
Kreativität ist die zentrale Fähigkeit des Menschen, sich an neue Bedingungen anzupassen, Problemlösungen jenseits etablierter Routinen zu finden, oft in Interaktion, aber auch neue Routinen zu etablieren oder etablierte Routinen anzupassen, neue Erkenntnisse zu gewinnen und die gemeinsame Lebenswelt zu gestalten. Besonders wichtig wird diese Fähigkeit in Zeiten von Krisen und anderen besonderen Herausforderungen, in denen etablierte Routinen nicht ausreichen.
Unser gemeinsames Ziel ist es, zu einem vertieften allgemeinen Verständnis von im weitesten Sinne sozialen oder kulturellen Prozessen der Erneuerung zu gelangen. Dazu sollen Prozesse individuellen, interaktiven und kollektiven kreativen Handelns sowie Dynamiken von Innovation auf der Ebene der Gesellschaft in unterschiedlichen Domänen analysiert, modelliert und verglichen werden.
01.12.2026, 18:00–20:00 Uhr | X-E0-218
Gastvortrag – Gretel Goh (National University of Singapore): Emotionsbeschreibungen in dramatischer Literatur
05.02.2027, 09:00–16:00 Uhr | U2-228
Workshop – "Lyrische Kreativität. Formen und Funktionen des lyrischen Textes in Mittelalter und Gegenwart", zusammen mit Dr. Alexander Rudolph/Tristan Marquardt (LMU München)
09.–12.02.2027
ZiF-Workshop Interdisciplinary Perspectives on Innovation and Creativity
Die erstaunlich vielfältigen Ausprägungen mittelalterlicher Lyrik sind in den vergangenen Jahren von der Forschung mit den Termini »Dynamik« (Bauschke 2021, Kellner 2018, Kellner/Rudolph 2021), »Variationskunst« (Rudolph 2018) und »Spiel« (Klein 2010, Kellner 2018 u. a.) gefasst worden. Insbesondere für die Lieder der Hohen Minne scheint zu gelten, dass überkommene inhaltliche Grundkonstellationen sowie höfische Liedmuster dazu angetan sind, eine besondere Komplexität lyrischer Rede zur Geltung zu bringen. Konstitutiv für die Texte ist dabei, dass sie im Umgang mit Vorgängigem formal, semantisch und pragmatisch Neues hervorbringen. Die intertextuellen Bezüge, die Differenzen in der Wiederholung (Kellner 2018), sind von nicht zu überschätzender Bedeutung. In der Auseinandersetzung mit der Tradition und der Ausbildung spezifischer Formen des Sprechens liegt folglich – so scheint es – der »kreative« Akt lyrischer Rede begründet.
Der Workshop betrachtet »Kreativität« am Beispiel deutschsprachiger mittelalterlicher Liebeslyrik, um zu einem vertieften, historisch fundierten Verständnis literarischer Produktions- und Rezeptionsprozesse beizutragen. Dieses Verständnis dient nicht zuletzt dazu, kreative Aneignungsstrategien bis in die Gegenwart hinein zu erhellen.
Anmeldung bis 27. Januar 2027 erbeten an: pinc@uni-bielefeld.de.
Ansprechpersonen
Prof. Dr. Tanja Ackermann (Sprecherin)
Prof. Dr. Joana Cholin (Sprecherin)
Prof. Dr. Claudia Hillebrandt (Sprecherin)
Prof. Johanna Kißler (Sprecherin)
Prof. Dr. Ralf Vogel (Sprecher)
Marius Bartsch (Koordinator)
E-Mail: pinc@uni-bielefeld.de