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  • Achtung Zensur?

    Expertengespräche zu einem umstrittenen Begriff

    grafische Überwachungskamera
    © Janice Jensen

Achtung Zensur?

Expertengespräche zu einem umstrittenen Begriff

Die Gesprächsreihe im Rahmen des Programms "Eine Uni - ein Buch" wird das komplexe Phänomen "Zensur" vor dem Hintergrund von Nikola Roßbachs Buch von unterschiedlichen Seiten beleuchten, und das Publikum ist herzlich eingeladen mitzudiskutieren.

 


Diskussion mit Richard Gebhardt und Alexander Grau

15. Juli 2022, 19.30 Uhr, Plenarsaal des Zentrums für interdisziplinäre Forschung

Es ist kaum zu leugnen: Der Zensur-Vorwurf hat längst inflationäre Dimensionen erreicht, etwa von Querdenkern, wenn es medialen Widerspruch gegen deren Verschwörungstheorien und wissenschaftlicher Expertise nicht standhaltenden Positionen gibt. Jenseits von kruden „Lügenpresse“- Behauptungen bleiben aber genug Phänomene im öffentlichen Diskurs, die in einer liberalen Demokratie, in der Zensur laut Grundgesetz nicht stattfindet, aufmerksam beobachtet werden müssen: Wie sieht es mit der Kontrolle von Netz-Inhalten aus? Welche Grenzen gibt es für die Kunst- und Wissenschaftsfreiheit? Wie weit darf Satire gehen? Oder ganz aktuell: Darf man russische Sender einfach verbieten oder ist auch deren schwer erträgliche Propaganda letztlich von der Meinungsfreiheit gedeckt? Die Publizisten Richard Gebhardt und Alexander Grau werden von unterschiedlichen politischen Grundüberzeugungen ausgehend diskutieren. Das verspricht einen spannenden Abend, der die kleine Reihe der Expertengespräche zur Zensur beendet und das Publikum dabei zu eigenen Statements eingelädt. Die Moderation übernimmt wieder der Philosoph Niklas Eickhoff.

Portraitfoto von Richard Gebhardt

Richard Gebhardt M.A. ist Politikwissenschaftler, Publizist und Referent in der Erwachsenenbildung. Seine Arbeitsschwerpunkte sind u.a. die Neue Rechte, die Politische Kultur der Bundesrepublik und der USA sowie Fußball und Gesellschaftspolitik. 2017 erschien der von ihm herausgegebene Sammelband »Fäuste, Fahnen, Fankulturen. Die Rückkehr der Hooligans im Stadion und auf der Straße«.

Portraitfoto von Dr. Alexander Grau

Dr. Alexander Grau promovierte in Philosophie und arbeitet als freier Journalist und Publizist für renommierte Zeitschriften, Zeitungen und Rundfunksender. Aktuell vor allem für NZZ, Weltwoche, CICERO und SPIEGEL. Seit 2013 ist er Online-Kolumnist („Grauzone“) bei CICEROonline. Seine letzten Buchveröffentlichungen sind „Politischer Kitsch. Eine deutsche Spezialität“ (2019) und „Entfremdet. Zwischen Realitätsverlust und Identitätsfalle“ (2022).


Wo endet Meinungsfreiheit und wann fängt Zensur an?

Eigentlich ist es ganz klar: Das Grundgesetz schließt staatliche Zensur in Deutschland aus. Zensurfreiheit bedeutet aber nicht grenzenlose Meinungsfreiheit. Diese wird mit guten, manchmal aber auch schwer durchschaubaren Gründen durch Strafrecht, Persönlichkeitsrechte oder auch das Urheberrecht eingeschränkt. Wo die Grenzen der Meinungsfreiheit liegen, muss von Fall zu Fall immer wieder neu bestimmt werden, und der Zensurvorwurf ist dabei dann schnell zur Hand. Fragen der Wissenschafts-, Kunst- und Pressefreiheit, des Umgangs mit Verschwörungstheorien oder der Kontrolle von Netzinhalten, um nur weniges zu nennen, sind zurzeit heiß umstritten. Gut, wenn man sich dazu an ausgewiesene Experten halten kann. Am 4. April 2022 diskutierten Dr. Bodo Pieroth, emeritierter Professor für Öffentliches Recht an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, und Dr. Thomas Wischmeyer, Professor für Öffentliches Recht und Recht der Digitalisierung an der Uni Bielefeld in einer öffentlichen Veranstaltung im Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) über Aktuelles zur Zensur oder das, was oft dafür gehalten wird. Das Publikum war anschließend zu Fragen und eigenen Statements eingeladen. Moderator war der Philosoph Niklas Eickhoff.

Portraitfoto von Prof. Dr. Bodo Pieroth
© Bodo Pieroth

Prof. Dr. Bodo Pieroth gilt als einer der führenden Experten für die Grundrechte und ist nicht zuletzt als Kommentator des Grundgesetzes hervorgetreten. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen zudem Staatsorganisationsrecht, Polizei- und Ordnungsrecht, Verfassungsgeschichte sowie Recht und Literatur. Pieroth meldet sich in Grundrechtsfragen auch außerhalb der Scientific Community mit prononcierten Beiträgen publizistisch zu Wort und ist zugleich ein gesuchter Politikberater.

Portraitfoto von Prof. Dr. Wischmeyer
© Paul Schrader

Prof. Dr. Thomas Wischmeyer lehrt Öffentliches Recht und Recht der Digitalisierung an der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Bielefeld und forscht auf dem Gebiet des deutschen und europäischen Verfassungs- und Verwaltungsrechts. Sein besonderes Interesse gilt dem Recht der Informationsgesellschaft und der Rechts- und Verfassungstheorie. 2018 wurde Thomas Wischmeyer in die Datenethikkomission der Bundesregierung berufen. Sein wissenschaftliches Werk wurde vielfach mit Preisen ausgezeichnet.

 

 

Bedrohung der Demokratie durch Zensur und Cancel Culture – heiße Luft oder echte Gefahr?

Am 25. Oktober 2021 fand im Plenarsaal des Zentrums für interdisziplinäre Forschung das Expertengespräch zum Thema "Bedrohung der Demokratie durch Zensur und Cancel Culture – heiße Luft oder echte Gefahr?" statt. Bei unserer ersten Präsenzveranstaltung zu unserem Themenschwerpunkt "Zensur" diskutierten Prof. Dr. Nikola Roßbach (Universität Kassel) und Prof. Dr. Matthias Lorenz (Leibniz-Universität Hannover) über Zensur und Cancel Culture als (vermeintliche?) Gefahren für unsere Demokratie. Die Moderation übernahm Steven Hartig vom Campusradio Hertz 87,9.

  • Steven Hartig (Hertz 87,9), Prof. Dr. Nikola Roßbach und Prof. Dr. Matthias Lorenz
    Steven Hartig (Hertz 87,9), Prof. Dr. Nikola Roßbach und Prof. Dr. Matthias Lorenz
  • Publikum im Plenarsaal des Zentrums für interdisziplinäre Forschung
    Plenarsaal des Zentrums für interdisziplinäre Forschung
  • Steven Hartig (Hertz 87,9), Prof. Dr. Nikola Roßbach und Prof. Dr. Matthias Lorenz
    Steven Hartig (Hertz 87,9), Prof. Dr. Nikola Roßbach und Prof. Dr. Matthias Lorenz

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