
Der Arbeitsbereich Professionalisierung in Erziehung, Bildung, Beratung und sozialen Diensten plant und koordiniert die Lehrangebote der Studienprofile, die sich mit professionellem Handeln in pädagogischen, sozialen und beratungsbezogenen Kontexten befassen. Im Zentrum der von diesem Arbeitsbereich verantworteten Lehre steht die wissenschaftlich fundierte Auseinandersetzung mit Bildungs- und Sozialisationsprozessen sowie mit sozialer und bildungsbezogener Ungleichheit über den Lebenslauf hinweg – von der frühen Kindheit bis ins Erwachsenenalter – deren institutionelle Rahmung, Adressierung und Professionalisierung sowie Möglichkeiten zu deren fachlichen Gestaltung unter Bedingungen gesellschaftlicher Macht- und Herrschaftsverhältnisse, geschlechtlicher Performanz, sozialer Transformation, Digitalisierung und Mediatisierung aber auch situativer Kontingenz und lebensweltlicher Eigensinnigkeit.
In dem Arbeitsbereich sind Perspektiven der Kindheits- und Jugendforschung, der Erwachsenen- und Weiterbildung, der Sozialen Arbeit und pädagogischen Beratung sowie medienpädagogische und medienwissenschaftliche Perspektiven vertreten. Diese inhaltlich unterschiedlichen Themen und Fokusse eint ein Akzent auf die feldspezifische Professionalisierungsforschung, wie etwa ein Blick auf institutionelle Kontexte und fachliche Handlungsanforderungen, in denen professionelles Handeln – auch und gerade unter den Bedingungen gesellschaftlicher Macht- und Ungleichheitsverhältnisse – hervorgebracht, reflektiert und weiterentwickelt wird. Eine Professionaliserungsperspektive beinhaltet auch, Studierenden die Kompetenz zu vermitteln, verschiedene Wissensformen – wissenschaftliches Wissen, praktisches Erfahrungswissen und das Alltagswissen der Adressat:innen – in ihrer jeweiligen Bedeutung für reflexives und professionelles Handeln in Bildungs- und Sozialkontexten aufeinander beziehen zu können.
Die durch den Arbeitsbereich geplante und koordinierte Lehre ist theoriegeleitet, empirisch ausgerichtet, begleitet Praxisphasen und umfasst zugleich professionsethische Zugänge. Neben der Vermittlung von Wissen zu den Feldern und der Auseinandersetzung mit den Bedingungen, Prämissen, Gültigkeitsansprüchen und Herausforderungen der Wissensproduktion, besteht ein Ziel der Lehre in diesem Arbeitsbereich darin, einen Beitrag zur Analyse, Reflexion und Weiterentwicklung professionellen Handelns im Kontext von Erziehungs-, Bildungs- und Beratungspraxis sowie sozialen Diensten zu leisten und damit zur Qualifizierung für wissenschaftsnahe und leitende Tätigkeiten in diesen Feldern beizutragen.