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  • Norbert Elias

    © Annika Jörges, 2023

Vita Activa. Norbert Elias (1897-1990)

"Meine Arbeit ist das Zentrum dessen, was ich für mich als sinnvoll empfinde." [1]

Von Prof. Dr. Hermann Korte

I.
Die Berichte der Freunde, Kollegen und Besucher schilderten stets einen arbeitsamen Menschen, der eine Routine einhielt, die langjährige Praxis verriet. Spätes Frühstück, erste Durchsicht der tags zuvor geschriebenen Seiten, dann kam der Assistent oder die Assistentin und er diktierte bis zum Abend, unterbrochen manchmal von einem Spaziergang. Spätes Abendessen im Lieblingsrestaurant, danach Lektüre (immer dabei die New York Herald Tribune), Radiohören (BBC aus alter Gewohnheit), gelegentlich nächtliche Telefonate mit Freunden.

So ungefähr, unterbrochen von Vortrags- und Ferienreisen hat Norbert Elias die letzten 13 Jahre seines Lebens verbracht. Es waren die Jahre, die der Auszeichnung mit dem Theodor W. Adorno-Preis im Herbst 1977 folgten; zuerst im Zentrum für interdisziplinäre Forschung der Universität Bielefeld (ZIF) und dann ab 1983 in seiner Amsterdamer Wohnung, wo er bis wenige Wochen vor seinem Tod am 1.8.1990 an diesem Lebensrhythmus festhielt.

Die Verleihung des Adorno-Preises war tatsächlich ein Einschnitt in der Biographie von Elias. Endlich, schon 80 Jahre alt, so durfte er diese Ehrung auffassen, erhielt er die Anerkennung, von der er schon seit der Niederschrift von Über den Prozeß der Zivilisation in den Jahren 1935/36 wußte, daß sie ihm zustand. Dieser biographische Einschnitt zeigt sich ganz deutlich an seiner Publikationsliste. Ab Ende der 1970er Jahre schrieb er annähernd die Hälfte seiner Titel, die zahlreichen Vorträge nicht einmal mitgerechnet.

Eine vita activa vollendete sich in einer vita gloriosa. Elias war sich dessen durchaus bewußt und hat – wie weiland Cicero – einiges unternommen, um seiner vita gloriosa Resonanz zu verschaffen. Dazu gehörten Anfang der 1980er Jahre eine Reihe von autobiographischen Interviews, in denen er sehr bewußt seine Sicht der Dinge festzuschreiben suchte. Aber die autobiographischen Reflexionen setzten sich auch unbewußt in anderen Texten um, ganz besonders in dem über Mozart, der ebenfalls Anfang der 1980er Jahre in wesentlichen Teilen geschrieben wurde.

So kann z.B. der 24. Abschnitt des Mozart-Buches fast vollständig auf die Biographie von Elias angewendet werden. Vor allem auch deshalb, weil der Prozeß der Synthese in der Jugendzeit beginnt, wo Rezeption und Imitation vorherrschen, ein gutes Gedächtnis vieles speichert. Vor allem dieser Prozeß der "Synthese, die Weiterentwicklung der vorgegebenen Kanons zu einer individuellen musikalischen Sprache" hatte es Elias angetan. Hier sah er wohl auch die Verbindungen zum eigenen Schicksal: "Es war ein langer Prozeß, der viel Mühe und Arbeit erforderte und der sehr weitgehend von seinen Lebensumständen abhing."[2]
 

II.
Spätestens in der Oberstufe des Breslauer Johannes-Gymnasiums begann Elias sich mit dem Verhältnis von Individuum und Gesellschaft auseinanderzusetzen. Wir wissen inzwischen durch die Arbeit von Jörg Hackeschmidt über den jüdischen Wanderbund Blau-Weiß, daß er dies in einer Gemeinschaft jüdischer Jugendlicher tat, die auf der Suche nach einer nationalen Identität waren.[3] Elias hat seine sehr aktive Rolle in diesem zionistischen Bund in den Interviews nicht erwähnt und bei Nachfragen energisch bestritten. Die Freundes- und Arbeitsgruppe taucht nur als philosophische Arbeitsgemeinschaft des Gymnasiums auf. Aber es waren umfangreiche, viel weitergehende Aktivitäten: Vorlesungen bei dem Neukantianer Hönigswald, Teilnahme an privaten Vorlesungen von Edith Stein, wöchentliche Besuche des Breslauer Rabbiner-Seminars gehörten ebenso dazu wie die Lektüre der deutschen Klassiker. Dies alles um sich intellektuell auszubilden mit dem Ziel, die Besiedelung Palästinas vorzubereiten- oder doch wenigsten den Weg dorthin.

