Wissenschaftlerinnen im Videoportrait

Die Reihe „Sichtbare Expertise“ stellt Wissenschaftlerinnen aus den Fokusbereichen der Universität Bielefeld im Rahmen kurzer Videointerviews vor. Wissenschaftlerinnen erzählen, welche Lücken sie in der Forschung entdeckt haben – und wie sie diese füllen.
Die Interviewreihe lädt dazu ein die Wissenschaftlerinnen der Universität Bielefeld und die Vielfalt ihrer aktuellen Forschung kennenzulernen.
„Sichtbare Expertise“ ist ein gemeinsames Projekt des Gleichstellungsbüros und des Referats für Kommunikation. Die Interviews werden im Rahmen der Reihe „Forschungslücke“ auf dem LinkedIn Kanal der Universität Bielefeld veröffentlicht und anschließend permanent auf der Seite des Gleichstellungsbüros ausgestellt.
Konzept: Denise Gellrich, Jörg Heeren, Jochen Kopp und Lisa Steven

Bildschirmtext: Prof'in Dr. Cora Uhlemann Kosmologin
Prof'in Dr. Cora Uhlemann: Ich glaube, Forschung besteht sehr viel darin, irgendwie mutig Sachen auszuprobieren, damit dann auch zu scheitern und sich davon nicht abbringen zu lassen, sondern quasi aus dem Scheitern zu lernen.
Bildschirmtext: Woran forschen Sie?
Prof'in Dr. Cora Uhlemann: Als Kosmologin studiere ich die Architektur des Kosmos, insbesondere auf den größten Längen und Zeitskalen. Und mit dem Weltraumteleskop Euclid, wo wir hier so ein kleines Lego Modell haben, werden wir Milliarden von Galaxien über 1/3 des Himmels kartieren. Und das ist extrem spannend, weil damit können wir quasi das Skelett unseres Universums vermessen.
Bildschirmtext: Was finden Sie besonders spannend?
Prof'in Dr. Cora Uhlemann: Insbesondere interessiere ich mich für Regionen unterschiedlicher Dichte jenseits des Mittelmaßes. Insbesondere finde ich leere Region und so Ballungszentren sehr spannend und suche quasi wie können wir extra Informationen daraus holen um herauszufinden, was in unserem Universum drin ist und wie es sich in Zukunft entwickeln wird.
Bildschirmtext: Wie ist Ihr Thema relevant?
Prof'in Dr. Cora Uhlemann: Ich glaube, es ist extrem relevant, weil wir lernen sehr viel über die Daten. Im Endeffekt haben wir diese exquisiten Durchmusterungen. Wir haben Milliarden von Galaxien und am Ende ist das jetzt auch ein Problem von Big Data: Wie können wir quasi am effizientesten diese Bilder analysieren?
Ich möchte erreichen, dass wir mehr von den Daten benutzen können. Also insbesondere schmeißen wir quasi Daten weg, weil wir quasi die ganze Karte, die wir nehmen, einfach nur in eine Funktion zusammenquetschen. Und ich möchte erreichen, dass wir mehr Informationen rausholen und damit quasi mehr Physik aus den gleichen Daten holen können.
Bildschirmtext: Was war Ihre größte Herausforderung?
Prof'in Dr. Cora Uhlemann: Oh, ich glaube, es gibt viele Herausforderungen. Ich glaube, das Schlimmste an der Forschung ist Es gibt viele spannende Ideen, aber nie genug Zeit, die alle zu verfolgen. Das heißt, man muss irgendwie eine gute Balance finden. Was sind irgendwie spannende Sachen, die aber auch nicht zu viel Zeit kosten.
Bildschirmtext: Was macht Ihnen an der Forschung am meisten Freude?
