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    Der Blog für innovative Lehre an der Universität Bielefeld

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Birte Stiebing

Birte Stiebing

Unterstützung der digitalen Lehre in der Hochschuldidaktik

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inno.teach – Der Blog für innovative Lehre

Person sitzt am Schreibtisch und liest am Laptop den Blog

Unser Blog inno.teach für innovative Lehre soll informieren, unterhalten und verschiedene Blickwinkel der Universität Bielefeld auf Lehre und Lernen zusammentragen. Ob digital, in Präsenz oder blended: hier bekommen Sie Erfahrungsberichten aus allen Fakultäten und nützliche Tipps über die Fakultäts- und Unigrenzen hinaus. In diversen Kategorien erzählen wir Ihnen Geschichten aus der Lehre!


Kategorien

Good Practice
  • 05.12.2022 - Good Practice – Science Slams in der Hochschullehre

    Name: Angelika Penner

    Fakultät /Fachgebiet: Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft / Psychologie

    An der Uni seit: 2019

    Lehrveranstaltung und Lehrveranstaltungsart: Sozialer Einfluss und Wissenschaftskommunikation (Seminar, WiSe 21/22, SoSe 22)

    Gefördert durch: Qualitätsfonds für die Lehre

    Übertragbarkeit auf andere Fachgebiete: ***** (5 Sterne)

    (Digitale) Innovation: Es geht im Gegensatz zu den üblichen Veranstaltungen in dem Modul Sozialpsychologie (27-GF-Soz) sehr stark um Methodenkompetenz im Bereich der Wissenschaftskommunikation, welche auf übliche Inhalte des Moduls angewandt wird.

    • Die Studierenden erstellen einen Science Slam zu einem wissenschaftlichen Artikel aus dem Fachgebiet des Moduls und passend zum Thema des Seminars
    • Die Studierenden wählen in Gruppen von 3 Personen einen wissenschaftlichen Artikel und bearbeiten diesen, an zwei der letzten Sitzungen werden die Science Slams mit einer jeweiligen Dauer von 5 Minuten vorgestellt, bis zu den Science Slams werden diverse Methodenkompetenzen thematisiert, z. B. Verständlichkeit erhöhen, Kernbotschaften formulieren, Metaphern und bildhafte Sprache nutzen, Storytelling, Körpersprache nutzen, Humor etc.
    • Methodenkompetenz im Bereich verbaler Wissenschaftskommunikation, insbesondere in Bezug auf Science Slams
    • Die Veranstaltung wurde grundsätzlich positiv evaluiert, Studierende schätzen ihre Wissenschaftskommunikationskompetenzen nach dem Seminar höher ein als vor dem Seminar, allerdings führt der Fokus auf Methodenkompetenzen zu weniger inhaltlicher Tiefe des Fachinhalts
    • Das Seminar ist nicht direkt in einem Modul verankert, es wurde aber im Rahmen des Moduls Sozialpsychologie (27-GF-Soz) als Vertiefung zur Sozialpsychologie (GF-Soz.3) angeboten

    Schwierigkeiten & Lösungen: Für eine Aufnahme der Science Slams mit Unterstützung des Medienpraxis-Teams ist für die Technik ein Hörsaal notwendig, der für den Aufbau der Technik für die Dauer der Veranstaltung und 2 Stunden vorher gebucht werden muss, das erfordert für die Science Slam Tage die Buchung eines Hörsaals in den Abendstunden, da diese ansonsten für größere Veranstaltungen benötigt werden. Diese Sonderbuchung von Hörsälen ist nicht immer einfach möglich, in einem Seminarraum ist es jedoch nicht umsetzbar, die nötige Technik für die Aufnahme aufzubauen.

    Welche Unterstützung habe ich genutzt: Das Medienpraxis-Team hat bei der technischen Umsetzung unterstützt, die Science Slams wurden aufgenommen

    Welches Projekt steht als Nächstes an? /

    Weitere Anmerkungen: Die Veranstaltung ist insbesondere für Studierende in den ersten Bachelorsemestern geeignet, da es einen erleichterten Einstieg in den Umgang mit wissenschaftlichen Artikeln bietet und die erlernte Methodenkompetenz vorteilhaft für den weiteren Verlauf des Studiums sein kann.

    Mehr erfahren: angelika.penner@uni-bielefeld.de

  • 06.10.2022 - Good Practice – Inclusion meets digitalization

    Name: Prof.in Dr. Anna-Maria Kamin/ Dr. Claudia Mertens

    Fakultät /Fachgebiet: Fakultät für Erziehungswissenschaft, Medienpädagogik

    An der Uni seit: 2020

    Lehrveranstaltung und Lehrveranstaltungsart: Inclusion meets digitalization

    Gefördert durch: Qualitätsfonds für die Lehre und Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft

    Übertragbarkeit auf andere Fachgebiete: ***** (für Lehramt)

    (Digitale) Innovation:

    • DILBi hoch hundert: Digitale inklusionssensible Lehrer*innenbildung Bielefeld hoch hundert – ein Ausbildungskonzept zu Digital Scouts im inklusiven Kontext Universität Bielefeld
    • Angehende Lehrkräfte, die über das Seminar „Inclusion meets digitalization“ eine Vorbildung in inklusiver Medienbildung erfahren haben, tragen diese Kenntnisse im Rahmen eines Theorie-Praxis-Transfers im Regierungsbezirk Detmold in Schulen und begleiten Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf (Lernen und Geistige Entwicklung) beim Lernen mit und über Medien.
    • Inklusive Medienbildung wird also – wissenschaftlich fundiert – in Schulen getragen (phasenübergreifender Austausch zwischen Lehrkräften, Studierenden und Schüler*innen im Hinblick auf Digitalisierung in inklusiven Settings)
    • Das Projekt hat sowohl bei den Schüler*innen einen Kompetenzfortschritt im Hinblick auf Bedienkompetenz und medienkritische Haltung ausgelöst als auch bei den (angehenden) Lehrkräften (z.B. im Hinblick auf Ambiguitätstoleranz beim Einsatz von Medien in inklusiven Settings, u.a.)
    • Über die Verankerung im Curriculum können Studierende Credits im Bereich der inklusiven Medienbildung sammeln.

    Schwierigkeiten & Lösungen: Studierende sollten bei künftigen Projekten die Möglichkeit haben, Schulen für den Theorie-Praxis-Transfer selbst vorzuschlagen (Entfernung der Schulen zum Wohnort)

    Welche Unterstützung habe ich genutzt: Unterstützung durch das Team Medienpraxis zur Einführung in Software für die Produktion von Lernvideos und H5P-Quizzes (die in den Schulen zum Einsatz kam); Unterstützung durch die ZAB (Zentrale Anlaufstelle Barrierefreiheit) im Hinblick auf digitale Barrierefreiheit; Unterstützung durch die AG Medienpädagogik der Uni Bielefeld bei der Erstellung der Webseite www.digi-klusion.de (Einschätzung von Apps im Hinblick auf Inklussionssensibilität)

    Welches Projekt steht als Nächstes an? Ein Transfer an die Uni Hamburg ist erfolgt; im WS 2021/2022 sind nach dem Bielefelder Konzept ebenfalls Digital Scouts ausgebildet worden - teilweise in universitätsübergreifenden gemeinsamen ZOOM-Sitzungen (Paderborn, Bielefeld, Hamburg). Nun sollen die didaktischen Planungsraster der Studierenden wissenschaftlich ausgewertet werden.

    Weitere Anmerkungen: Der im Rahmen des Projekts entstandene Selbstlernkurs wird in einer Fokusgruppe von ComeIn institutionsübergreifend erweitert, validiert und überarbeitet. Hierfür wird phasenübergreifend Expertise herangezogen (Einbeziehung von Bezirksregierung und Qualis).

    Mehr erfahren: www.digi-klusion.de

  • 15.09.2022 - Good Practice - Das Bielefelder Kompetenzlogbuch

    Name: Dr. Marina Böddeker

    Fakultät /Fachgebiet: Fakultät für Gesundheitswissenschaften, wiss. Mitarbeiterin mit einem interdisziplinären und anwendungsorientierten Ansatz in den Bereichen Kommunikation, Medientheorie und -praxis, Journalismus, Medienpädagogik und Gesundheitskommunikation

    An der Uni seit: 2002 (Studium), 2009 (Fakultät für Gesundheitswissenschaften)

    Lehrveranstaltung und Lehrveranstaltungsart: Das Bielefelder Kompetenzlogbuch – Dein individueller Navigator für Studium und Karriere (Projekt); „Wissen was ich kann und will – Studium und Karriere individuell gestalten mit dem Bielefelder Kompetenzlogbuch“ (zum Projekt entwickeltes Seminar) Gefördert durch: Qualitätsfonds Lehre der Universität Bielefeld (SHK im Projekt)

    Übertragbarkeit auf andere Fachgebiete: 5 Sterne *****
    Das Kompetenzlogbuch (KLB) ist insofern übertragbar als dass auch Studierende anderer Fächer damit arbeiten können, da sich die grundlegenden Kompetenzen lediglich im Bereich der Fachkompetenz unterscheiden können und ggf. angepasst werden müssen (vgl. https://www.kompetenzlogbuch.de/index.php/was-sind-kompetenzen/). Auch ohne diese Anpassung kann mit den Übungen des Kompetenzlogbuchs gearbeitet werden. Das Projekt und auch das Seminar sind also mit kleineren Änderungen auch an anderen Fakultäten einsetzbar.

    (Digitale) Innovation: 

    Was wird gemacht?
    Das KLB ist ein digitaler Lernraum für Studierende und unterstützt Schritt für Schritt dabei, die während des Studiums und auch darüber hinaus erworbenen Fähigkeiten und Kompetenzen zu reflektieren, zu dokumentieren und auszuwerten. Im Seminar werden diese einzelnen Schritte begleitet. Grundlegend für den Reflexionsprozess über das gesamte Studium sind fünf immer wiederkehrende Fragen:
    1. Wo liegen meine momentanen Stärken und Schwächen: Was kann ich also gut, was weniger gut?
    2. Was möchte ich erreichen?
    3. Wie möchte ich mich weiterentwickeln?
    4. Was brauche ich, um meine Ziele zu erreichen?
    5. Welche Angebote der Fakultät oder der Universität kann ich hierfür nutzen?

    Wie wird es umgesetzt?
    Die Auswirkungen der Pandemie haben verdeutlicht, dass angepasste Lehr- und Lernformate nötig sind und neue Wege der Wissensvermittlung und der Transfersicherung beschritten werden müssen. Das Seminar baut auf den Grundlagen des KLBs auf und schafft einen Zugang zur selbstständigeren Arbeit mit dem KLB.

    Ziel der Innovation:
    Reflexion! Was mache ich mit meinem Studium? Diese Frage kennen viele, haben aber nicht unbedingt eine Antwort darauf. Mit dem Kompetenzlogbuch können Studierende individuelle Lern- und Entwicklungsprozess dokumentieren, analysieren und so reflektieren. Für das Studium an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften, zur Erarbeitung des individuellen Profils und für die Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt wurden Übungen und Denkanstöße entwickelt.

    Erfahrung und Evaluation:
    Es macht unglaublich viel Freude zu erleben, welche Entwicklung die Studierenden von der ersten bis zu letzten Seminarsitzung erleben und am Ende mehr Antworten haben, klarere Ziele definieren, eigene Erfahrungen besser reflektieren und in Worte fassen sowie mehr Motivation entwickeln konnten.

    Curriculare / Modulare Verankerung:
    Das Seminar „Wissen was ich kann und will – Studium und Karriere individuell gestalten mit dem Bielefelder Kompetenzlogbuch“ ist im individuellen Ergänzungsbereich als Wahloption beleg- und anrechenbar (3 LP).