Elias wurde 1897 in Breslau als einziges Kind bürgerlich-jüdischer Eltern – Hermann und Sophie Elias – geboren und lebte dort bis 1925. Das Bild, das aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg herüberscheint, ist das einer sorglosen und behüteten Jugend. Soweit die bürgerliche jüdische Gesellschaft Breslaus gelegentlich eine Außenseiterposition verspürte, wurde sie durch den Schleier eines "physisch, wirtschaftlich und kulturell völlig gesicherten Lebens" wahrgenommen. Den Juden in Breslau ging es gut und sie fühlten sich "vollkommen sicher".[4] Diese Sicherheit erfuhr Norbert Elias durch Kindheit und Jugend. "Es war eine sichere Welt. Ich wußte, mein Vater und auch meine Mutter würden alles für mich tun. Wenn ich krank war – und das war ich sehr oft als Kind – wurde ich auf jede Weise umsorgt; ich fühlte mich vollkommen behütet."[5]

Aber dann begann der 1. Weltkrieg, an dem er – wie alle seine Klassenkameraden – ab 1915 als Kriegsfreiwilliger teilnahm, zuerst im Osten und dann bis zu einer Verwundung in der Sommeschlacht. Diese drei Jahre waren für das Leben von Norbert Elias von einschneidender Bedeutung. Denn nach diesen drei Jahren ist der Schleier, durch den er bisher die Welt erlebte, zerrissen, die enorme Geborgenheit, die das Einzelkind von seinen Eltern erlebte, dahin: "Der Krieg hat dann alles verändert. Als ich zurückkam, war es nicht mehr meine Welt. [...] Denn ich hatte mich auch selbst verändert."[6]

Der junge Mensch, bis dahin umsorgt und behütet, ist ein anderer geworden: "Ich veränderte mich während des Krieges." Allerdings waren es nicht Gewalt und Tod, die den nachhaltigsten Eindruck hinterlassen haben. In seinen Notizen zum Lebenslauf stellt er selbst den Zusammenhang zwischen den Kriegserfahrungen "mit der relativen Machtlosigkeit des Einzelnen im Gesellschaftsgefüge"[7] her. Es waren, wie er ausdrücklich festhält, Erfahrungen im gesellschaftlichen Leben selbst und keineswegs Bucherfahrungen, die am Anfang seiner lebenslangen Beschäftigung mit den Zwängen standen, die Menschen einander antun. Die Einzelnen und die Gesellschaft: das ist das Forschungsthema, das ihn seit den Tagen des 1. Weltkriegs beschäftigte. Seine Frage lautete seitdem: 'Warum bin ich gezwungen, in einer bestimmten Weise zu leben, unterschieden von Zeitgenossen und verschieden von meiner Elterngeneration und meinen Vorfahren?' Das wird das Lebensthema, das er dann noch siebzig Jahre lang – bis ans Ende seines Lebens – in unnachahmlicher, individueller Weise bearbeiten wird.
 

III.
Die Zeit in Breslau fand 1924 ihr Ende, als die Promotion endlich unter Dach und Fach war und auch die Eltern ihren einzigen Sohn nach der Weltwirtschaftskrise wieder finanziell unterstützen konnten. Elias ging 1925 nach Heidelberg, wo er auf das Erbe Max Webers traf und bei dessen Bruder Alfred im Seminar saß, Aufnahme im Salon von Marianne Weber fand und vor allem Karl Mannheim kennenlernte, dessen Assistent er 1930 in Frankfurt wurde. Das soziologische Institut hatte dort Gastrecht im Institut für Sozialforschung, ebenso wie die Psychoanalytiker. Neues kam zum schon Erfahrenen hinzu. "Aller Wahrscheinlichkeit nach beförderte die Vielfalt der [...] Erfahrungen, denen er [...] ausgesetzt war, seine Neigung zu experimentieren und nach neuen Synthesen verschiedener Stile und Schulen seiner Zeit zu suchen."[8]