Prof'in Dr. Cora Uhlemann: Aber was ich auch extrem spannend finde, ist die Arbeit mit jungen Menschen, also sowohl die Lehre als auch natürlich die Arbeit mit Doktoranden und Postdoktoranden in meiner Gruppe. Wenn wirklich Leute von unterschiedlichen Hintergründen kommen und ihre Ideen zusammenbringen: Das finde ich einfach extrem spannend.
Abblende: Logo des Gleichstellungsbüros der Universität Bielefeld, Label des Projekts "Sichtbare Expertise. Programm für Wissenschaftlerinnen", Label des Projekts "Die Forschungs_lücke"
On-screen text: Prof'in Dr Cora Uhlemann Cosmologist
Prof. Dr Cora Uhlemann: I believe that research is very much about courageously trying things out, then failing and not letting yourself be dissuaded, but learning from failure, so to speak.
On-screen text: What are you researching?
Prof. Dr Cora Uhlemann: As a cosmologist, I study the architecture of the cosmos, especially on the longest lengths and time scales. And with the Euclid space telescope, of which we have this small Lego model here, we will map billions of galaxies over 1/3 of the sky. And that is extremely exciting, because we can use it to measure the skeleton of our universe, so to speak.
On-screen text: What do you find particularly exciting?
Prof. Dr Cora Uhlemann: I am particularly interested in regions of varying density beyond the mean. In particular, I find empty regions and conurbations very exciting and am looking for how we can get extra information from them to find out what is in our universe and how it will develop in the future.
On-screen text: How is your topic relevant?
Prof. Dr Cora Uhlemann: I think it's extremely relevant because we learn a lot from the data. Ultimately, we have these exquisite surveys. We have billions of galaxies and in the end this is also a problem of big data: how can we analyse these images in the most efficient way?
I would like us to be able to use more of the data. In particular, we're basically throwing away data because we're just squeezing the whole map we take into one function. And I would like us to be able to extract more information and thus get more physics out of the same data.
On-screen text: What was your biggest challenge?
Prof. Dr Cora Uhlemann: Oh, I think there are many challenges. I think the worst thing about research is that there are lots of exciting ideas, but never enough time to pursue them all. That means you have to find a good balance somehow. What are kind of exciting things that also don't take too much time.
On-screen text: What do you enjoy most about research?
Prof. Dr Cora Uhlemann: But what I also find extremely exciting is working with young people, both teaching and, of course, working with PhD students and postdocs in my group. When people from different backgrounds really come and bring their ideas together: I just find that extremely exciting.
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On-screen text: Prof Dr Anna Oksuzyan Health scientist
Prof Dr Anna Oksuzyan: My research project "COMFAM" investigates the relationship between long commutes and well-being and health of all family members.
On-screen text: What objects have you brought with you today?
Prof Dr Anna Oksuzyan: So today I brought the train and the car, which are the most commonly used means of transportation when people have long commutes. And we have Emily, who is a high-skilled worker.
On-screen text: What is the aim of your research?
Prof Dr Anna Oksuzyan: The aim of this project to investigate what would be the consequences of commuting if Emily were a low-skilled worker. So what we investigate is potentially different effects of long commutes accross different social groups.
On-screen text: How did you come up with the topic?
Prof Dr Anna Oksuzyan: My research actually comes from observation everyday life, I think. Questions whether Long the commutes are related not only to commuters' health, but also health and well-being of their partners and their children. Because we can expect that there is a high demand for a very limited time and parents have to juggle between work and family. And last but not least, it is a unique opportunity to use the Covid-19 pandemic as a natural experiment to find out how the Covid-19 pandemic contributed to the well-being of commuters.
On-screen text: What do you enjoy most about your research?
Prof Dr Anna Okszuyan: Research is my passion. I love it. I think the most exciting is thinking about a research question and how to design the study. And often we get surprising results. And it's also fun to interpret them and put them into the general knowledge that we have.
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Bildschirmtext: Prof. Dr. Anna Oksuzyan Gesundheitswissenschaftlerin
Prof. Dr. Anna Oksuzyan: Mein Forschungsprojekt “COMFAM” untersucht den Zusammenhang zwischen langen Arbeitswegen und Wohlbefinden und Gesundheit von allen Familienmitgliedern.
