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  • Motivation für das Studium

    Ja eben, warum gerade Chemie? Warum wir uns dafür entschieden haben, versuchen wir hier mal zu erklären.

    © Universität Bielefeld

Warum Chemie?

Noch Fragen?

Dir ist etwas unklar oder Du willst mehr wissen? Das lässt sich natürlich einrichten. Schreib uns einfach eine Mail und wir beantworten Deine Fragen.

Wenn Du möchtest machen wir auch einen persönlichen Beratungstermin, falls es nicht bei einer Frage bleibt.

Du stehst mit dem Abitur in der Hand an der Schwelle des Übergangs vom Gymnasium zur Universität? Oder hast vielleicht eine Ausbildung hinter Dir und möchtest nun ein Studium dranhängen? Du bist unentschlossen, in welchen Studiengang Du Dich einschreiben sollst? Lass uns Dir hiermit ein paar Hilfen zur Entscheidungsfindung geben.

Unsere Fakultät veranstaltet außerdem jedes Wintersemester ein Probestudium, bei dem Du Dir die Art und Weise wie eine Vorlesung gehalten wird, ansehen kannst. Dabei sind auch wir wieder vor Ort. An einem Nachmittag berichten wir vom Studium und stehen Dir für Fragen zur Verfügung.

Chemie

Chemie ist abwechslungsreich

Ein Studium in der Chemie ist niemals langweilig. Dich erwartet eine abwechslungsreiche Mischung aus theoretischer und praktischer Arbeit. Die Möglichkeiten der Spezialisierung reichen von synthetischer oder analytischer Labortätigkeit über Computersimulationen bis hin zur Entwicklung neuer Geräte.

Experimente müssen geplant und durchgeführt, wissenschaftliche Ergebnisse recherchiert und Zeitschriftenartikel (im späteren Studium) geschrieben werden. Wer gerne ausschließlich im Labor steht und Apparaturen bedient, sollte lieber Laborant werden - beim Chemiestudium liegt der Schwerpunkt auf der wissenschaftlichen Ausarbeitung und Interpretation der Experimente.

Darüber hinaus ist die Arbeit in der Chemie außerordentlich interdisziplinär und beinhaltet je nach Schwerpunkt Teilbereiche der Physik, Mathematik, Informatik, Biologie oder Medizin. Ein bisschen Interesse am selbst gewählten Themengebiet vorausgesetzt, wird aus der Chemie somit ein spannendes und forderndes Berufsfeld.

Wenn Du Spaß daran hast, Schritt für Schritt herauszufinden, wie unsere Welt im Inneren zusammen gebaut ist, bist Du hier richtig.

Chemie ist anders als in der Schule

Mit Schulchemie hat ein Chemiestudium nur noch wenig zu tun. Es geht um mehr als nur ein paar Kipp-Schütt-Versuche mit ungefährlichen und günstigen Chemikalien. Wir analysieren auch keine pH-Umschläge mehr oder erhitzen irgendwelche Stoffe, um zu sehen, wie sie brennen. Die Arbeit im Labor bedeutet den Umgang mit teuren und teilweise gefährlichen Materialen - trotzdem keine Angst, die Sicherheitsmaßnahmen sind dementsprechend gut. Vor jedem Versuch wird deshalb besprochen, wo eventuelle Gefahren liegen. Außerdem: Wer soll diese Stoffe bitte handhaben, wenn nicht ein/e Chemiker*in? Dabei lassen sich bei diesen anspruchsvolleren Versuchen natürlich auch wesentlich spannendere Ergebnisse beobachten.

Insbesondere was das Lernverhalten angeht, muss man sich vom alten Bild der Schule verabschieden. An der Universität ist die Lernkurve deutlich steiler, d.h. man ist gezwungen, deutlich mehr in deutlich kürzerer Zeit zu lernen. Der gute Aspekt daran: Im Idealfall lernt man nur noch, was einen interessiert, da die Möglichkeit zur Spezialisierung deutlich größer ist und man als Student*in einen gewissen Einfluss auf die Auswahl der Vorlesungen hat.