    Schwierigkeiten & Lösungen: Für viele Studierende ist die Verknüpfung von theoretischem Grundlagenwissen mit dem eigenen Kompetenzprofil nicht leicht. Daher ist die Arbeit mit dem KLB zunächst auch anstrengend, weil die Antworten nur selbst erarbeitet werden können, weil jede und jeder der/die Expert*in für das eigene Leben ist – das dauert unter Umständen etwas. Um diesem Prozess zu begegnen und die Arbeit mit dem KLB selbstständiger zu ermöglichen, werden als nächstes Selbstlern- und Reflexionsvideos entwickelt, um Studierenden die Möglichkeit zu geben, die eigenen, individuellen, überfachlichen Fähigkeiten, die fachlichen Kompetenzen und teilweise komplexen theoretischen Grundlagen der Gesundheitswissenschaften zu reflektieren und auszuprobieren.

    Welche Unterstützung habe ich genutzt: Das Team hinter dem KLB besteht aus Mitgliedern und Studierenden der Fakultät für Gesundheitswissenschaften und Kolleginnen des Career Service. Für die Umsetzung der Filme (Animation) haben wir mit dem Team Medienpraxis kooperiert, zur Erstellung der Website mit einem externen Mediendesigner.

    Welches Projekt steht als Nächstes an? Bisher wurde das KLB im Rahmen von Lehrveranstaltungen eingesetzt, in denen die Bearbeitung Schritt für Schritt angeleitet wurde. Die Auswertung dieser Lehrveranstaltungen hat gezeigt, dass die Anleitung zur Reflexion von Lernprozessen und für die Umsetzung der Erkenntnisse elementar für die dauerhafte Nutzung des KLB ist. Viele Teilnehmende haben sich hierfür weitere flexibel nutzbare digitale Formate gewünscht. Vor diesem Hintergrund entstand die Idee, den Prozess der Bearbeitung des KLBs durch ein zusätzliches digitales Selbstlernmodul zu flankieren. Hierfür sollen Selbstlern- und Reflexionsvideos entwickelt werden, die eine individuelle Nutzung ermöglichen. Ziel ist, den Prozess der Reflexion der Kompetenzentwicklung sowie die eigenverantwortliche Entwicklung von Handlungsstrategien für die Studien- und Berufsweggestaltung noch stärker zu unterstützen. Im Mittelpunkt steht dabei die Stärkung der Motivation zur kontinuierlichen Reflexion der Kompetenzentwicklung im Studienverlauf und Nutzung des KLB sowie Stärkung von Transferkompetenzen. Das ist besonders wichtig, weil die Selbstlernphasen für Studierende zunehmen und dort sowohl die Vertiefung der fachlichen Inhalte als auch die Reflexion der eigenen Kompetenzen stattfinden, auch in Hinblick auf die berufliche Orientierung.

    Mehr erfahren: https://www.kompetenzlogbuch.de
    Bei Fragen schreiben Sie gern an: marina.boeddeker@uni-bielefeld.de

  • 29.11.2022 - Templates für das Zoom Whiteboard

    Das Whiteboard von Zoom hat ein Update bekommen. Neben einigen neuen Werkzeugen, welche etwa das Erstellen von Tabellen erleichtern, gibt es nun auch Templates. Diese reichen von einer Auswahl für Kennenlernrunden, bis hin zu solchen, die das Arbeiten direkt erleichtern.

    Das „Know, Wonder, Learn“-Template ist besonders gut, um am Ende einer Sitzung gelerntes zusammenzufassen. Studierende können hier anonym ausfüllen, was sie gelernt haben und was sie sich nach der Sitzung noch fragen. Ein weiteres empfehlenswertes Template ist der „Kanban Table“, welcher eher für das Planen von Projektarbeiten genutzt werden kann.

    Die Templates können ganz einfach unter Vorlagen ausgewählt und dann bearbeitet werden. Jedes Element kann, wie gewohnt, verändert und verschoben werden. Um die größeren Templates besser bearbeiten zu können, kann mit den Lupensymbolen rechts unten oder mit Strg+Mausrad rein- und rausgezoomt werden. Der Ausschnitt kann im Meeting über die rechte Maustaste verschoben werden. Bei der Bearbeitung außerhalb des Meetings ist dies nur über die Slider im unteren und rechten Bereich des Whiteboards möglich.

    Eines der neuen Whiteboard Template

     

    Eines der neuen Whiteboard Templates. Foto: Laura Käppele

  • 27.05.2022 - Das neue Zoom Whiteboard

    Ein Beitrag von Laura Käppele

    Wollte man bisher in einer Zoom-Konferenz gemeinsam an einem Whiteboard arbeiten, so musste man sich mit einer sehr limitierten Anwendung zufriedengeben, oder auf ein zusätzliches Programm, wie etwa Miro, ausweichen. Mit dem Update 5.10.3 hat Zoom jedoch Abhilfe geschaffen und ein neues, verbessertes Whiteboard entwickelt. In diesem Beitrag soll es kurz um die einzelnen Funktionen gehen und wie diese verwendet werden können.

    Um das neue Whiteboard nutzen zu können, muss Zoom auf die Version 5.10.3 oder höher aktualisiert werden. In der Anwendung findet sich dann ein neuer Menüpunkt für Whiteboards neben den Kontakten. In Konferenzen ist dieser neben „Reaktionen“ verortet. Das alte Whiteboard kann noch immer wie gewohnt, über die Funktion „Bildschirm teilen, verwendet werden.

    Wie man das Zoom Whiteboard im Menü und im Meeting aufruft

    Wie man das Zoom Whiteboard im Menü und im Meeting aufruft. Foto: Laura Käppele

     

    Ein Whiteboard kann außerhalb einer Konferenz erstellt werden, indem in der Anwendung selbst der Menüpunkt „Whiteboards“ angeklickt wird. Hier kann entweder eine bereits bestehende Pinnwand ausgewählt oder eine ganz neue erstellt werden. Accounts, welche über die Universität bestehen, können unbegrenzt viele Whiteboards anlegen, kostenlose Accounts sind auf drei limitiert.

    Auf der linken Seite des Whiteboards finden sich die Menüpunkte, um es zu bearbeiten. Neben den bereits bestehenden Optionen zu zeichnen und Text einzufügen, ist es nun möglich, Sticky Notes anzulegen, Linien und Pfeile zu zeichnen, verschiedene Formen zu kreieren und Bilder einzufügen. Über den Knopf „Share“ können andere Zoom-Teilnehmer*innen dazu eingeladen werden, die Pinnwand auch außerhalb von Konferenzen zu bearbeiten. So kann das Whiteboard nun auch asynchron genutzt werden.

    Das Whiteboard und die Funktionen

    Das Whiteboard und die Funktionen. Foto: Laura Käppele

     

    Um innerhalb von Konferenzen damit zu arbeiten, muss das Whiteboard über den neuen Menüpunkt aufgerufen werden. Hier kann ausgewählt werden, ob mit einer bereits bestehenden oder einer ganz neuen Pinnwand gearbeitet werden soll. Es ist also möglich, Whiteboards vorzubereiten und diese dann in der Lehrveranstaltung zu nutzen. Die Funktionen des Whiteboards sind hier dieselben, wie zuvor, mit der Ausnahme, dass keine Bilder eingefügt werden können. Es ist aber möglich, ein Whiteboard, auf welchem sich ein Bild befindet, innerhalb der Konferenz zu laden und damit weiterzuarbeiten. In seltenen Fällen kann es dabei allerdings zu Ladefehlern kommen.

    Zum aktuellen Zeitpunkt ist es nicht möglich, dass Whiteboards, welche von einem Nutzer*innenkonto der Uni Bielefeld aus geteilt werden, von externen Teilnehmenden bearbeitet werden. Außerdem ist das neue Whiteboard mit den DTEN-Geräten, die in vielen Räumen für die hybride Seminargestaltung genutzt werden, noch nicht kompatibel. Da es in der Vergangenheit ähnliche Probleme mit Funktionen gab, ist anzunehmen, dass ein zukünftiges Update hier Abhilfe schaffen wird.

    Das neue Whiteboard kann dabei helfen, Online-Seminare kollaborativ zu gestalten, sowohl synchron als auch asynchron. Eine Möglichkeit, es sinnvoll einzusetzen wäre etwa im Vorfeld einer Sitzung Inhalte auf einer gemeinsamen Pinnwand zu sammeln, um diese dann später gemeinsam genauer zu besprechen. Diese Pinnwand kann so auch über mehrere Sitzungen hinweg erweitert werden, was die Verknüpfung von Inhalten fördern könnte.

  • 13.05.2022 - #MoodleKannMehr – Nicht nur im Distanzunterricht

    Wie?! Das alles kann Moodle? – Eine Buchvorstellung

    Ein Beitrag von Anne Trapp

    Spätestens mit Beginn der digitalen Lehre wurde der LernraumPlus oft zum Dreh- und Angelpunkt vieler Lehrveranstaltungen. Leider zeigte er sich oft wenig intuitiv und manch eine*r von uns hat sich bestimmt schon einmal gefragt, ob mehr möglich ist und wie die Lernplattform auch optisch ansprechend gestaltet werden kann. Der LernraumPlus hat sich – auch unabhängig vom Distanzlernen an den Hochschulen – als hilfreiche Ergänzung, Erweiterung und Unterstützung von Präsenzseminaren erwiesen.

    Das war der Ausgangspunkt des Handbuchs #MoodleKannMehr – nicht nur im Distanzunterricht, das Anfang Mai 2022 online veröffentlicht wurde. Dieses Handbuch bietet auf 384 Seiten vielfältige Impulse, Ideen und Umsetzungshilfen für unterschiedlichste Lehr-Lernsettings im Lernmanagementsystem Moodle, das als System hinter dem LernraumPlus der Universität Bielefeld steckt.

    Cover des Buches Moodle kann mehr

    Das Handbuch adressiert erst einmal Lehrkräfte, es finden sich allerdings umfangreiche Anknüpfungspunkte, die auf die Hochschullehre übertragbar sind. Zusätzlich gibt es an vielen Stellen explizite Hinweise und Impulse zum Einsatz im Hochschulkontext, die von Anne Trapp (Universität Bielefeld) und Iris Neiske (Universität Paderborn) zusammengetragen wurden.

    Das Handbuch umfasst neun Kapitel von rund 56 Autor*innen, die sich 2021 im #twitterlehrerzimmer für dieses Buchprojekt zusammengefunden haben, um die vielfältigen Möglichkeiten von Moodle aufzuzeigen. Alle Artikel haben es sich zur Aufgabe gemacht, leicht umsetzbare Impulse zu geben, die es ermöglichen, Moodle für die eigene Lehrtätigkeit sinnvoll und individuell zu gestalten, ohne große technische Fertigkeiten zu besitzen.

