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Tagung

Campus der Universität Bielefeld
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20 Jahre Interdisziplinäre Medienwissenschaft

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Kontaktdaten

Dr. Petra Pansegrau

Dr. Petra Pansegrau

Telephone
+49 521 106-3630
Room
UHG C3-223
Dr. phil. habil. Thomas Walden

Dr. phil. habil. Thomas Walden

LfbA im MA Interdisziplinäre Medienwissenschaft

Telephone
+49 521 106-3693
Room
UHG C4-136

Wann: 26.1.2024 - Wo: C01-204

Welche Rolle spielt die Gutenberg-Galaxis in Zeiten Künstlicher Intelligenz?

Universität Bielefeld
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Künstliche Intelligenzen halten zusehends Einzug in die Medienproduktion. Von der Automatisierung von Redaktionsprozessen, über die Personalisierung und sogar Erstellung von Inhalten versprechen sie gesteigerte Produktivität bei geringerer Arbeitsbelastung. Medienwissenschaftliches Arbeiten wird nun an der Leistungsfähigkeit Künstlicher Intelligenz gemessen. Denn Large Language Models (LLM) wie Chat GPT und Chat pdf versprechen mit wenigen Vorgaben Dokumente analysieren und "wissenschaftliche" Texte produzieren zu können, indem sie gewaltige Datenmengen innerhalb kürzester Zeit prozessieren. Das in Texten gespeicherte Wissen, mit dem Menschen unmittelbar arbeiten, um Medien zu produzieren, scheint in diesem Wettbewerb an Relevanz zu verlieren. Welchen Weg wird die Medienproduktion nehmen?

Diese Frage stellte der Medienwissenschaftler Marshall McLuhan, der den Begriff der Gutenberg-Galaxis prägte, bereits für das Zeitalter der Buchkultur: „In welchen neuen Konfigurationen sich der Mechanismus und der Alphabetismus wohl zeigen werden, wenn die älteren Formen der Wahrnehmung und des Urteilens vom neuen elektrischen Zeitalter durchdrungen werden?“ Gegenwärtig beäugen sich die unterschiedlichen Techniken kritisch. Stehen stochastisch erzeugte Texte nun in derselben Konkurrenz zu anthropogenen Beiträgen, wie der Buchdruck zur Handschrift oder ergänzen sie sich sogar? Wenn letzteres zutrifft, wie lassen sich dann produktive und kreative Allianzen zwischen ‚Mensch‘ und ‚KI‘ entwickeln?

Zum 20jährigen Jubiläum des Studiengangs Interdisziplinäre Medienwissenschaft thematisieren wir auf unserer Jubiläumstagung die Frage: Welche Rolle spielt die Gutenberg-Galaxis in Zeiten Künstlicher Intelligenz?

Ziel der Tagung ist es mit Kolleginnen und Kollegen, Studierenden und Absolventinnen und Absolventen darüber zu diskutieren, inwieweit Künstliche Intelligenzen medienwissenschaftliche Arbeitsprozesse, aber auch die mediale Arbeitswelt verändern. Welche Rolle spielt das gedruckte Buch noch in der Kultur der Digitalität unter den Vorzeichen Künstlicher Intelligenz? Welche Chancen und Herausforderungen bedeuten die neuen KI-Technologien für die Medienwissenschaft sowie für die Kultur- und Arbeitswelt?


Tagungsablauf

Veranstaltungsplan
Zeit Programmpunkt Referent*in
09:30 Begrüßung (Studien)Dekan / Dr. Petra Pansegrau
09:45 Key Note 1 Prof. Dr. Florian Muhle
10:30 Key Note 2 Akad. Oberrat Axel Krommer
11:15 Coffee Break
11:45 Beitrag + Diskussion Prof. Dr. Philip Karsch
12:15 Beitrag + Diskussion Prof. Dr. Hendrik Buschmeier
13:00 Mittagspause
14:00 Podium Prof. Dr. Florian Muhle
Akad. Oberrat Axel Krommer
Prof. Dr. Heike Greschke
Prof. Dr. Hendrik Buschmeier
Prof. Dr. Franz Kummert
Dr. Jan Andres
Alumni
Christian Fink
Johanna Pietsch
15:30 Schluss Dr. Petra Pansegrau
15.45 Feierlicher Ausklang mit Filmpremiere

Speaker*innen

Maschinelles Lernen, Schreiben und Erziehung. Reflexionen über das disruptive Potenzial von Chat GPT & Co.