Das gesamte Lernen und Arbeiten an der Universität ist eine deutlich selbstständigere Tätigkeit: Vorlesungen und Tutorien sind ein Angebot, das zu nutzen niemand gezwungen wird. Mit Ausnahme der Praktika kommt es zwar formell nur darauf an, die Prüfungen am Semesterende zu bestehen, aber hier - viel mehr noch als in der Schule - geht es nicht allein um gute Noten, sondern um das Erlangen von Qualifikationen, die man für sein späteres Berufsleben benötigt.

Das bedeutet auch, dass es an der Universität keine/n Lehrer*in gibt, der/die einen bei schleifender Leistung motiviert und fordert - wer zurück bleibt, wird zurück gelassen! Selbststudium mit Büchern und Lerngruppen ist hier eine Pflicht, an die man sich jedoch schnell gewöhnt. Wir können jedoch mit Stolz behaupten, dass unsere Lehrenden es nicht dazu kommen lassen wollen.

Biochemie ist interdisziplinär

Die Biochemie hat sich als eigenes Fach am Schnittpunkt zwischen Chemie, Biologie und Medizin positioniert. Sie untersucht die Lebensvorgänge in Organismen mit chemischen, physikalischen und molekularbiologischen Methoden. Damit bildet sie die Grundlage der Forschung vieler Gebiete der Medizin, Biologie und Landwirtschaft.

Das Studium der Biochemie ist sehr vielfältig. Es ist eine Mischung aus theoretischer und praktischer Arbeit. Bei den Laborpraktika müssen Experimente geplant, durchgeführt und anschließend die Ergebnisse ausgewertet werden. Dazu gehört immer auch der theoretische Hintergrund des Versuchs und die Recherche wissenschaftlicher Ergebnisse. Es ist jedoch nicht nur die Arbeit im Labor, die das Biochemiestudium ausmacht. Der Schwerpunkt liegt bei der wissenschaftlichen Ausarbeitung und der Interpretation der Experimente sowie beim Lernen der Theorie.

In den ersten Semestern erhält man als Student*in einen groben Überblick über die Grundlagen der molekularen Biologie und die Chemie, wobei letztere klar im Vordergrund steht. In der Biologie werden Bereiche wie z.B. Stoffwechselbiologie, Zellbiologie, Genetik und Evolutionsbiologie, in der Chemie Grundlagen in den Bereichen anorganische, organische und physikalische Chemie vermittelt. Dazu kommen mathematische Grundlagen. Im späteren Studium wird der Fokus dann ganz klar auf die Biochemie gelegt, wobei eine individuelle Schwerpunktsetzung möglich ist.

Wenn Du also Interesse an Naturwissenschaften im Allgemeinen hast, vor Chemie nicht zurückschreckst und wissen möchtest, wie das Leben auf molekularer Ebene funktioniert, dann bist Du hier genau richtig.

Unterricht ist ein Studium nicht mehr

Mit dem Biologie- und Chemieunterricht aus der Schulzeit hat das Biochemiestudium nicht viel zu tun. Es geht nicht mehr darum einem Hefeteig auf Grund von Gärungsprozessen beim Aufgehen zuzusehen, Schweineaugen zu sezieren oder einfache Versuche mit ungefährlichen Chemikalien durchzuführen. Die Arbeit im Labor bedeutet den Umgang mit teuren und teilweise gefährlichen Materialen - trotzdem keine Angst, die Sicherheitsmaßnahmen sind dementsprechend gut. Vor jedem Versuch wird deshalb besprochen, wo eventuelle Gefahren liegen. Außerdem: Wer soll diese Stoffe bitte handhaben, wenn nicht ein/e Chemiker*in? Dabei lassen sich bei diesen anspruchsvolleren Versuchen natürlich auch wesentlich spannendere Ergebnisse beobachten.

