
Trainerin: Sabrina Diab-Helmer (geschäftsführende Verlagsdirektorin der Bielefeld University Press (BiUP), dem Universitätsverlag der Universität Bielefeld)
Wissenschaftliches Publizieren ist weit mehr als der letzte Schritt eines Forschungsprozesses. Von der ersten Idee bis zur Veröffentlichung wirken Autor:innen, Verlage, Herausgeber:innen, Redaktionen, Gutachter:innen, Bibliotheken und Förderorganisationen zusammen. Dennoch bleiben die damit verbundenen Auswahl- und Entscheidungsprozesse häufig eine Black Box: Wie funktioniert Peer Review? Nach welchen Kriterien werden Manuskripte angenommen oder abgelehnt? Wie geht man mit einem Desk Reject oder einer Major Revision um? Und woran erkennt man einen seriösen Publikationsort, der zum eigenen Vorhaben passt und die gewünschte Sichtbarkeit ermöglicht?
Der Workshop bietet einen praxisnahen Blick hinter die Kulissen des wissenschaftlichen Publizierens und verbindet dabei die Perspektive der Autor:innen mit der des Wissenschaftsmanagements. Die Teilnehmenden lernen die zentralen Akteure, ihre Rollen und Entscheidungslogiken kennen. Sie erhalten Orientierung bei der Wahl geeigneter Publikationsformate, Verlage, Zeitschriften und Reihen und erfahren, wie sie ein Vorhaben überzeugend präsentieren, realistisch planen und professionell auf Gutachten, Überarbeitungsanforderungen, Ablehnungen oder Verzögerungen reagieren können.
Weitere Schwerpunkte bilden Open-Access-Modelle und Finanzierungsmöglichkeiten, urheberrechtliche Grundlagen, Creative-Commons-Lizenzen, Zweitveröffentlichungsrechte und Verlagsverträge. Zudem wird vermittelt, wie Qualität, Reputation und Sichtbarkeit entstehen, woran sich seriöse Publikationsorte erkennen lassen und welche Warnsignale auf Predatory Publishing hindeuten. Behandelt werden auch die Bedeutung aussagekräftiger Titel, Abstracts und Keywords, qualitätsgesicherter Metadaten, DOI und ORCID sowie relevanter Indexierungsdienste, Repositorien und Publikationsplattformen.
Ergänzend thematisiert der Workshop den verantwortungsvollen Einsatz generativer KI im Publikationsprozess, insbesondere im Hinblick auf Kennzeichnung, Autorschaft, Zuverlässigkeit, Datenschutz und Peer Review. Anhand konkreter Fallbeispiele und praxisorientierter Übungen übertragen die Teilnehmenden die Inhalte auf ein eigenes oder beispielhaftes Publikationsvorhaben beziehungsweise eine Herausgeberschaft. Ziel ist es, Publikationsprozesse fundiert, strategisch und aktiv gestalten zu können.