
Während einer Hitzeperiode können auch am Arbeitsplatz deutlich höhere Temperaturen als sonst herrschen. Um der Hitze am Arbeitsplatz entgegenzuwirken und die Hitzebelastung möglichst zu reduzieren, finden Sie nachfolgend Tipps und Ratschläge, um den Hitzephasen effektiv begegnen zu können.
Im Leitfaden "Hitze und Hitzeschutz" der Universität Bielefeld sind die u.a. Tipps und Ratschläge zusammenfassend dargestellt (pdf-Datei).
Bleiben Sie informiert – und kommen Sie gesund durch den Sommer!
Über den Tag verteilt sollten etwa zwei bis drei Liter Flüssigkeit aufgenommen werden. Bei bestimmten Erkrankungen (z. B. Herz und Nieren) sollte die jeweils geeignete Trinkmenge mit dem behandelnden Arzt / der behandelnden Ärztin besprochen werden. Zur weiteren Trinkwasserversorgung stellt die Universität Bielefeld allen Beschäftigten, Studierenden und Gästen Wasserspender zur Verfügung. Die Wasserspender befinden sich:
UHG vor dem Sowls/Haupteingang B01
UHG A0-304
UHG Unihalle zum Bauteil V
UHG U2 (neben Raum U2-123)
X-Gebäude neben E0-108
Am besten eignen sich Wasser, abgekühlte / lauwarme Kräuter- und Früchtetees ohne Zuckerzusatz und Saftschorlen in Hitzephasen. Auch wenn kein Durst verspürt wird, sollte am besten stündlich ein Glas getrunken werden. Starkes Schwitzen führt zu erheblichem Wasserverlust des Körpers. Unter Umständen sind gesundheitliche Beschwerden als Folge zu erwarten. Da ein Durstgefühl erst einsetzt, wenn bereits (zu) viel Flüssigkeit verloren wurde, sollte daher vorgebeugt werden.
Mit Verzicht auf eiskalte Getränke wird der Magen geschont. Koffein-, Teein- und Zuckerkonsum sollten eingeschränkt werden. Zuckerhaltige Getränke entziehen dem Körper Flüssigkeit; koffein- und Teein haltige Getränke (z.B. Kaffee, Energy-Drinks, grüner und schwarzer Tee) können den Kreislauf möglicherweise noch zusätzlich belasten.
An heißen Tagen sollten bevorzugt mehrere kleine Mahlzeiten eingenommen werden. Bevorzugt werden sollten leichte, frische und kühle Nahrungsmittel und Gerichte mit einem möglichst hohen Wassergehalt z. B. Obst, Gemüse, Salat, fettarme Suppen, fettarme Milch oder Milchprodukte.
Menschen, die sehr stark schwitzen, schwemmen auch Mineralien (vor allem Natrium) aus Ihrem Körper. Aufgrund seines hohen Wasserbindungsvermögens spielt Natrium eine wichtige Rolle bei der Regulation des Wasserhaushalts und ist lebensnotwendig. Bei starkem Schwitzen sollte das verlorene Natrium dem Körper zurückgegeben werden, indem normal gesalzene Speisen gegessen werden und ausreichend Wasser zu sich genommen wird. Andernfalls kann eine sogenannte Elektrolytstörung drohen.
Eine Elektrolytstörung führt zu Müdigkeit, Mattheit, verzögerten Reaktionszeiten oder im Extremfall sogar zu Verwirrtheit.
Kühlende Maßnahmen wie das Benetzen von Stirn, Nacken oder Handgelenken können helfen, die Körpertemperatur zu regulieren. Es hilft mit kaltem Leitungswasser, das über die Innenseite der Handgelenke laufen gelassen wird, eine schnelle Abkühlung des Körpers zu erreichen.
Darüber hinaus ist das Schwitzen der wichtigste Mechanismus zur Thermoregulation des Körpers. Durch Verdunstung von Schweiß auf der Haut wird dem Körper Wärmeenergie entzogen (er wird abgekühlt), was eine Überhitzung z. B. bei hohen Außentemperaturen verhindern kann. Das Tragen von enger oder luftundurchlässiger Kleidung kann diesen natürlichen Kühlungsprozess stören.
Um Hitzestress abzubauen, sollten Pausen nach Möglichkeit in einer kühlen Umgebung verbracht werden. Bei mehrtägiger Hitze nimmt die Gesamtbeanspruchung des Körpers immer mehr zu (Hitzestress). Daher sollte nach der Arbeit zwingend auf ausreichend Erholung geachtet werden. Es kann mitunter erforderlich sein, mit Blick auf Hitzebelastungen und gesundheitlichen Risiken das Arbeitspensum bzw. die Leistungserwartungen während starker Hitzeperioden entsprechend anzupassen.