Insbesondere was das Lernverhalten angeht, muss man sich vom alten Bild der Schule verabschieden. An der Universität ist die Lernkurve deutlich steiler, d.h. man ist gezwungen, deutlich mehr in deutlich kürzerer Zeit zu lernen. Der gute Aspekt daran: Im Idealfall lernt man nur noch, was einen interessiert, da die Möglichkeit zur Spezialisierung deutlich größer ist und man als Student*in einen gewissen Einfluss auf die Auswahl der Vorlesungen hat.

Das gesamte Lernen und Arbeiten an der Universität ist eine deutlich selbstständigere Tätigkeit: Vorlesungen und Tutorien sind ein Angebot, das zu nutzen niemand gezwungen wird. Mit Ausnahme der Praktika kommt es zwar formell nur darauf an, die Prüfungen am Semesterende zu bestehen, aber hier - viel mehr noch als in der Schule - geht es nicht allein um gute Noten, sondern um das Erlangen von Qualifikationen, die man für sein späteres Berufsleben benötigt.

Das bedeutet auch, dass es an der Universität keine/n Lehrer*in gibt, der/die einen bei schleifender Leistung motiviert und fordert - wer zurück bleibt, wird zurück gelassen! Selbststudium mit Büchern und Lerngruppen ist hier eine Pflicht, an die man sich jedoch schnell gewöhnt. Wir können jedoch mit Stolz behaupten, dass unsere Lehrenden es nicht dazu kommen lassen wollen.

Chemie macht Spaß

In der Grundschule sind sie noch Helden und dementsprechend viele Kinder geben als Berufswunsch Lehrer*in an; doch je älter die Kinder werden desto weniger werden sie als Held*innen angesehen und der Brufswunsch Lehrer*in rückt in immer weitere Ferne. Dabei ist Lehrer*in einer der wichtigsten Berufe in einer Gesellschaft. Wir sind die, die die zukünftigen Generationen auf ihre Rolle in der Gesellschaft vorbereiten.

Meine Motivation, dieses doch sehr zeitaufwändige Fach zu studieren, ist mein Wunsch, allen Kindern die gleiche Chance zu geben. Offensichtlich funktioniert das nicht so wirklich in Deutschland. Jetzt könnte ich - könntest Du - den Kopf in den Sand stecken, wie ein großer Teil der Gesellschaft und der Politik, oder wir könnten anfangen etwas zu ändern. Ich glaube wenn man sich als Lehrer*in wirklich Mühe gibt, kann man für viele etwas erreichen. Bildung hat einen sehr großen Einfluss auf unser Leben, sie entscheidet über unser Einkommen, über unseren Lebensstandard und den unserer Kinder.

Als Lehrer*in gibt Du Kindern die Möglichkeit ihren Lebensweg zu bestimmen. Es ist egal, ob Du Mathelehrer*in oder Chemielehrer*in wirst, da das hier aber die Seite der Fachschaft (Bio)Chemie ist, geht es darum, weshalb Du Chemielehrer*in werden solltest.

Als Schüler*in findet man keine/n seiner Lehrer*innen cool, aber die Chemielehrer*innen stehen trotzdem ganz unten auf der Beliebtheitsskala. Warum? Vielleicht weil Sie ein Fach unterrichten, das man erst anfängt zu lieben, wenn man es versteht, und Chemie zu verstehen erfordert Zeit und Geduld. Doch am wichtigsten um dieses Fach zu lieben ist der/die Lehrer*in, also Du.

Chemie in Bielefeld

Nach 6 Semestern erhälst Du Deinen Kombi-Bachelor, nach weiteren 4 Semstern Deinen Master, dann folgt ein Referendariat, welches 18 Monate dauert. Genauere Informationen findest Du auf der Website der Bielefeld School of Education (BiSEd); dort kannst Du auch herausfinden welche Fächerkombinationen Du wählen kannst. Denn neben Chemie studieren die Lehramtsstudierenden noch ein weiteres Fach. Das kann daher zu Überschneidungen der Vorlesungen führen. Wenn das passiert, kannst Du gerne bei den Dozent*innen oder bei uns nachfragen, wie Du trotzdem an die Informationen beider Vorlesungen kommst.

