
Das langfristige Forschungsziel des Fokusbereichs ist eine allgemeine interdisziplinäre Theorie kreativer Prozesse unter besonderer Berücksichtigung ihres innovativen Charakters. Das Verständnis von Dynamiken von Kreativität und Innovation ist für viele unterschiedliche wissenschaftliche Disziplinen relevant und gewinnt insbesondere in einer Zeit zahlreicher tiefgreifender Transformationen und Krisen, welche die bekannte Weltordnung in Frage stellen, an Bedeutung. Wissenschaftler:innen aus neun Fakultäten untersuchen über ihre verschiedenen Forschungsgebiete hinweg kreative Prozesse auf verschiedenen Beschreibungsebenen (Individuum – Gruppe – Gesellschaft) und hinsichtlich des jeweiligen Verhältnisses von Innovation und Konvention, das sich in ihren ausprägt - einschließlich ihrer Wechselwirkungen. Dabei beziehen wir u.a. folgende Aspekte mit ein:
Diese Bereiche sollen nicht nur in kontrastiver Analyse aufeinander bezogen werden, sondern es sollen gerade auch ihre Wechselwirkungen und kausalen, prozeduralen und strukturellen Überschneidungen in kollaborativer Forschung herausgearbeitet werden. Nur über das interdisziplinäre Erweitern und Schärfen bestehender Kreativitätskonzepte kann ein dezentrales, netzwerkartiges Profil kreativer Prozesse entstehen, das der Komplexität und Bandbreite des Themenfeldes gerecht wird.
Zur Erforschung kreativer und innovativer Prozesse auf den unterschiedlichen Ebenen, bildet PINC zwei Arbeitsgemeinschaften, die in ihrer interdisziplinären Zusammensetzung und ihren Untersuchungsschwerpunkten jeweils unterschiedliche Aspekte des Phänomens fokussieren:
Dabei nimmt AG1 die soziale Dimension kreativer und innovativer Prozesse in den Blick und untersucht die Bedeutung überindividueller Rahmenbedingungen. In AG2 hingegen wird das Individuum mit seiner physischen, kognitiven und sozialen Disposition in den Fokus gerückt. Beide Arbeitsgemeinschaften eint der gemeinsame Untersuchungsgegenstand, wie Prozesse der Innovation und Kreativität nicht nur eingeschränkt, sondern auch initiiert werden können. In übergreifender Perspektive nehmen beide AGs das Verhältnis von Kreativität und Transformation in den Blick.