    So erfährt man beispielsweise im Kapitel zur Lehr-/Lernraumgestaltung, wie eine persönliche Begrüßung gestaltet, Texte farblich hervorgehoben und Icons zur unterstützenden Visualisierung genutzt werden können und das alles mit Hilfe von Copy & Paste-Vorlagen, die man im Anschluss nur noch in den eigenen Kursraum integrieren muss. Im Kapitel Inklusion und Barrierefreiheit gibt es neben vielen praktischen Hilfestellungen zur barrierefreieren Gestaltung der eigenen Kursräume, einen ersten Einblick in das unter anderem an der Universität Bielefeld angesiedelte SHUFFLE Projekt, das sich die systematische Verbesserung der digitalen Barrierefreiheit an deutschen Hochschulen zum Ziel gesetzt hat. In dem Kapitel Lehr- und Unterrichtsgestaltung erfahren die Leser*innen, wie Kompetenzrahmen in die eigenen Kursräume integriert werden können und erhalten Impulse zum Einsatz des Systems in Flipped Classroom Settings. Das fünfte Kapitel Lernprozesse thematisiert die Gestaltung von Selbstlernmodulen, kollaborativer Aktivitäten wie beispielsweise dem Wiki, vorstrukturierten und individuellen Lernpfaden sowie den Einsatz von Mahara als E-Portfolio. Des Weiteren finden sich Ideen und Anregungen zu Gamification und Feedback in diesem Kapitel. Wer sich weitergehend mit Moodle in der Hochschule beschäftigen will, dem*der sei das Kapitel Aus- und Weiterbildung empfohlen, in dem sich Hinweise zur deutschen Moodle-Hochschul-Community sowie zur Relevanz des Einsatzes von Moodle beispielsweise in der Lehrer*innenbildung finden lassen. Die Kapitel Digitales Miteinander und Das geht auch noch mit Moodle bieten vielfältige weitere Umsetzungsmöglichkeiten und laden zum Stöbern und Ausprobieren ein. Neben den Artikeln zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten umfasst das Handbuch ergänzendes Material, beispielsweise stehen Video-Tutorials und eine umfangreiche TaskCard zur Verfügung.

    Insgesamt bietet das Handbuch so nicht nur einen guten Überblick, was mit Hilfe von Moodle alles umsetzbar ist, sodass die Lehr-Lern-Settings von dem System Moodle profitieren, sondern gibt dafür eine Hilfestellung, mit der auch Moodle-Starter*innen ganz leicht in die Gestaltung ihrer Kursräume starten können.

    Das Handbuch ist unter einer CC-BY-SA Lizenz publiziert – es ist kostenfrei und darf bzw. soll gerne aktiv geteilt werden. Wer lieber ein gedrucktes Buch in der Hand hält, dem sei das laufende Crowdfunding empfohlen, an dessen Ende der Druck steht. Zu finden ist der Download hier:

    https://visual-books.com/moodle-kann-mehr/

    Seien Sie herzlich eingeladen zum Scrollen, Blättern, Stöbern, Suchen – und vor allem: Ausprobieren und Umsetzen! Denn: #moodlekannmehr, auch in der Hochschule!

  • 01.12.2022 LehrBar BiLinked hybrid | Digitale Praxis in der Lehre

    Digitale Praxis in der Lehre am Beispiel von Podcastseminaren: Planung, Anleitung, Bewertung

    LehrBar BiLinked hybrid

    Donnerstag, 01. Dezember 2022 | 12:30 – 14:00 h (s.t.) | Raum: X-E1-107 und Zoom-Link: https://uni-bielefeld.zoom.us/j/66198895529?pwd=cXhGSGt4YUVOOXd3VUluYWUwbjVoUT09, Meeting-ID: 661 9889 5529, Passwort: 486085

    Impuls: Patricia Bollschweiler (Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft), Dr. Matthias Buschmeier (Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft) & Dr. Almut Kristine v. Wedelstaedt (Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie, Abteilung Philosophie)

    In geisteswissenschaftlichen Studiengängen gibt es in der Regel drei Arten, Leistungen zu erbringen, nämlich in Form von Klausuren, mündlichen Prüfungen oder Hausarbeiten. Geht das nicht auch ganz anders? Diese Frage stellt sich die CoP "Public Humanities" aus dem Projekt BiLinked. Wie lassen sich andere Produkte sinnvoll in geisteswissenschaftliche Lehre einbinden? Wo im Studium ist das in welcher Form passend? Und was ist dabei zu beachten? Diesen allgemeinen Fragen nähern wir uns in der CoP über konkrete Lehrprojekte, die in der Regel digitale Produkte der Studierenden zum Ziel haben.

    In der Lehrbar möchten wir ein solches Lehrprojekt herausgreifen und vorstellen. Patricia Bollschweiler und Matthias Buschmeier haben im WiSe 21/22 und SoSe 22 in zwei literaturwissenschaftlichen Lehrveranstaltungen Podcasts von Studierenden erstellen lassen. Was muss man dabei im Vorfeld beachten? Wie leitet man die Podcastproduktion und die Postproduktion gut an? Auf welche Materialien kann man dabei zurückgreifen? Und was gilt es bei der Bewertung zu beachten? Zu diesen Fragen werden sie einen Impuls geben. Anschließend laden wir alle ein, sowohl über Podcasts im Speziellen als auch digitale Produkte im Allgemeinen in der Lehre zu diskutieren.

  • Lehr- und Lernräume der Zukunft – Austauschtreffen am 28. November

    Lehr- und Lernräume sind selbstverständlicher Teil unseres universitären Alltags. Mit den neuen Co-Learning-Spaces in der Halle im UHG  und dem Flex-Seminarraum haben wir bereits das Spektrum erweitert und wollen dies gerne weiter tun.

    Für die zukünftige Ausgestaltung unserer Universität als gemeinsamer Ort des Lehrens, Lernens und sich Begegnens, stellen wir uns die Frage: Wie sollten Lehr-, Lern- und Begegnungsräume der Zukunft aussehen und wie soll dies in die Planung der weiteren Bauabschnitte der Universität einfließen?

    Wir möchten Sie mit ins Boot holen und laden zu einer gemeinsamen Online-Diskussion am 28. November um 11:00 – 13:30 Uhr ein.

    Konkret geht es uns darum, gemeinsam an den Fragen zu arbeiten: Wie sollten zukunftsfähige Lehr- und Lernräume gestaltet sein? Unterstützen die bestehenden Orte bereits optimal die stattfindende Präsenzlehre und die Selbstlernphasen der Studierenden? Wie sollten sie mit den digitalen Szenarien zusammenspielen? Was muss aus Ihrer Sicht beibehalten werden, wo gäbe es noch Entwicklungsbedarf?

    Nach einer Einführung ins Thema durch das Unternehmen rheform, möchten wir gerne in Diskussionsräumen mit Ihnen ins Gespräch kommen.

    Bitte melden Sie sich unter folgender Emailadresse an, damit wir besser planen können und teilen Sie uns Ihren Namen und Ihren Status (Student*in / Lehrperson) mit: zukunft-lehre@uni-bielefeld.de

    Direkt zum Meeting:
    https://uni-bielefeld.zoom.us/j/61183346358?pwd=anN1OTBIbjJQNjlaOURtUlp6YVhIdz09
    Meeting-ID: 611 8334 6358
    Passwort: 918691

    Bei Nachfragen melden Sie sich gerne bei Dr. Meike Vogel (meike.vogel@uni-bielefeld.de) oder Anke Schayen (anke.schayen@uni-bielefeld.de).

  • Bi*digital – Impulse im Wintersemester 2022/23

    von Anne Trapp

    Die Bi*digital Impulse gehen im Wintersemester 2022/23 in die nächste Runde. Die Veranstaltungsreihe lädt auch in diesem Semester wieder zum Austausch und zur Vernetzung ein. Diesmal unter dem Themenschwerpunkt ‚Digitales in Präsenz‘.

    Das vor dem Hintergrund der Herausforderungen der Digitalisierung in der Lehrer*innenbildung im Wintersemester 2020/21 entstandene Format des Bi*digital Netzwerks und des Verbundprojekts ComeIn dient der Vernetzung von Hochschullehrenden und Forscher*innen.

    In den monatlich stattfindenden Online-Impulsen geben Netzwerk-Mitglieder wie externe Vortragende Impulse zur Gestaltung digitaler Elemente in der Präsenz(lehre) sowie Einblicke in aktuelle Entwicklungen in der Lehrer*innen(fort)bildung.

    Adressiert werden in dem Format in erster Linie Lehrende der Lehrer*innenbildung. Darüber hinaus bietet es aber für alle an der digitalen Lehre Interessierten kurzweilige Impulse zur Einbettung digitaler Elemente in der eigenen Lehre. Ende Oktober (27.10.2022) starten Andreas Heye und Lukas Janczik mit einem Einblick in ihr Präsenzseminar „It’s going to be fun“ – Musik im virtuellen Raum (eine Kollaboration der Fachbereiche Musikpädagogik und Kulturvermittlung), in dem sich die Studierenden mit den ästhetischen und technischen Aspekten von Musik bzw. Kunst im virtuellen Raum auseinandergesetzt haben. Anfang Dezember (07.12.2022) übernehmen Marcel Beyer und Seda Peker den digitalen Impuls und laden Sie ein über die Möglichkeiten von Projektarbeit und Digitalität am Beispiel des kollaborativen Arbeitens im Bereich sozialwissenschaftlicher Bildung mit Hilfe des Miro-Boards zu sprechen. Das neue Jahr (11.01.2023) beginnt mit Denise Schmitz und Matthias Kramer aus dem ComeIn Projekt, die mit Ihnen darüber sprechen wollen, was alle Lehrkräfte über Informatik wissen sollten. Im Februar (07.02.2023) beendet der Impuls von Martin Heinrich die Veranstaltungsreihe. Er stellt aktuelle Entwicklungen und Perspektiven mit Blick auf die Digitalisierungsstrategie für die Lehrer*innenbildung der Universität Bielefeld dar und berichtet dabei über die Überlegungen zu den digitalen Kompetenzzentren für die Lehrer*innen(fort)bildung.

    Weitere Informationen sowie den Zoom-Link finden Sie hier.

    Wir freuen uns auf Sie

    Kontakt: bidigital-impulse@uni-bielefeld.de

  • 23.11.2022 - Datenkompetenz als interdisziplinäre Fähigkeit – Die CoP Data Literacy von BiLinked berichtet

    Datenkompetenz ist in der heutigen Zeit eine unumgängliche Fähigkeit. Auch in Studiengängen, in denen traditionell nicht so viel mit Daten umgegangen wird, ist sie relevant, wird aber nicht immer ausreichend vermittelt. Dies will die Community of Practice (CoP) Data Literacy ändern.

    Sophie Spliethoff studiert Geschichtswissenschaft und Anglistik im Master und Yasmin Kaspersetz Grundschullehramt mit inkludierter Sonderpädagogik. Beide arbeiten als wissenschaftliche Hilfskräfte in der CoP. Von ihnen wollen wir mehr über die CoP und ihre Projekte erfahren, aber auch darüber, wie sie als Studentinnen die Arbeit dort wahrnehmen und mitgestalten.

    Birte Stiebing: Was genau kann man sich unter Data Literacy vorstellen und wofür steht der Begriff?

    Sophie Spliethoff: Das ist sozusagen die Kompetenz, mit Daten umzugehen. Dazu gehört zum einen, das Recherchieren, Sammeln und Organisieren von Daten, aber zum anderen auch das Teilen, Bearbeiten und Analysieren. Das beginnt schon dabei, eine Struktur für Dateien und Ordner auf dem eigenen PC zu haben.

    Die Vermittlung solcher Datenkompetenzen soll in alle Studiengänge Einzug halten. Davon profitieren können vor allem die Studiengänge, die klassischerweise als nicht besonders datenaffin angesehen werden, also zum Beispiel die Geschichtswissenschaft, die Germanistik oder auch der Sachunterricht. Besonders im Lehramt kann man davon sehr stark profitieren, weil es immer notwendiger wird, mit Daten umgehen zu können.

    Yasmin Kaspersetz: Es steckt einfach sehr vieles dahinter. Allein hinter dem Begriff „Daten“ steckt schon so viel, dass wir im Projekt erstmal die Theorie klären mussten – beispielsweise wird in verschiedenen Disziplinen unterschiedlich definiert, was unter den Begriff „Daten“ fällt. In Data Literacy sind deshalb sehr viele Kompetenzbereiche und Inhalte vertreten und man kann vieles gar nicht so einfach verallgemeinern.

