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    Das Bielefelder Standortprojekt im Rahmen der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern

    © Universität Bielefeld

Sprachsensible Diagnose- und Förderkompetenz in der Praxis entwickeln

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Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Nadia Wahbe

Nadia Wahbe

DaF/ DaZBerufsfeldbezogene Praxisstudie (BPSt)Lehramt für Deutsch und Englisch (HRSGe/ GymGe) im Projekt FörBi "Förderunterricht für Schülerinnen und Schüler nicht-deutscher Herkunftssprachen"Projektmitarbeiterin im Projekt BiProfessional der Qualitätsoffensive Lehrerbildung (BMBF) – TM 18: "Sprachsensible Diagnose- und Förderkompetenz in der Praxis entwickeln"

Telephone
+49 521 106-12654
Room
Gebäude X E1-296

BiProfessional wird im Rahmen der gemeinsamen Qualitätsoffensive Lehrerbildung von Bund und Ländern aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert (Förderkennzeichen 01JA1908).

Die Entwicklung sprachsensibler Kompetenz für die bildungssprachliche Förderung des Deutschen als Zweitsprache (DaZ) im Fachunterricht stellt für die Ausbildung angehender Lehrkräfte eine Herausforderung dar. Mit der Teilmaßnahme Sprachsensible Diagnose- und Förderkompetenz in der Praxis entwickeln soll die Kompetenzentwicklung für sprachsensiblen Fachunterricht forschungsgeleitet, theoriebasiert und praxisorientiert vorangebracht werden, indem Konzepte und Materialien für die hochschuldidaktische Lehre entwickelt und erprobt werden, die eine Sensibilisierung für die Sprachförderung DaZ ermöglichen können. Damit zielt die Teilmaßnahme einerseits auf die Weiterentwicklung und Verstetigung eines DaZ-spezifischen Praktikumsformats an der Universität Bielefeld und andererseits auf ein allgemein in der Lehrkräftebildung einsetzbares Konzept zur Sensibilisierung für die Sprachförderung im Fachunterricht. Zur Prüfung der entwickelten Konzepte und Materialien werden formative und summative Evaluationsverfahren angewendet.

 

Die Forschungs- und Entwicklungsstudie BiProDaZ_FörBi des Projekts BiProfessional untersucht empirisch, inwieweit ein studienbegleitendes Praktikum im Kontext der Heterogenitätsdimensionen Migrationsgeschichte und Förderbedarf in Deutsch als Zweitsprache (DaZ) zur Entwicklung sprachdiagnostischer und Sprachförderkompetenzen von Lehramtsstudierenden für den sprachsensiblen Fachunterricht als Teil inklusiven Unterrichts beitragen kann.

Für die tiefgründige Untersuchung und dichte Beschreibung der sprachsensiblen Kompetenzentwicklung der Lehramtsstudierenden werden neben quantitativen vornehmlich qualitative Erhebungsmethoden eingesetzt. Die Analyse der qualitativen Forschungsdaten erfolgt mittels der Qualitativen Inhaltsanalyse (vgl. Kuckartz, 2012, 2018). Um ein weitestgehend offenes Vorgehen zu gewährleisten, werden zur Identifizierung und Systematisierung von relevanten Themen und Subthemen vornehmlich Kategorien direkt am Datenmaterial induktiv gebildet. Ziel ist dabei, auf Grundlage der Forschungsbefunde Transferüberlegungen für die Lehrkräftebildung abzuleiten und entsprechende Konzepte und Materialien für die Unterstützung der sprachsensiblen Kompetenzentwicklung von (zukünftigen) Lehrkräften zu entwickeln. Diese werden im Rahmen der Teilmaßnahme Sprachsensible Diagnose- und Förderkompetenz in der Praxis entwickeln in der hochschuldidaktischen Lehre im Kontext eines DaZ-spezifischen Praktikumsformats eingesetzt, erprobt, evaluiert und weiterentwickelt. An der Universität Bielefeld bietet der Fachbereich Deutsch als Fremd- und Zweitsprache der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft den Lehramtsstudierenden bereits im Bachelorstudium die Möglichkeit, sich im Rahmen eines DaZ-spezifischen Praktikums im universitären Förderunterricht für Schülerinnen und Schüler nicht deutscher Herkunftssprachen (FörBi) (vgl. Hinrichs, Riemer, 2004) mit den heterogenen Lernvoraussetzungen von Schüler*innen mit DaZ-Förderbedarf und den sprachlichen Anforderungen des schulischen Fachunterrichts vertraut zu machen, um sprachsensibel diagnostizieren und fördern zu lernen sowie eine heterogenitätssensible Haltung zu entwickeln.

