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Nachhaltigkeitsbericht 2025

Campus der Universität Bielefeld
© Universität Bielefeld

Governance

Als Bildungs- und Forschungseinrichtung hat sich die Universität Bielefeld auf den Weg gemacht, mittels Lehre und Forschung die Transformation hin zu einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Gesellschaft zu unterstützen. Mit etwa 24.000 Studierenden und ca. 3.400 Mitarbeitenden entspricht die Universität Bielefeld der Größe einer Kleinstadt. Dies macht nachhaltige Entwicklung an der Universität zu einer sehr komplexen Aufgabe. Folgende Vereinbarungen, Strukturen und Vernetzungen wurden dazu etabliert:

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Incentives

Incentives für mehr Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit an der Universität Bielefeld ist in hohem Maße durch aktives Selbstmanagement und gemeinsames Engagement jedes einzelnen Universitätsmitglieds geprägt. Um diese Bemühungen anzuerkennen und zu unterstützen, hat die Universität Bielefeld im vergangenen Jahr Anreizsysteme und Fördermöglichkeiten für nachhaltiges Handeln in verschiedenen Bereichen geschaffen:

Diese Anreizsysteme werden ständig weiterentwickelt.

Partizipation im Rahmen der Strategieentwicklung

Zentraler Aspekt bei der Entwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie der Universität Bielefeld ist die Partizipation der Universitätsmitglieder. Hierfür wurde nicht nur im Rahmen der Entwicklung des Nachhaltigkeitsleitbilds ein Partizipationsformat bereitgestellt. Nach Abschluss des partizipativen Prozesses zur Entwicklung des Nachhaltigkeitsleitbildes, sind das Nachhaltigkeitsbüro und der Rektoratsbeauftragte für Nachhaltigkeit primäre Ansprechpartner für alle Universitätsmitglieder. Darüber hinaus werden unterschiedliche Partizipations- und Informationsformate entwickelt, um eine transparente und offene Kommunikation über Initiativen und Projekte im Bereich Nachhaltigkeit zu verfolgen (beispielsweise über das Nachhaltigkeitsportal  und den Newsletter Nachhaltigkeit), um alle Universitätsmitglieder zum aktiven Mitwirken anzuregen.

Externe Zielvereinbarungen / Interne nachhaltigkeitsbezogene Richtlinien

Die Nachhaltigkeitsstrategie und das Nachhaltigkeitsleitbild der Universität sind das Ergebnis des intensiven Engagements vieler Universitätsmitglieder, die ausgehend von den Stärken der Universität klare und ambitionierte Ziele formuliert haben. Externe nachhaltigkeitsbezogene Richtlinien und Zielvereinbarungen markieren dabei die Rahmenbedingungen. Dazu zählen internationale Abkommen wie die in der Agenda 2030 der Vereinten Nationen festgelegten 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung  oder das Pariser Klimaschutzabkommen  sowie nationale Gesetze und Richtlinien wie das Energieeffizienzgesetz  und die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie . Zusätzlich schaffen unter anderem die Klimaneutrale Landesverwaltung (KNLV)  und das am 01.07.2021 im Landtag verabschiedete Klimaschutzgesetz des Landes NRW  die Rahmenbedingungen für die Universität Bielefeld.

Die Universität Bielefeld steht zudem in der Pflicht verschiedener Hochschulvereinbarungen und -verträge. Die Hochschulvereinbarung NRW 2026 bildet die Grundlage für die Zusammenarbeit zwischen Land und Universität und sichert deren Entwicklung und Finanzierung. Darin wird festgehalten, dass Hochschulen Strategien und Maßnahmen für eine nachhaltige Hochschulentwicklung erarbeiten. Nachhaltigkeit wird dabei als Querschnittsthema verstanden, welches in den Kernbereichen Lehre, Forschung und Transfer durch die Hochschulen berücksichtigt wird. Dieses Anliegen wird durch einen sogenannten Side Letter zur Hochschulvereinbarung 2021  untermauert, mit dem sich die NRW-Hochschulen dazu verpflichten, über die Identifizierung von Maßnahmen, Initiativen und über den Status Quo ihrer Strategie für nachhaltige Entwicklung sowie über ihr Engagement in externen Netzwerken, zu berichten. Die Universität Bielefeld hat dem Zukunftsvertrag  „Studium und Lehre stärken“ des Landes NRW und dem Side Letter  zugestimmt.

