Montagmorgen teilnehmen zu kommen, reiste der Rest (begleitet durch Freuden der deutschen Bahn) zur offiziellen Eröffnung am Montagmittag an. Es folgten mehrere Tage mit spannenden Vortrags- und Postersseions und einem gelungenen Gesellschaftsabend. Neben diversen Postern, die zum Teil auch von unseren Hilfskräften souverän moderiert wurden, trugen Celina, Cornelia und Antonia jeweils mit einem Vortrag zur Tagung bei.

Vom 03. bis zum 04. September fand bei uns die allsemestrige Klausurtagung statt. Dieses Mal haben wir uns insbesondere der intensiven Vorbereitung der Lehrveranstaltungen für das kommende Semester gewidmet und natürlich auch Zeit für ein gemeinsames Arbeitsgruppenbild gefunden. So kann das Wintersemester gut starten.

Am 02. September kamen die Arbeitsgruppen der Chemie- und Physikdidaktik zusammen, um sich gemeinsam auf die GDCP-Tagung in der nachfolgenden Woche vorzubereiten. Dabei wurden sowohl die Vorträge als auch diverse Poster in entspannter Atmosphäre intensiv begutachtet und besprochen. Beide Arbeitsgruppen sind jetzt tagungsbereit und freuen sich auf eine tolle Tagung in Frankfurt am Main.

Vom 25. bis zum 29. August trafen sich Naturwissenschafts-didaktiker*innen aus aller Welt zur diesjährigen ESERA-Konferenz in Kopenhagen. Aus unserer AG dabei waren Stefanie Schwedler, Cornelia Borchert und Antonia Kirchhoff. In den historischen Räumlichkeiten der Øksnehallen konnten sich die Teilnehmenden mit der Vielfalt aktueller Forschungsthemen aus der Naturwissenschaftsdidaktik auseinandersetzen. Cornelia stellte in diesem Rahmen einen Vortrag mit dem Titel "Validation of a Professional Science Identity Scale for Higher Education Students in Chemistry-Related Programmes" und Antonia zu "German pre-service chemistry teachers‘ views on the epistemological status and role of computer simulations" vor.
Die Dissertation von Antonia Kirchhoff "Computersimulationen: Bewegte Bilder oder genuine Instrumente der Erkenntnisgewinnung? Charakterisierung und Förderung der Vorstellungen von Lehramtsstudierenden der Chemie zum epistemologischen Status und zur Rolle computerbasierter Simulationen in den Naturwissenschaften" wurde bei PUB veröffentlicht (https://doi.org/10.4119/unibi/3004445).
Das Buchkapitel von Antonia Kirchhoff und Stefanie Schwedler "Was sollten angehende Lehrkräfte über computerbasierte Simulationen wissen? Und was wissen sie tatsächlich? Eine epistemologische Perspektive im Vergleich zu Experimenten und Animationen" wurde in Progress in Digitalisation in Chemistry Education 2024 - Digitales Lehren und Lernen an Hochschule und Schule im Fach Chemie" veröffentlicht (https://www.waxmann.com/buch200042).
Die Dissertation von Yannik Peperkorn "Lernen mit Simulationen und Zeichnungen im Chemieunterricht. Entwicklung und empirische Analyse eines Unterrichtskonzepts zur Förderung mentaler Modelle der chemischen Energetik und Kinetik in der Sekundarstufe II" wurde bei PUB veröffentlicht (https://doi.org/10.4119/unibi/3004679).

Am 16. und 17. Mai fand die siMINT-Tagung in Münster zum Thema der Computersimulationen in der MINT-Bildung statt. Die Arbeitsgruppe war mit insgesamt drei Beiträgen an den Diskussionen an verschiedenen Round Tables beteiligt.

Am 25. und 26. März traf sich die AG Schwedler zur allsemestrigen Klausurtagung. Es wurden Lehrveranstaltungen geplant, neue Ideen diskutiert und zwei neue Mitarbeitende begrüßt.

Gemeinsam mit dem ChemisTree wünschen wir eine schöne Winterzeit und einen guten Start ins neue Jahr 2025!