So entstand bis 1933 die Habilitationsschrift Der höfische Mensch, die erst viel später (1969) in erweiterter Form als Die höfische Gesellschaft publiziert werden konnte. Und dann schrieb er 1935/1936 als ein einsamer Exilant im Lesesaal der British Library Über den Prozeß der Zivilisation. Bereits im Frühjahr 1933 war Elias seinen Frankfurter Kolleginnen und Kollegen ins Exil gefolgt. Zunächst lebte er in Paris, ab Herbst 1935 in England, wo er bis Mitte der 70er Jahre wohnen blieb. "Erst allmählich, im Heranwachsen, war er in der Lage, das so erlernte Wissen in den Strom seiner eigenen Phantasie einzuschmelzen und etwas Neues daraus zu machen, etwas vorher noch nie Gehörtes."[9] Nach der Habilitationsschrift Der höfische Mensch war ihm ein opus magnum gelungen, das ihm eine glanzvolle Karriere in der Universität eröffnet hätte, wenn das Buch nicht im Exil geschrieben und veröffentlicht worden wäre.

Über den Prozeß der Zivilisation fand außerhalb Deutschlands zwischen 1937 und 1939 eine wohlwollende Aufnahme. Erste Besprechungen erschienen, die zum Teil auch das Ergebnis einer eigenen Marketingaktion waren. Elias ließ von dem ersten Band vorab einen Privatdruck erstellen, den er an Kolleginnen und Kollegen verschickte und auch Exemplare der ersten Ausgabe wurden gezielt bestimmten Personen zugesandt. Er erhielt freundliche Reaktionen, u.a. von Siegmund Freud. Thomas Mann notierte in seinem Tagebuch am 8.8.1939 "Das Buch von Elias wertvoller als ich dachte." Nicht ganz so freundlich reagierte Walter Benjamin. Aber das war nicht weiter verwunderlich, denn Elias' Ansatz war nicht strikt historisch-materialistisch.

Aber auch an der englischen Universität und in englischen Literaturkreisen gab es Anerkennung und Hoffnung auf ein Weiterkommen. C.P. Snow, der Wissenschaftler und Literat, hatte Gefallen an dem jungen deutschen Wissenschaftler, schließlich hatte der ein zweihändiges Buch geschrieben - das imponierte ihm. Elias fand Kontakt zu dem Soziologen Morris Ginsberg und Zugang zu einem sehr lebendigen Kreis um den Sozialhistoriker Beales. So konnte Elias bei dem Fleiß, den er damals an den Tag legte und den guten Kontakten, die er sich geschaffen hatte, eigentlich darauf hoffen, an der englischen Universität Fuß zu fassen. Und die Hoffnung, in nicht allzu ferner Zeit in sein Heimatland zurückzukehren und an einer deutschen Universität zu lehren, hatte er auch noch nicht aufgegeben.
 

IV.
Aber dann begann der zweite Weltkrieg. Das war in England zunächst nicht weiter schlimm, denn die aufgeklärten Kreise, in denen Elias lebte, wußten sehr wohl um seine Existenz als jüdischer Exilant. Als aber die deutschen Truppen sich der französischen Kanalküste näherten, eine Invasion Englands nicht mehr ausgeschlossen werden konnte, begann die englische Regierung mit der Internierung aller deutschen, sterreichischen und italienischen Männer im kriegsdienstfähigen Alter. Die Pässe wurden einkassiert, das mitgeführte Geld ebenso, und die Internierten waren auf Gaben und Geschenke von aussen angewiesen.