Am Ende des Studiums und des Referendariats wirst Du vorne am Pult stehen und versuchen einem Haufen schlafender Teenager*innen das Periodensystem und das Orbitalmodell näher zu bringen. Oder den pH-Wert, Wasserstoffbrückenbindungen und was sonst noch so alles im Lehrplan steht. Und wenn die Theorie sitzt, musst Du sie davon abhalten, den Raum nieder zu brennen, die Gläser zu zerstören oder giftige Gase in den Korridor entweichen zu lassen.

Kein Unterricht, um zu unterrichten

Mit dem Chemieunterricht aus der Schulzeit hat das Chemiestudium nicht nehr allzu viel zu tun. Mal abgesehen davon, dass es keine Klassen mehr gibt, finden die Basisvorlesungen zusammen mit den Anderen statt, die Chemie nicht auf Lehramt studieren. Später, wenn es um die spezielle Vermittlung von Fähigkeiten für die Lehrer*innen geht, ist die Atmosphäre dann schon eher wieder wie in der Schule, weil die Seminare nur sehr wenige Teilnehmer*innen haben. Fachlich gilt also das, was für die fachwissenschaftlichen Chemiker*innen gilt. Alles Lehramts-spezifische ist natürlich möglichst realitätsnah so wie später in der Schule - bzw. wie früher in der Schule ;-)

Insbesondere was das Lernverhalten angeht, muss man sich aber vom alten Bild der Schule verabschieden. An der Universität ist die Lernkurve deutlich steiler, d.h. man ist gezwungen, deutlich mehr in deutlich kürzerer Zeit zu lernen. Der gute Aspekt daran: Im Idealfall lernt man nur noch, was einen interessiert, da die Möglichkeit zur Spezialisierung deutlich größer ist und man als StudentIn einen gewissen Einfluss auf die Auswahl der Vorlesungen hat.

Das gesamte Lernen und Arbeiten an der Universität ist eine deutlich selbstständigere Tätigkeit: Vorlesungen und Tutorien sind ein Angebot, das zu nutzen niemand gezwungen wird. Mit Ausnahme der Praktika kommt es zwar formell nur darauf an, die Prüfungen am Semesterende zu bestehen, aber hier - viel mehr noch als in der Schule - geht es nicht allein um gute Noten, sondern um das Erlangen von Qualifikationen, die man für sein späteres Berufsleben benötigt.

Das bedeutet auch, dass es an der Universität keine/n Lehrer*in gibt, der/die einen bei schleifender Leistung motiviert und fordert - wer zurück bleibt, wird zurück gelassen! Selbststudium mit Büchern und Lerngruppen ist hier eine Pflicht, an die man sich jedoch schnell gewöhnt. Wir können jedoch mit Stolz behaupten, dass unsere Lehrenden es nicht dazu kommen lassen wollen.

Möglichkeiten des Studiums

Im dreijährigen Bachelorstudium wird der Grundstein für selbstständiges wissenschaftliches Arbeiten in der Chemie gelegt. Theoretische und methodische Fachkenntnisse in den allgemeinen Naturwissenschaften (neben dem Schwerpunkt Chemie insbesondere auch in der Mathematik und Physik bzw. Biologie) werden in Vorlesungen, Übungen und Laborkursen vermittelt. In diesen Laborpraktika wird den Studenten beigebracht, unabhängig chemische Fragestellungen zu bearbeiten und die nötige Vorab- Recherche in naturwissenschaftlichen Zeitschriften und Büchern zu leisten.

Den Abschluss des Bachelors bildet eine eigenständige Forschungsarbeit in einer der universitären Forschungsgruppen mit einem Zeitrahmen von knapp 2 Monaten, nach deren Absolvieren man den Titel „Bachelor of Science” tragen kann.