Zwischenergebnisse deuten darauf hin, dass die praktische Erfahrung im Kontext der Heterogenitätsdimension Migrationsgeschichte/DaZ-Förderbedarf (vgl. Riemer, 2017b) von den studentischen Praktikant*innen teilweise als frustrierende und komplexe Anforderung empfunden wird, auf die sie intuitiv reagieren und nach entsprechender Anleitung zur fachbezogenen Sprachförderung verlangen. Die Bedingungen von Mehrsprachigkeit und DaZ-Förderbedarf im Unterricht stellen für sie Hürden dar, die mit Komplexität und Handlungsdruck einhergehen. Dennoch nehmen im Laufe des Praktikums die Bedenken gegenüber inklusionssensiblem Unterrichten ab. Zudem weisen die Studierenden, die ihren Förderunterricht kritisch betrachten, eine Weiterentwicklung im Bereich ihrer sprachsensiblen Kompetenz auf. Jedoch zeigt sich auch, dass die dafür notwendige Reflexionsfähigkeit nicht vorausgesetzt werden kann. Es zeichnet sich ab, dass die Entwicklung von Sprachförderkompetenz durch eine fachlich begleitete Reflexion sprachsensibler Unterrichtsmerkmale vorangebracht werden kann.

Dementsprechend werden in der o.g. Teilmaßnahme Konzepte und Materialien entwickelt und eingesetzt, die es angehenden Lehrkräften ermöglichen sollen, die Anforderungen eigenständig bewältigen zu können, die unter den erschwerten Bedingungen von DaZ-Förderbedarf, Mehrsprachigkeit und sprachlicher Bildung in der inklusiven Schule herrschen. Damit zielt die Forschung einerseits auf die Weiterentwicklung des DaZ-spezifischen Praktikumsformats FörBi und andererseits auf ein im Rahmen der Forschungs- und Entwicklungszentren an der Universität Bielefeld (FuE-Zentren) einsetzbares Konzept zur Sensibilisierung für die Sprachförderung im Fachunterricht der Sekundarstufen. Angelehnt an Grundsätze der Design-Based Research werden zusätzlich formative und summative Evaluationsverfahren zur Prüfung der entwickelten Konzepte und Materialien angewendet.

 

Als Beitrag für die Lehrkräftebildung werden Materialien zur Begleitung des Kompetenzentwicklungsprozesses und zur Reflexion von sprachsensiblem Unterricht sowie ein Konzept zur sprachsensiblen Kompetenzentwicklung für den Fachunterricht der Sekundarstufen entwickelt. Darunter befinden sich beispielsweise ein Reflexionsbogen für die Reflexion über Merkmale des sprachsensiblen und bildungssprachförderlichen Unterrichts (vgl. Wahbe, Riemer, 2020), hybride Übungseinheiten für den Einsatz in fachdidaktischen und bildungswissenschaftlichen Lehrveranstaltungen und verschiedene Fortbildungsangebote für Lehramtsstudierende sowie für schulische Fachlehrkräfte der Sekundarstufen (vgl. BiSEd-Workshopprogramm ). Einige der Materialien sollen auch in entsprechenden Praxisformaten, wie beispielsweise berufsfeldbezogenen Praxisstudien und schulpraktischen Studien, eingesetzt werden können.

In einem weiteren Schritt strebt die Teilmaßnahme die Verstetigung des o.g. DaZ-spezifischen Praktikumsformats FörBi sowie die Fortbildung von Hochschullehrenden anderer Fachdidaktiken und Professionalisierung von pädagogischem Personal in der Universität an. Die dafür erprobten und weiterzuentwickelnden Konzepte und Materialien (z.B. Teamteaching-, Workshop- und digitale Formate) dienen der Sensibilisierung für Fragen des Deutschen als Zweitsprache, Mehrsprachigkeit und sprachliche Bildung im Rahmen eines breiten Verständnisses von Inklusion sowie der Schaffung inklusionssensibler Lehrangebote zur Diagnostik, Förderung und Didaktik in heterogenen Lerngruppen mit dem Schwerpunkt „Sprachsensibler Fachunterricht und Sprachförderung DaZ in der Sekundarstufe“.

