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  • Programm Sose 2024

     

    © Grafik | Design: Annika Jörges, 2023
    © Annika Jörges, 2023
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Anmeldung zur Master Class von Bénédicte Savoy am 26.06.24 (gerne mit Angabe der Fachrichtung) bis zum 16.06.24 per Mail unter: norbert-elias-lectures@uni-bielefeld.de // die Teilnehmendenzahl ist begrenzt!

Anmeldung zur Master Class von Juliane Vogel am 08.05.24 (gerne mit Angabe der Fachrichtung) bis zum 30.04.24 per Mail unter: norbert-elias-lectures@uni-bielefeld.de // die Teilnehmendenzahl ist begrenzt!

Prof. Dr. Bénédicte Savoy

25.06.2024: Restitution – und jetzt?

Vortrag: 25.06.2024
18 Uhr c.t. | X E0-001

*Master Class: 26.06.2024
10-12 Uhr | D3-121

Bénédicte Savoy ist eine der international führenden Expert:innen für Translokationen von Kunstwerken, Kunstraub und Beutekunst. Ihr Studium und ihre Promotion (2000) absolvierte sie in Paris. Seit 2009 ist sie Professorin für Kunstgeschichte der Moderne an der TU Berlin, von 2016–2021 hatte sie zudem einen Lehrstuhl am Collège de France inne. 2018 beriet sie zusammen Felwine Sarr den französischen Staatspräsidenten zu den Bedingungen der Restitution afrikanischer Kulturgüter von Frankreich an die Herkunftsländer. Savoy ist Mitglied mehrerer Akademien der Wissenschaften und wurde für ihre Forschungen vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Leibniz-Preis der DFG (2016). Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Museums- und Sammlungsgeschichte, Kunst- u. Kulturtransfer in Europa, Translokationsforschung, Kunstraub und Beutekunst sowie deutsch-französische Beziehungen. Zu ihren zahlreichen Veröffentlichungen, die ein breites internationales Echo erhielten, gehören u.a. Atlas der Abwesenheit. Kameruns Kulturerbe in Deutschland (2023), Beute. Eine Anthologie zu Kunstraub und Kulturerbe (2021), Afrikas Kampf um seine Kunst. Geschichte einer postkolonialen Niederlage (2021). Öffentliche Aufmerksamkeit erhielt sie zudem auch als Kuratorin mehrerer Ausstellungen in Deutschland wie Frankreich.

Vortrag: Restitution – und jetzt?

Seit 2017 ist in vielen europäischen Ländern scheinbar alles Wichtige über die Rückgabe von Kulturgütern, die während des 19. und 20. Jahrhunderts aus kolonialen Zusammenhängen nach Europa verbracht wurden, diskutiert worden. Ein Wendepunkt war die Übergabe der königlichen Schätze von Abomey an die Republik Benin im Jahr 2021. Diese Schätze, 1892 von französischen Truppen erbeutet und lange in Paris ausgestellt, symbolisieren mit ihren 2,5 Tonnen ein bedeutendes Stück Erinnerungskultur. Ihre Rückgabe läutete eine neue geopolitische Ära im Umgang mit afrikanischem Erbe ein. Der Erfolg des Films "Dahomey" von Mati Diop (2024), der sich mit dieser Thematik auseinandersetzt und den Goldenen Bären der letzten Berlinale gewann, unterstreicht die Bedeutung dieser Aktion. Solche Restitutionen verdeutlichen, dass die physische Rückführung von kulturell und historisch wertvollen Gütern die im Sarr-Savoy-Bericht von 2018 beschriebenen "tektonischen Verschiebungen" herbeiführen kann. Diese Angelegenheiten betreffen nicht nur Museen und Kulturstätten, sondern wirken sich auch auf Wirtschaft, Politik und Gesellschaft aus. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage: Warum wird das Thema Restitution, trotz bereits erzielter Erfolge einiger afrikanischer Staaten, die damit den Weg für kulturelle Gerechtigkeit ebneten, immer wieder aufgegriffen?

Master Class: Faktivismus. Mit historischen Quellen arbeiten

In der Master Class geht es darum, Museumsgeschichte und Restitutionsdebatte direkt an historischen Quellen zu rekonstruieren. Wir werden gemeinsam anhand sehr unterschiedlicher Dokumente aus verschiedenen Jahrzehnten des 20. und 21. Jahrhunderts erkunden, was akribische Archivarbeit bringen kann, und was nicht. Damit hängt die Frage zusammen: wie geht man mit der Aporie der Quellen methodisch um? Wie politisch ist Archivarbeit?