Bildschirmtext: Was für Objekte haben Sie heute mitgebracht?
Prof. Dr. Anna Oksuzyan: Heute habe ich den Zug und das Auto mitgebracht, da diese die am häufigsten genutzten Fortbewegungsmittel sind, wenn die Menschen lange Arbeitswege haben.
Und wir haben Emily, die eine hochqualifizierte Arbeitskraft ist.
Bildschirmtext: Was ist das Ziel Ihrer Forschung?
Prof. Dr. Anna Oksuzyan: Ziel des Projekts ist es, zu untersuchen, welche Folgen das Pendeln hätte, wenn Emily eine gering qualifizierte Arbeitskraft wäre. Also was wir untersuchen sind die Auswirkungen langer Arbeitswege zwischen verschiedenen sozialen Gruppen.
Bildschirmtext: Wie sind Sie auf das Thema gekommen?
Prof. Dr. Anna Oksuzyan: Meine Forschung kommt durch die Beobachtungen des täglichen Lebens. Wir fragen danach, ob lange Arbeitswege nicht nur mit der Gesundheit der Pendler*innen, sondern auch mit ihren Partner*innen und Kindern zusammenhängt. Weil wir davon ausgehen, dass es eine hohe Nachfrage für eine sehr begrenzte Zeit gibt. Und Eltern müssen zwischen Beruf und Familie jonglieren. Und nicht zuletzt ist es eine einzigartige Gelegenheit, die Covid-19-Pandemie als natürliches Experiment um herauszufinden, wie die Pandemie sich auf das Wohlbefinden der Pendler*innen ausgewirkte.
Bildschirmtext: Was macht Ihnen an Ihrer Forschung am meisten Freude?
Prof. Dr. Anna Okszuyan: Forschung ist meine Passion. Ich liebe es. Ich denke, das Spannendste ist, über eine Forschungsfrage nachzudenken und darüber, wie die Studie gestaltet werden soll. Und oft erhalten wir überraschende Ergebnisse. Und es macht auch Spaß, sie zu interpretieren und in das einzufügen, in ein Allgemeinwissen, das wir haben.
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Bildschirmtext: Prof'in Dr. Barbara Caspers Verhaltensforscherin
Prof'in Dr. Barbara Caspers: Und da hat mir einfach gefehlt, dass Leute genau hingeguckt haben!
Bildschirmtext: Woran forschen Sie?
Prof'in Dr. Barbara Caspers: Meine Forschung ist im Prinzip so ein bisschen zweigeteilt. Das ist einmal die Frage: Wie kommunizieren Tiere miteinander? Und zwar welche Rolle spielt der Körpergeruch dabei? Und die andere Frage ist: Wie ändern Tiere ihr Verhalten? Oder welchen Einfluss hat die Umwelt auf das Verhalten von Tieren?
Bildschirmtext: Was ist das Ziel Ihrer Forschung?
Prof'in Dr. Barbara Caspers: Was ich erreichen möchte, ist tatsächlich, dass wir genauer hingucken. Ich finde das total faszinierend zu sehen, dass zum Beispiel Zebrafinken als wahrscheinlich der best durchgeforschte Vogel der Welt ist, zumindest wenn es um Laborvögel geht, und wir trotzdem viele Dinge einfach auch jetzt noch nicht wissen.
Bildschirmtext: Gab es unerwartete Ergebnisse?
Prof'in Dr. Barbara Caspers: Auf jeden Fall. Also zum Beispiel das erste wirklich unerwartete Ergebnis war, dass die Zebrafinken, mit denen wir arbeiten, dass die ihre Verwandten anhand des Geruchs erkennen können. Das war völlig neu und ist auch nach wie vor finde ich total faszinierend. Zumindest für mich. Auch das junge Zebrafinken schon mit einem Tag, also direkt nach dem Schlupf, in der Lage sind ihre Eltern am Geruch zu erkennen. Das finde ich auch nach wie vor total faszinierend.