Es bleibt anzumerken, dass mit einem naturwissenschaftlichen Bachelorabschluss der Berufseinstieg schwierig, wenn nicht gar unmöglich, ist. Die meisten Stellenangebote setzen einen Masterabschluss oder eine Doktorarbeit voraus.

Im zweijährigen Master wird das im Bachelorstudium gesammelte Wissen vertieft und spezialisiert. Der Master ist streng auf Forschung ausgerichtet und beinhaltet Forschungspraktika, die an den Ablauf der Bachelorarbeit angelehnt sind. Da diese Praktika auch im Ausland absolviert werden können, ist dies ein geeigneter Zeitpunkt, um internationale Erfahrungen zu sammeln.

Im Master findet die erste individuelle Spezialisierung durch die Auswahl zwischen den Profilen statt. Im Master Chemie stehen „Physikochemie“, „Synthese“ und „Theoretische Chemie“ zur Auswahl. Biochemiker können zwischen „Zelluläre Biochemie“, „Chemische Biologie“ und „Struktur und Funktion biologischer Makromoleküle“ wählen.

Den Abschluss des Studiums bildet dann eine halbjährige Forschungsarbeit - die Masterarbeit - mit der man sich den Titel „Master of Science” verdient.

In der (Bio)Chemie ist es üblich, im Anschluss an den Master eine ca. dreijährige Doktorarbeit anzufertigen, um den naturwissenschaftlichen Doktortitel zu erlangen.

In dieser Zeit forscht der/die Doktorand*in selbsttätig für längere Zeit in einer der Arbeitsgruppen der Biologie oder Biochemie an hochaktuellen Themen. Währenddessen ist er/sie in der Regel im Arbeitskreis angestellt und bezieht ein (geringes) Gehalt, als Gegenleistung beteiligt er/sie sich am Lehrbetrieb der Universität (Assistent*in in Praktika oder Tutor*in für Vorlesungen).

Der Abschluss einer Doktorarbeit ist für viele ausgeschriebene Stellen eine Voraussetzung und wird durch erhöhte Einstiegsgehälter und -positionen belohnt.

Hinweis

Früher gab es noch die Diplom-Studiengänge. Die wurden bei uns in Bielefeld aber bereits eingestellt, sodass nur noch die modernen Bachelor- und Master-Studiengänge angeboten werden. Probleme mit dem Studienmodell gibt es daher schon lange nicht mehr.


Berufschancen

Tipp fürs Lehramt

Das NRW-Kultusministerium hat eine eigene Webseite zum Thema „Lehrer werden“ auf die Beine gestellt. Die Informationen dort sind selbstverständlich genauer und bei weitem umfangreicher, weil sie vom Arbeitgeber direkt kommen.

Dort existiert sogar ein Chancenrechner für die Auswahl Deiner Fächer (unten im Footer unter Chancen) und die Möglichkeit telefonischer Beratung.

Ein (Bio)Chemie-Studium fordert Zeit und Hingabe. Egal in welcher Form Du es studieren möchtest. Denn auch angehende Lehrer*innen absolvieren einige der Module, die ihre fachwissenschaftlichen Kolleg*innen zu meistern haben.

Fünf Jahre sind die sogenannte Regelstudienzeit. Regelstudienzeit heißt aber nur, dass die Universität bzw. Fakultät den Studiengang so zu konzipieren hat, dass er sich in der Zeit studieren lässt. Ob es jemand in dieser Zeit schafft ist etwas Anderes, denn der Ruf der naturwissenschaftlichen Studiengänge, dass sie knallhart sind, ist nicht komplett ausgedacht.

Aber die Belohnung ist eine rosige Aussicht auf dem Arbeitsmarkt. Hat irgendjemand schon einmal etwas von einem arbeitslosen Chemiker gehört? Wissenschaftler sind gefragt wie kaum eine andere Berufsgruppe.

