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  • Medizinische Fakul­tät OWL

    Medizinisches Modell eines Torso, neben dem eine Person in OP-Kleidung steht. Die Person hält das aus dem Modell entnommene Herz in der Hand.

Ethik der Medizin

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Aktuelles

Leberkrankheiten und Eigenverantwortung. Serap Ergin Aslan und Annette Dufner nehmen Stellung.

Annette Dufner empfiehlt zusammen mit weiteren Expert:innen einen weniger restriktiven Umgang mit Sedierungsbitten am Lebensende.

Professor Dufner führt Hintergrundgespräch mit Wissenschaftsredaktion des Spiegel über eine neue Studie aus der Genetik.

Jan Schnalke veröffentlicht in Nature zusammen mit einer Gruppe junger Wissenschaftler:innen einen Aufsatz über ethische Preisgestaltung für Gentherapien.

Forschungskolloquium

Das Forschungskolloquium 'Praktische Philosophie' findet 14-tägig mittwochs von 16:00-18:00 Uhr statt.
Das Programm finden Sie hier.

Die Arbeitsgruppe Ethik der Medizin untersucht grundlegende ethische Fragen, die sich im medizinischen Handeln, in der Forschung und in der gesundheitspolitischen Regulierung stellen. Im Mittelpunkt steht die Verbindung von philosophischer Reflexion mit der Analyse konkreter Herausforderungen in der klinischen Praxis und im öffentlichen Gesundheitswesen.

Unsere Forschung richtet sich auf die Bedingungen ethischen Handelns in der Medizin, die zunehmend durch technologische Innovationen, ökologische Transformationsprozesse sowie gesellschaftliche und kulturelle Vielfalt geprägt ist. Dabei befassen wir uns mit Fragen der Gerechtigkeit und Verantwortung, der Gestaltung fairer Allokationsentscheidungen und einer gerechten zukünftigen Medizin, dem Umgang mit Vulnerabilität und kulturellen Unterschieden sowie den ethischen Implikationen biomedizinischer Innovationen und digitaler Technologien.

Die Arbeitsgruppe ist in der Fakultät für Geschichts-, Philosophie- und Theologie verankert und zugleich eng mit der Medizinischen Fakultät OWL verbunden. Dieses interdisziplinäre Umfeld ermöglicht es uns, einen produktiven Dialog zwischen geisteswissenschaftlicher Analyse und medizinischer Praxis herzustellen.

Wir arbeiten mit Partnerinnen und Partnern aus den Bereichen Medizin, Recht, Geschichte und Kulturwissenschaft zusammen. Dazu zählen die Arbeitsgruppen für Geschichte und Wissenschaftstheorie der Medizin (Prof. Dr. Lara Keuck) und für Medizinrecht (Jun.-Prof. Dr. Friederike Gebhard), das Klinische Ethik-Komitee des Universitätsklinikums Bielefeld-Bethel (Tanja Kirchner) sowie das Institute for the Study of Science (ISoS).

Forschungsschwerpunkte

Unsere Arbeit gliedert sich in mehrere thematische Schwerpunkte, die eng miteinander vernetzt sind und theoretische sowie praktische Fragen der Medizinethik verbinden.

- Verteilungsgerechtigkeit, Public Health & Ressourcenallokation
- Kultur & Identität
- Vulnerabilität & Diskriminierungsfreiheit
- Forschungsethik
- Biomedizinsche Innovationen
- Digitalisierung & KI
- Verantwortung
- Green Health Care
- Ethik-Beratung

Team

AG-Leitung

Annette Dufner

Als Philosophin und Medizinethikerin bilde ich an der Universität Bielefeld eine inhaltliche Brücke zwischen der Abteilung für Philosophie und der neugegründeten Medizinischen Fakultät OWL. Zusammen mit Prof. Dr. Lara Keuck (Geschichte und Wissenschaftstheorie der Medizin) und Jun.-Prof. Dr. Friederike Gebhard (Medizinrecht) leite ich den Bereich der ‚Medical Humanities‘ an der medizinischen Fakultät und bin zugleich auch an der Abteilung für Philosophie aktiv.

Zu meinen Arbeitsschwerpunkten zählen insbesondere die normative Ethik und die Medizinethik, aber auch die Rechts- und Sozialphilosophie sowie Fragen der personalen Identität.

