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Praxisreflexion als Habitusreflexion

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Dr. phil. Kathrin te Poel

Teilprojekt Praxisreflexion als Habitusreflexion

Telephone
+49 521 106-3371
Room
Gebäude X E1-281

Teilmaßnahme-Leitung

Prof. Dr. Martin Heinrich

Teilmaßnahme 2a

Projektziel

Das Projekt zielt auf die Anbahnung eines professionellen Habitus bei (angehenden) Lehrpersonen sowie auf die Sensibilisierung (angehender) Lehrpersonen für die Bildungsbedeutsamkeit habitueller Passungsverhältnisse im Kontext Schule allgemein und des eigenen Lehrerhabitus im Besonderen.

Konzeptentwicklung

Der Lehrerhabitus einer Person ist implizit geprägt durch primäre milieuspezifisch-familiale Orientierungen auf der einen und eigenen Schulerfahrungen in der Rolle als Schüler_in auf der anderen Seite (vgl. Helsper 2018). Gleichzeitig gelten eine anerkennende Haltung gegenüber Schüler_innen und ein anerkennendes Lehrer_innenhandeln als grundlegende Voraussetzung für Bildungsprozesse von Schüler_innen (vgl. Stojanov 2006). Weil solche Haltungen und konkreten Handlungen einer Lehrperson untrennbar mit ihrem teilweise unbewussten Lehrerhabitus verknüpft sind (bspw. Heinrich & Köhler 2019; te Poel 2020; te Poel 2019), wird im Rahmen des Projektes ein Lehrkonzept für die erste und dritte Phase der Lehrerbildung entwickelt, das die kritische Reflexion von impliziten Handlungsorientierungen, Handlungskonsequenzen und -alternativen der (angehenden) Lehrpersonen mit dem Ziel der Anbahnung eines professionellen Habitus, im Sinne eines reflektierten Lehrer_innenhabitus, in den Fokus rückt. Dazu werden bildungsbiographische und kasuistische Reflexionsformate miteinander verschränkt, die an dokumentierten eigenen Praxiserfahrungen und -beobachtungen der (angehenden) Lehrpersonen ansetzen.

Forschung

Die Reflexionsprozesse der (angehenden) Lehrpersonen werden mit dem Ziel der Erfassung unterschiedlicher Lehrerhabitus und möglicher Habitustransformationen und ihrer Initiierung qualitativ beforscht.

Quellen
  • Heinrich, M. & Köhler, S.-M. (2019) (i. Dr.). Schulreformen als Transformationsdruck für den Habitus. Untersuchungen zum Gymnasiallehrerhabitus im Spannungsfeld von Selektion und Inklusion. In R.-T. Kramer & H. Pallesen (Hrsg.), Lehrerhabitus. Theoretische und empirische Beiträge zu einer Praxeologie des Lehrerberufs (S. 211-232). Bad Heilbrunn: Klinkhardt.
  • Helsper, W. (2018). Lehrerhabitus. Lehrer zwischen Herkunft, Milieu und Profession. In A. Paseka et al. (Hrsg.), Ungewissheit als Herausforderung für pädagogisches Handeln (S. 105-140). Wiesbaden: Springer.
  • Stojanov, K. (2006). Bildung und Anerkennung. Soziale Voraussetzungen von Selbst-Entwicklung und Welt-Erschließung. Wiesbaden: Springer.
  • te Poel, K. (2019). Die Bedeutung des Lehrer*innenhandelns im Zusammenhang mit Bildungschancen. Voraussetzungen und Ansatzpunkte einer Sensibilisierung im Praxissemester ausgehend von Rekonstruktionen zur Perspektive angehender Lehrpersonen auf die Heterogenitätsdimension ‚soziale Herkunft’. In C. Schomaker & M. Oldenburg (Hrsg.), Forschen, Reflektieren, Bilden. Forschendes Lernen in der diversitätssensiblen Hochschulbildung (S. 156-163). Hohengehren: Schneider
  • te Poel, K. (2020) (eingereicht). Anerkennung und Beziehungen. Didaktische Umsetzungen? Anfragen ausgehend von theoretischen und empirischen Analysen zum Zusammenhang von Menschen- bzw. Schülerbild, Anerkennungshandeln und Lehrerhabitus.