• © Universität Bielefeld

Bielefelder Tag der Medizinethik 2020

## Veranstaltung muss leider entfallen ##

Der 2. Bielefelder Tag der Medizinethik am 28. März 2020 findet leider nicht statt.

Titel: "Die Qual mit der Moral - und was man dagegen tun kann"

Veranstalter: Prof. Dr. Ralf Stoecker (Universität Bielefeld), Dr. Hans-Ulrich Weller (Ärztenetz Bielefeld e.V.)

 

Worum es geht

Die Moral kann uns quälen, indem sie uns den Spaß verdirbt und uns verbietet, was wir am liebsten tun würden. Manchmal wären wir eben gerne ein bisschen unmoralisch. - Das aber ist nicht gemeint, wenn wir auf dem 2. Bielefelder Tag der Medizinethik über Die Qual mit der Moral sprechen. Gemeint sind vielmehr Situationen, in denen es quälend für die Betroffenen ist, gerade nicht dasjenige tun zu können, was sie für moralisch geboten halten. Das kann daran liegen, dass die Umstände sie daran hindern, zum Beispiel die hierarchischen Verhältnisse, ökonomischen Zwänge oder gesetzlichen Bestimmungen. Es kann aber auch daran liegen, dass sie einfach nicht wissen, was moralisch richtig oder falsch ist, weil sie sich in einer moralischen Zwickmühle, einem Dilemma, befinden. Qual mit der Moral kann darüber hinaus auch bedeuten, sich einem moralischen Druck ausgesetzt zu sehen, dem man sich eigentlich nicht beugen möchte - beispielsweise als Angehörige, die sich durch moralische Appelle zu einer bestimmten Entscheidung gedrängt fühlen. Und die Qual hört nicht unbedingt auf, wenn die Situation vorüber ist. Im Gegenteil: Stress, Gewissensbisse, Traumatisierungen und Burnout können die Folgen sein, bei allen Beteiligten - Ärzt*innen, Pflegenden, Patient*innen und Angehörigen.
Wie schon beim 1. Bielefelder Tag der Medizinethik soll das Thema durch eine ganze Reihe von Referentinnen und Referenten aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet werden: moralphilosophisch, ärztlich, pflegerisch, ökonomisch, aus Sicht der Patent*innen und Angehörigen. Wir wollen besser verstehen, in welchen Situationen die Moral Stress hervorruft und was dagegen getan werden kann, z.B. mithilfe klinischer Ethikberatung, einer besseren Arbeitsorganisation etc. Der Bielefelder Tag der Medizinethik ist eine Kooperation zwischen der Universität Bielefeld (der Abteilung Philosophie und der medizinischen Fakultät) und dem Ärztenetz Bielefeld e.V. Ziel dieser jährlichen Veranstaltungsreihe ist es, einen regelmäßigen interdisziplinären Austausch über Themen der Medizinethik zu ermöglichen, die in vielen Bereichen der medizinischen Versorgung von großer Bedeutung sind.

 

Programm

Das Programm ist aktuell noch nicht verfügbar, wird aber zeitnah hier zu finden sein.

 

Wann und Wo

Zeit: Samstag, 28.3.2019, 9:00 - 16:00 Uhr.

Ort: Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF), Plenarsaal

 

Anmeldung und Kontakt

Bitte melden Sie sich für den Tag an. Dafür genügt eine formlose E-Mail an die folgende Adresse: medizinethiktag@uni-bielefeld.de. Die Teilnahme ist kostenlos. Für Fragen und Auskünfte schreiben Sie bitte an die gleiche Adresse.

 

Anreise

Informationen zur Anreise finden Sie hier.

 

Fortbildungspunkte

Für die Veranstaltung können voraussichtlich Fortbildungspunkte für Ärzt*innen und Pflegekräfte angerechnet werden. Die entsprechenden Anträge sind derzeit in Bearbeitung.

 


Bielefelder Tag der Medizinethik 2019

Der 1. Bielefelder Tag der Medizinethik fand am 30. März 2019 statt.

Titel: "Kommt eine Familie zum Arzt..." - Zur Rolle der Angehörigen in der Medizin

Veranstalter: Prof. Dr. Ralf Stoecker (Universität Bielefeld), Dr. Hans-Ulrich Weller (Ärztenetz Bielefeld e.V.)

 

Worum es geht

"Kommt ein Mann zum Arzt..." - So beginnt mindestens die Hälfte aller Arztwitze. Aber nicht nur in der Welt der Witze, sondern auch in der medizinischen Ethik wird häufig ganz selbstverständlich davon ausgegangen, dass sich medizinische Behandlungen hauptsächlich in der Interaktion zwischen Ärztin oder Arzt und Patient*in abspielen. Mit der Betonung der fundamentalen Bedeutung von Autonomie und Vertrauen zwischen den beiden Akteuren klammern medizinethische Überlegungen jedoch oftmals aus, dass die allermeisten Patientinnen und Patienten in vielfache Nahbeziehungen eingebunden sind, etwa durch Familie, Partner*innen oder Freund*innen.
Diese Beziehungen spielen meist eine wichtige Rolle, wenn es um die Behandlung schwerer, existenziell belastender Krankheiten geht, und es sind mit ihnen besondere medizinethische Herausforderungen verbunden. Neben den Fragen nach Autonomie, informierter Einwilligung, Privatsphäre und Schweigepflicht geht es auch um ethische Überlegungen zu Nahbeziehungen oder den Umgang mit Werten und Normen innerhalb von familiären Gefügen. Auch die Rolle der Ärztin oder des Arztes kann entscheidende Veränderungen erfahren, wenn der Blick vom einzelnen Menschen auf das soziale Gefüge, in dem Krankheit passiert, gerichtet wird.
Auf dem ersten Bielefelder Tag der Medizinethik sollen anhand konkreter Szenarien diese Fragestellungen aus den verschiedenen beteiligten Perspektiven untersucht und diskutiert werden. Das Programm richtet sich an niedergelassene Ärzt*innen, klinisches Personal sowie ein medizinethisch-interessiertes Publikum. Den Rahmen für die Diskussion liefern Fachvorträge einschlägiger Vertreter*innen der beteiligten Disziplinen.

 

Programm

Das Programm finden Sie im Flyer zur Tagung.