*Die Master Class richtet sich an fortgeschrittene Studierende, junge Wissenschaftler*innen und Doktorand*innen und bietet die Möglichkeit, mit renommierten Forscher*innenpersönlichkeiten in Kontakt und Diskussion zu treten. Spezifisches Vorwissen ist nicht von Nöten, um an dem zweistündigen Seminar teilzunehmen, der Besuch des Vortrages am Vorabend ist jedoch sinnvoll, wenn die Themen auch nicht deckungsgleich sein werden. Im Vorfeld wird Ihnen eine Textgrundlage zur Verfügung gestellt.

Haben Sie keine Scheu und nutzen Sie die Gelegenheit. Für die Teilnahme an der Master Class wird Ihnen ein Zertifikat ausgestellt.

Anmeldung zur Master Class von Bénédicte Savoy am 26.06.24 (gerne mit Fachrichtung und Statusgruppe (BA/MA/Doktorand*in)) bis zum 16.06.24 per Mail an Ronja Rieger unter: norbert-elias-lectures@uni-bielefeld.de // die Teilnehmendenzahl ist begrenzt!

Prof. Dr. Juliane Vogel

07.05.2024: In-Erscheinung-Treten – Auftritt in der Politik der Gegenwart

Vortrag: 07.05.2024
18 Uhr c.t. | X E0-001

*Master Class: 08.05.2024
10-12 Uhr | C01-204

Juliane Vogel ist seit 2007 Professorin für Neuere Deutsche Literatur und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität Konstanz. Nach ihrem Studium in Wien und Freiburg promovierte (1987) und habilitierte (2001) sie in Wien. Ihre Forschungstätigkeit hat sie im Rahmen von Gastprofessuren und Fellowships u.a. nach München, Berlin, Berkeley, Chicago, Princeton und an die Johns Hopkins University geführt. Vogel ist u.a. Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des ZfL Berlin, Mitherausgeberin der DVjs, sie war Vorstandsmitglied des Konstanzer Exzellenzclusters „Kulturelle Grundlagen von Integration“ und ist Sprecherin des NOMIS-Forschungsprojekts „Traveling Forms“ sowie Leiterin der Forschungsstelle „Formtheorie und historische Poetik“ in Konstanz. Sie profilierte sich mit ihren zahlreichen Veröffentlichungen zu europäischer Dramaturgie, Poetik, Formelementen und Szenografie des Dramas im historischen Kontext und kulturwissenschaftlicher Perspektive, darunter ihre Habilitationsschrift Die Furie und das Gesetz. Zur Dramaturgie der großen Szene in der Tragödie des 19. Jahrhunderts (2001) und Aus dem Grund. Auftrittsprotokolle zwischen Racine und Nietzsche (2018). Vogel ist eine der bedeutendsten Dramenforscher*innen Deutschlands und wurde 2020 mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis geehrt.

Vortrag: In-Erscheinung-Treten – Auftritt in der Politik der Gegenwart

Der Vortrag präsentiert und diskutiert aktuelle Auftrittsprotokolle der Politik sowohl in demokratischen wie in autokratischen Systemen der Gegenwart. Er beobachtet eine Wiederkehr triumphaler Auftrittsformen, die historisch hergeleitet und in ihren Neuprägungen beschrieben werden. Dabei soll umrissen werden, was bei einem politischen Auftritt auf dem Spiel steht, welche rhetorischen Strategien zu seinem Gelingen führen und mit welchen Gegenkräften beim Auftreten zu rechnen ist. Neben Beispielen aus den Medien werden Beispiele aus der dramatischen Literatur herangezogen, in denen sich das Wissen um die Komplexität von Auftrittssituationen verdichtet und die Krisen hervortreten, die den politischen Akt des In-Erscheinung-Tretens zu einem riskanten und prekären Vorgang mit ungewissem Ausgang werden lassen.

Master Class: Auftritte: Szenen und Protokolle

In der Master Class werden Beispiele aus Literatur und Film diskutiert, an denen die performative Herausforderung, die der Auftritt bedeutet, in besonderer Weise sichtbar wird. Dabei soll es nicht nur um politische Auftritte gehen, sondern generell um die Frage, wie durch Auftritt Situationsmacht und Anerkennung erlangt werden sollen, welche Spannungen in einem Auftritt bewältigt werden müssen, wie und wo der Auftritt „gemacht“ wird, in welchen Formen die Ungewissheit des Ankommens bearbeitet wird und welche Logiken des Scheiterns wir dabei erkennen können. Im Vordergrund sollen Beispiele aus der antiken Tragödie, aus Shakespeares Dramen, aber auch aus dem Monumentalfilm und dem Stummfilm (G.W. Pabst, Mankiewicz u.a.) stehen.

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