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Programm SoSe 2026

© Grafik | Design: Annika Jörges, 2023
© Annika Jörges, 2023
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Veranstaltungsflyer

Flyer-SoSe-2026.pdf

 

Anmeldung zur Master Class

Weiterführende Informationen zur Anmeldung finden Sie am Ende der Seite

Anmeldung zur Master Class bis zum 03.05.26 unter norbert-elias-lectures@uni-bielefeld.de

Rückblick auf das WiSe 2024/25 mit Prof.'in Wagner

Artikel in der FAZ

Monika Wagner spricht an der Universität Bielefeld über Staub als Stoff in der Kunst.

Prof.'in Dr. Christiane Solte-Gresser

12.05.2026: Traum und Reparation. Erzählte Shoah-Träume

Lecture: 12.05.2026
18 Uhr c.t. | X E0-001

Master Class: 13.05.2026
10-12 Uhr | X-E1-103

Christiane Solte-Gresser, seit 2009 Professorin für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität des Saarlandes, ist Direktorin des Käte Hamburger Kollegs für kulturelle Praktiken der Reparation (CURE) und Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft (DGAVL). Von 2015 bis 2024 leitete sie das DFG-Graduiertenkolleg „Europäische Traumkulturen“. Sie hat mehrere Bücher zur Kulturgeschichte des Traums verfasst, u. a. A Cultural History of Sleep and Dreaming in the Age of Globalization (erscheint 2026), Die Welt der Träume. Eine Reise durch alle Zeiten und Kulturen (2023), Shoah-Träume. Vergleichende Studien zum Traum als Erzählverfahren (2021, Raconter l’irréparable. Les rêves de la Shoah, 2026) und An den Rändern des Lebens. Träume vom Sterben und Geborenwerden (2019). Im Zentrum ihrer Forschung steht die Frage, wie sich Erfahrungen von Krieg und Genozid erzählend verarbeiten und vermitteln lassen.

Lecture: Traum und Reparation. Erzählte Shoah-Träume

Traumerzählungen bilden einen wichtigen Teil unseres Wissens über die Shoah. Für Überlebende sind sie oft eine Strategie des Weiterlebens: Der unsichere Wirklichkeitsstatus des Traums, sein ästhetischer Eigensinn, der Erfahrungen in beunruhigende Bilder verdichtet, seine Vieldeutigkeit und die körperlichen Eindrücke im Traumerleben machen ihn zu einem Erzählverfahren gegen die „Unsagbarkeit“ der Shoah. Der Vortrag fragt, wie die Überlebenden mit ihren Träumen dem Irreparablen begegnen. Dabei lotet er das reparative Potenzial des Traums und seinen Beitrag zu gegenwärtigen Erinnerungspolitiken aus. 

Master Class: Kaputte und neue Schuhe. Erzählen als kulturelle Praktik der Reparation

Objekte, die repariert wurden, sind nicht mehr dieselben wie zuvor. Die Reparatur hinterlässt Spuren. Doch wie damit umgehen, wenn die Schäden nicht reparabel sind? Kulturelle Praktiken setzen sich mit Fragen des Irreparablen auseinander. Im Seminar lesen wir zwei Texte, die am Beispiel erzählter Schuhe eine erinnerungspolitische Auseinandersetzung mit der Shoah unternehmen: N. Ginzburgs Essay „Die kaputten Schuhe“ und E. Kerets Kurzgeschichte „Schuhe“. Sie zeigen, inwiefern das Erzählen eine notwendige Ergänzung zu finanziellen, juristischen und technischen Reparationsversuchen darstellt.