    „Die Vermittlung solcher Datenkompetenzen soll in alle Studiengänge Einzug halten. Davon profitieren können vor allem die Studiengänge, die klassischerweise als nicht besonders datenaffin angesehen werden“

    BS: Also geht es gar nicht nur darum, Datensätze richtig lesen zu können, sondern tatsächlich auch darum, mit Dateien umgehen zu können?

    YK: Genau, natürlich geht es auch darum, mit Datensätzen umgehen zu können, aber da gehört noch viel mehr dazu: Zum Beispiel, ein eigenes Dateiensystem anlegen zu können oder auch technische Tools im Umgang mit Daten anwenden zu können.

    SSp: Und sowohl das Wissen über Daten und Datenbegriffe als auch anwendungsorientierte Kompetenzen wie das Nutzen von Tools sollen in den Selbstlerneinheiten, die wir erstellen, vermittelt werden.

    BS: Welche Fachbereiche seid ihr in der Data Literacy?

    SSp: Wir bestehen aus den Fachbereichen Erziehungswissenschaft, Germanistik, Geschichtswissenschaft und Sachunterricht.

    BS: Welche Aufgaben habt ihr jetzt als wissenschaftliche Hilfskräfte und welchen Einfluss habt ihr auf aktuelle Projekte?

    YK: Wir haben ganz verschiedene Aufgaben, aber das ist glaube ich immer so bei Hilfskräften. Bei uns geht das von organisatorischen Dingen wie Kontaktaufnahmen mit bestimmten Stellen, oder Personen, bis hin zu inhaltlichen Entwicklungen von unseren Lerneinheiten. Wir machen auch einige technische Sachen. Zum Beispiel hatten wir Schulungen zum Umgang mit Moodle (Anm. d.R.: Lernraum Plus) und haben uns da auch in viele technische Sachen selbst eingearbeitet.

    SSp: Ich finde es sehr gut, dass wir hier selbst so viel lernen und auch an Workshops teilnehmen können. Wir arbeiten generell viel selbstverantwortlich und frei.

    Ich glaube für das Projekt ist es auch schön, dass wir die studentische Perspektive mit einbringen können, weil die Lerneinheiten für Studierende gemacht werden, so können wir also direkt auch Feedback geben.

    Wir sind am kompletten Prozess beteiligt. Das heißt, wir bekommen Besprechungen mit und sind aktiv an der Erstellung der Einheiten beteiligt. Somit können wir direkt unsere Ideen und wie gesagt unsere studentische Perspektive mit einbringen.

    YK: Der Umgang der CoP uns gegenüber ist auch sehr wertschätzend und unsere Meinung zu den Projekten wird da immer wieder eingefordert.

    „Wir sind gerade dabei, grundlegende Einheiten zu erstellen, etwa zum Datenbegriff und eine historische Einführung zu Daten.“

    BS: Ihr habt jetzt von Lerneinheiten gesprochen. Was genau ist damit gemeint?

    SSp: Das sind Selbstlerneinheiten, die in Moodle erstellt werden und dann von den Studierenden selbst ausgeführt werden können. Wir sind gerade dabei, grundlegende Einheiten zu erstellen, etwa zum Datenbegriff und eine historische Einführung zu Daten. Dann gibt es eine Einheit zum Forschungsdatenmanagement und darauf aufbauend sollen dann weitere Einheiten folgen, zum Beispiel zur Datenvisualisierung. Die Selbstlerneinheiten sollen dann in Seminare eingebunden werden können. Es soll also einen Pool an kurzen Einheiten geben, aus denen Lehrende sich die raussuchen, die sie gerade brauchen und sie dann für ihre Seminare nutzen können.

    BS: Gibt es denn schon erste Ergebnisse, die man sich anschauen kann?

    SSp: Die Selbstlerneinheiten sind noch nicht öffentlich. Wir sind jetzt gerade dabei, die ersten fertigen Lerneinheiten in einzelnen Seminaren zu testen. Gerade holen wir also auch Feedback von den Studierenden ein, um die Einheiten vor der Veröffentlichung noch einmal zu überarbeiten.

    BS: Auf eurer Webseite steht, dass die Lerneinheiten auch über die Universität Bielefeld hinaus genutzt werden sollen. Habt ihr da schon einen Plan wie ihr das erreichen wollt? Bzw. wie ihr euch eine Anwendung an anderen Unis oder sogar außerhalb von Unis vorstellen könnt?

    YK: Es ist angedacht die Lerneinheiten über ORCA.nrw zu veröffentlichen und dann können sie eben eigenständig genutzt werden.

    SSp: Dann sind sie auch zugänglich für Lehrende und Studierende an anderen Unis.

    BS: Welche Einblicke, Erfahrungen und Kompetenzen konntet ihr durch die Arbeit am Projekt denn schon für euch selbst gewinnen?

    YK: Wir haben einen Einblick in interdisziplinäre Forschung bekommen und dass diese viele Kompetenzen im Bereich der Kommunikation erfordert. Gerade zu Beginn mussten wir uns erst zu mehreren Themen einigen. Es wurde zum Beispiel viel darüber gesprochen, wie unsere verschiedenen Begrifflichkeiten sind, etwa über Daten.

    SSp: Wir mussten uns auch darin abstimmen, welche Erwartungen und Anforderungen die verschiedenen Fachbereiche hatten.

    YK: Auch dass wir diese naturwissenschaftliche Komponente mit drin haben, hat viel Einigung zwischen den verschiedenen Fachbereichen erfordert. Wir mussten viel klären. Das hat auch dazu geführt, dass wir die eigene Kommunikationsfähigkeit schulen konnten.

    SSp: Und auch inhaltlich haben wir sehr viel gelernt. Also ich habe viel für mich über Daten und Datenkompetenzen mitgenommen, was ich ja auch in meinem eigenen Studium anwenden kann. YK: Diese technischen Kompetenzen, von denen wir eben schon gesprochen hatten, bringen einem ja auch etwas. Selbst zu wissen, wie Forschungsdatenmanagement funktioniert, kann schon sehr hilfreich sein. Und auch über Moodle mehr zu erfahren und über die Lerneinheiten bringt ja gerade auch für uns im Lehramt sehr viel.

    SSp: Genau, ich bin auch Tutorin und mein Wissen über Moodle kann ich in meinen Tutorien direkt anwenden. Das ist super praktisch.

    „Selbst zu wissen, wie Forschungsdatenmanagement funktioniert, kann schon sehr hilfreich sein.“

    BS: Gibt es eine Zusammenarbeit von Data Literacy mit anderen CoPs? Und wenn ja, wie sieht diese aus?

    SSp: Es gibt regelmäßige Austauschtreffen, in denen jede CoP mal den aktuellen Stand bzw. ihre Ziele vorstellt und wir uns dann gegenseitig Feedback geben. Es ist sehr hilfreich, dass man dadurch aus den anderen CoPs verschiedene Erfahrungen und Perspektiven mitnehmen und sich auch durch die anderen Vorträge inspirieren lassen kann.

    BS: Und wie funktioniert die interdisziplinäre Arbeit innerhalb eurer CoP? Also habt ihr Arbeitsgruppen immer nur innerhalb der Fachbereiche oder gibt es übergreifende Arbeitsgruppen?

    SSp: Es gibt beides. Wir arbeiten teilweise innerhalb der Fachbereiche, aber es gibt auch Arbeitsgruppen, die übergreifend sind und wir treffen uns auch in der ganzen CoP regelmäßig und tauschen uns da aus. Das funktioniert auch total gut und ist sehr hilfreich. Es ist inhaltlich interessant zu sehen, wo Überschneidungen und Unterschiede der verschiedenen Fächer liegen. Wir geben uns gegenseitiges Feedback und können neue Ideen durch verschiedene Erfahrungshintergründe mitnehmen.

    BS: Wo kann man sich denn weiter über die Projekte von Data Literacy informieren?

    YK: Am besten geht das auf unserer Homepage. Da informieren wir regelmäßig über den Stand unserer Arbeit. Man kann uns aber auch per Mail anschreiben. Alle aus der CoP sind sehr hilfsbereit und freuen sich, wenn sie weiteres Interesse anregen können.

    SSp: Genau, alle Mitarbeiter*innen sind auf der Homepage zu finden. Außerdem sollen die Ergebnisse aus allen CoPs ja auch auf dem Blog erscheinen, das heißt es lohnt sich da nochmal reinzuschauen.

    (Verschriftlichung des Interviews: Laura Käppele)

  • 18.10.2022 - "Wir machen das digital" genügt uns nicht: Ein Bericht aus der BiLinked-CoP Inklusionssensible Lehrer*innenbildung

    Von Marcel Beyer (BiLinked – CoP inklusionssensible Lehrer*innenbildung)

    Auf der technischen Seite erfordert die angestrebte umfassende Digitalisierung der Bildung sowohl in Hochschulen als auch in Schulen große Anstrengungen. Mit erheblichem finanziellen Aufwand wird der Aufbau einer notwendigen technischen Infrastruktur etwa im Rahmen des "Digitalpakts Schule" durch Bund und Länder forciert. So werden eifrig Tafeln durch Smart-Boards getauscht, digitale Endgeräte angeschafft, ISDN-Leitungen weichen einer Breitband-W-LAN-Abdeckung und der gute alte Overhead-Projektor wird zu einem Stück Zeitgeschichte. Zugegeben, dieses Bild trifft nur bedingt zu; es gibt erhebliche Unterschiede von Schule zu Schule und eine Vielzahl an Problemen bei der konkreten Anschaffung und dem nachhaltigen Einsatz von Technik und Software.

    Auf der inhaltlichen Seite stellt sich die Frage nach Risiken und Potentialen jener Digitalisierung von Bildung. Damit geht es um den reflektierten Umgang mit den immer solider ausgebauten technischen Voraussetzungen. Wo sind also die Räume in denen (fachdidaktisch) reflektiert, solide durchdacht, hinterfragt und (weiter-)entwickelt wird, wie Lehren und Lernen in einer Kultur der Digitalität gestaltet werden kann und sollte? Wo werden Konzepte erprobt, die phasenübergreifend erarbeitet werden? Die CoP Inklusionssensible Lehrer*innenbildung des BiLinked-Projekts (weitere Infos in diesem Blogbeitrag), in der Lehramtsstudierende, Fachdidaktiker*innen und Lehrkräfte zusammenkommen, ist ein solcher Ort. Nach dem erfolgreichen Bestehen der Pilotphase und einer tiefen Einarbeitung der sieben Fachdidaktiken in die Materie wurde schnell klar: Die inhaltliche Seite der Digitalisierung von Schul- und Hochschulbildung – oder besser einer Bildung im Kontext von Digitalität – hinkt der technischen Seite deutlich hinterher.

