Das Ehemaligen-Netzwerk

Ich bin W2-Professorin für quantitative Versorgungsforschung mit den Schwerpunkten Primärversorgung und Routinedatenanalysen. Mich interessiert, wie unser Gesundheitssystem funktioniert – oder auch nicht funktioniert – und wie wir mit Daten bessere Entscheidungen für die Versorgung informieren können.
Nach meinem Studium an der Universität Bielefeld und einem Auslandssemester an der University of Sheffield begann ich meine wissenschaftliche Laufbahn als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe Epidemiologie und International Public Health. Nach etwa einem Jahr wechselte ich an die TU Berlin in das Fachgebiet Management im Gesundheitswesen. Dort habe ich 2017 promoviert und anschließend als Gastwissenschaftlerin an der Sydney Medical School geforscht. Anfang 2020 übernahm ich eine Juniorprofessur für Versorgungsforschung und Qualitätsmanagement im ambulanten Sektor an der TU Berlin. 2022 erhielt ich den Ruf auf meine jetzige Professur an der Universität Jena.
Definitiv das ständige Pendeln und die vielen Umzüge – ein neuer Karriereschritt bedeutete oft einen Wechsel in eine neue Stadt oder sogar ein anderes Land. Die Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familie empfinde ich bis heute als Herausforderung, ebenso wie das Thema Dual Career – also zwei Karrieren in einer Partnerschaft unter einen Hut zu bekommen. Und nicht zuletzt die Unsicherheit in der Wissenschaft: viele befristete Verträge und lange Phasen, in denen unklar ist, ob und wo es weitergeht.
Der multidisziplinäre Charakter des Studiums hat mich von Anfang an fasziniert. Ich fand es spannend, Gesundheit aus verschiedenen fachlichen Perspektiven – von Epidemiologie über Psychologie, Soziologie bis hin zu Gesundheitsökonomie – zu betrachten und interdisziplinär zu arbeiten.
Mein Studium hat mich gelehrt, die Denkweisen verschiedener Disziplinen zu verstehen und zwischen ihnen zu vermitteln – eine Fähigkeit, die in meiner heutigen Arbeit essenziell ist. Viele Inhalte aus dem Studium sind bis heute relevant für meine Forschung und helfen mir, komplexe Fragestellungen der Versorgungsforschung aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten.
Mach das, was dich interessiert! Lass dich nicht nur von Noten leiten, sondern konzentriere dich darauf, wirklich etwas zu lernen. Die spannendsten Erkenntnisse kommen oft nicht aus Vorlesungen oder beim Lernen für Prüfungen, sondern aus Diskussionen oder wenn du dich in ein Thema einliest, dass dich wirklich interessiert. Lies dann tiefer, stell Fragen und vernetze dich mit Leuten, die sich für dasselbe begeistern. Trau dich, Fehler zu machen – daraus lernt man am meisten. Und wenn du die Möglichkeit hast: Geh ins Ausland und arbeite als Hiwi! Beides sind Erfahrungen, die dich nicht nur fachlich, sondern auch persönlich weiterbringen.