Vor allem, dass sie das auch noch können, wenn wir sie in ein anderes Nest getauscht haben, dann können sie immer noch ihre Mutter erkennen, obwohl sie niemals diese Mutter irgendwie auch nur erfahren haben. Also das ist ja, das ist tatsächlich was, was ich immer noch unglaublich finde.
Bildschirmtext: Hatten Sie Vorbilder?
Prof'in Dr. Barbara Caspers: Es gab viele Vorbilder tatsächlich im Sinne von tolle Wissenschaftler*innen. Aber es gab wenig Vorbilder, die ein Leben so wie ich mir das zumindest vorgestellt haben, eben gar nicht diese Frage zu stellen Karriere oder Familie, sondern für mich war klar, irgendwie sollte beides gehen.
Oder ich wollte zumindest nicht das eine für das andere lassen.
Bildschirmtext: Gab es etwas, das Ihnen in der Forschung gefehlt hat?
Prof'in Dr. Barbara Caspers: Also, mir hat gefehlt zu dem Zeitpunkt, als ich mit meiner Forschung anfing, dass eigentlich im Lehrbuch stand: Vögel können überhaupt nicht riechen. Was ich als unglaublich merkwürdig empfunden habe, weil ich vorher mit Säugetieren gearbeitet habe, wo man weiß, dass die einen guten Geruchssinn haben.
Und wir wissen auch von Fischen, dass sie einen guten Geruchssinn haben. Also warum sollten bitteschön Vögel jetzt keinen haben? Irgendwie merkwürdig.
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On-screen text: Prof'in Dr. Barbara Caspers Behavioural researcher
Prof. Dr Barbara Caspers: What was missing to me, was simply people taking a closer look.
On-screen text: What are you researching?
Prof. Dr Barbara Caspers: My research is basically divided into two parts. One is the question: How do animals communicate with each other? And what role does body odour play in this? And the other question is: How do animals change their behaviour? Or what influence does the environment have on the behaviour of animals?
On-screen text: What is the aim of your research?
Prof. Dr Barbara Caspers: What I want to achieve is that we take a closer look. I find it totally fascinating to see that zebra finches, for example, are probably the best-researched birds in the world, at least when it comes to laboratory birds, and yet we still don't know many things even now.
On-screen text: Were there any unexpected results?
Prof. Dr Barbara Caspers: Definitely. For example, the first really unexpected result was that the zebra finches we are working with can recognise their relatives by smell. That was completely new and I still find it totally fascinating. At least for me. It is also fascinating that at the age of one day, so directly after hatching, young zebra finches are able to recognise their parents by smell . I still find that totally fascinating.
Especially that they can still do this when we have moved them to another nest, they can still recognise their mother, even though they have never even experienced this mother in any way. So that's really something that I still find incredible.
On-screen text: Did you have any role models?
Prof. Dr Barbara Caspers: There were many role models in the sense of great scientists. But there weren't many role models who imagined a life like I did, at least not regarding the question of career or family, but for me it was clear that somehow both should be possible. Or at least I didn't want to leave one for the other.
On-screen text: Was there something that you missed in your research?
Prof. Dr Barbara Caspers: Well, what I missed when I started my research was that the textbook actually said that birds can't smell at all. Which I found incredibly strange, because I had previously worked with mammals, where we know that they have a good sense of smell. And we also know that fish have a good sense of smell. So why wouldn't birds have one now? Kind of strange.