    Über den Einsatz von Tools hinausgehen

    Welchen Mehrwert bietet Technik für Bildung? Wie können Medien als Werkzeuge sinnvoll eingesetzt werden? Dies sind Fragen, die nicht im Zentrum unserer Auseinandersetzung stehen. Auch wenn wir diese verhandeln, sind es schlicht nicht die richtigen Fragen für die anstehenden Herausforderungen, wie ein Einblick in das letzte CoP-Treffen zeigt. Dabei haben wir auf Basis der vorhandenen interdisziplinären Expertise (allgemeindidaktisch und auf Basis der beteiligten Fachdidaktiken: Biologie, Deutsch als Fremd- und Zweitsprache/Mehrsprachigkeit, Mathematik, Musik, Sachunterricht, Sozialwissenschaften und Sport) erörtert, welche Fragen überhaupt zu stellen sind und welche Konsequenzen das für unsere Arbeit hat. Kritisch diskutiert und weitergedacht haben wir hierbei die Argumentationslinie Axel Krommers (Link zum Weiterlesen). Mit Bezug auf Felix Stalders Konzept einer Kultur der Digitalität skizziert Krommer die Leitmedientransformation vom Paradigma der Typografie hin zu einem Paradigma der Digitalität. Knapp und unvollständig umrissen fußt jene Digitalität auf:

    • Referentialität (Gemeint ist die Beteiligung von immer mehr Menschen an kulturellen Prozessen beispielsweise im Internet. Hierbei kommt es zu einer Erosion etablierter Ordnungsstrukturen. Eine Vielzahl an Informationen muss vom Individuum gefiltert werden: etwa das Wesentliche vom Unwesentlichen, das Relevante vom Irrelevanten und Wahres von Falschem.)
    • Gemeinschaftlichkeit (Individuell und in Gemeinschaft geht es darum der Flut an Informationen zu begegnen und Orientierung zu stiften. Beispiele hierfür sind soziale Netzwerke.)
    • Algorithmizität (Referentialität und Gemeinschaftlichkeit sind auf die Ordnungswirkung von Algorithmen angewiesen. Gleichsam gilt es die Grundlagen und die Wirkungsweisen von Algorithmen einzuordnen. Ein Beispiel hierfür ist die Verkehrsmittelentscheidung anhand von Google-Maps.) 

    Von Axel Krommers Argumentation ausgehend, sind in einem solchen Sinne Medien weniger als neutrale Werkzeuge mit einem Mehrwert für Bildung zu betrachten. Vielmehr soll es darum gehen, wie Medien Kultur und Gesellschaft prägen. Eine solche Pädagogik mit Technik stellt sich zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen und bindet diese in Lehr-Lernkontexte ein. Dabei können natürlich Tools wie Kahoot, Padlet und Co. eingesetzt und erprobt werden. Deren dienende Wirkung für Bildung soll auch gar nicht bestritten werden. Das Fazit unserer Runde: Wenn Bildung im Rahmen einer Kultur der Digitalität bestehen will, muss ein größeres Bild für die Schul- und Hochschulbildung gezeichnet werden. Wir als CoP machen uns auf, daran tatkräftig zu arbeiten. Dabei können wir aus einer Vielfalt an Perspektiven für bezugswissenschaftliche und fachdidaktische Fragen schöpfen.

    Sie sind daran interessiert wie mit dieser Herausforderung in unterschiedlichen fachlichen Zugriffen umgegangenen werden kann, welche Besonderheiten bestehen und was daraus zu folgern ist? Dann können Sie sich auf den nächsten Blog-Beitrag mit den unterschiedlichen Zugängen der CoP-Beteiligten freuen.

    Hier geht es zum BiLinked-Projekt.

  • 11.10.2022 - How to ... Podcast-Seminar – Von der Idee zur Umsetzung

    von Patricia Bollschweiler

    Patricia Bollschweiler
    Patricia Bollschweiler, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft. Foto: privat

    Als ich meine Lehre für das Wintersemester 2021/2022 plante, habe ich mich gefragt, was Germanistik-Studierende hinter ihren schwarzen Zoom-Kästchen hervorlocken könnte. Es war immer noch Pandemie, das Semester sollte weiterhin digital bestritten werden, was auch für uns als Lehrende eine Motivationsherausforderung ist. Ohne direkten Kontakt und Austausch mit der Seminargruppe, fehlt auch uns ein wichtiger Teil der Lehrerfahrung. Die Luft war raus, die Sorge davor, ein weiteres Online-Semester bewältigen zu müssen, auf allen Seiten groß.

    Aus diesem Grund sollte das Thema des Seminars etwas sein, was mich selbst sehr interessiert, etwas Neues, was vielleicht auch an der Peripherie der Wissenschaft anzusiedeln ist und nicht unbedingt die klassischen Themen der Germanistik bedient. Denn in diesen fremderen Gefilden, besonders, wenn man sie selbst noch nicht vollständig oder gut kennt, kann man Unbekanntes erkunden, neue Wege beschreiten und auch methodisch-didaktisch Neues und Anderes ausprobieren. Als ich dann nach langem Überlegen einen groben Vorschlag zum Thema True-Crime-Podcasts ausgearbeitet hatte und anbot, war ich sogar überrascht, dass mein Vorschlag auf so positive Resonanz stieß. Es fühlte sich doch zu exotisch und vielleicht sogar unwissenschaftlich an. Doch die Idee wurde angenommen und ich stieg in die Planung ein.

    Ein Mikrofon mit Popschutz in Nahaufnahme
    Das Podcast-Equipment. Foto: Christina Knappe

    Als dann Matthias Buschmeier von BiLinked auf mich zukam, weil die Veranstaltung für die Community of Practice „Public Humanities“ spannend klang, fügte sich alles. Plötzlich hatte ich die Möglichkeit, mit einem ganzen Team zusammenzuarbeiten, das die medialen Kompetenzen mitbrachte, um das Thema True Crime und Podcasts nicht nur theoretisch zu bearbeiten – was für sich schon eine tolle Erfahrung gewesen wäre – sondern die Studierenden sogar ganz nah an die Praxis der Podcast-Produktion heranzuführen und sie selbst zu Podcaster*innen werden zu lassen.

    Unsere Ansprüche waren hoch: Nicht nur sollte die Kulturgeschichte der Faszination für ‚das Böse‘ aus interdisziplinären Perspektiven theoretisch beleuchtet werden, um die ‚Wurzel‘ des True-Crime-Genres und seiner rasant gestiegenen Popularität zu untersuchen – unter anderem durch den Besuch der bekannten Kriminalpsychologin Lydia Benecke. Es sollten zudem auch verschiedene Formate vor diesem theoretischen Hintergrund betrachtet und eingeordnet werden, ein wissenschaftlicher Zugang zu diesem Hype-Phänomen True Crime geschaffen werden und die Frage diskutiert werden, wieso Podcasts sich für dieses Genre besonders gut eignen. Der (kultur-)theoretische Blick wurde also durch einen medientheoretischen Zugang ergänzt und verfeinert. Und all das mit dem Ziel, die Studierenden möglichst gut auf das große Semesterprojekt vorzubereiten: einen eigenen Podcast aufzunehmen. In Kleingruppen von 4-5 Studierenden sollten die Podcasts von A bis Z entwickelt werden: Fall-Auswahl und -Recherche, Konzeptualisierung, Skript, Cover, Aufnahme und Post-Production, Musik, Einspieler, Reflexion. Die geplante Folge sollte sich zudem in eine (hypothetische) True-Crime-Podcastserie einfügen, die ebenfalls von den Studierenden konzeptualisiert wurde. Aufgenommen wurde in den Räumen der Medienpraxis – mit viel technischer Unterstützung vom Team vor Ort und den studentischen Hilfskräften des Projekts, die die Gruppen bei der Aufnahme begleiteten. Zur technischen Vorbereitung der Podcast-Aufnahmen hatten die Hilfskräfte detaillierte Videos und Anleitungen erstellt, um die Hemmschwelle zur Umsetzung möglichst leicht zu überwinden. Hinzu kam der organisatorische Aufwand, Studierende mitten in der Pandemie in Präsenz und ohne Masken die Aufnahme unter professionellen Bedingungen zu ermöglichen. Viele kleine Rädchen griffen ineinander, viele Köpfe rauchten, viel Geduld und am Ende auch viel Mut wurden gebraucht, um etwas auszuprobieren, was in diesem Rahmen so vorher noch nicht stattgefunden hatte.

    Es hat sich gelohnt: Nach einem Semester harter Arbeit für die Studierenden mit viel persönlichem Engagement und Einsatz, nach Monaten der Vorbereitung und kleinschrittiger Planung war die Umsetzung gelungen und wir hatten eine Sammlung toller studentischer True-Crime-Podcasts! Ganz unterschiedlich in Stil und Konzept, von lokalen bis zu sehr bekannten internationalen Fällen, mit sehr persönlichen Noten. Der tollste Effekt war, wie stolz die Studierenden auf ihre Produkte waren, in die sie so viel investiert hatten. Dafür brauchte es ein großes genuines Interesse an dem speziellen Thema des Seminars und die Bereitschaft, sich auf dieses unbekannte Lehrformat mit all seinen Unabwägbarkeiten einzulassen. Zum Glück konnten das die meisten aus der Seminargruppe, und man hört es den Podcasts an. Ein paar von ihnen können auf der Homepage der CoP „Public Humanities“ von BiLinked angehört werden – und es lohnt sich!

    Damit die intensive Arbeit und Vorbereitung, die wir alle in das Seminar gesteckt haben, nicht einfach versiegt und das Konzept in der Schublade landet, haben wir direkt weiter gemacht. Aus den Fehlern des letzten Semesters lernen und das Seminarkonzept anpassen, das war die Devise. Dazu gehörte, den sehr dichten und anspruchsvollen Seminarplan zu entschlacken, um den Arbeitsaufwand für die Podcasts, die am Ende den Hauptteil der Studienleistung ausmachen sollten, etwas aufzufangen. Das bedeutete: lockerere Seminareinheiten, weniger Input, mehr Gruppenarbeitsphase in die Seminarzeit integrieren, einen stärkeren Fokus auf die medienspezifischen und -strukturellen Aspekte des Mediums Podcasts legen und diese systematisieren, damit die Studierenden über das Semester intensiv verinnerlichen können, was einen (guten) Podcast ausmacht und worauf es besonders ankommt. Dazu wurde auch die Zahl der Podcasts, dieses Mal mit dem Fokus Wissenschaftspodcasts und Wissenschaftskommunikation, die wir im Seminar analysieren wollten, reduziert zugunsten eines eher exemplarischen Blicks.

    Im Nachhinein hätte man den Studierenden im zweiten Durchgang doch ruhig mehr zutrauen können, besonders an Inputmenge. Aus unseren Erfahrungen heraus scheint also der Mittelweg der beste, doch das findet man nur durch (selbst) Ausprobieren heraus. Vielleicht in einem dritten Anlauf…

    Foto: Christina Knappe

    Doch auch die Podcast-Produkte aus dem Sommersemester 2022 sind absolut hörenswert! Sie sind mutig, divers, teilweise sehr persönlich, zeigen einen ganz offenen Geist und ganz unterschiedliche Herangehensweisen an Fragen von Wissenschaft, Wissenschaftskommunikation und Uni-Alltag. Die Freiheit und das Vertrauen, das den Studierenden für ihre Podcasts gegeben wurde, hat sich ausgezahlt und zu dieser Varianz der Endprodukte geführt – auch wenn es am Anfang manche verunsichert haben mag, dass es vor allem inhaltlich kaum Vorgaben gab. Das scheint für viele Studierende eine eher unbekannte Seminarerfahrungen gewesen zu sein. Ich kann darum alle Kolleg*innen nur ermutigen, auch einmal andere Formen der und Wege zur Studienleistungen auszuprobieren; es müssen ja nicht gleich Podcasts sein. Aber den Studierenden Raum für eigene Ideen geben, sie zu zwingen, auch mal außerhalb bekannter und starrer Formate zu denken, kann aus meiner Erfahrung nur einen Zugewinn bringen. Wichtig ist, sich selbst zu trauen und genauso den Studierenden zu vertrauen; Schwierigkeiten nicht als Hindernisse, sondern als Anlass für kreative Problemlösungen zu sehen; dafür auch immer im Austausch bleiben und offen sein für Kritik. Wir sind überzeugt, dass sich alle Beteiligten noch lange daran erinnern werden, es hat also einen nachhaltigen Effekt. Ich hoffe, dass unser Beispiel auch andere Kolleg*innen ermutigt, die tollen Möglichkeiten der Kooperation mit der CoP „Public Humanities“ zu nutzen und davon zu profitieren. Wenn nämlich die Ergebnisse auch eine sichtbare Plattform bekommen, so wie auf der Homepage von BiLinked, spornt das zusätzlich an. Auch hier lohnt sich Reinhören in die Podcasts des Sommersemesters!

