Zitate gendern?

Direkte Zitate sollten nur gegendert werden, wenn das im Sinne des*der Autor*in ist.

Geschlechterneutral oder Gendersensibel?

Durch geschlechterneutrale Formulierungen werden alle Geschlechtsidentitäten unsichtbar gemacht. Das kann oft eine Erleichterung sein, entspricht aber eigentlich nicht dem Ziel einer gendersensiblen Sprache – nämlich der Sichtbarmachung und Ansprache aller Geschlechter.

Gendersternchen: So geht's

Gendersensibel zu schreiben, ist gar nicht so schwer. Es bedarf nur ein wenig Übung.
Das Gendersternchen wird zwischen die männliche und die weibliche Endung eingesetzt. Das gilt sowohl für Substantive als auch für bestimmte und unbestimmte Artikel sowie Pronomen.

 

Ein paar Beispiele
  • Im Kulturangebot ist für jede*n etwas dabei.
  • An dem Forschungsprojekt sind dreißig Mitarbeiter*innen beteiligt.
  • Der*die Lehrer*in schreibt den Notendurchschnitt an die Tafel.
  • Melden Sie sich mit Ihrem Nutzer*innenkennwort an.
  • In der Checkliste findet ein*e Studierende*r, was er*sie in den ersten Wochen erledigen muss.
  • Wer sein*ihr Tablet verloren hat, kann es beim Hausmeister*innenservice abholen.
  • Die Absolvent*innenbefragung wird in Kürze ausgewertet.
  • Wirtschaftswissenschaftler*innen untersuchen Konsument*innenverhalten.
  • Eingeladen sind langjährige Partner*innen aus aller Welt.
  • Hier tauschen sich alle Rektor*innen aus.
Anredeformen und Titel
  • Sehr geehrte Professor*innen
  • Liebe Kolleg*innen
  • Prof*in
  • Dr*in
  • Dipl.-Päd*in
  • Dipl.-Ing*in

* oder _ ?

Mit dem Gendergap (auch: Gender_Gap oder Gender-Gap) lässt sich genauso wie mit dem Gendersternchen die Geschlechtervielfalt jenseits eines binären Geschlechtermodells sichtbar machen. Der Gendergap wird in Deutschland seit 2003 verwendet und geht auf den Linguisten Dr. Steffen Herrmann zurück. Mit dem Unterstrich symbolisiert der Gendergap einen Freiraum für die Entfaltung von Geschlechteridentitäten jenseits eines binären Mann-Frau-Geschlechtermodells. Damit werden neben Frauen und Männern auch diejenigen sprachlich abgebildet, die sich nicht im binären Geschlechtermodell wiederfinden können oder wollen. Das Gendersternchen ist mittlerweile im öffentlichen Sprachgebrauch verbreiteter.