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    Erfahrungsberichte aus der Universität Bielefeld

    © Universität Bielefeld

„Kultur geht auch im Netz, aber Zoom ersetzt nicht alles!“

  • © Hans-Martin Kruckis
  • © Gemälde: National Gallery of Art, Washington D.C.

Dr. Hans-Martin Kruckis leitet das Zentrum für Ästhetik

Gerade 2020 sollte kulturell so viel passieren, und nun mussten wir alles in der geplanten Form canceln: Vorweg das art/science-Festival zum Thema „Zensur“ im Juni mit vielen prominenten Gästen und einem spannenden Programm. Aber: Jammern hilft nicht, Sicherheit geht nun mal vor, und ich finde das Krisenmanagement der Uni - unter Einbau eines großen Vertrauensvorschusses für die Beschäftigten - absolut vorbildlich. Mit der Kultur geht es vor Ort erstmal wie überall nur digital weiter, und wir wollen versuchen, möglichst viel unserer ursprünglichen Planungen ins Netz zu transferieren. Vor allem: Diskutieren Sie dort demnächst mit uns das spannende Buch „Achtung Zensur!“ von Nikola Roßberg!

 

Ansonsten: Von zu Hause und nur virtuell mit den Kolleg*innen zu kommunizieren erzeugt Entzugserscheinungen. Jetzt wird nochmal viel deutlicher, was man an ihnen hat und wie bunt der Uni-Alltag mit Mittagspause in der Mensa und vielen informellen Kontakten doch ist - Zoom ersetzt das einfach nicht! Vor allem aber: Homeoffice mit Home-KiTa für einen Sechsjährigen und Homeschooling für einen Neun- und einen Elfjährigen zu kombinieren, ist ein Abenteuer für sich. Von Arbeitsrhythmus keine Spur, permanente Improvisation ist angesagt. Bevor die häuslichen Strukturen völlig aus dem Leim gehen: Sinnvolle Beschäftigung mit Kultur für die ganze Familie. Vom Getty-Museum in LA geht augenblicklich eine riesige Welle des Nachstellens von Kunstwerken aus, und meine Frau hat die Idee, das Ganze als Stadtteil-Outdoor-Museum zu organisieren. Die Resonanz der Babenhauser darauf ist überwältigend – an vielen Haustüren findet man jetzt Abbildungen der Originale und dessen, was die Kreativität der Bevölkerung in Uni-Nähe daraus gemacht hat. Und dabei nicht zu bescheiden sein. Es darf schon die Familie George Washingtons sein, an die man sich heranwagt, mit allem, was der Keller an alten Klamotten und möglichst absurden Requisiten hergibt. Kommen Sie doch mal zum Kucken vorbei – oder noch besser: Machen Sie sowas auch!