  • 17.11.2022 - Let’s Talk:Campus 2022 – Und alle sprechen mit

    von Lea Bachus

    Was ist bitte ein LT:C?

    Was passiert, wenn sich über 800 Hochschulangehörige, Bildungsbegeisterte und politisch interessierte Menschen zusammenfinden? Dann heißt es: Let’s Talk:Campus 2022. Am 20. Oktober fand zum ersten Mal das eintägige Hybrid-Event zur Zukunft des Campuslebens an deutschen Hochschulen in Berlin und im digitalen Raum statt. Das Event ist ein Ableger des University:Future Festivals (U:FF), das in den vergangenen Jahren bereits mehrfach erfolgreich stattgefunden hat. Das Besondere am LT:C: Hier sollte nicht nur über die Bedarfe und Ideen von Studierenden als größte Gruppe der Hochschulangehörigen gesprochen werden, sondern ihnen sollte auch der Raum gegeben werden, mitzusprechen. Dafür wurde bereits im Vorfeld ein Student Advisory Board gegründet, an welchem ich in den vergangenen sechs Monaten mitarbeiten durfte.

    Nach fast zwei Jahren Online-Lehre hat sich in der deutschsprachigen Hochschullandschaft viel verändert. Wir Studierende haben viele Stunden in Zoom-Vorlesungen verbracht, uns durch asynchrone Lerneinheiten im LernraumPlus geklickt und Prüfungen in den eigenen vier Wänden absolviert. Jetzt sind die meisten von uns wieder an die Hochschulen zurückgekehrt. Aber wie soll das Zusammenleben, -lernen und -arbeiten auf dem Campus eigentlich in Zukunft aussehen? LT:C sollte einen Raum schaffen, um Studierende, Lehrende, Hochschulmitarbeitende und Politiker:innen zusammenzubringen, um diese Frage gemeinsam zu verhandeln.

    Ein Donnerstag in Berlin (und am Laptop)

    Nach Berlin brachte mich dann zwar mit einiger Verspätung der ICE, aber vor allem auch meine Arbeit. Als Peer-Tutorin im Peer Learning-Team der Uni Bielefeld am Zentrum für Lehren und Lernen habe ich 2021 begonnen mich für Themen wie studentische Partizipation und Hochschulentwicklung zu interessieren: Was brauchen Studierende überhaupt, um sich erfolgreich zu beteiligen? Wie sieht richtig gute digitale Lehre aus? Und was muss mir der Campus im Jahr 2030 bieten? Seit Anfang 2022 bin ich Teil des diesjährigen Jahrgangs der DigitalChangeMaker-Initiative, einem Projekt des HFD (Hochschulforum Digitaliserung), das engagierte Studierende verschiedenster Fachrichtungen mit einem Interesse an Themen rund um die digitale Hochschultransformation zusammenbringt, um ein Jahr gemeinsam an genau solchen Fragen zu arbeiten. An der Uni Bielefeld gibt es dafür auch seit Sommer eine Lokalgruppe, in der man sich engagieren kann.

    Und so bin ich auch im Student Advisory Board von LT:C gelandet. Als Sebastian Horndasch, Leiter des U:FF, bei einem unserer Workshopwochenenden nach interessierten ChangeMakern für das Student Advisory Board fragte, war ich von dem Konzept direkt begeistert. Insgesamt vier Studierende und zwei Expert*innen für studentische Partizipation haben das Festival-Team bei der inhaltlichen Ausrichtung des Events beraten.

    Los ging es nach dem ersten Kaffee früh um neun mit der Eröffnung auf der Hauptbühne, gefolgt von einem Panel zu studentischer Partizipation. Aber nicht nur das Thema „Partizipation stärken“ war vertreten. Auch in den Bereichen „Hochschule for Future“ und „(Digitale) Räume öffnen“ wurde einiges geboten. Die Beiträge waren dabei so vielfältig wie das Leben auf Campus selbst: Es ging um Forderungen für klimagerechte Hochschulen, innovative Raumarchitekturen, Künstliche Intelligenz und ko-kreative Lehrentwicklung, aber auch den Umgang mit sexualisierter Gewalt auf dem (digitalen) Campus. Ein Slogan des Events war „digital first“. Die wahrscheinlich umfassendste und entspannteste Erfahrung bei LT:C hatten diejenigen Teilnehmenden, die sich von zu Hause online zugeschaltet haben. Denn: Es wurden nicht nur alle Talks online gestreamt, auch Workshops, Mikro-Fortbildungen und Vernetzungsmöglichkeiten gab es auf der Event-Plattform zu entdecken. Alle Beiträge kamen dabei über einen offenen Call aus der Community und wurde von einer Fachjury, in der auch Studierende vertreten waren, ausgewählt. Beiträge mit studentischer Beteiligung waren explizit erwünscht (und am Veranstaltungstag dann auch bei über der Hälfte der Beiträge auf den Bühnen vertreten).

    Am Abend wurde die Bühne dann für den politischen Abend freigegeben, bei dem Studi-Tandems Fachpolitiker*innen zu verschiedenen Themen rund um Student Wellbeing, BAföG-Reform, digitale Bildungstransformation und die Förderung studentischen Engagements befragen konnten.

    Und jetzt?

    Jetzt bleibt mir hauptsächlich, mich auf die nächste Austauschveranstaltung zur Zukunft des Campus zu freuen. Denn, was ich und alle anderen Studierenden, mit denen ich während und nach LT:C sprechen konnte, bemerkt haben: Auf diesem Event wurde uns zugehört, auf und abseits der Bühne. Egal ob in den Kaffeepausen, am Mittagsbüffet oder am digitalen Vernetzungstisch: Hochschulangehörige mit verschiedenen Aufgaben sind auf Augenhöhe ins Gespräch gekommen. In allen Räumen, online und vor Ort, war Begeisterung und Tatendrang zu spüren.

    Glücklicherweise findet vom 26. bis zum 28. April 2023 bereits die nächste Ausgabe des U:FF unter dem Motto „Heads up!“ statt, bei dem sicherlich viele Gespräch von LT:C weitergeführt und vertieft, aber auch neue Themenwelten entdeckt werden können. Und für diejenigen unter uns, die solange nicht warten wollen: Fast alle Beiträge von Let’s Talk:Campus kann man bereits jetzt (nochmal) auf YouTube anschauen.

    Du hast auch Lust, dich zu beteiligen? Eine Möglichkeit für Studierende besteht über die Lokalgruppe der Digital Change Maker. Melde dich einfach bei dcm-bielefeld@posteo.de oder schau mal auf dem Instagram-Kanal vorbei.

  • 04.11.2022 - BI.teach 2022 – Das Podium stellt sich vor

    Am 23. November steht der Tag der Lehre BI.teach bei uns vor der Tür und die Anmeldephase läuft. Mit dem Thema "Nachhaltig(-keit) lehren und lernen – Lehre zukunftsfähig gestalten" greifen wir ein sehr aktuelles Thema auf, mit dem wir auch direkt an den universitären Partizipationsprozess zum Thema Nachhaltigkeit anschließen. Auf unserem Podium begrüßen wir nach der Keynote mit Prof. Dr. Annette Kehnel weitere spannende Diskutant*innen. Wir haben ihnen vorab zwei Fragen gestellt, hier sind ihre Antworten!

    Prof. Dr. Annette Kehnel

    Prorektorin für Studium und Lehre Uni Mannheim

    1. Nachhaltigkeit in der Lehre bedeutet für mich…die Lust am Tun zu wecken, zu zeigen, dass das was ist auch anders sein kann
    2. Diesen Schritt habe ich zuletzt dafür unternommen ... In der Vorlesungsreihe Science4Future, die ich mit meiner Kollegin Laura Edinger Schons, LS Sustainable Management gegründet haben, kommen WissenschaftlerInnen aller Disziplinen zu Wort mit aktuellen Befunden aus der Nachhaltigkeistforschung. Da kriegt man richtig Lust auf Zukunft!

     

    Prof. Dr. Alexandra Kaasch

    Prorektorin für Wissenschaft und Gesellschaft

     

    1.  Nachhaltigkeit in der Lehre bedeutet für mich… unsere Universität als System in den Blick zu nehmen und Nachhaltigkeit in den Bereichen Studium & Lehre, Forschung und Betrieb sinnvoll zu verzahnen.
    2. Diesen Schritt habe ich zuletzt dafür unternommen… einen partizipativen Prozess zur Entwicklung unseres Nachhaltigkeitsleitbilds auf den Weg gebracht.

     

    Prof. Dr. Walter Pfeiffer

    Fakultät für Physik

     

    1.  Nachhaltigkeit in der Lehre bedeutet für mich… eine Herausforderung weit über die Fachgrenzen hinausreichende interdisziplinäre Inhalte einzubeziehen.
    2. Diesen Schritt habe ich zuletzt dafür unternommen... Im Rahmen der Lectures for Future erproben wir im Moment ein neues Lehrformat das naturwissenschaftliche und sozialwissenschaftliche Inhalte vereint sowie Veranstaltungen mit Außenwirkung in die Gesellschaft umfasst.

     

    Dr. Franz Mauelshagen

    Abteilung Geschichte

    Dr. Franz Mauelshagen

    1. Nachhaltigkeit in der Lehre bedeutet für mich… Ständig umweltgeschichtliche Themen in die Lehre einzubringen und das historische Wissen für aktuelle Nachhaltigkeitsfragen fruchtbar zu machen.
    2. Diesen Schritt habe ich zuletzt dafür unternommen… Ich bin an den Lectures for Future beteiligt und setze mich für eine breitenwirksame “climate literacy” in Video- und anderen Wissensvermittlungsformaten ein.

     

    Dr. Christina Beckord

    Fakultät für Soziologie, Grotemeyer-Preisträgerin 2022

     

    1.  Nachhaltigkeit in der Lehre bedeutet für mich… in der Soziologie, also einem Fach in dem es weniger um die physische Reduktion der Ressourcennutzung geht, meinen Studierenden einen kritischen Umgang mit Darstellungen von Zahlen und Statistiken unterschiedlichster Themenbereiche zu vermitteln und immer wieder Beispiele z.B. auch zum Thema Nachhaltigkeit einfließen zu lassen. Darüberhinaus ist es unsere Aufgabe, gesellschaftliche Prozesse verstehen, erklären und gegebenenfalls beeinflussen zu können - eine spannende Frage wäre hier: warum halten viele Menschen Nachhaltigkeit für ein sehr wichtiges Thema, handeln jedoch selbst nicht entsprechen?
    2. Diesen Schritt habe ich zuletzt dafür unternommen… Wir hatten ein Seminar "Statistiken in der medialen Darstellung" zwar mit dem Schwerpunkt der Corona-Berichterstattung, aber Vermittlungsgegenstand war der sorgsame Umgang mit Informationsquellen, Aussagefähigkeit der Datengrundlage und die Validität der getroffenen Schlüsse. Diese Kernkompetenz ist auch für die Bewertung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen unabdingbar.

     

    Elsa Mauruschat

     Studierende, AG Studium und Lehre Nachhaltigkeitsleitbild

     

    1.  Nachhaltigkeit in der Lehre bedeutet für mich... Das Thema Nachhaltigkeit sollte als fester Bestandteil in die Lehrpläne aller Fakultäten integriert werden
    2. Diesen Schritt habe ich zuletzt dafür unternommen… Ich habe in den letzten Monaten im Rahmen der Ausarbeitung des Nachhaltigkeitsleitbildes in der AG "Studium und Lehre" mitgearbeitet.