Auch als Lehrer für das Fach Chemie sind die Aussichten nicht minder schlecht. Eine einfache Rechnung: Wie viele Chemie-Lehrer gab es an Deiner Schule? Wurde/Wird es überhaupt als Fach angeboten? In NRW ist es für jedes Gymnasium und jede Gesamtschule vorgesehen. Und jetzt vergleiche das Mal mit der Anzahl von Lehrer*innen, die Deutsch in ihrer Fächerkombination haben. Mehr wollen wir dazu jetzt mal nicht sagen.

(Bio)Chemie

Chemie und Biochemie sind forschungsintensive und zukunftsorientierte Fächer und bieten Jobs in verschiedensten Berufsfeldern. Die Chemie-Branche gehört zu den größten Arbeitgebern in Deutschland, was gar nicht so abwegig ist, wenn man bedenkt, was alles darunter fällt. Die gesamte Wirkstoffentwicklung von Pharma- und Agrarunternehmen, die Entwicklung von Lacken, Polymeren und Legierungen und die Erforschung von modernen Energiespeichern sind nur einige Beispiele, die zeigen, wo überall Chemie drinsteckt.

Und die Unternehmen sind auf gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen. Die Arbeitslosigkeit unter Akademikern ist generell gering, aber die Naturwissenschaften bieten einen besonders aussichtsreichen Arbeitsmarkt.

Vorteilhaft bei der Arbeitssuche sind hier nicht nur fachliches Wissen sondern auch die im Studium erlangten „soft skills“, wie die Fähigkeit, sich schnell und selbstständig in neue Themengebiete einzuarbeiten. Außerdem zählen Teamfähigkeit, Organisationsfähigkeit, Belastbarkeit und Motivation zu den gern gesehenen Eigenschaften, die es mit einem (Bio)Chemie-Studium quasi gratis dazu gibt.

Das Jahresgehalt von promovierten Biochemiker*innen bzw. Chemiker*innen liegt in der Industrie zwischen 50.000 € und 90.000 €, im öffentlichen Dienst zwischen 45.000 € und 60.000 €. Auf jeden Fall Gehälter, die sich sehen lassen.

Der Bachelor ist dabei nur ein erster Abschluss. Da jedoch von ausgebildeten (Bio)Chemiker*innen erwartet wird, selbstständig und zielgerichtet Forschung zu betreiben, ist die Promotion mehr als in anderen Fächern der wirklich berufsqualifizierende Abschluss. Das bedeutet aber nicht, dass ein Bachelor oder Master wertlos ist! Auch damit lassen sich immer mehr gute Jobs finden.

(Bio)Chemie kostet Zeit

Ein naturwissenschaftliches Studium dauert lange, auch die Chemie ist da keine Ausnahme. Die Regel sind drei Jahre für den Bachelor, zwei Jahre für den Master und noch einmal drei Jahre für die Promotion (das Erlangen des Doktortitels, in der Chemie für viele Jobs noch immer eine Pflicht). In vielen Fällen dauert das Studium gar noch ein wenig länger.

Aber seien wir fair: Auch andere Berufe wie Jura und Medizin sind nicht schnell gelernt, denn es schließt noch das Referendariat bzw. die Facharztausbildung an das eigentliche Studium an. Und bereits während der Doktorarbeit verdient man sein erstes (zugegeben niedriges) Gehalt.

Der eigentliche Zeitaufwand liegt beim (Bio)Chemiestudium in der Zeit, die zum Lernen aufgewendet werden muss. Vorlesungen, Praktika, Versuchsprotokolle, Übungsaufgaben, das Studium der Fachliteratur. Das alles beschäftigt die Studierenden den Großteil ihrer Zeit, auch in den von vielen so genannten „Semesterferien“. In der vorlesungsfreien Zeit stehen im Biochemiestudium Prüfungen und oftmals auch Laborpraktika an.

Die Wenigsten können währenddessen auch noch einen zeitintensiven Nebenjob ausüben und das legendäre studentische „Partyleben“ ist (zumindest in den Naturwissenschaften) nur ein Mythos oder findet eher nach bestandenen Klausuren als wöchentlich statt.

