
Wie gehen Menschen mit offensichtlichen Beschränkungen ihrer mündlichen Ausdrucksfähigkeit um, angesichts der essenziellen sozialen Bedeutung des „Miteinander Redens? Wie signalisieren Sie ihren Kommunikationspartnern, dass sie zwar unflüssig reden, aber durchaus flüssig denken und handeln können? Welche individuellen Strategien wenden sie an, welche Bedeutung haben dabei Konventionen, Kontexte und Kommunikationspartner?
Unser Projekt folgt einem inklusiven Multimethod-Ansatz. Wir beginnen „bottom-up“, ausgehend von Fokusgruppen-Interviews mit Erwachsenen mit persistierendem Stottern. Wann werden eingeübte Sprechtechniken eingesetzt, in welchen Situationen kommen andere, innovative Kommunikationsformen zum Einsatz? Gibt es immer einen Plan oder auch Raum für Improvisation? Die Interviewprotokolle werden im Rahmen kreativitäts- und akzeptanztheoretischer Ansätze ausgewertet und bilden die Grundlage für eine größere Befragung mittels standardisierter Instrumente sowie perspektivisch für experimentelle Studien.