Die Universität Bielefeld ist in Bezug auf Neu- und Umbaumaßnahmen angehalten, vorgegebene energetische Standards im Gebäudebereich einzuhalten und geht in den meisten Fällen deutlich über die Mindestvorgaben nach Energieeinsparverordnung (EnEV) bzw. Gebäudeenergiegesetz (GEG) hinaus. Die Beschreibung konkreter Maßnahmen zur Energie- und Ressourceneffizienz finden Sie im Abschnitt Betrieb.

Diese externen Richtlinien rahmen die aktive Gestaltung der Nachhaltigkeitsstrategie an der Universität und bilden den Kontext, in dem das Nachhaltigkeitsleitbild durch einen partizipativen Prozess entstanden ist. Darauf bauen interne Richtlinien bzw. Vorgehen auf, die beispielsweise einen nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen bewirken sollen: Das jüngste Beispiel ist die neue Reiserichtlinie der Universität. Mit dieser Richtlinie sollen Aspekte des klimafreundlichen Reisens berücksichtigt werden, indem eine Finanzierung von bestimmten Kurzstreckenflügen ausgeschlossen sowie eine Klimaabgabe je Flug berücksichtigt wird. Weitere Informationen zum Reisen findet sich im Abschnitt Mobilität.

Darüber hinaus befindet sich die Universität Bielefeld in der Erarbeitung von Maßnahmen zur Reduktion von Energieverbrauch und zu klimafreundlichem Bauen. Hierzu finden sich mehr Information in den jeweiligen Themenbereichen im Abschnitt Campusgestaltung & Bau.

Im Rahmen der Umsetzung des Nachhaltigkeitsleitbilds werden Möglichkeiten weiterer Richtlinien ausgelotet. Da Nachhaltigkeit an der Universität Bielefeld als eine gemeinsame Verantwortung aller verstanden wird, setzt die Universität ebenfalls auf die Eigenverantwortung jedes einzelnen Mitglieds der Universität.

Mit der Entwicklung einer klaren Nachhaltigkeitsstrategie hat die Universität Bielefeld seit Herbst 2021 unterstützende Strukturen etabliert. Bis September 2024 wurde der Bereich Nachhaltigkeit von der damaligen Prorektorin für Wissenschaft und Gesellschaft Prof.‘in Dr. Alexandra Kaasch vertreten. Seitdem wurde der Bereich Nachhaltigkeit neu ausgerichtet und ist seit dem Frühjahr 2025 mit einem Rektoratsbeauftragten für Nachhaltigkeit  im Rektorat verankert. Dieser entwickelt in Zusammenarbeit mit den Prorektoraten Studium & Lehre, Forschung & Forschungsvernetzung und dem Kanzler die Nachhaltigkeitsstrategie weiter. Die Umsetzung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den beteiligten Bereichen.

Rektoratsbeauftragter für Nachhaltigkeit

Rektoratsbeauftragter für Nachhaltigkeit

Seit April 2025 wird der Bereich Nachhaltigkeit durch den Rektoratsbeauftragten für Nachhaltigkeit Prof. Dr. Dominik Schwarz vertreten. Er initiiert beispielsweise Projekte und Maßnahmen zur Nachhaltigkeit auf dem Campus und fördert die Integration von Nachhaltigkeitsthemen in Lehre, Forschung und Betrieb in Zusammenarbeit mit dem Kanzler und den Prorektor*innen für Studium und Lehre sowie Forschung und Forschungsvernetzung. Für seine Arbeit ist das bestehende Nachhaltigkeitsleitbild der Universität Bielefeld maßgeblicher Ausgangspunkt. Er berichtet im Rektorat sowie in den verschiedenen universitären Gremien über die Entwicklungen im Bereich der Nachhaltigkeit an der Universität. Er wird durch das Nachhaltigkeitsbüro der Universität Bielefeld in seiner Arbeit unterstützt.

Lenkungsausschuss und Lenkungskreis Nachhaltigkeit

Für die Koordination von Nachhaltigkeitsmaßnahmen wurde der Lenkungsausschuss Nachhaltigkeit eingerichtet. Dieser Ausschuss besteht aus dem Rektoratsbeauftragten für Nachhaltigkeit, dem Kanzler, den Prorektor*innen für Studium und Lehre sowie Forschung und Forschungsvernetzung sowie der Dezernatsleitung des Facility Managements und dem Nachhaltigkeitsbüro. Zusammen besprechen, planen und evaluieren sie strategisch Entwicklungen und Maßnahmen im Bereich Nachhaltigkeit.