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Bildschirmtext: Prof'in Dr. Tanja Ackermann Sprachforscherin
Prof'in Dr. Tanja Ackermann: Wir haben erkannt, dass es in der germanistischen Linguistik kaum Forschung zu areal und sozial bedingten Unterschieden i im kommunikativen Verhalten gibt. Also zum Beispiel die Frage danach, wie direkt ich eine Bitte äußere oder wie explizit ich mich bei Jemandem beschwere und inwiefern das damit abhängt, wo ich wohne, wo ich aufgewachsen bin, welches Geschlecht ich habe, wie alt ich bin oder wie alt meine Gesprächspartnerin ist.
Bildschirmtext: Woran forschen Sie aktuell?
Prof'in Dr. Tanja Ackermann: Ich forsche aktuell an unterschiedlichsten Fragen, die sich rund um die Themen Sprachwandel und sprachliche Variation drehen.
Bildschirmtext: Was für ein Objekt haben Sie mitgebracht?
Prof'in Dr. Tanja Ackermann: Ich habe eine Postkarte zu unserem aktuellen Forschungsprojekt mitgebracht.
[Bildbeschreibung: Auf der Postkarte sind drei Sätze abgebildet: Hoschemol, wie babbelst du? Heast, was sogst? Hömma, was sachstn du? Die Postkarte ist hellgelb, die einzelnen Fragen sind pink, blau und lila hinterlegt.]
Prof'in Dr. Tanja Ackermann: Wir interessieren uns dafür, wie Bitten oder Beschwerden geäußert werden. Das Ziel meiner Forschung ist ein möglichst differenziertes Bild von Sprachwandel und Variationsprozessen zu erlangen.
Bildschirmtext: Was treibt Sie an?
Prof'in Dr. Tanja Ackermann: Mich interessiert und treibt an Muster in Sprachdaten zu erkennen, die zunächst vielleicht etwas chaotisch erscheinen und Prinzipien für Variation und Wandel zu entdecken. Das Thema ist relevant, da sich gerade um Sprache und sprachliche Variations- und Wandelphänomene sehr viele stereotype Vorstellungen drehen, ebenso wie Mythen. Und hier ist es auch ein Anliegen und ein Bestreben, durch meine empirisch basierte Forschung einen differenzierteren Blick auf solche Phänomene zu erlangen.
Bildschirmtext: Wo sehen Sie die Zukunft Ihrer Forschung?
Prof'in Dr. Tanja Ackermann: Ich würde in den nächsten Jahren gerne noch verstärkter interdisziplinär arbeiten, wofür Bielefeld sicherlich ein ganz hervorragender Ort ist.
Bildschirmtext: Welchen Rat würden Sie jungen Menschen geben?
Prof'in Dr. Tanja Ackermann: Jungen Menschen würde ich den Rat geben neugierig zu sein, neugierig zu bleiben und vor allem die Leidenschaft für das eigene Fach und die Fragestellung nicht aus den Augen zu verlieren.
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On-screen text: Prof'in Dr Tanja Ackermann, linguist
Prof. Dr Tanja Ackermann: We have realised that, within German linguistics, there is very little research into regionally and socially determined differences in communicative behaviour. For example, the question of how directly I express a request or how explicitly I complain to someone, and to what extent this depends on where I live, where I grew up, my gender, my age or the age of the person I am speaking to.
On-screen text: What are you currently researching?
Prof. Dr Tanja Ackermann: I am currently researching a wide variety of questions centred on the themes of language change and linguistic variation.
Screen text: What have you brought with you?
Professor Dr Tanja Ackermann: I’ve brought a postcard relating to our current research project.
[Image description: The postcard shows three sentences: ‘Hoschemol, wie babbelst du?’ ‘Heast, was sogst?’ ‘Hömma, was sachstn du?’ The postcard is pale yellow, with the individual questions highlighted in pink, blue and purple.]
Professor Dr Tanja Ackermann: We’re interested in how requests or complaints are expressed. The aim of my research is to gain as nuanced a picture as possible of language change and processes of variation.
On-screen text: What drives you?