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Anmeldung zur Master Class bis zum 07.06.26 unter norbert-elias-lectures@uni-bielefeld.de

Prof. Dr. Dr. h. c. Gabriele Brandstetter

16.06.2026: Die Geisha neu lesen. Wandel von Performance-Kulturen

Lecture: 16.06.2026
18 Uhr c.t. | X E0-001

Master Class: 17.06.2026
10-12 Uhr | D3-121

Gabriele Brandstetter ist Seniorprofessorin für Tanz- und Theaterwissenschaft an der FU Berlin. Seit 2022 ist sie im SFB 1512 „Intervenierende Künste” mit einem Projekt zu „Intervenierende Choreographien“ beteiligt. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen die Geschichte und Ästhetik von Tanz, Theater und die Kunst vom 18. Jh. bis zur Gegenwart. Im Zentrum ihrer Forschung steht die Beziehung von Körper, Geschlecht, Bild und Bewegung. Zuletzt erschien der Band ZEITgestalten. Poetiken und Wahrnehmungsweisen im modernen und zeitgenössischen Tanz (2024) sowie Tanz sehen. Fragen zur choreographischen Praxis (2025). 2026 erhält sie den renommierten Deutschen Tanzpreis.

Lecture: Die Geisha neu lesen. Wandel von Performance-Kulturen

Die Geisha war eine populäre Figur in den Künsten der westl. Moderne, da sie Weiblichkeit im „anmutigen“ Gewand der Fremdheit verkörperte. Das exotistische Stereotyp war zunächst gezeichnet durch die Verbindung von Pose, Performance und Rollenzuschreibung. Mit dem Au reten japanischer Tänzerinnen auf europäischen Bühnen erhielt dieses Bild Risse und widersprüchliche Züge. Die Brüche und Verzerrungen verweisen auf ein transformatives Potential, das in den Re-fi gurationen und Re-readings der „Geisha“ als Kunstfigur cross-kultureller Übertragungen und ihrer gender-Performances Ausdruck fi ndet. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts bilden sich weitere Darstellungen – wie die Punk-Geisha oder die hybriden Butoh-Performances – heraus, die nun vom Geist der Rebellion geprägt sind. Wie lassen sich solche „re-readings“ von Stereotypen kolonialer Verfl echtungen und Machtstrukturen im Kontext queerfeministischer Aktionskunst verstehen?

Master Class: "Witty witches"

Welche Transformationen humaner und non-humaner Körperlichkeiten erscheinen in performances von Punk-Geisha, Butoh-Witch-Dances und ihren Variationen? Verbergen sich darunter traditionelle kulturelle Stereotypen? Und wie verkleiden und verfremden sie sich in unterschiedlichen Medien, und treten als Avatare des Vertrauten auf? Im Seminar sollen die damit verbundenen Narrative von Identität aufgespürt werden. Handelt es sich um multiple Maskeraden, in denen alte Muster von exotisierter Weiblichkeit in neuem Gewand erscheinen? Welche (kolonialen) Geschichten und welche Erfahrungen von Gewalt werden darin transportiert (oder verleugnet)? TeilnehmerInnen sind eingeladen, eigene Beispiele und Lesarten ins Gespräch einzubringen.

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Anmeldung zur Master Class (gerne mit Fachrichtung und Statusgruppe (BA/MA/Doktorand*in)) per Mail an Elina Thode unter: norbert-elias-lectures@uni-bielefeld.de

Anmeldeschluss:

  • Christiane Solte-Gresser: 03.05.26
  • Gabriele Brandstetter: 07.06.26 

Anmeldung zur Master Class

Die Master Class richtet sich an fortgeschrittene Studierende, junge Wissenschaftler*innen und Doktorand*innen und bietet die Möglichkeit, mit renommierten Forscher*innenpersönlichkeiten in Kontakt und Diskussion zu treten. Spezifisches Vorwissen ist nicht von Nöten, um an dem zweistündigen Seminar teilzunehmen, der Besuch des Vortrages am Vorabend ist jedoch sinnvoll, wenn die Themen auch nicht deckungsgleich sein werden. Im Vorfeld wird Ihnen eine Textgrundlage zur Verfügung gestellt.

Haben Sie keine Scheu und nutzen Sie die Gelegenheit. Für die Teilnahme an der Master Class wird Ihnen ein Zertifikat ausgestellt.

Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt!

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