Um Gesundheitsbelastungen vorzubeugen und das Raumklima bei den hohen Temperaturen so angenehm wie möglich zu gestalten, sollte insbesondere in den frühen kühleren Morgenstunden eine Querlüftung durchführt werden. Dabei sind alle Fenster gleichzeitig zu öffnen und möglichst auch gegenüberliegende Fenster und Türen. Durch diese sogenannte Querlüftung gelangt die frische, noch kühle Luft besonders schnell in alle Räume.
Ist die Temperatur im Freien höher als in den Arbeitsräumen, hat Lüften keine Kühlwirkung mehr. Die Fenster sind dann geschlossen zu halten und die Außenjalousien, Gardinen oder Lamellen (Sonnenschutz) zu nutzen. Falls die Luftfeuchtigkeit im Innenraum sehr hoch ist, u. a. durch Arbeitsprozesse, sollte trotzdem gelüftet werden, da in sehr feuchter Luft das Schwitzen behindert wird. Gleiches gilt für Posträume, in denen „Trockeneispakete“ umgeschlagen werden. Während der Verweilzeit des Paketes ist ein Fenster in Kippstellung zu bringen.
Wenn in den Universitätsräumen die Möglichkeit besteht, die Außenjalousien über Nacht geschlossen zu halten (nur zulässig, wenn kein Gewitter/Sturm gemeldet ist), können die Fenster auch über Nacht geöffnet werden. Im sanierten 1. Bauabschnitt im Universitätshauptgebäude ist das Schließen der Außenjalousien über Nacht nicht möglich, da diese eine automatische Steuerung in Abhängigkeit von Sonneneinstrahlung/Wind besitzen.
Hinweis: Die BioStoffV / GenTSV legt fest, dass bei Arbeiten mit bestimmten Biostoffen die Fenster während der Tätigkeit geschlossen sein müssen bzw. erst gar nicht zu öffnen sein dürfen. Fragen Sie ggf. Ihre Führungskraft, welche Vorgaben für Ihren Arbeitsbereich zu beachten sind.
Hinweis: In Räumen, die im Erdgeschoss verortet sind, ist das Öffnen der Fenster über Nacht aus Gründen einer Einbruchgefährdung nicht zulässig (auch nicht bei geschlossenen Jalousien).
Hinweis: Melden Sie bitte defekte Außenjalousien an: Zentrale Leitwarte der Universität, Tel.: 7777.
Auch künstlich erzeugte Luftbewegungen kühlen, deshalb sind Ventilatoren hilfreich. Sie kühlen die heiße Luft zwar nicht ab, trotzdem wirkt der über die Haut streichende Luftzug kühlend. Außerdem trocknet er den Schweiß auf der Haut. Die dabei entstehende Verdunstungskälte kühlt die Haut zusätzlich.
Hinweis: Es ist darauf zu achten, dass Ventilatoren nicht direkt auf eine Person ausgerichtet werden und in einiger Entfernung aufzustellen sind. Manche Menschen reagieren empfindlich auf Zugluft. Außerdem verbraucht ein Ventilator Energie und erzeugt dadurch selbst etwas Wärme.
Die Beschaffung und Nutzung von elektrisch geprüften Ventilatoren erfolgt in Absprache mit den jeweiligen Vorgesetzten (Rundverfügung vom Febr. 2013 elektrische Betriebsmittel).
Während der heißesten Tageszeit – etwa zwischen 11 und 17 Uhr – sollten Personen sich möglichst wenig draußen aufhalten. Auf intensive körperliche Aktivitäten sollte nach Möglichkeit während dieser Zeit ganz verzichtet werden. Bestehende Gleitzeitregelungen sind zu nutzen, um den Arbeitsbeginn nach Möglichkeit in die kühleren Morgenstunden oder in die Abendstunden legen zu können.
Achten Sie auf Informationen der Hochschulleitung zur Erweiterung des Gleitzeitrahmens in Hitzeperioden (E-Mail: Hitzewarnungen).