Professor Dr Tanja Ackermann: I am interested in, and driven by, recognising patterns in language data that may initially seem somewhat chaotic, and discovering principles underlying variation and change. The topic is relevant because there are so many stereotypical notions and myths surrounding language and the phenomena of linguistic variation and change. And here, too, it is my aim and aspiration to gain a more nuanced perspective on such phenomena through my empirically based research.
On-screen text: Where do you see the future of your research?
Prof. Dr Tanja Ackermann: In the coming years, I would like to work even more closely across disciplines, and Bielefeld is certainly an excellent place for that.
On-screen text: What advice would you give to young people?
Prof. Dr Tanja Ackermann: I would advise young people to be curious, to remain curious and, above all, not to lose sight of their passion for their own subject and the research questions they are exploring.
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Bildschirmtext: Prof'in Dr. Claudia Alfes Mathematikerin
Prof'in Dr. Claudia Alfes: Und ich hatte das Gefühl, hm, irgendwie habe ich noch Lust weiterzumachen, noch mehr zu wissen.
Bildschirmtext: Woran forschen Sie aktuell?
Prof'in Dr. Claudia Alfes: Ich bin Mathematikerin; forsche im Bereich der Zahlentheorie, beschäftige mich viel mit Modulformen, die man benutzen kann, um Eigenschaften von, sag ich mal, sehr kompliziert definierten Objekten aus der Mathematik in der Geometrie, Zahlentheorie - um über die herauszufinden, welche Eigenschaften sie als Zahl gesehen haben. Sind sie eine ganze Zahl, eine rationale Zahl oder eine reelle Zahl?
Bildschirmtext: Was macht Ihnen an Ihrer aktuellen Forschung am meisten Freude?
Prof'in Dr. Claudia Alfes: Mir macht es unheimlich viel Spaß, etwas zu verstehen. Der Weg dahin ist unglaublich lang und frustrierend oft, aber umso schöner ist dann irgendwie dieser Moment, wo im Kopf und an der Tafel und auch im Gespräch mit anderen so auf einmal alles ineinandergreift, alles Sinn macht und dieses Resultat da ist. Und das Schöne in der Mathematik ist ja auch irgendwie diese Überprüfbarkeit von außen.
Bildschirmtext: Wie forschen Sie?
Prof'in Dr. Claudia Alfes: Ich mache wirklich viel mit Stift und Papier, oder arbeite gemeinsam mit anderen Leuten auch, dann ist wirklich sozusagen dieses Bild der Mathematik Gruppe an der Tafel stehend, sehr zutreffend. Also es ist sehr kommunikativ auch.
Bildschirmtext: Was waren Ihre größten Aha-Momente?
Prof'in Dr. Claudia Alfes: Also ich glaube, die schönsten Aha-Momente habe ich wenn sozusagen - manchmal passiert das ja, dass man Sachen auf zwei verschiedene Arten ausrechnet, die wirklich sozusagen erst mal ganz unterschiedlich sind und man weiß aber da müsste das Gleiche rauskommen. Und wenn man das dann schafft, dann bin ich immer sehr, sehr froh.
Bildschirmtext: Wo sehen Sie Ihre Forschung in den nächsten Jahren?
Prof'in Dr. Claudia Alfes: Also die Zukunft der Forschung in der Mathematik allgemein ist eine ganz spannende Frage, weil wir uns auch sehr konfrontiert damit sehen, was kann künstliche Intelligenz und wie wird sie die mathematische Forschungslandschaft verändern?
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On-screen text: Prof‘in Dr Claudia Alfes, mathematician
Prof. Dr Claudia Alfes: And I had the feeling that, hmm, somehow I still fancied carrying on, learning even more.
On-screen text: What are you currently researching?
Prof. Dr Claudia Alfes: I’m a mathematician; I carry out research in the field of number theory; I spend a lot of time working on modular forms, which can be used to investigate the properties of, shall we say, very complex mathematical objects in geometry and number theory – to find out what properties they possess when viewed as numbers. Are they an integer, a rational number or a real number?