Zu meinen aktuellen Forschungsfragen im Bereich der normativen Ethik gehören Probleme der Verteilungsgerechtigkeit und der gerechten Aggregation sowie die Frage, welche Allokationskriterien unter Knappheitsbedingungen diskriminierend wären.

In medizinethischer Hinsicht gehören dazu die effiziente und diskriminierungsfreie Allokation knapper Ressourcen in der Transplantationsmedizin und in Pandemien, der Umgang mit prädiktiver Unsicherheit und Wahrscheinlichkeiten sowie bioethische und populationsethische Folgefragen der personalen Identität.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Kontakt

Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen

Serap Ergin Aslan

serap.ergin@uni-bielefeld.de

Universität Bielefeld
FB Medical Humanities / Abt. Philosophie
Postfach 100131
33501 Bielefeld
Gebäude X A4-252 

 

Ich bin seit Mai 2025 wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe Medizinethik an der Universität Bielefeld. Meine Forschung im Bereich der systematischen Medizinethik untersucht, wie sich Verantwortung und moralische Rationalität im medizinischen Handeln unter Bedingungen technologischer, ökologischer und kultureller Komplexität verändern.
Im Zentrum steht die Frage, wie medizinische Fachkräfte in einer durch Künstliche Intelligenz, Nachhaltigkeit und kulturelle Pluralität geprägten Praxis ethisch begründete Entscheidungen treffen können. Ziel ist es, ein normatives Modell ethischer Verantwortung zu entwickeln, das individuelles Handeln mit institutionellen und globalen Rahmenbedingungen verbindet.
Meine Dissertation (Universelle Prinzipien und kulturelle Bedingtheit, Brill | mentis, 2024) zeigt, wie die vier Prinzipien der Medizinethik von T. Beauchamp und J. Childress in unterschiedlichen kulturellen Kontexten ausgestaltet werden. Im Mittelpunkt steht dabei das Spannungsfeld zwischen individualistischen und kollektivistischen Kulturen am Beispiel Deutschlands und der Türkei. Dabei untersuche ich, inwiefern kulturell geprägte Spezifizierungen dieser Prinzipien die praktische Reichweite und normative Aussagekraft des Prinziplismus begrenzen oder erweitern.
Aktuell arbeite ich zu Fragen der ethischen Prinzipien als Grundlage für die Entwicklung und Anwendung von KI in der Medizin, der Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen sowie der interkulturellen und globalen Medizinethik.

Forschungschwerpunkte

  • Angewandte Ethik
  • Globale Ethik
  • Moralische Verantwortung
  • Forschungsethik und Dual-Use-Problematik
  • Ethik der Künstlichen Intelligenz
  • Nachhaltiges Gesundheitswesen (Green Health Care)
  • Praktische und politische Philosophie

Weitere Informationen finden Sie hier.

Informationen zu Herrn Mannino finden Sie hier.

Jan Schnalke

Obwohl ich mich in meinem Philosophiestudium hauptsächlich mit Fragen der theoretischen Philosophie befasst habe – wie der Frage personaler Identität –, hat sich mein Arbeitsschwerpunkt in Richtung der praktischen Philosophie verschoben. Seitdem ich im Projekt „NANoSoGT - Normative Assessment of Novel Somatic Genomic Therapies“ im Institute for Medical Humanities am Universitätsklinikum Bonn als wissenschaftliche Hilfskraft beschäftigt war, setze ich mich vor allem mit medizinethischen Fragen auseinander. Seit Juli 2024 bin ich nun Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe Medizinethik. In meiner Dissertation, die von Prof. Dr. Annette Dufner betreut wird, untersuche ich den Begriff des Gemeinwohls und erarbeite, inwiefern mithilfe dieses Begriffs medizinethische Fragen adressiert werden können.

Forschungsinteressen

  • Medizinische Ethik
  • Normative Ethik
  • Theorien der personalen Identität
  • Metaphysik/ Ontologie

Weitere Informationen finden Sie hier.

