

Das Projekt E-SPARRING entwickelt den Einsatz von Simulationspersonen (SP) in der Aus-, Fort- und Weiterbildung der Gesundheitsberufe weiter.
SP sind trainierte Schauspieler*innen oder geschulte Personen, die in Lehr- und Prüfungssituationen reale Gesprächs- und Behandlungssituationen nachstellen. So können Lernende kommunikative, praktische und soziale Kompetenzen in einem geschützten Raum trainieren, reflektieren und verbessern. Gleichzeitig wird eine faire und vergleichbare Prüfungssituation ermöglicht, ohne echte Patient*innen zu gefährden.

Der Einsatz von SP ist in der Medizin und in vielen Gesundheitsberufen bereits etabliert. In der Praxis bestehen jedoch weiterhin große Unterschiede in der Umsetzung. Genau hier setzt das Projekt an:
Das Projekt reagiert darauf mit einem strukturierten, digitalen und übertragbaren Ansatz.
Ziel ist es, die Vor- und Nachbereitung von SP-Einsätzen digital zu unterstützen, die Qualität zu sichern und den Austausch zwischen Standorten und Fachbereichen zu verbessern.
Dafür werden drei Bausteine entwickelt, die gemeinsam eine nachhaltige und praxisnahe Weiterentwicklung ermöglichen:

Lehrende werden dabei unterstützt, Simulationspersonen professionell in Lehre und Prüfung einzusetzen. Die Inhalte sind modular aufgebaut und können an die Bedürfnisse einzelner Fachbereiche angepasst werden.
Im Mittelpunkt stehen unter anderem:
Die digitalen Lernmodule enthalten Videobeispiele, interaktive Elemente und Lernzielüberprüfungen. So kann sichergestellt werden, dass SP-Einsätze fachlich fundiert und qualitätsgesichert erfolgen.

Auch Studierende sollen gezielt auf SP-Kontakte vorbereitet und in der Reflexion unterstützt werden. Dafür werden digitale Module entwickelt, die methodische Grundlagen vermitteln und die Lernenden vor, während und nach dem Kontakt begleiten.
Mögliche Inhalte sind:
Die Module können flexibel an Fachrichtung und Zielgruppe angepasst werden. So erhalten Lernende genau die Unterstützung, die sie für einen erfolgreichen und sicheren Umgang mit SP benötigen.

Als dritter Baustein entsteht eine Falldatenbank, die professions- und institutionsübergreifend nutzbar ist. Sie erleichtert die Suche, Auswahl und Weiterentwicklung von Fallszenarien.
Die Fälle werden nach einem einheitlichen interprofessionellen Template strukturiert und verschlagwortet. Zusätzlich können Erfahrungen, Hinweise und Kommentare ergänzt werden. So entsteht eine gemeinsame Ressource, die Qualität, Austausch und Wiederverwendbarkeit stärk.


Dr. phil. Torsten Bollweg
Wissenschaftlicher Mitarbeiter | Projekt E-SPARRING
Das Projekt wird von Beginn an gemeinsam weiterentwickelt. Neben einem Expertengremium werden Studierende über einen eigenen Beirat aktiv eingebunden. Zusammen mit einem Evaluationskonzept ermöglicht das eine fortlaufende Verbesserung der Inhalte.
Der Studierendenbeirat umfasst Medizinstudierende an drei Standorten in Deutschland und berät das Projektteam mit Blick auf die spezifische Sichtweise von Studierenden. Hierzu gehören Einblicke in die Wahrnehmung des Simulationspatient*innen-Einsatzes in Lehre und Prüfungen, Barrieren für die aktive Nutzung von SP-Interaktionen für die professionelle Weiterentwicklung und Bedarfe an eine systematische Vorbereitung auf SP-Interaktionen.
Emily Gangei
Universität Bielefeld, Modellstudiengang Medizin
Studentische Hilfskraft, Skills Lab der Medizinischen Fakultät OWL
Johanna Knop
Georg-August-Universität Göttingen, Studiengang Humanmedizin
Svenja Schäfers
Universität zu Köln, Studiengang Humanmedizin
Studentische Hilfskraft, Kölner interprofessionelles Skills Lab & Simulationszentrum (KISS)
Das Expert*innen-Gremium umfasst Kolleg*innen mit langjähriger Erfahrung im Design von Simulationszenarien, der Leitung von Simulationsprogrammen und der Ausbildung von Simulationspatient*innen und Dozierenden.
Dr. med. Angelika Hiroko Fritz
Simulations-Patienten-Programm
Medizinische Fakultät, Uniklinikum Essen
Universität Duisburg-Essen
Elvira Pippel
Co-Founderin HejSim | Simulationsexpertin
Pflegewissenschaftlerin | Gestalterin
Christian Thrien
Dipl.-Sozialarbeiter (FH) / Theaterpädagoge BuT®
Trainer für Simulationspersonen
Universität zu Köln
Das Projekt startet in der Humanmedizin an der Universität Bielefeld und wird dort pilotiert. Die entwickelten Materialien aus den Säulen I und II werden anschließend als Open Educational Resources (OER) unter CC-BY-SA 4.0 veröffentlicht und können von anderen Einrichtungen genutzt werden.
Die Falldatenbank wird vom Projektteam an der Universität Bielefeld aufgebaut und steht danach deutschlandweit online kostenlos zur Verfügung.