zum Hauptinhalt wechseln zum Hauptmenü wechseln zum Fußbereich wechseln Universität Bielefeld Play Search

Nachhaltigkeitsbericht 2025

Campus der Universität Bielefeld
© Universität Bielefeld

Studium und Lehre

Zum Hauptinhalt der Sektion wechseln

Die Universität Bielefeld hat sich mit dem Nachhaltigkeitsleitbild das Ziel gesetzt, eine strukturelle Verankerung von Nachhaltigkeit in den Curricula der Studiengänge zu verfolgen. Studierende sollen so befähigt werden, Probleme nach-haltiger Entwicklungen in ihren Zusammenhängen zu erkennen, zu beurteilen und daraus kreative und wissenschaftlich fundierte Lösungsansätze zu Themen der Nach-haltigkeit abzuleiten.

Aber auch Lehrende sollen beispielsweise durch Fortbildungsmöglichkeiten dabei unterstützt werden, für ihre Lehre relevante Nachhaltigkeitsthemen zu identifizieren und in die Lehre zu integrieren.

Verankerung der Nachhaltigkeit in Studium und Lehre

Nachhaltigkeit ist im Leitbild für die Lehre als übergreifendes Profilmerkmal verankert. Sie soll fest in der Lehre verankert sein sowie die Entwicklung neuer und die Weiterentwicklung bestehender Studiengänge mitprägen. Die Universität versteht sich dabei als Ort, an dem die Herausforderungen einer globalisierten Welt diskutiert und ein auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes Denken und Handeln gefördert werden. So erhalten Studierende wichtige Impulse dafür, ihre künftige gesellschaftliche Rolle reflektiert und verantwortungsvoll einzunehmen. Die Weiterentwicklung und fachübergreifende Vernetzung wird im Rahmen des Qualitätsmanagements im Bereich Studium und Lehre sichergestellt und findet insbesondere in den zweijährlichen Studiengangsgesprächen statt. Somit ist das Thema Nachhaltigkeit systematisch in die kontinuierlichen Prozesse der Studiengangsentwicklung integriert.

Für viele Studierende der Universität Bielefeld besteht ein umfassendes Angebot, im Rahmen des Individuellen Ergänzungsbereichs abseits ihrer festgelegten Curricula Module oder Veranstaltungen nach eigenem Interesse zu besuchen. Dies eröffnet den Studierenden insbesondere im Bachelor die Möglichkeit, Module zu Themen der Nachhaltigkeit in ihr Studium aufzunehmen, auch wenn diese nicht in ihren regulären Curricula verankert sind. Seit dem Wintersemester 2024/25 werden einzelne Veranstaltungen im Vorlesungsverzeichnis auch zu den Themenbereichen des Leitbilds ausgewiesen und zugeordnet. Das erleichtert den Studierenden das Auffinden von geeigneten Veranstaltungen, um sich in Themen des Leitbilds zu profilieren (u.a. Nachhaltigkeit).

Zusätzlich bietet das Zentrum für Lehren und Lernen (ZLL) unterschiedliche Angebote an, Lehrende und Einrichtungen bei der zukunftsorientierten Gestaltung der Lehre, der Qualifizierung der Lehrenden und der Entwicklung von innovativen Lehr-, Lern- und Prüfungskonzepten zu unterstützen. Auch Studierende finden zahlreiche Angebote ihre Stimme in partizipativen Prozessen einbringen zu können. Bereits im Jahr 2021 kamen beispielsweise viele Lehrende und Studierende im Rahmen des BI.teach zusammen, um sich gemeinsam über Nachhaltigkeit in der Lehre auszutauschen. Fortgesetzt wurde dieser Austausch im Rahmen der LehrBar Spezial, die bereits zwei Mal zum Thema Nachhaltigkeit stattfand.

Um das Engagement individueller Lehrender zu würdigen und Anreize für Nachhaltigkeitsbemühungen zu setzen, förderte die Universität im Jahr 2022 erstmals im Rahmen des Qualitätsfonds die Erprobung neuer Lehrformate mit Nachhaltigkeitsbezug. Diese Förderung zielte zunächst auf nachhaltigkeitsbezogene Lehrinnovationen auf Lehrveranstaltungsebene ab. Um auch Module und ganze Studiengänge in den Blick zu nehmen und eine feste curriculare Verankerung nachhaltigkeitsbezogener Themen anzuregen und sicherzustellen, wurde 2023 eine Sonderausschreibung des neu geschaffenen Qualitätsfonds plus mit dem Nachhaltigkeitsbüro initiiert. Die dort geförderten Projekte befinden sich jetzt in der Umsetzung an den beteiligten Fakultäten.