Zusätzlich gibt es den Lenkungskreis Nachhaltigkeit, der den Austausch zwischen verschiedenen Akteur*innen der Universität (u.a. AStA, Fakultätenrat, Personalvertretungen) zum Thema Nachhaltigkeit fördert. Der Lenkungskreis dient dabei als Kommunikationsplattform zwischen dem Nachhaltigkeitsausschuss und Vertreter*innen verschiedener Gruppen der Universität. Dieser Kreis ermöglicht den Akteur*innen, sich über Entwicklungen und Pläne im Bereich Nachhaltigkeit zu informieren und eigene Inputs sowie Feedback zum Thema Nachhaltigkeit einzubringen.

Durch diese Strukturen soll eine umfassende und koordinierte Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen an der Universität gewährleistet werden.

Nachhaltigkeitsbüro

Das Nachhaltigkeitsbüro ist seit Mai 2022 zentrale Anlaufstelle für alle Universitätsmitglieder mit einem Anliegen im Bereich Nachhaltigkeit. Darüber hinaus koordiniert es maßgeblich die laufenden Nachhaltigkeitsprozesse und organisiert den Austausch zwischen Prozessbeteiligten.

Klimaschutzmanagement

Das Klimaschutzmanagement ist im Dezernat Facility Management (FM) angesiedelt, organisiert die Klimaschutzaktivitäten der Universität und unterstützt dabei, politische Vorgaben zum Klimaschutz auf universitärer Ebene umzusetzen. Neben der Erstellung und Aktualisierung der Treibhausgasbilanz der Universität werden Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen durch das Klimaschutzmanagement initiiert, begleitet und evaluiert. Dazu zählt zum Beispiel auch die Umsetzung von Energiesparmaßnahmen und die Begleitung der Einführung des Energiemanagements.          

Nachhaltigkeitsbericht

Die Universität Bielefeld veröffentlicht alle zwei Jahre einen Nachhaltigkeitsbericht, um die Fortschritte und Entwicklungen im Bereich Nachhaltigkeit zu dokumentieren und transparent zu machen. Der Bericht gibt einen umfassenden Überblick über die Ereignisse und Maßnahmen der letzten zwei Jahre.

Mit diesen institutionellen Strukturen für den Bereich Nachhaltigkeit orientiert sich die Universität an einem gesamtinstitutionellen Ansatz: Ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit sollen in die Handlungsfelder Studium & Lehre, Forschung sowie Betrieb langfristig integriert werden. Dafür werden im weiteren Vorgehen die institutionellen Strukturen weiterentwickelt und das Nachhaltigkeitsleitbild schrittweise in einen konkreten Maßnahmenkatalog übersetzt.

Externe Netzwerke

DG HochN

© DG Hoch N

Ein wichtiges Netzwerk hierbei stellt die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltigkeit an Hochschulen e.V. (DG HochN) dar. Die DG HochN macht als gemeinnütziger Verein nachhaltige Entwicklungen an Hochschulen sichtbar und stärkt den kreativen Austausch verschiedener Hochschulakteur*innen. Die Universität Bielefeld ist seit dem Jahr 2022 institutionelles Mitglied der DG HochN. Dies ermöglicht allen Mitgliedern der Universität, an verschiedenen Formaten, wie beispielsweise an den unterschiedlichen ko-kreativen Hubs, zu verschiedenen Nachhaltigkeitsthemen oder Netzwerktreffen teilzunehmen.

HumboldtN

© Humboldt n

Im Jahr 2021 haben sich die 16 Universitäten des Landes NRW – darunter auch die Universität Bielefeld – zusammen mit dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie zu der Nachhaltigkeitsinitiative der Universitäten in NRW – Humboldtn zusammengeschlossen. Hierbei werden gemeinsame Forschungsinteressen und Nachhaltigkeitsbemühungen der verschiedenen Universitäten koordiniert und Expertise gebündelt. Frau Prof.'in Dr. Angelika Epple, Rektorin der Universität Bielefeld, ist im Beirat der Humboldtn.

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