     

    Johanna Weidelt

     Studierende, StudentsforFuture

     

    1.  Nachhaltigkeit in der Lehre bedeutet für mich… Sensibilisierung auf ökologische und soziale Aspekte im Zusammenhang mit den Lehrinhalten als fester Bestandteil des Lehrplans. Außerdem sollte die Lehre nachhaltig gestaltet sein, also so, dass die Lernenden langfristig möglichst viel mitnehmen können.
    2. Diesen Schritt habe ich zuletzt dafür unternommen… Ich engagiere mich bei den Students for Future und vertrete diese im Senat. Außerdem nehme ich am partizipativen Prozess zur Ausgestaltung des Nachhaltigkeitsleitbildes teil, wobei ich dort in der AG Betrieb bin.

  • 27.07.2022 - „Bildung ist mein Steckenpferd!“ – ORCA-Koordinator der Uni Bielefeld Frank Homp im Gespräch

    Schon von ORCA.nrw gehört? Die Abkürzung für Open Resources Campus NRW sollte schon vielen bekannt sein, aber was genau hat es mit dem NRW-weiten Netzwerk auf sich? Mein Kollege Frank Homp hat da die Antworten, denn er ist an der Universität Bielefeld ORCA-Koordinator. Was ORCA ist, was Frank bei uns an der Uni macht und wie er auch mal abschaltet, erzählt er uns am besten selbst!

     

    Birte Stiebing: Hallo Frank! Das Wichtigste zuerst: Wer bist du und wie bist du an die Universität Bielefeld gekommen?

    Frank Homp: Ich habe bis zur Uni Bielefeld schon ein paar Stationen hinter mir. Meine akademische Laufbahn ging los, nachdem ich bei der Marine war. Nach meinem Grundwehrdienst war ich zwei Jahre Reserveoffizier. Ich wollte damals schon so viel wie möglich lernen und alles aufnehmen. Was mir noch mehr Spaß gemacht hat, war aber anderen Soldat*innen was beizubringen. Deswegen wollte ich es dann noch mit einem Lehramtsstudium versuchen, Biologie und Englisch. Damals als junger Student hatte ich aber noch extreme Probleme, Hausarbeiten zu schreiben und habe leider auch keine Unterstützungsangebote genutzt. So habe ich nach gut zwei Jahren abgebrochen und eine Ausbildung zum Physiotherapeuten gemacht.

    BS: Das ist ja was komplett anderes!

    FH: Das stimmt, aber Sport ist meine zweite große Leidenschaft neben Lehren und Lernen und so war das für mich trotzdem naheliegend. So langsam kommen wir auch dazu, wie ich nach Bielefeld gekommen bin, das war ja die Ausgangsfrage, oder? (lacht) Mir bot sich die Möglichkeit, hier an der FH einen Studiengang wahrzunehmen, der damals einfach noch Bachelor Berufliche Bildung Therapie hieß, jetzt heißt er „Gesundheit“ und der Master ist „Berufspädagogik Pflege und Therapie“. Ich habe also an der FH meinen Bachelor und meinen Master gemacht, dann gab es ein Projekt „Digitale und Virtuell unterstützte Fallarbeit in den Gesundheitsberufen“ an der medizinischen Fakultät, bei dem ich beteiligt war und so kam ich an die Universität Bielefeld. Als ich dann von der offenen Stelle als ORCA-Koordinator hörte, hat es mich in das ZLL verschlagen.

    BS: Und wieso hast du dich für die ORCA-Koordination an der Universität Bielefeld beworben?

    FH: Lehren und Lernen und digitale Medien gehörten für mich schon immer zusammen. Für digitale Medien konnte ich mich schon sehr früh begeistern. Als Kind habe ich immer Ärger bekommen, weil ich mehrere Male den Computer meiner Mutter kaputt gemacht habe, weil ich irgendwas umgeschrieben habe (lacht). Also die Affinität war schon vorher da und während meines Studiums an der FH, das war dann 2013, da war es tatsächlich so, dass digitale Medien in meinem Studiengang beziehungsweise in meinem Fachbereich noch nicht so unbedingt flächendeckend angekommen waren. Meine Masterarbeit habe ich dann schon zu digitalen Medien in der Physiotherapie geschrieben. So kam ich auch in mein erstes Projekt, bei dem es um digitale Medien in der Hochschulbildung ging und wie man das Lernen mithilfe von Wikis verbessern kann. Nach diesem Projekt ging es mit dem Projekt an der medizinischen Fakultät weiter, wo ich dann auch zunehmend mit OER (Open Educational Resources) in Kontakt gekommen bin. Ich habe den „Hype“ um OER zuerst nicht verstanden, weil ich es als gegeben angesehen habe, seine Forschung und Lehre zu öffnen und mit anderen zu teilen, aber jetzt hatte ich auch einen Namen dafür, was ich sowieso immer als Mindset hatte. Und dieses Mindset war es dann auch, was mich zu der Entscheidung geführt hat, die Stelle als ORCA-Koordinator anzutreten.

    BS: Wofür steht ORCA denn?

    FH: ORCA.nrw ist zunächst einmal eine Internet-Domain, auf der man dann diverse Inhalte zu digital gestützter Lehre finden kann. Prinzipiell wird ORCA gerne direkt mit OER in Verbindung gesetzt, das ist aber nicht ganz richtig. Ich zitiere von unserer Startseite: „ORCA ist ein kostenfreies Online-Portal rund um digital gestütztes Lehren und Lernen an Hochschulen.“ Das heißt, auf dieser Seite soll man und findet man jetzt schon alles Mögliche zum Thema digital gestütztes Lehren und Lernen. Von OER ist da also erstmal nichts zu sehen.

    Das liegt zunächst daran, dass es zum jetzigen Zeitpunkt noch keinen originären ORCA-Content gibt, weil viele Projekte, die extra für ORCA ins Leben gerufen wurden, momentan noch in Bearbeitung sind oder noch beginnen. So wird aus den Projekten heraus (hoffentlich) noch sehr viel Inhalt für ORCA entstehen. Momentan verweist ORCA noch auf viele bereits bestehende OER-Materialien und verweist auf weitere Portale, so dass du dort momentan auch Materialien findest, die nicht prinzipiell OER sind, aber das ist auf jeden Fall das Ziel.

    BS: Kannst du auf den Unterschied zwischen OER und „traditionellen“ Lernmaterialien näher eingehen?

    FH: Der Unterschied zwischen OER und „traditionellen“ Lernmaterialien ist, dass die Inhalte unter einer offenen Lizenz weitergegeben werden, das ist meistens eine Creative Commons oder kurz CC-Lizenz, die es in unterschiedlichen Abstufungen gibt. Der „Goldstandard“ unter OER ist CC 0 (gesprochen CC „zero“), mit der Lizenz darf man also machen, was man will: man kann es verändern, unter eigenem Namen weitergeben oder sogar selbst kommerzialisieren. Eine Stufe darunter nennt sich dann CC BY. Damit darf man auch machen, was man will, aber man muss kennzeichnen, wo man es herhat. Wenn man also von mir Material verwendet, muss irgendwo gekennzeichnet sein: „Das ist von Frank“. Dann gibt es noch CC BY SA. Hier gelten die Einschränkungen wie bei CC BY, aber man hat auch die Auflage, dass das Material, was dadurch entsteht, auch wieder unter der gleichen Lizenz weitergegeben wird. Alles was unter einer dieser drei Lizenzen veröffentlicht wird kann also als OER bezeichnet werden. Es gibt noch weitere CC-Lizenzen, die es noch weiter einschränken. Wir halten fest: Nicht alle CC-Lizenzen sind streng genommen OER, aber OER sind definitiv Materialien, die auf einer der genannten CC-Lizenzen basieren. Du musst nur schauen, auf welcher.

     

    Übersicht der CC-Lizenzen
    Übersicht der CC-Lizenzen

     


    „Wir machen Lehre und wir sprechen darüber, das ist der Spirit von OER“

    BS: Was hat dich denn dazu bewogen, die Koordination von ORCA an der Universität Bielefeld zu übernehmen?

    FH: Prinzipiell treibt mich der Wunsch an, möglichst viel Transparenz zu schaffen in der Lehre. „Wir machen Lehre und wir sprechen darüber“, das ist der Spirit von OER. Da gehören möglichst viel Transparenz und ein großes Netzwerk dazu, denn je mehr Leute sich mit Lehre beschäftigen, umso besser kann es werden. Das ist für mich der OER-Antrieb und so ist eine Netzwerk-Stelle für mich ideal. Und jetzt kommen die digitalen Medien dazu, die vieles in Hinsicht auf Transparenz und Netzwerken vereinfachen können. Die Distribution von Inhalten war nie einfacher. Bei ORCA kommen also zwei Dinge zusammen: Wir sprechen viel, teilen viel, schaffen Transparenz und wir arbeiten dafür mit digitalen Medien. Beides liegt mir gut!

    Außerdem glaube ich, dass ich auf dieser Stelle sinnvolle Entwicklungen vorantreiben kann. Auch mit meinem pädagogisch- erziehungswissenschaftlichem Hintergrund. Ich kann den Expert*innen in ihren Fächern, die OER schaffen wollen, also die Unterstützung anbieten, ihre Materialien so zu erstellen, dass andere den bestmöglichen Nutzen daraus ziehen.

    „Ich möchte für Lehrende da sein, die bei ihrer Lehre Unterstützung wollen.“

    BS: Da bist du am ZLL ja genau richtig aufgehoben!

    FH: Stimmt! Ich möchte für Lehrende da sein, die bei ihrer Lehre Unterstützung wollen. Ideal ist es natürlich, wenn Lehrende selbst anzeigen, dass sie Hilfe möchten. Wenn diese dann recherchieren, wie sie unterstützt werden können an der Uni Bielefeld, hoffe ich natürlich, dass sie auf das ZLL und oder mich stoßen und dass wir immer mehr die Anlaufstelle für Lehrende sind, die ihre Lehre verbessern oder sich zumindest damit auseinandersetzen möchten. Das sind wir schon, aber wir wollen ja auch immer besser werden und von den Lehrenden auch dazulernen, wie wir sie wiederum besser unterstützen können. OER ist genau dafür wieder ein Vehikel, Lehre kontinuierlich zu fördern und zu verbessern und mit Lehrenden auf Augenhöhe über Lehre sprechen zu können.

    BS: Letzte Frage: Was machst du, um einfach mal abzuschalten und Kraft zu tanken für die neuen Aufgaben, die da auf dich warten?

    FH: Früh aufstehen und laufen! Aber nicht unbedingt beides zusammen (lacht). Ich mache aber viel Sport und das ist für mich der Katalysator, wo man alles vergessen kann. Ich laufe schon seit ich bei der Marine angefangen habe, weil du das immer machen kannst, egal wo du grad bist. 2017 habe ich meinen ersten Hermannslauf gemacht und dann habe ich Blut geleckt und wollte mich beim Laufen verbessern. Beim Laufen kommen mir so auch häufig ganz tolle Ideen! Die Herausforderung ist dann, sich diese bis zum Ende des Laufes zu merken (lacht).

    BS: Warst du beim letzten Hermann dabei?

    FH: Ja! Letztes Jahr hatte ich leider eine fiese Erkältung und musste passen. Aber dieses Jahr hat es geklappt und das beim Jubiläum, das war super!

    BS: Danke dir für das Gespräch!

    Gut zu wissen: Sie können sich ab sofort für die Ausschreibung OERContent.nrw bewerben. Weitere Informationen erhalten Sie hier.