Chemie ist eines der zukunftsorientiertesten Fächer und hat in den Bedarfsprognosen immer top Einstellungschancen. Zudem ist es auch eines der wichtigsten Schulfächer, denn Chemie begegnet uns ständig im Alltag. Zudem ist die Chemiebranche einer der größten Arbeitgeber in Deutschland; somit ist unsere Gesellschaft auf Menschen mit einem großen Interesse an Chemie angewiesen. Und dennoch ist der Chemieunterricht für die meisten Menschen die einzige Möglichkeit sich mit den Grundlagen der Chemie zu beschäftigen. Somit hat er einen entscheidenden Einfluss auf das spätere Leben der Schüler*innen.

Entsprechend sind die Anforderungen an Chemielehrkräfte sehr hoch. Sie müssen nicht nur über viel Fachwissen in Chemie verfügen, sondern auch in den Bildungswissenschaften: So müssen Chemielehrkräfte naturwissenschaftliche Inhalte vermitteln und Lernprozesse unterstützen können, wobei sie stets flexibel bleiben müssen, um die Interessen und Anregungen der Schüler*innen in den Unterricht mit einzubeziehen. Vor allem muss die Bedeutung des Faches für die Allgemeinbildung, anhand moderner Anwendungen, deutlich gemacht werden.

Vorteilhaft für Lehrkräfte sind auch die im Studium erlangten „soft skills“, wie die Fähigkeit, sich schnell und selbstständig in neue Themengebiete einzuarbeiten. Außerdem zählen Teamfähigkeit, Organisationsfähigkeit, Belastbarkeit und Motivation zu den gern gesehenen Eigenschaften, die es mit einem Chemie-Studium quasi gratis dazu gibt. Der Kombi-Bachelor mit Kernfach, Nebenfach und Bildungswissenschaften (wobei Chemie mit vielen Fächern kombinierbar ist), ist nur der Anfang. Danach kommt dann der Master of Education, als erstes Staatsexamen. Danach geht es ins Referendariat (den Vorbereitungsdienst), an den sich das zweite Staatsexamen anschließt.

Was muss ich mitbringen?

Die allerwichtigsten Voraussetzungen für die Aufnahme eines Chemiestudiums sind Interesse und Motivation! Ein Vorwissen in den Bereichen Physik, Chemie, Mathematik und Biologie ist hilfreich, aber keine Pflichtvoraussetzung, denn Wissen kann mit Zeit und Hingabe erarbeitet werden.

Wichtig sind darüber hinaus eine analytische Denkfähigkeit, da experimentelle Ergebnisse analysiert und interpretiert werden müssen, keine Berührungsängste mit Mathematik (Chemie ist deutlich mathematischer als man vermutet, siehe Stolperfalle Mathematik) oder Englisch (die meisten guten Bücher und nahezu alle modernen wissenschaftlichen Veröffentlichungen sind auf Englisch verfasst, siehe English, please) und Geduld sowie Frustrationstoleranz: Klappt das Experiment heute nicht, klappt es morgen, vielleicht.

Es schadet auch nicht, sich bereits vor Aufnahme des Studiums Gedanken über die Finanzierung zu machen, denn wie erwähnt schließen sich naturwissenschaftliche Studiengänge und Nebenjobs in der Regel aus.


Wo liegen die Unterschiede?

Chemie vs. Biochemie

In den ersten beiden Semestern über schneiden sich Biochemie und Chemie in großen Teilen. Sowohl die Biochemiker als auch Chemiker belegen Allgemeine Chemie (ALC), anorganische Chemie (AC), organische Chemie (OC) und physikalische Chemie (PC) Basis. Zusätzlich muss ein Mathemodul für Chemiker belegt werden. Es gibt die Auswahl zwischen einem Modul der Chemie Fakultät und der Mathe Fakultät, wobei es grundsätzlich keinen Unterschied zwischen den Lehrinhalten der Veranstaltung gibt. Ein erster Unterschied zwischen den beiden Fächern ist der, dass Chemie-Studierende in den ersten beiden Semestern eine Einführungsveranstaltung in Physik haben, während die Biochemie Studierenden eine Einführung in die molekulare Biologie besuchen. Zu den gemeinsamen Vorlesungen gehören auch Basis Praktika. Eins (ALC) wird direkt im ersten Semester und die anderen drei (AC, OC, PC) gestaffelt im zweiten Semester durchgeführt.