Hilfskräfte

Gesa Tefett

Nach dem Abschluss meiner Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin habe ich auf einer interdisziplinären Intensivstation gearbeitet. In dieser Zeit konnte ich wertvolle Erfahrungen in der Akut- und Intensivmedizin sammeln und tiefe Einblicke in die Herausforderungen der modernen Patientenversorgung gewinnen. Parallel zu meiner Tätigkeit habe ich im Jahr 2021 das Studium der Humanmedizin an der Universität Bielefeld aufgenommen. Mein besonderes Interesse während des Studiums gilt den Medical Humanities, insbesondere der Medizinethik. Mich fasziniert die Frage, wie ethische Prinzipien im oft hektischen und komplexen Klinikalltag umgesetzt werden können. Dabei interessiere ich mich vor allem dafür, wie ethische Überlegungen die medizinische Entscheidungsfindung prägen und die Versorgung von Patientinnen und Patienten nachhaltig verbessern können. Durch meine berufliche und akademische Laufbahn möchte ich dazu beitragen, eine Brücke zwischen medizinischer Praxis und ethischen Ansprüchen zu schlagen und eine menschlichere, verantwortungsbewusste Medizin zu fördern.

 

Kontakt

Teamassistenz

Ute Torweihe

Teamassistentin
(Vertretung Jovana Moldenhauer)

 

Kontakt
 

Jovana Moldenhauer

Teamassistentin
(bis September 2026 abwesend)
 

Assoziierte Mitglieder

Informationen zu Herrn Stoecker finden Sie hier.

Informationen zu Frau Herrmann finden Sie hier.

 

Informationen zu Herrn Kipke finden Sie hier.

Tanja Kirchner

Informationen zu Frau Kirchner finden Sie hier.

Dr. Shingo Segawa hat seinen Master- und Bachelorabschluss in Soziologie in Japan an der Rikkyo Universität und der Hitotsubashi Universität erworben. Für seine Bachelorarbeit hat er Interviews und teilnehmende Beobachtungen in einem Stadtgebiet durchgeführt, in welchem viele ältere, alleinstehende und pflegebedürftige Menschen leben. In seiner Masterarbeit hat er sich mit der Entstehung des Subjekts in Hegels „Phänomenologie des Geistes“ befasst. In seiner Promotion in Philosophie an der Universität Münster hat er sich mit der Frage beschäftigt, ob der Begriff der Person in den Debatten um den Lebensanfang (Abtreibung) und das Lebensende (Sterbehilfe und Respekt gegenüber Menschen mit Demenz) hilfreich ist. Aktuelle interessiert er sich dafür, ob und wie die Menschen in einer kulturell vielfältigen Gesellschaft solidarisch sein können.

Forschungsschwerpunkte

  • Public Health in kulturell vielfältigen Gesellschaften
  • Philosophie der Person
  • Autonomie / Respekt vor Autonomie
  • Ethische Aspekte von Demenzerkrankungen

Publicationen (Auswahl)

  1. Segawa, Shingo. Der Begriff der Person in der biomedizinischen Ethik. mentis: Münster. 2020. (Deutsch).
  2. Segawa, Shingo. & Alpinar-Segawa, Zümrüt (2026): How can we foster solidarity in a culturally diverse society? Taking dementia prevention through technology as an example. In: Monash Bioethics Review. (Englisch). https://doi.org/10.1007/s40592-026-00283-4.
  3. Segawa, Shingo. & Alpinar-Segawa, Zümrüt. (2025): Limits to respect for autonomy principle when caring for people with dementia: Rethinking respect for people with dementia. In: Ethics & Bioethics (in Central Europe) 15 (1–2): 79–99. https://doi.org/10.2478/ebce-2025-0007 (Englisch).
  4. Andreoletti, Mattia; Lazzaroni, Cynthia; Petersen, Niklas; Segawa, Shingo; Leibing, Annette; Schicktanz, Silke; Blassime, Alessandro. (2023): Optimizing the Aging Brain: The BEAD Study on the Ethics of Dementia Prevention. In: The Journal of Frailty & Aging 12. 111-16. https://doi.org/10.14283/jfa.2023.6 (Englisch).
  5. Segawa, Shingo. (2021): Inwiefern ist der Begriff der Person für die biomedizinische Ethik hilfreich? In: Zeitschrift für philosophische Forschung 75 (3). 433-55. https://doi.org/10.3196/004433021833548642 (Deutsch).
  6. Segawa, Shingo. (2018): Die Grenze des Personenbegriffs und dessen Gültigkeit in der biomedizinischen Ethik. In: 生命倫理 29 (Journal of Japan Association for Bioethics 29). Japan Association for Bioethics. 22-30 (Japanisch).

Informationen zu Herrn Weber finden Sie hier.

Klinische Ethik

Unsere Gruppe kooperiert mit dem Klinischen Ethik Komittee am Ev. Klinikum Bethel (Universitätsklinikum OWL, Campus Bielefeld-Bethel). Weitere Informationen finden Sie hier.

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