On-screen text: What do you enjoy most about your current research?
Prof. Dr Claudia Alfes: I really enjoy understanding something. The journey to get there is incredibly long and often frustrating, but that makes the moment – when, in my head, on the blackboard and also in conversation with others, everything suddenly falls into place, everything makes sense and the result is there – all the more wonderful. And the beauty of mathematics is, in a way, this ability to verify it from the outside.
On-screen text: How do you conduct your research?
Prof. Dr Claudia Alfes: I actually do a lot with pen and paper, or work together with other people as well; so, in a way, that image of a maths group standing around the blackboard is very accurate. It’s also a very collaborative process.
On-screen text: What were your biggest ‘aha’ moments?
Prof. Dr Claudia Alfes: Well, I think I have the best ‘aha’ moments when – as it were – sometimes it happens that you work things out in two different ways, which at first glance seem quite different, but you know the result ought to be the same. And when you manage to do that, I’m always very, very pleased.
On-screen text: Where do you see your research heading in the coming years?
Prof. Dr Claudia Alfes: Well, the future of research in mathematics in general is a very exciting question, because we’re also very much grappling with the question: what is artificial intelligence capable of, and how will it change the landscape of mathematical research?
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Bildschirmtext: Prof'in Dr. Diana Lengersdorf Gesellschaftsforscherin
Prof'in Dr. Diana Lengersdorf: Es ist wichtig zu verstehen, dass Geschlechterverhältnisse gesellschaftliche Verhältnisse sind und gesellschaftliche Verhältnisse verändern sich. Und mich interessiert ganz besonders, inwiefern Männlichkeit dazu beiträgt, bestimmte Geschlechter- und gesellschaftliche Verhältnisse zu stabilisieren.
Bildschirmtext: Was ist das Ziel Ihrer Forschung?
Prof'in Dr. Diana Lengersdorf: Ich interessiere mich sehr stark für das grundlegende Konzept, mit dem wir Männlichkeit und Veränderung von Männlichkeit fassen. Und dieses Konzept war bisher ganz toll - das kommt aus den 1980er Jahren -, aber aufgrund von Veränderungen in der Gesellschaft, also der Pluralisierung oder auch der Uneindeutigkeit von Geschlecht, greift das Konzept nicht mehr ganz so gut. Und da ackern wir gerade dran, das zu verändern.
Bildschirmtext: Was interessiert Sie an Ihrer Forschung am meisten?
Prof'in Dr. Diana Lengersdorf: Also im Moment interessiert mich in meiner Forschung vor allen Dingen, wie demokratische Praxis mit Männlichkeit zusammengeht. Und das hat auch was damit zu tun, dass wir ja gegenwärtig auch Demokratie infragestellen und uns auch wieder stärker in der Gesellschaft vergewissern wollen: Was meint denn das überhaupt Demokratie und demokratisches Tun? Und, dass das mit Geschlecht verbunden ist, das ist bereits gut dokumentiert und mich interessiert dabei aber, inwiefern eine bestimmte demokratische Praxis auch die Vielfalt von Männlichkeiten und Geschlechtern hervorbringen kann. Oder vielleicht auch andere Praxen das verhindern können.
Bildschirmtext: Was war bis jetzt Ihr größter Aha-Moment?
Prof'in Dr. Diana Lengersdorf: Ich würde sagen, also ein ganz wichtiger Punkt, der sich aber so ein bisschen durchzieht durch die verschiedenen Projekte ist, dass die Personen, die wir befragt haben oder die miteinander diskutiert haben, die sich selber ja auch als Männer in Gesellschaft begreifen, dass die selbst manchmal gar nicht so genau wissen, was Männlichkeit für sie bedeutet und auch, warum es sich für sie lohnt, da weiter dran festzuhalten.
Bildschirmtext: Wieso ist Ihr Thema relevant?