Dies war der Anfang vom Ende einer möglichen Universitätskarriere von Elias in England. C.P. Snow und Morris Ginsberg halfen zwar noch, daß er nach etwa 8 Monaten aus dem Internierungslager entlassen wurde. Aber danach war Schluß mit allem, was vorher gewesen war, mit allem auch, auf das er gehofft hatte. Die Düsternis des Exils verschluckte ihn. Daß die 15 Jahre andauernde vita obscura nicht das Ende von Elias war, ist neben der intellektuellen Lebensleistung das am meisten zu Bewundernde. Um zu verstehen, wie es ihm gelungen ist, so lange durchzuhalten, wie er es geschafft hat, sich immer wieder aufzufangen, wie er in einem seiner Gedichte geschrieben hat, müssen wir noch einmal nach Breslau in die Kindheit und seine Jugend- und Studententage zurückkehren. Denn dort entstand nicht nur sein wissenschaftliches Lebensthema, sondern hier liegen auch die Wurzeln seines Durchhaltewillens. Es entstanden Dispositionen, die unter dem Eindruck des Krieges den weiteren Lebensweg mitbestimmten, ihm eine spezifische Richtung gaben, nämlich in die Position eines Außenseiters, als der Elias stets beschrieben worden ist.

"Der Krieg hat dann alles verändert." An diesen Satz möchte ich noch einmal erinnern und auch an den anderen: "Ich veränderte mich während des Krieges." Die Schrecken der Welt, die Blutbäder im Schützengraben, der brutale Antisemitismus der Kameraden hatten Elias einiges gelehrt. Vor allem, daß er sich besser etwas abseits stelle. Seine Feststellung "Ich war selbst Partei"[10], verstehe ich nicht nur in politischer Hinsicht, sondern auch in bezug auf alle gesellschaftlichen Verhältnisse. Aber wie macht einer das, der die Verflechtungen der Menschen, die Ängste und Nöte, die die Zivilisation ihnen auferlegt, untersuchen, der den Schleier der Mythologien von den menschlichen Verhältnissen abreißen will, wenn er doch ein Außenseiter sein und sich möglichst von allem fernhalten möchte?

Elias hat fast alle seine wissenschaftlichen Arbeiten in vergangene Epochen verlegt. Als er in den Salon von Marianne Weber in Heidelberg aufgenommen werden soll, hält er eine kleine Rede über die Soziologie der gotischen Architektur. Bei Alfred Weber, dem Kultursoziologen, beginnt er eine Arbeit über den Übergang vom vorwissenschaftlichen zum wissenschaftlichen Denken – in Florenz zur Zeit Galileos. Seine Habilitationschrift in Frankfurt bei Karl Mannheim handelt von der höfischen Gesellschaft zur Zeit Ludwigs XIV. Und der Prozeß der Zivilisation schließlich wird am Beispiel des Mittelalters beschrieben. Auch später bleibt das so. Ein kleiner Aufsatz im Exil befaßt sich mit der Vertreibung der Hugenotten und die erste wissenschaftliche Arbeit, die er in den frühen 50er Jahren der britischen Zeitschrift für Soziologie einreicht, hat die Entwicklung des Berufs des Seefahrers zur Zeit Elisabeth I zum Gegenstand. Und wenn er gelegentlich ein anderes Thema wählte, dann untersuchte er ihn selbst betreffende Themen. So in einem wissenstheoretischen Aufsatz in den frühen 50er Jahren, wo er die notwendige, stets zu erhöhende Distanzierung des Soziologen betont, und die einzige empirische Arbeit untersucht die Probleme einer Außenseitergruppe.

Aber da waren noch andere Lehren, die er zog. Der Schock des plötzlichen Übergangs von einer behüteten Jugend in die Militärdienstzeit verarbeitete der zarte, junge Mensch, indem er eine besondere Fähigkeit zur Selbstdisziplin entwickelte. Mit den Umständen, das war die frühe Erkenntnis, wird man nur fertig, wenn man lernt, sehr diszipliniert zu leben, Ansprüche zurückzuschrauben und sich körperlich wie psychisch auf Belastungen einzustellen.

Dieser Hintergrund half ihm beim physischen und psychischen Überleben. Damals in England sprach alles gegen eine vita gloriosa, von der er wohl immer noch träumte: die kärgliche Stelle in der Erwachsenenbildung in Londoner Vororten, die ihn in den 1940er Jahren so eben am Leben hielt, die schweren Arbeitsstörungen als Ergebnis einer schier hoffnungslosen Situation, die kleine Stelle an der Universität Leicester ab 1954, das Unverständnis der englischen Kollegen für einen kontinental gebildeten Denker und Neuerer. Auch die Professur (endlich der Titel) in Ghana von 1962-64 konnte da wenig helfen.
 