Als übergeordnete Ziele sollen durch den Transfer der Erkenntnisse, entwickelten Materialien und Konzepte ein praxisorientiertes universitäres Lehr-Lern-Konzept für das grundständige Lehrangebot des lehrkräftebildenden Studiums entwickelt sowie über das Zentrum Inklusionssensible Lehrer*innenbildung ein entsprechendes Fort- und Weiterbildungsangebot ermöglicht und somit eine Intensivierung des Theorie-Praxis-Bezugs in der Lehrkräfteaus- und -fortbildung herbeigeführt und implementiert werden.

 

Wahbe, N. & Riemer, C. (2020). Zur Sensibilisierung für die Sprachförderung DaZ im Fachunterricht der Sekundarstufe – Annäherung durch reflektierte Praxiserfahrung. Herausforderung Lehrer_innenbildung, 3 (2), S. 196–213. https://doi.org/10.4119/hlz-2504 .

Wahbe, N. (2020). Herausforderung Praxiserfahrung im Kontext der Heterogenitätsdimension Migrationsgeschichte/DaZ-Förderbedarf. In: Schöning, Anke & Winkel, Jens (Hrsg.). Komplexität bewältigen – Zwischen Handlungsdruck und spezifischen Ansätzen im Kontext von Schulpraktischen Studien. Schriftenreihe der Bundesarbeitsgemeinschaft Schulpraktische Studien; 13. Leipzig: Leipziger Universitätsverlag. 

Wahbe, N. (seit 2019). Sprachförderung digital! Sensibilisierung für die mediengestützte Sprachförderung im Fachunterricht. Workshop mit Impulsvortrag und Diskussion im Rahmen des BiConnected-Workshopprogramms „Workshops für Lehrkräfte und Lehramtsstudierende“ der Bielefeld School of Education (BiSEd) an der Universität Bielefeld. Link: http://www.bised.uni-bielefeld.de/bi-connected/chronologisch

Riemer, C. (2019). Inklusion und Integration – bildungspolitische Entwicklungen und (verpasste?) Chancen. Vortrag mit Diskussion auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Fremdsprachenforschung (DGFF), „Sektion: Heterogenität und Inklusion“, am 26.–28.09.2019 an der Universität Würzburg.

Riemer, C. (2018). Zur Rolle und Professionalität von DaF-/DaZ-Lehrer*innen. In: E. Burwitz-Melzer, C. Riemer & L. Schmelter, (Hrsg.), Rolle und Professionalität von Fremdsprachenlehrpersonen. Arbeitspapiere der 38. Frühjahrskonferenz zur Erforschung des Fremdsprachenunterrichts. Tübingen: Narr, 131-142. 

Riemer, C. (2017). Zur Berücksichtigung der Heterogenitätsdimension Migrationsgeschichte/DaZ-Förderbedarf in der deutschen Inklusionsdebatte. In: E. Burwitz-Melzer, F. G. Königs, C. Riemer & L. Schmelter (Hrsg.): Inklusion, Diversität und das Lehren und Lernen fremder Sprachen. Tübingen: Narr, 230–241.

Riemer, C. (2017). DaZ und Inklusion – Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Ein fachpolitischer Positionierungsversuch aus der Perspektive des Fachs DaF/DaZ. In: M. Becker-Mrotzek, P. Rosenberg, C. Schroeder & A. Witte (Hrsg.): Deutsch als Zweitsprache in der Lehrerbildung, 2. Münster: Waxmann, 171–186. 

Wahbe, N. (seit 2017). Sensibilisierung für die Sprachförderung im Fachunterricht – Übungen, Reflexion und Material. Workshop mit Impulsvortrag und Diskussion im Rahmen des BiConnected-Workshopprogramms „Workshops für Lehrkräfte und Lehramtsstudierende“ der Bielefeld School of Education (BiSEd) an der Universität Bielefeld. Link: http://www.bised.uni-bielefeld.de/bi-connected/chronologisch

Wahbe, N. (seit 2017). Sensibilisierung für die Sprachförderung DaZ im Fachunterricht der Sekundarstufen. Workshop mit Impulsvortrag und Diskussion im Rahmen des jährlichen Medienbildungstages (MeBiT) der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, Universität Bielefeld. Link: http://www.bised.uni-bielefeld.de/digital/veranstaltungen/medien


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