  • 18.07.2022 - Der Entstehung von Ideen zuhören – Ein Tag mit Dorothe Bach

    Kurz vor Semesterende durften wir noch eine gern gesehene Gästin an der Uni Bielefeld begrüßen: Die deutsch-amerikanische Professorin Dorothe Bach war – leider nur virtuell – wieder zu Gast im ZLL. Im Mittelpunkt des ersten Tages ihres Besuchs standen ein Workshop mit dem Titel   „Denken mit allen Sinnen: der Entstehung von Gedanken zuhören“ und ein Austausch zur Weiterentwicklung des TAP in den USA und vielleicht auch an der Universität Bielefeld.

    Im Fokus des Workshops „Denken mit allen Sinnen“ stand eine bestimmte, in der Philosophie des Phänomenologen Eugene T. Gendlin entwickelte und als „Focusing“ oder „Thinking at the Edge“ bekannte Methode des Zuhörens, die Dorothe Bach bei einem Besuch im Jahr 2014 schon einmal im Rahmen einer LehrBar Spezial in ihrer Grundform als „Radikales Zuhören“ vorgestellt hat. Damals – noch eine ganze Weile vor der Pandemie – stieß Dorothes Input auf ein breites Interesse, und es gab sehr viel Begeisterung für die erstaunliche Erfahrung, wie gedanklich fruchtbar ein Dialog sein kann, in dem die Partner*innen einander intensiv und mit dem Stift in der Hand zuhören.  Die Teilnehmer*innen des Workshops am 11. Juli 2022 konnten nun eine erweiterte Form des radikalen Zuhörens erproben, das so genannte „Crossing“, in dem zwei Denkimpulse nacheinander sprechend aufgenommen werden und eine*r aufmerksam mitschreibenden Zuhörer*in erzählt wird, welche Wörter, Sätze und Erzählungen im Übergang von vorsprachlichen Erinnerungen, Empfindungen und Gedanken, dem „felt sense“ (Gendlin) sprachlich formen. Zu zweit hatten wir die Zeit einander zuzuhören, ohne gegenseitige Kommentare, Interpretationen oder Vorschläge. Wieder waren die Teilnehmer*innen davon beeindruckt, dass das radikale Zuhören ohne weitere Kommentierung für die Sprechenden schon zu Lösungen, mindestens aber zu neuen Gedanken führen kann. Wie diese Methode, die im Kontext Wissenschaft zunächst irritierend erscheinen mag (Gefühle? Erinnerungen?) in Lehre und Forschung fruchtbar gemacht werden kann, sieht man z.B. am „Training in Embodied Critical Thinking“ (TECT), dem Erasmus+ Ausbildungsprogramm, das von Philosophen, Informatikern, Kognitionswissenschaftlern und Umweltdesignern initiiert wurde. Diese Methode kann in vielen Situationen funktionieren, nicht nur in überfachlichen Themen. Allerdings muss man sich auch offen darauf einlassen, um Ergebnisse zu erzielen. Manchen könnte der Mehrwert der Übung nicht direkt klar sein, so ist bei Anwendung der Methodik mit Studierenden auch darauf zu achten, das Vorgehen und den Nutzen deutlich zu machen.

    Nach diesem aufschlussreichen Workshop konnten wir die Zeit mit Dorothe Bach weiter nutzen, um über das TAP (Teaching Analysis Poll) zu sprechen. Durch sie wurde nämlich das TAP an der Uni Bielefeld erst etabliert – damit sind wir Vorreiter in Deutschland! Umso wichtiger ist ein regelmäßiger Austausch, um die Evaluation auch weiterentwickeln zu können. In einer kleinen Runde diskutierten wir dabei Fragen, wie das TAP-Verfahren jetzt in den USA angewendet wird und welche Optionen zur Weiterentwicklung der Evaluation zu Rate gezogen werden. Ein Diskussionspunkt war dabei die Möglichkeit, Studierende schon bei der Ausführung der TAPs mit einzubeziehen. Außerdem wurde an der University of Virginia auch am Namen geschraubt: Das TAP heißt dort jetzt ESP (Engaging Students perspectives) um die studentische Perspektive auch direkt im Namen deutlich zu machen. Überhaupt war der Fokus auf die Studierenden sehr wichtig. Um dem Motto „students as peers“ noch näher zu kommen, haben die Kolleg*innen der University of Virginia eine Frage des dreiteiligen Fragebogens leicht geändert: Sie fragen jetzt nicht nur danach, was die Lehrperson in der Veranstaltung verbessern kann, sondern auch was die Teilnehmenden selbst optimieren können, um ein gutes gemeinsames Lehrszenario zu erzielen. Im Gespräch haben wir außerdem unsere Erfahrungen zu Online-Veranstaltungen geteilt, welche Herausforderungen es speziell für das TAP-Verfahren gab und welche Unterschiede es generell zwischen der US-amerikanischen und deutschen Feedbackkultur gibt.

    Aus diesem Tag mit Dorothe konnten wir viel für unsere Arbeit gewinnen und haben für die Zukunft neue Ideen erarbeiten können. Wir freuen uns auf den nächsten Besuch von „abroad“!

    Zur Person: Die Deutsch-Amerikanerin Dorothe Bach war schon viele Male zu Gast am ZLL der Universität Bielefeld.

    Dorothe Bach headshot
    Professorin Dorothe Bach. Foto: Center for Teaching Excellence, University of Virginia

    Als stellvertretende Direktorin und Professorin am Center for Teaching Excellence der University of Virginia ist sie Teil einer großen, zunehmend internationalen Community von Lehrenden, Forschenden und Angehörigen des sogenannten „Third Space“ an Hochschulen, die sich mit den Fragen und Spannungen guten Lehrens und Studierens beschäftigen. Sie hat das TAP („Teaching Analysis Poll“ bzw. Studierendenfeedback auf Lehrveranstaltungen in der Semestermitte) nach Bielefeld gebracht, sie hat eine erweiterte Idee sinnvoller lernzielorientierter Lehrveranstaltungsplanung mit uns geteilt, die großen Einfluss auf die konzeptionellen Diskussionen über Lehre an der Universität Bielefeld  hatte, und sie hat uns im Jahr 2017 Modelle der Einbeziehung von Studierenden in die Lehrentwicklung („Students as Partners“) vorgestellt, die für die Weiterentwicklung nicht nur des Peer Learning an der Universität sehr wichtig sind.
    Seit vielen Jahren beschäftigt sich Dorothe Bach mit der Frage, wie wissenschaftliche Arbeit davon profitieren kann, persönliche Motivationen und Erfahrungen als Ressourcen für kreative Prozesse zu integrieren.  Als Expertin für integrative Lehre, metakognitives und metaaffektives Lernen beschäftigt sie sich mit Formen reflektierenden Denkens in Lehrveranstaltungen und am Schreibtisch.

    Von Birte Stiebing & Stefanie Haacke-Werron

  • 28.04.2022 - Lehrideen und Erfahrungen austauschen: inno.teach – Der neue Blog für innovative Lehre

    Wie soll Lehre in der Zukunft aussehen? Durch die letzten zwei Jahre hat diese Frage eine noch größere Bedeutung erhalten.

    Auch vor den Online-Semestern war Digitalisierung ein wichtiges strategisches Entwicklungsfeld der Universität Bielefeld. Bereits seit 2018 befindet sich die Universität in einem Entwicklungsprozess zur Frage, wie die Lehre in der Zukunft an unserer Universität aussehen soll und welchen Stellenwert hierbei die erweiterten Möglichkeiten durch digitale Lehr-, Lern und Prüfungsformen einnehmen. Sie als Lehrende sind die Expert*innen, wenn es um neue Lehrkonzepte, fachspezifische Ausgestaltungen und die Erfahrungen in der Lehrpraxis mit diversen Lehrkonzepten geht. Diesem vielseitigen Mosaik aus Erfolgen, Erfahrungen, erprobten innovativen Lehr-/ Lernformaten wollen wir nun mehr Raum bieten, um uns auszutauschen und um gemeinsam von guter Lehre zu profitieren.

    Was bedeutet innovative Lehre speziell an der Universität Bielefeld? Welche Tools und Methoden nutzen meine Kolleg*innen? Wie kann ich Inspiration für meine Lehre bekommen? Unser neuer Blog „inno.teach“ wird Lehren, Lernen und Prüfen in den Fokus rücken und genau diese Fragen beantworten! Wir wollen zu gemeinsamen Diskussionen anregen und Visionen teilen.

     

    „Ideen und Erfahrungen austauschen und Schlaglichter auf Studium und Lehre werfen, das ist unser Anspruch. Die didaktischen Möglichkeiten, die wir durch digitale Tools und Formate ergänzend zur Präsenzlehre nutzen können, sind ein großer Gewinn - aber manchmal eben auch eine Herausforderung. Umso wichtiger wird der Austausch zwischen Lehrenden und allen, die sich mit Lehre beschäftigen. Der Blog soll ein weiteres Mittel sein, diesen zu fördern!“, so Prorektorin für Studium und Lehre Prof. Dr. Birgit Lütje-Klose.

    Der neue Blog zur (digitalen) Lehre soll informieren, unterhalten und verschiedene Blickwinkel der Universität Bielefeld auf Lehre und Lernen zusammentragen. Realisiert wird er vom Zentrum für Lehren und Lernen (ZLL). Lehre wird besser, wenn man darüber redet, sie reflektiert und neue Impulse bekommt. Lassen Sie uns transparent über die Lehre an der Universität Bielefeld sprechen und alle Beteiligten zu Wort kommen lassen. Natürlich wollen wir auch über den Tellerrand schauen, auf unsere Netzwerke und darüber hinaus. Denn eins ist klar: Die Lehre kann nur profitieren, wenn man Wissen teilt und darüber spricht.

    In diversen Kategorien wollen wir Themen und Geschichten der Lehre beleuchten. Dabei ist Platz für große Projekte und Reportagen wie auch für kleine Impulse, Veranstaltungshinweise und praktische Tipps und Good Practice direkt aus dem Lehralltag. In der Kategorie Innovative Lehrprojekte erhalten Sie regelmäßige Einblicke in hochschulweite Lehrprojekte, bekommen Statusberichte und interessante Einblicke in die Arbeitsgruppen. So wird hier bspw. das hochschulweite Projekt BiLinked, welches interdisziplinär und kollaborativ digitale Lehr- /Lernformate entwickelt, eine Plattform haben. Die vier verschiedenen Communities of Practice werden ihre Zwischenergebnisse dokumentieren und Sie so am Projekt teilhaben lassen. Die Kategorie New Teaching and Learning beleuchtet die Digitalisierung von Lehren und Lernen und Innovationen der Didaktik. Good Practice wirft ein Schlaglicht auf konkrete Lehrveranstaltungen an der Universität Bielefeld, die durch ihre innovative Durchführung besonders aufgefallen sind. Die Kategorie Tipps & Tutorials für digitale Lehre gibt Ihnen Wissenswertes an die Hand rund um digitale Tools, die in der Lehre verwendet werden können. In der Kategorie Lehren vom Campus finden Sie Geschichten und Erfahrungsberichte von diversen Personen aus dem Lehrkontext und ihre Sichtweise auf innovative Lehre.

    Ein besonderes Augenmerk legen wir auf digitale Lehre und deren Möglichkeiten. Denn diese umfasst – wie Sie wissen – viel mehr als reine synchron digital stattfindende Veranstaltungen zur Substitution von Präsenz. Welche Möglichkeiten bietet die Universität für digitale oder hybride Veranstaltungen? Welche Tools können Sie für Ihr Blended-Learning-Projekt anwenden und wie machen es andere Lehrende aus den verschiedenen Fakultäten?

    Welche Themen und Fragen rund um innovative Lehre beschäftigen Sie? Wir freuen uns auf Ihr Engagement und Ihre Themenvorschläge, die Sie an Birte Stiebing (Zentrum für Lehren und Lernen) birte.stiebing@uni-bielefeld.de richten können!


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