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Fakultät für Gesundheitswissenschaften

Das Ehemaligen-Netzwerk

Uni-Halle
© Universität Bielefeld

Interview mit Barbara Gentges-Bode

Vorstellung: Was machst du heute?

Ich bin Barbara Gentges, habe 2011 den Bachelor und 2016 den Master in Bielefeld abgeschlossen. Mittlerweile arbeite ich in Köln als Spezialistin für das Gesundheitsmanagement von chronischen und mentalen Erkrankungen bei der AXA Krankenversicherungs AG. Seit Anfang 2026 verantworte ich dort das Management von Versorgungs- und Präventionsprogramme für Versicherte zur mentalen Gesundheit.

Beschreibe bitte deinen Werdegang: Was waren deine Stationen?

Ich habe 2011 mit dem Bachelor Health Communication in Bielefeld angefangen, direkt nach dem Abi und habe aber parallel 2013 noch den Bachelor Sportwissenschaften angefangen – ich hatte damals einen Antrag auf ein Doppelstudium gestellt. Hintergrund war tatsächlich, dass mich einzelne Themen im Bereich Sportwissenschaften interessiert hatten – nämlich insbesondere im Bereich Gesundheitsförderung und Prävention. Ich konnte die Kurse aber ohne offiziell eingeschrieben zu sein nicht Besuchen.  Durch den Weg des Doppelstudiums war dies aber dann möglich. Nach Beendigung meines Bachelorstudiums Health Communication  habe ich dann 2014 den Master in Public Health in Bielefeld angeschlossen. Und weil ich eben an der Uni geblieben bin, habe ich dann Sportwissenschaften im Rahmen meiner Möglichkeiten weiter studiert. Wobei ich dazu sagen muss, dass meine Priorität trotzdem weiterhin auf dem Gesundheitswissenschaftenstudium lag. Die Sportwissenschaften-Seminare, die dann in den Stundenplan noch reingepasst haben, habe ich wahrgenommen, soweit es ging. Mein Ziel war trotzdem, den Master in der vorgegebenen Zeit zu schaffen und dann auch den Abschluss in Public Health zu erlangen. Das heißt, ich war entsprechend 2016 mit dem Master fertig und bin dann auf Jobsuche gegangen. Wobei ich bevor ich mit der Jobsuche gestartet habe erstmal mit einer Freundin im Rahmen von AIESEC für 3 Monate nach Südamerika gegangen bin. Nach meiner Rückkehr aus Südamerika habe ich angefangen Bewerbungen zu schreiben und es hat dann circa fünf bis sechs Monate gedauert, bis ich meine erste Festanstellung als Projektmanagerin bei der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) hatte. Dort habe ich von 2017 bis 2019 ein Versorgungsforschungsprojekt im Bereich der Netzwerkarbeit koordiniert – das war ein damals vom GBA Innovationsfonds gefördertes Projekt. Da ich im Rahmen meiner Projekttätigkeit bei der KVNO nur eine 30-Stunden Stelle hatte, habe ich nebenbei freiberuflich im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung gearbeitet und war für verschiedene Firmen als Referentin tätig. Die freiberufliche Tätigkeit war dabei eine gute Möglichkeit trotzdem am Thema Gesundheitsförderung/ Prävention dran zu bleiben. 
Nach ca. einem Jahr wurde mir bei der KVNO angeboten meine Stunden auf eine Vollzeitstelle aufzustocken, in diesem Zuge habe ich dann jedoch  beschlossen, dass ich stattdessen meinen Bachelor in Sport doch noch zu Ende studieren will. Und dann habe ich neben den 30 Stunden angefangen, meinen Sportbachelor noch zu Ende zu studieren. Das letzte Studienjahr ist dabei in die Corona-Pandemie gefallen, was das Ganze für mich persönlich ein bisschen vereinfacht hat, weil ich dann auch online an den Seminaren teilnehmen konnte und nicht jedes Mal von Düsseldorf nach Bielefeld fahren musste.
Ende 2019 habe ich meinen Job gewechselt und bin aus dem Bereich ambulante Gesundheitsversorgung in den Bereich Gesundheitsförderung und Prävention - und somit einen langjährigen Wunschfachbereich - gewechselt.  Dort habe ich ein Projekt zur betrieblichen Gesundheitsförderung in Inklusionsunternehmen, welches vom  Bundesministerium für Gesundheit gefördert wurde, koordiniert. Gearbeitet habe ich in einem Kölner Unternehmen, eine recht kleine Unternehmensberatung und war dort ebenfalls als Projektmanagerin angestellt. Es ging dabei darum, Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung bzw. ein betriebliches Gesundheitsmanagement in ausgewählten Inklusionsunternehmen zu verankern. Inklusionsunternehmen unterscheiden sich insofern von anderen Unternehmen, dass dort ein erhöhter Anteil von Menschen mit Schwerbehinderung arbeiten. Das heißt, die Besonderheit war dort, dass ich viel mit Menschen mit, aber natürlich auch ohne Behinderung zu tun hatte. Und das war ein sehr spannendes Feld. Und dann kam die Corona-Pandemie und hat das Ganze gebremst. Zu der Zeit bin ich dann auch mit meinem Sport-Bachelor-Abschluss fertig geworden und bin in Vollzeit zur Akademie für Öffentliches Gesundheitswesens gewechselt. . Von 2021 bis 2025 war ich dort als Referentin für Gesundheitsförderung und Prävention für die Fort- und Weiterbildungen des Fachbereiches kommunale Gesundheitsförderung und Prävention verantwortlich. Die Akademie ist eine Ausbildungseinrichtung für das Personal in den Gesundheitsämtern. Zu den Aufgaben gehören die theoretische Aus- und Weiterbildung unter anderem für die Facharztweiterbildung zum Facharzt/zur Fachärztin für öffentliches Gesundheitswesen, sowie die Ausbildungen für Hygienekontrolleur*innen und sozialmedizinische Fachangestellte. Die praktische Ausbildung erfolgt in den Gesundheitsämtern. Neben den Aus- und Weiterbildungslehrgängen bietet die Akademie auch Fortbildungen, die im Bereich öffentlicher Gesundheitsdienst auf der Agenda stehen. Als Referentin war ich dort für die Entwicklung, Planung und Durchführung von diversen Fort- und Weiterbildungen zur kommunalen Gesundheitsförderung und Prävention zuständig. Zu meinen Aufgaben gehörten dabei neben dem Dozieren, die Vernetzung und Koordination mit externen Fachexperten und Dozent:inenn, sowie die inhaltliche Planung und Weiterentwicklung von Seminaren in diversen Formaten. 
Dafür kam mir zum einen meine Berufserfahrung bei der kassenärztlichen Vereinigung und die Arbeit mit der Berufsgruppe Ärzte zugute, aber natürlich auch mein Fachwissen und Erfahrungen im Bereich 
Gesundheitsförderung und Prävention. Seit Anfang 2026 bin ich jedoch wieder auf der operativen Ebene tätig und bin bei der AXA Krankenversicherung für das Projektmanagement von Versorgungs- und Präventionsprogrammen bei psychischen Erkrankungen von Versicherten verantwortlich.