V.
Die erste Gastprofessur 1965 in Münster war der Beginn eines langsamen Begreifens in Westdeutschland und Frankreich, ein Prozeß, der in den Niederlanden dank Johan Goudsblom schon Ende der 1950er Jahre begonnen hatte. Die Neuauflage (1969) von Über den Prozeß der Zivilisation fand verständig begeisterte Rezensionen, z.B. durch W. Lepenies (FAZ) und Ch. von Krockow (NZZ). Aber Elias blieb noch viele Jahre ein Geheimtip. Erst 1976 erschien endlich bei Suhrkamp eine Taschenbuchausgabe von Über den Prozeß der Zivilisation, die ein Bestseller wurde. Und 1977 dann der Adorno-Preis. Dem Festakt in der Paulskirche folgten zahlreiche Einladungen, eine davon ins ZIF. "Um ehrlich zu sein, hat das ZIF in Bielefeld mehr dazu beigetragen als irgendetwas sonst, daß ich in Deutschland geblieben bin: das Schwimmbad, der Wald, die intellektuelle Atmosphäre [...] Ich hätte immer gern in einem College gewohnt, aber in England ist es mir nie angeboten worden."[11]

Erst als die Marx-Rezeption und -Begeisterung der 1960er Jahre abgeflaut war, als sich die ausschließliche Konzentration auf ökonomische Verhältnisse als nicht ausreichend zur Erklärung sozialer Prozesse in hochdifferenzierten kapitalistischen Gesellschaften erwiesen hatte, war Elias' Stunde gekommen. Er hatte lange ausgehalten. Aber es genügt nicht, lange genug zu leben, die gesellschaftlichen Strukturen müssen Rezeption und Bewunderung auch möglich machen. Die Umstände, und das sind die Beziehungen zwischen den Menschen selbst, müssen einen entsprechenden Entwicklungsstand haben bzw. erreichen. Kaum anzunehmen, daß dem jüdisch-deutschen Exilanten Mitte der 90er Jahre ähnliches widerfahren wäre. Der Zeitgeist bevorzugt andere, sehr deutsche Prominenz.

Über Elias schreiben heißt immer, über ein ungewöhnlich aktives intellektuelles Leben zu schreiben. Er war stets neugierig auf Unbekanntes, hatte stets den Notizblock zur Hand, frühstückte spät, arbeitete bis in die Nacht, ging Schwimmen und mit Freunden spazieren. Der intellektuelle Prozeß des Suchens und Fragens wurde nie unterbrochen. "Meine Arbeit ist das Zentrum dessen", sagte er über sich selbst, "was ich für mich als Sinnvoll empfinde. Das war schon seit meiner Schulzeit so."[12]

 

Literatur

Elias, N. (1990): Notizen zum Lebenslauf. In: Notizen zum Lebenslauf, Frankfurt/M.

Elias, N. (1991): Mozart. Zur Soziologie eines Genies, hg. v. M. Schröter, Frankfurt/M.

Hackeschmidt, J. (1995): Jugendkultur und Zionismus. Deutsch-jüdische Intellektuelle auf der Suche nach einer nationalen Identität. Dissertationsschrift, Berlin.

Korte, H. (1991): Norbert Elias in Breslau. In: Zeitschrift für Soziologie, H. 1.

Korte, H. (1993): Blicke auf ein langes Leben. Norbert Elias und die Zivilisationstheorie, Wien.

​Van Voss, A.J.H./ A. van Stolk (1990): Biographisches Interwiew mit Norbert Elias. In: Norbert Elias über sich selbst, Frankfurt/M.

 

Anmerkungen

1 Van Voss/van Stolk 1990, S. 95.

2 Elias 1991, S. 108.

3 Hackeschmidt 1995.

4 Van Voss/van Stolk 1990, S. 21.

5 Ebd. S. 22.

6 Ebd. S. 23.

7 Elias 1990, S. 132.

8 Elias 1991, S. 108.

9 Ebd.

10 Van Voss/van Stolk 1990, S. 49

11 Ebd. S. 94f.

12 Ebd. S. 95.

Quelle: Hermann Korte: VITA Activa. Norbert Elias (1897-1990). In: Werner Goldschmidt u. Thomas Mies (Hg.): Zivile Gesellschaft und zivilisatorischer Prozeß, Hamburg 1995, S.129-134.


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