• Hochschuldidaktik & Lehrentwicklung

    © Universität Bielefeld

Genauigkeit und Präzision:

Fehler kennzeichnen Abweichungen von Messwerten im Vergleich zu einem festgelegten Bezugswert (Referenzwert). Übereinstimmungen zwischen Messwert(en) und Referenzwert werden durch die Präzision, Richtigkeit und Genauigkeit angegeben.

Die Genauigkeit ist ein Maß für die Übereinstimmung zwischen dem (einzelnen) Messergebnis und dem wahren Wert der Messgröße. Sie wird durch wiederholtes Messen ein und desselben Prüflings ermittelt.

Die Abweichung des Mittelwertes vom wahren Wert nennt man Richtigkeit. Sie zählt zu den systematischen Fehlern.

Die Präzision ist ein Maß für die Übereinstimmung zwischen unabhängigen Messergebnissen unter festen Bedingungen. Man unterscheidet zwischen der Wiederholpräzision, Wiederholbarkeit (engl. repeatability) und der Vergleichspräzision, Nachvollziehbarkeit (engl. reproducibility). Zur Ermittlung der Wiederholpräzision wird derselbe Prüfling vom selben Bediener und mit demselben Messmittel am selben Ort mehrmals in rascher Folge gemessen. Der Prüfling wird zwischen den einzelnen Messungen jedoch immer wieder zurückgelegt. Die Standardabweichung der Messwerte ist dann ein Maß für die Wiederholpräzision. Zur Ermittlung der Vergleichspräzision werden an denselben Prüflingen gemäß einem festgelegten Messverfahren Messungen durch verschiedene Bediener, an verschiedenen Orten oder mit mehreren Geräten desselben Typs durchgeführt.

Beispiel: liegt der Mittelwert der Messungen nah an dem wahren Wert, jedoch streuen die einzelnen Werte stark, ergibt die Gesamtmessung eine gute Genauigkeit jedoch eine geringe Präzision.

Eine gute Metapher um sich Genauigkeit und Präzision zu merken: stell dir einen Basketballspieler vor, der den Ball in den Korb wirft. Hat er eine große Genauigkeit, wird jeder Wurf nahe am Korb landen. Hat der Spieler eine gute Präzision, trifft der Ball immer an ein und dieselbe Stelle. Ein guter Spieler vereint beides.