Was waren Herausforderungen?

Ich würde es jetzt vielleicht nicht Herausforderungen nennen, aber es war schon so, dass ich jetzt keine klare rote Linie habe, was meinen beruflichen Werdegang angeht, sondern mein Lebenslauf hat sich z.T. auch durch Zufälle so entwickelt. Ich bin damals bei der Kassenärztlichen Vereinigung und somit Bereich Gesundheitsversorgung im Grunde durch mein Masterarbeitsthema gelandet, weil ich diese zum Thema notärztliche Versorgung geschrieben hatte. Ich bin trotzdem am Thema Gesundheitsförderung und Prävention drangeblieben und dann über die betriebliche Gesundheitsförderung nun im Öffentlichen Gesundheitsdienst und somit der kommunalen Gesundheitsförderung gelandet. Das war zum Zeitpunkt meines Masterabschlusses absolut nicht vorhersehbar. 
Was vielleicht schon so eine kleine Herausforderung ist oder war, ist eine unbefristete Stellen zu finden. Also zumindest im Bereich Gesundheitsförderung und Prävention läuft häufig vieles über Projekte und entsprechende befristete Anstellungen. 
Und dann muss man sich natürlich entsprechend Gedanken machen, was will ich eigentlich bzw. wo liegen meine Prioritäten, was einen Job angeht. Zum einen inhaltlich, aber zum anderen auch, was die Rahmenbedingungen angeht.