Grundsätzlich ist es bei einem Studiengangswechsel am Einfachsten das während bzw. nach den ersten beiden Semestern zu machen, da sich in beiden Semestern jeweils nur eine Veranstaltung unterschiedet.

Im dritten Semester steht für beide Studiengänge OC Vertiefung und PC Vertiefung als Vorlesung an. Chemiker*innen haben zusätzlich noch das OC-Vertiefungspraktikum, während die Biochemiker*innen Statistik und Biochemie 1 belegen. Im vierten Semester ist dann die einzige gemeinsame Veranstaltung noch das PC-Vertiefungspraktikum. Anschließend kann in Chemie in den letzten beiden Semestern ein Schwerpunkt durch die Modulauswahl bestimmt werden, während die Modulwahl in der Biochemie einer eingeschränkt ist.

Zur Bachelorarbeit kann dann ein Projekt bei verschiedenen Arbeitsgruppen der Fakultät bearbeitet werden. Für Biochemiker ist es möglich auch eine Bachelorarbeit außerhalb der Biochemie Arbeitsgruppen zu schreiben, da einige Arbeitsgruppen auch Biochemie assoziierte Projekte bearbeiten. Für Chemiker hingegen ist es schwieriger ein Projekt bei der Biochemie zu bearbeiten, da die biochemischen Grundlage für die Bearbeitung der Themen fehlen. Wenn es thematisch passt ist allerdings auch eine Bachelorarbeit außerhalb unserer Fakultät, entweder in den Fakultäten für Biologie oder Physik oder an einer externen Einrichtung.

fachwissenschaftlich vs. Lehramt

Bei dem 1-Fach Bachelor solltest du dir im Klaren sein, dass das Studium einen Einblick in jede Facette der Chemie gibt und danach dann die Spezialisierung stattfindet. Als Lehramt-Student*in lernt man viel in unterschiedlichen Bereichen, ohne sich in einem Bereich wirklich zu spezialisieren. Im Lehramtsstudium bestehen die unterschiedlichen Bereiche aus den beiden gewählten Fächern – Hauptfach und Nebenfach – und Bildungswissenschaften. Somit gehörst du auch drei Fakultäten an.

Aufgrund der drei Fakultäten kann es zu Überschneidungen im Stundenplan kommen, weshalb Du den genau planen musst. Durch Deine Zugehörigkeit zu mehreren Fakultäten, hast Du allerdinfs gegebenenfalls ein Vorrecht auf Deinen Wunschtermin. Beim 1-Fach-Bachelorstudium in Chemie gehört man lediglich einer Fakultät an und hat somit keine Überschneidungen im Stundenplan. Des Weiteren kann man als Lehrämtler kein Modul frei wählen, weil alles festgelegt wurde, und die Bachelor- und später auch die Masterarbeit wird in dem selbstgewählten Hauptfach geschrieben. Im Gegensatz dazu, kann man als 1-Fach-Bachelorant*in seine Module nach den Pflichtmodulen frei wählen.

In beiden Studiengängen solltest Du ebenfalls einen Master machen, wobei dies für 1-Fach-Chemiker frei gewählt aber empfehlenswert ist und bei den Lehramtschemikern notwendig, da die Lehrerausbildung aus dem Bachelor und dem Master besteht und man nach dem Bachelor noch nicht unterrichten darf. Als Lehrämtler*in wird man danach an der Schule arbeiten, wohingegen die 1-Fach-Bacheloranten später mehrere Optionen haben, wo und in welchem Sektor sie arbeiten wollen.


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