Entwicklung neuer Studiengänge: Fakultät für Chemie richtet zwei neue Studiengänge mit Nachhaltigkeitsbezug ein

Für viele der drängenden Nachhaltigkeitsziele lassen sich nur mit einer fundierten fachlichen Grundlage erfolgversprechende Lösungsstrategien entwickeln. Die Chemie stellt hierbei eine der Schlüsseldisziplinen dar, weshalb die Fakultät für Chemie der Universität Bielefeld beispielhaft voran geht und zum Wintersemester 2026/27 zwei neue Studiengänge mit Nachhaltigkeitsbezug einrichtet. Der Bachelorstudiengang „Nachhaltige Chemie" und der englischsprachige Masterstudiengang „Sustainable Chemistry" adressieren die vielfältigen Desiderate und Chancen, welche z.B. im Lichte des United Nations Environment Programme (2021) From Pollution to Solution - A global assessment of marine litter and plastic pollution formuliert wurden.

Im Bachelorstudiengang „Nachhaltige Chemie“ sollen dabei die fachlichen Grundlagen vermittelt werden, die für eine reflektierte und fundierte Auseinandersetzung mit den zentralen Fragen der gesellschaftlichen Transformation hin zu einer nachhaltigen Lebensweise nötig sind. Zu den vermittelten Themen gehören unter anderem die Grundprinzipien der Nachhaltigkeit, die Vermeidung von Abfällen und Emissionen, nachhaltige Polymermaterialien, Konzepte der Kreislaufwirtschaft sowie Katalyse und Biokatalyse. Zudem werden ethische Fragestellungen und die Verantwortung der Chemie in der modernen Gesellschaft diskutiert, um ein umfassendes Bewusstsein für die Herausforderungen und Chancen zu fördern, denen die Chemie bei der gesellschaftlichen Transformation begegnet.

Im englischsprachigen Masterstudiengang „Sustainable Chemistry“ sollen Studierende die fachliche Expertise erhalten, die sie dazu befähigt, Nachhaltigkeitskonzepte gut fundiert und lösungsorientiert auf einer naturwissenschaftlichen Basis entwickeln zu können. Viele der drängenden gesellschaftlichen Herausforderungen (Energie, Klima, Umwelt, Ernährung) erfordern fundiertes chemisches Fachwissen, um nachhaltige Lösungsstrategien zu entwickeln. Der Studiengang soll daher – aufbauend auf einem naturwissenschaftlichen Bachelorstudiengang – die drängenden gesellschaftlichen Fragestellungen bei der Transformation zu einer nachhaltigeren Lebensweise in den Vordergrund stellen und diese aus dem Blickwinkel der Chemie behandeln. Dementsprechend sollen sich die geplanten Module bestimmten Nachhaltigkeitszielen widmen, denen sich die nötigen fachlichen Inhalte unterordnen.

Evaluation: Nachhaltigkeit in Studium & Lehre

Zum Hauptinhalt der Sektion wechseln

Neben der Erhebung zur curricularen Verankerung von Nachhaltigkeitsthemen wurde auch die studentische Perspektive einbezogen. In der Studierendenbefragung 2024/251, die bereits in den Vorjahren durchgeführt wurde, gaben Studierende2 Auskunft über ihre Erfahrungen und Wünsche zu Nachhaltigkeit in der Lehre sowie darüber, inwieweit sie darin bereits gezielt für Nachhaltigkeitsthemen sensibilisiert wurden, wobei sich deren curriculare und modulare Verankerung zwischen den Studiengängen deutlich unterscheiden kann. Hierbei gaben 44 % der Befragten an, bisher (gar) nicht für das Thema Nachhaltigkeit sensibilisiert worden zu sein. 22 % fühlten sich in (sehr) hohem und 26 % in mittlerem Maße sensibilisiert. 9 % machten keine Angaben (Studierendenbefragung im Wintersemester 2024/25 ). 

Zum Hauptinhalt der Sektion wechseln

Auf der anderen Seite ergab die Studierendenbefragung, dass sich 38 % der Studierenden für ihr eigenes Studium wünschen, dass Nachhaltigkeit verstärkt als Querschnittsthema in der Lehre eingebunden wird. 27% hingegen gaben an, dass sie diesem Wunsch (gar) nicht und 24% im mittleren Maße zustimmen. 11% machten hierzu keine Angaben. Daneben zeigen die offenen Rückmeldungen zum Thema Nachhaltigkeit, dass sich die Studierenden insbesondere über mehr veganes Essen in der Mensa freuen würden. Viele betonen, dass das Thema für die Universität wichtig ist und befürworten, dass das Thema behandelt wird. Für viele (60%) ist es wichtig, dass die Universität Bielefeld sichtbar eine Vorreiterrolle beim Thema Nachhaltigkeit einnimmt. 

Zum Seitenanfang