Nach 4 Jahren als abgeordnete Lehrkraft geht Sonja Klose zurück an die Schule. Die AG verabschiedet sich nach schöner gemeinsamer Zeit und wünscht ihr alles Gute!
Der Beitrag von Yannik Peperkorn, Jana-Kim Buschmann und Stefanie Schwedler "Comparing drawing tasks and elaborate single-choice questions in simulation-based learning: How do they facilitate students’ conceptual understanding on chemical equilibria? " wurde in der CERP veröffentlicht (https://doi.org/10.1039/D3RP00113J).
Der Beitrag von Katja Weirauch, Stefanie Schwedler und Christiane Reuter "Interdisziplinäre Hochschullehre für Diversitäts-bewussten naturwissenschaftlichen Unterricht nach dem Chai-Konzept" wurde in Graulich, N., Arnold, J., Sorge, S. und Kubsch, M. (Hrgs), Lehrkräftebildung von Morgen - Beiträge der Naturwissenschafts-didaktiken zur Förderung überfachlicher Kompetenzen veröffentlicht (https://doi.org/10.31244/9783830997962.21).

Am 20. und 21. März fand eine Klausurtagung der Arbeitsgruppe statt. Die Zeit wurde genutzt, um die Lehre, Organisation und wissenschaftliche Ausrichtung für das kommende Semester zu planen.
Der Beitrag von Antonia Kirchhoff und Stefanie Schwedler "Kompetenzen im Chemielehramtsstudium zur digitalen Simulation und Präsentation" wurde im DiCE-Sammelband 2023 veröffentlicht (https://doi.org/10.22032/dbt.59417).

Dr. Cornelia Borchert erhält den Posterpreis der 50. Jahrestagung der GDCP 2023 in Hamburg für den Beitrag "Science Identity im (Chemie-)Studium der DACH-Region: Ein Literaturreview".
Antonia Kirchhoff erhält zusammen mit Josia Hoppmann, Marvin Niederlüke, Ragavan Shanmugasingam und Sophia Stumpenhagen für ihr Poster "Förderung digitalisierungsbezogener Kompetenzen zu Erklärvideos im Chemieunterricht – Entwicklung und Evaluation digitaler Lerneinheiten" die Auszeichnung Spitzenposter der GDCh-Fachgruppe Chemieunterricht im Rahmen der GDCh-Tagung 2023 in Leipzig.
Der Beitrag von Cornelia Borchert, zusammen mit Besim Enes Bicak und Kerstin Höner von der TU Braunschweig "Wirken Erklärvideos als Lerntool im universitären Laborpraktikum? Evaluation von Video-Scaffolds zum experimentellen Problemlösen anhand von Fähigkeitsselbsteinschätzungen" wurde in der Zeitschrift Herausforderung Lehrer*innenbildung veröffentlicht (https://doi.org/10.11576/hlz-5391).

Im Juli startete der umfassende Umbau unseres Laborbereichs. Die ersten Bereiche wurden bereits im Sommer fertiggestellt.
Der Beitrag von Stefanie Schwedler und Yannik Peperkorn "Lernen mit Simulationen an der Schule und Hochschule - warum und wie funktioniert das?" wurde im Sammelband des NeDiChe-Treffs 2021 veröffentlicht (https://doi.org/10.25926/5y2d-x238).

Am 01.04. startete das BMBF-Verbundprojekt "LFB-Labs-digital" zur Förderung digitaler Kompetenzen durch Lehrkräftefortbildung in Schülerlaboren, welches federführend von der Uni Bielefeld durch Prof. Dr. Stefanie Schwedler sowie Prof. Dr. Matthias Wilde (Fakultät für Biologie) und Prof. Dr. Martin Heinrich (Fakultät für Erziehungswissenschaften) koordiniert wird. Weitere Informationen: Schüler*innenlabore als Bildungsorte für Lehrkräfte – Aktuell Uni Bielefeld
Antonia Kirchhoff erhält den Vortragspreis der GDCh-Fachgruppe Chemieunterricht im Rahmen der DiCE-Tagung für ihren Vortrag "Digitalisierungsbezogene Kompetenzen im Chemielehramtsstudium - Vorstellung digitaler Selbstlerneinheiten am Beispiel Lernen über Simulationen"