Was hat dich motiviert, an die Fakultät für Gesundheitswissenschaften zu kommen?

Ich habe ein normales Abi gemacht, also kein Fachabi. Ich hatte also dieses allgemeine Abitur ohne fachliche Vorerfahrung und hatte aber schon damals den Wunsch im Gesundheitsbereich zu arbeiten, aber da natürlich noch ohne eine konkrete Vorstellung. Mein Abi hat es nicht zugelassen, Medizin zu studieren und ich muss sagen, ich war dann auch nicht so motiviert, das auszusitzen, bis man dann vielleicht irgendwann einen Medizinstudienplatz bekommt. Deswegen habe ich mich einfach mit anderen Themen in dem Bereich befasst und hatte auch erstmal sowas wie Ergotherapie oder Physiotherapie ins Auge gefasst. Dennoch habe ich mich auf diverse Studiengänge beworben, wie das nach dem Abi glaube ich kein Einzelfall ist. Wir haben damals ein schickes Buch von der Agentur für Arbeit bekommen mit einer Übersicht aller staatlichen Studiengänge, die es zu dem Zeitpunkt gab. 
Den Entschluss gefasst, an die Fakultät für Gesundheitswissenschaften zu kommen, habe ich erst, als ich die Zusage vorliegen hatte. Also ich habe mich tatsächlich auch erst nach der Zusage eingehend mit den Studieninhalten befasst. Ich hatte mich zu dem Zeitpunkt auch schon in einem anderen Studiengang, im Bereich BWL, eingeschrieben und habe das dann aber zum Glück nochmal überdacht. Wenn ich das rückblickend betrachte, interessieren mich die Gesundheitswissenschaften auf jeden Fall deutlich mehr, als die Betriebswirtschaftslehre. Eine weitere Motivation an die Uni Bielefeld zu kommen oder an die Fakultät speziell war, weil es erstens noch in NRW war und ich dann das NRW-Ticket für die Heimreisen nutzen konnte. Und zweitens, weil die Uni Bielefeld – zumindest zu dem Zeitpunkt – neben Bremen und Berlin, die einzige Uni war, die das Fach Public Health überhaupt als generalistischen Studiengang angeboten hat.  Darüber hinaus war es eine renommierte Fakultät und eine der ersten Fakultäten, die das Thema Gesundheitswissenschaften als eigenen Lehrstuhl wieder etabliert hat.

Was würdest du deinem Erstsemester-Ich raten und sagen wollen – mit deiner Erfahrung von heute?

Da würde ich mir auf jeden Fall raten, dass man sich wirklich weniger Gedanken im Verlauf des Studiums machen sollte, was man später letztendlich damit macht. Ich glaube, das hat sich tatsächlich nicht geändert. Das war damals so und das ist wahrscheinlich auch heute bei den Studierenden immer noch so, dass viele nicht genau wissen, was sie am Ende damit machen wollen. Es ist eben ein generalistischer Studiengang und somit nicht so klar ist, wie ein Lehramt auf Sport und Mathe, dass ich dann eben als Sport- und Mathelehrer*in arbeite, sondern dass ich da ja wirklich sehr breit gefächert ausgebildet werde. Und deswegen lohnt es sich gar nicht, sich so viele Gedanken im Vorhinein zu machen, welchen Beruf ich letztendlich damit ergreife. Konzentriere dich während des Studiums lieber darauf, was dich inhaltlich interessiert und lege zum Beispiel durch Wahlfächer inhaltliche Schwerpunkte und dann aber natürlich auch durch entsprechende Praktika und das Thema der Abschlussthesis. Und der berufliche Weg ergibt sich dann tatsächlich von selbst und häufig eben auch einfach durch nicht planbare Zufälle.

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