Prof'in Dr. Diana Lengersdorf: Die Geschlechterforschung kann halt zeigen, dass es "den Mann" nicht gibt, sondern Männer leben auf ganz unterschiedliche Arten und Weisen ihr Leben und diese Vielfalt von Männlichkeit ist etwas, was dann aber immer wieder vergessen wird.
Bildschirmtext: Womit beschäftigen Sie sich gerade genau?
Prof'in Dr. Diana Lengersdorf: Also, was mich total fasziniert ist - und das ist jetzt vielleicht ein bisschen seltsam -, aber ich interessiere mich total für den Bart. Warum sollte mich das interessieren als Gesellschaftswissenschaftlerin? Weil ich bin ja jetzt keine Medizinerin oder Biologin oder so, warum interessiert mich der Bart? Und der Bart ist finde ich faszinierend, weil er halt einmal auch so ein Symbol ist für Männlichkeit. Aber wir alle wissen das: der Bart gehört jetzt nicht nur Personen, die Männer sind. Und der Bart ist aber auch so ein Moment, wo viele kulturelle Praktiken herumgebaut sind. Zum Beispiel man geht zum Barbershop und lässt sich den schönen Bart rasieren. Aber das ist ja viel mehr als dieses Scheren, sondern das ist auch: sich in die Hände von anderen Männern zu begeben, die einen pflegen und die dann vielleicht noch ein Gesichtsmaske aufmachen, Augenbrauen zupfen und so. Es ist wie so ein Schönheits-Wellness-Ort, der für Männlichkeit geht.
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On-screen text: Prof'in Dr Diana Lengersdorf, social sciences researcher
Prof. Dr Diana Lengersdorf: It is important to understand that gender relations are social relations, and social relations change. And I am particularly interested in the extent to which masculinity helps to stabilise certain gender and social relations.
On-screen text: What is the aim of your research?
Prof. Dr Diana Lengersdorf: I am very interested in the fundamental concept we use to understand masculinity and how it changes. And this concept has been brilliant so far – it dates back to the 1980s – but due to changes in society, namely the pluralisation or even the ambiguity of gender, the concept no longer works quite as well. And that’s what we’re currently working hard at work on.
On-screen text: What interests you most about your research?
Prof. Dr Diana Lengersdorf: Well, at the moment, what interests me most in my research is how democratic practice intersects with masculinity. And this also has to do with the fact that we’re currently questioning democracy and want to reassure ourselves within society: What does democracy and democratic action actually mean? And whilst the link to gender is already well documented, what interests me is the extent to which a particular democratic practice can also foster the diversity of masculinities and genders. Or how perhaps other practices can prevent this.
On-screen text: What has been your biggest ‘aha’ moment so far?
Prof. Dr Diana Lengersdorf: I’d say that one very important point – which runs through the various projects to some extent – is that the people we interviewed or who took part in discussions, who see themselves as men in society, sometimes don’t really even know exactly what masculinity means to them, nor why it’s worth holding on to for them.
On-screen text: Why is your topic relevant?
Prof. Dr Diana Lengersdorf: Gender studies can show that there is no such thing as ‘the man’; rather, men live their lives in very different ways, and this diversity of masculinity is something that is, however, repeatedly overlooked.
On-screen text: What exactly are you working on at the moment?
Prof. Dr Diana Lengersdorf: Well, what really fascinates me – and this might sound a bit strange – is that I’m absolutely fascinated by the beard. Why should that interest me as a social scientist? After all, I’m not a doctor or a biologist or anything like that, so why am I interested in beards? And I find beards fascinating because, for one thing, they’re such a symbol of masculinity. But we all know this: beards aren’t just for people who are men. And the beard is also a focal point around which many cultural practices are built. For example, you go to the barbershop and have your lovely beard shaved off. But it’s much more than just a trim; it’s also about putting yourself in the hands of other men who look after you and who might even apply a face mask, pluck your eyebrows and so on. It’s like a beauty and wellness centre, but one that works for masculinity.
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