Bei Hitzestress kann sich der Gesundheitszustand eines Menschen ganz plötzlich verschlechtern. Es ist daher wichtig, dass Sie auf sich und Ihre Kolleg*innen achten und sich gegenseitig unterstützen. Denn nicht jede(r) verträgt die Hitze gleich gut. So reagieren z. B. Menschen mit gesundheitlichen Vorbelastungen (z. B. Bluthochdruck, Diabetes oder Asthma) sowie besonders schutzbedürftige Beschäftigte (z. B. Schwangere und stillende Frauen, Jugendliche, Ältere) oft besonders sensibel auf Hitze.
Insbesondere Vorgesetzte sollten auf besonders schutzbedürftige Personen (z. B. Jugendliche, Ältere, Schwangere, stillende Mütter) und auch gesundheitlich Vorbelastete achten und ggf. weitere Maßnahmen ergreifen, die im Vorfeld über die Gefährdungsbeurteilungen festgelegt worden sind.
Alarmsignale einer akuten Hitzeerkrankung können z. B. sein:
Nehmen Sie bei sich oder anderen eines oder mehrere der genannten Symptome wahr, sollten Sie unverzüglich reagieren und auch Ihre Vorgesetzten umgehend informieren. Wird ein medizinischer Notfall vermutet, melden Sie:
Weitere Informationen:
Grundsätzlich gilt, dass während der Arbeitszeit eine „gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur“ am Arbeitsplatz vorliegen muss. Nach der Technischen Regel für Arbeitsstätten zum Thema Raumtemperatur (ASR A3.5) soll die Lufttemperatur in Arbeitsräumen +26 °C nicht überschreiten. Werden diese durch Sonneneinstrahlung überschritten, müssen geeignete Sonnenschutzsysteme zur Beschattung eingesetzt werden (z. B. Außenjalousien). Bei Außentemperaturen über +26 °C gelten besondere Regelungen. Überschreitet die Raumlufttemperatur trotz Sonnenschutzsystem +26 °C sollen ergänzende Maßnahmen umgesetzt werden. Bei Überschreitung einer Lufttemperatur im Raum von + 30 °C müssen wirksame Maßnahmen erfolgen, um die Beanspruchung der Beschäftigten zu reduzieren. Dabei sind technische und organisatorische den personenbezogenen Maßnahmen vorzuziehen[1].
Über + 35 °C ist der Raum ungeeignet für die Arbeit; ein vorübergehendes Ausweichen in kühlere Arbeitsräume oder Nutzung von FlexWork ist notwendig. Kühlere Arbeitsplätze zur vorübergehenden Nutzung sind z. B. in der Mensa des X-Gebäudes oder in der Bibliothek. Meetings oder Besprechungen können ggf. auch nach draußen verlagert werden und sollten an heißen Tagen auf die absolut notwendige Dauer beschränkt werden. Weniger dringende Punkte können in Besprechungen an kühleren Tagen bearbeitet werden.
Schutz vor Hitzebelastungen bietet auch die Art der Kleidung; es ist leichte, luftige und atmungsaktive Kleidung zu tragen. Sie ermöglicht, dass die Luft am Körper zirkuliert. Geeignete Stoffe sind Viskose, dünne Baumwolle, Leinen und Seide. Auch die Farbe hat einen Effekt auf die Körpertemperatur. Es ist bevorzugt helle Kleidung zu tragen, denn sie reflektiert das Sonnenlicht besser, als dunkle. Noch wichtiger als die Farbe ist aber, dass die Kleidung locker sitzt, damit die Luft zirkulieren kann. Vorgaben zum Tragen von Persönlicher Schutzausrüstung sind auch in Hitzephasen einzuhalten.
Hinweis: Antworten auf die häufigsten Fragen zum Thema „Klima im Büro“ sind in der „DGUV Information 215-520 (Dezember 2025)“ enthalten (https://publikationen.dguv.de/regelwerk/dguv-informationen/456/klima-im-buero-antworten-auf-die-haeufigsten-fragen).
[1] Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV). (2026). Hitze und Trockenheit. Verfügbar unter: https://www.dguv.de/de/praevention/klimawandel/hitze-und-trockenheit/index.jsp
Die besonders schutzbedürftigen Personengruppen sind aufgrund bestimmter Risikofaktoren an heißen Tagen besonders betroffen und tragen durch Hitze stärkere Gesundheitsfolgen davon. Hierzu gehören insbesondere (chronisch) kranke Menschen, Menschen mit Behinderungen, ältere Menschen, Schwangere, Kinder und Jugendliche, sowie Menschen mit arbeitsbedingten Risiken. Die detaillierte Darstellung finden Sie auf dem Hitzeschutzportal der Universität Bielefeld "Hitze und vulnerable Gruppen".
Dokumente/Broschüren
Weitere Links