Von dem britischen Historiker und Soziologen Keith Hoskins stammt
eine Sentenz, die einen roten Faden sichtbar macht, der durch
verschiedene kultur- und medienhistorische Paradigmen verläuft. Sie
lautet: „The history of education is the history of writing.“

Dieses Zitat soll im Rahmen des Vortrags als Ausgangspunkt für kultur-
und medienwissenschaftliche, technikphilosophische und pädagogische
Reflexionen genutzt werden, die multiperspektivisch beleuchten, welche
Folgen es hat, wenn mit den neuen Formen maschinellen Lernens nach der
Mechanisierung und Elektrifizierung des Schreibens nun seine
breitenwirksame Automatisierung ansteht.

McLuhans medialer Paradigmen-Begriff wird in diesem Kontext den
analytischen Rahmen für Überlegungen liefern, die zeigen sollen,
welche gesellschaftlichen Veränderungen damit verbunden sind, wenn
traditionelles Wissen nicht länger als „accident of paper“ (David
Weinberger) verstanden, sondern unter den kulturellen Bedingungen der
Digitalität gedacht wird.

ChatGPT & CO. Medien- und kommunikationssoziologische Überlegungen zum Hype um gegenwärtige ‚Kommunikative KI‘

Künstliche Intelligenz ist heute – gut 70 Jahre nach Entstehung des Forschungsprogramms auf der berühmt gewordenen Dartmouth-Konferenz – wieder in aller Munde. Insbesondere Entwicklungen der ‚kommunikativen KI‘ wie ChatGPT oder PaLM2 regen dazu an, über Macht, Möglichkeiten und Gefahren der Künstlichen Intelligenz nachzudenken. Zweifellos stellen genannte Programme große Fortschritte in der automatischen Verarbeitung von Sprache dar, sind sie doch in der Lage, automatisch Texte zu generieren, die (auf den ersten Blick) kaum von menschengeschriebenen Texten zu unterscheiden sind. Aber sind diese erstaunlichen Resultate tatsächlich das Ergebnis (maschineller) Intelligenz? Sind ChatGPT und ähnliche Programme wirklich in der Lage, Bedeutung zu verstehen und zu generieren? Und wie lässt sich die gegenwärtige Generation ‚kommunikativer KI‘ in die Evolution der Kommunikationsmedien seit Erfindung des Buchdrucks einordnen? Diese Fragen sollen Im Vortrag aus einer medien- und kommunikationssoziologischen Perspektive behandelt werden.

Interdisziplinäre Medienwissenschaft im Zeitalter generativer Künstlicher Intelligenz

Im Jahr 2022 wurden Anwendungen der generativen „Künstlichen Intelligenz“ (KI) schlagartig für die breite, darauf unvorbereitete Öffentlichkeit zugänglich – mit komplexen Implikationen für verschiedene Bereiche der Gesellschaft. Im Vortrag diskutiere ich mögliche Auswirkungen des Einsatzes, konfabulierender‘ (Hinton) KI-Systeme in einer Medienöffentlichkeit, deren Vertrauen in Nachrichten schwindet und die durch Social Media, Filterblasen, Fake News und die Erosion traditioneller Massenmedien geprägt ist. Ich argumentiere, dass es eine Aufgabe der interdisziplinären Medienwissenschaft im Zeitalter der generativen KI sein sollte, einerseits verständliche KI zu fordern und andererseits das Verständnis von KI zu fördern.

(Un-)Bestimmtheit des pädagogischen Handelns im digitalen Raum

Der Raum ist als erziehungswissenschaftlicher Begriff von einer hohen Ambivalenz geprägt.  Er umgibt uns materiell, er ist identitätsstiftend und metaphorisch aufgeladen. In der Pandemie ist deutlich geworden, dass gewohnte Raumstrukturen sich jedoch nur bedingt auf einen digitalen Raum übertragen lassen. Mit KI hat nun ein neuer Player den Raum betreten. Der Vortrag spürt diesen Thesen nach und versucht sich dabei an Antworten – und vor allem an Fragen an die Medienpädagogik.

Gefördert aus Mitteln der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft.

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