
Laufzeit: 01.05.2021 bis 31.12.2025
Leitung: Prof. Dr. Doreen Reifegerste
Mitarbeitende: Dr. Hanna Lütke Lanfer
Krebserkrankungen zählen zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland. Etwa 37 % aller Neuerkrankungen sind auf lebensstilbedingte Faktoren zurückzuführen; bei bestimmten Krebsarten spielen zusätzlich genetische Risiken eine wichtige Rolle. Informationsbedarfe und die kommunikative Erreichbarkeit unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen hängen dabei eng mit sozialstrukturellen Merkmalen zusammen und erfordern verständliche, individualisierte Informationen zur Krebsprävention und -früherkennung sowie zum familiären Krebsrisiko.
An dieser Stelle setzte das Projekt „Krebsprävention im Dialog" an. In einer Kooperation zwischen dem Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), Kommunikationswissenschaftlerinnen der HMTM Hannover und der Universität Bielefeld sowie Vertretenden der Krebsselbsthilfe (BRCA-Netzwerk) wurde eine digitale Live-Chat-Plattform beim DKFZ entwickelt, erprobt und evaluiert.
Die Universität Bielefeld verantwortete die wissenschaftliche Konzeption und Durchführung der qualitativen formativen und summativen Evaluation. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse flossen direkt in die Entwicklung des Chat-Angebots ein. Die Projektergebnisse lieferten empirisch fundierte Erkenntnisse darüber, wie digitale Dialogangebote im Bereich Krebsprävention gestaltet und kommuniziert werden müssen, um unterschiedliche Bevölkerungsgruppen, einschließlich schwer erreichbarer Zielgruppen, wirksam anzusprechen. Auf dieser Basis wurden Handlungsempfehlungen abgeleitet, die als Grundlage für die Weiterentwicklung niedrigschwelliger Informationsangebote dienen.
Das Projekt wurde gefördert durch die Helmholtz-Gemeinschaft.
Lütke Lanfer, H., Reifegerste, D., Memenga, P., Baumann, E., Weber, W., Geulen, J., Jaspersen, M., Hahne, A., Müller, A., & Weg-Remers, S. (2026). Gendersensible Ratgebermedien in der Krebsprävention: Entwicklung eines digitalen Chatangebots zur Erreichbarkeit von Männern. In U. Sauerbrey, T.-M. Menzel, & F. Hemmerich (Eds.), Digitale Ratgebermedien (pp. 341–358). Ergon – ein Verlag in der Nomos Verlagsgesellschaft. https://doi.org/10.5771/9783987401589-341
Luetke Lanfer, H., Reifegerste, D., Weber, W., Memenga, P., Baumann, E., Geulen, J., Klein, S., Müller, A., Hahne, A. & Weg-Remers, S. (2024). Digital clinical empathy in a live chat: multiple findings from a formative qualitative study and usability tests. BMC health services research, 24(1), 314. https://doi.org/10.1186/s12913-024-10785-8
Luetke Lanfer, H., Reifegerste, D., Berg, A., Memenga, P., Baumann, E., Weber, W., Geulen, J., Müller, A., Hahne, A. & Weg-Remers, S. (2023). Understanding Trust Determinants in a Live Chat Service on Familial Cancer: Qualitative Triangulation Study With Focus Groups and Interviews in Germany. Journal of medical Internet research, 25, e44707. https://doi.org/10.2196/44707
Memenga, P., Baumann, E., Link, E., Luetke Lanfer, H., Reifegerste, D., Weber, W., Geulen, J., Hahne, A., Müller, A. & Weg-Remers, S. (2025). Understanding Cancer Information Repertoires of Relatives and Patients. European Journal of Health Communication, 6(3), 86–108. https://doi.org/10.47368/ejhc.2025.304
Memenga, P., Baumann, E., Luetke Lanfer, H., Reifegerste, D., Geulen, J., Weber, W., Hahne, A., Müller, A. & Weg-Remers, S. (2023). Intentions of Patients With Cancer and Their Relatives to Use a Live Chat on Familial Cancer Risk: Results From a Cross-Sectional Web-Based Survey. Journal of medical Internet research, 25, e45198. https://doi.org/10.2196/45198