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  • Projektbereiche

    © Universität Bielefeld
Erzeugung und Stabilisierung von Wissen (D)

In Projektbereich D geht es um die Erzeugung, Stabilisierung und Destabilisierung von Wissen. Die Produktion von Wissen erfolgt mit Hilfe von Vergleichspraktiken, die in praxeologisch wie epistemologisch zu fassende Kontexte eingebettet sind. Dieses Wissen wird langfristig von einzelnen Akteur*innen und communities of practice systematisiert und kontinuiert, sowie transformiert und (de)stabilisiert. Das solcherart entstandene Wissen verwandelt Vergleichspraktiken in autorisierte Vergleichsformationen und verbreitet entsprechende, oftmals als ‚objektiv‘ markierte routinisierte Verknüpfungen von comparata und tertia comparationis in zahlreichen gesellschaftlichen Bereichen. Der Projektbereich untersucht den Zusammenhang von Wissensproduktion und Vergleichsformationen epochenübergreifend in sechs Teilprojekten, deren Themen von gesellschaftlichen Selbstbeschreibungen in der römischen Antike über das spätmittelalterlich-englische Präzedenzrecht, die Reiseliteratur und Ethnologie des 17.-19. Jahrhunderts bis zu Wissensformationen in den Literatur- und Naturwissenschaften sowie im Kontext der Digital Humanities des 20. und 21. Jahrhunderts reichen.

  • Nahaufnahme des Barberini-Diptychon, einer spätantiken Elfenbeinschnitzerei
    © Louvre Museum; Peiresc Collection; Barberini Collection / CC BY-SA 3.0 (Unported)

    D01 (B04) | Das Vergleichen im ethnographischen Denken der Antike – Die römische Zeit bis in die Spätantike (1. – 7. Jahrhundert n. Chr.)

  • Spätmitteralterliches Reiterbild
    © Pontifical Institute of Mediaeval Studies

    D02 | Vergleichende Verfahren – Präzedenzrecht im spätmittelalterlichen England

  • Das Gemälde Szene aus dem Berner Totentanz des Malers Albrecht Kauw
    © Bernisches Historisches Museum, Bern / Foto Christine Moor

    D03 (B01) | Der verglichene Körper: Ordnung in der Vielfalt der Menschen (16. – 19. Jahrhundert)

  • Farbgravur der höchsten Britischen Berge von 1852
    © David Rumsey Map Collection, David Rumsey Map Center, Stanford Libraries / CC BY-NC-SA 3.0 (Unported)

    D04 (B03) | Weltvergleich und Weltwissen. Ethnographische (Reise-)Literatur und vergleichende Wissenschaften (1850 – 1950)

  • Diagramm aus einer lingusitischen Studie
    © Thomas Corwin Mendenhall / Popular Science Monthly

    D05 | Vergleichendes Lesen. Konstitution und Kritik der Stilistik als einer literaturwissenschaftlichen Methode

  • Abtrakte Darstellung von Makromolekülen
    © Universität Bielefeld

    D06 (C04) | Vergleichen an der Schnittstelle der Physical Sciences und der Life Sciences, 1960 bis 2000

Die Forschungsvorhaben des Projektbereichs E vertiefen Erkenntnisse der ersten Förderphase, indem sie sich mit Grenzen des Vergleichens auseinandersetzen und das in einem doppelten Sinn: Einerseits wird untersucht, welche Grenzen dem Vergleichen gesetzt werden: Wo, wie und mit welchem Erfolg werden Grenzen der Vergleichbarkeit behauptet? Wie werden Vergleichsoperationen entgrenzt und neu begrenzt, wenn sie algorithmusbasiert funktionieren? Andererseits interessiert uns, wie Praktiken des Vergleichens selbst Grenzen bestimmen und ihnen soziale Wirksamkeit verschaffen. Die Teilprojekte des Projektbereichs fragen etwa, inwiefern interne Grenzziehungen in bestimmten Vergleichskontexten zu rhetorischen und performativen Behauptungen von Unvergleichbarkeit führen und diese stabilisieren, oder wie Vergleichspraktiken selbst Grenzen setzen, indem sie Einheiten, Personen und Gruppen voneinander abgrenzen und sie als solche über längere Zeiträume hinweg erkennbar und historisierbar machen.

  • Eine Fotografie des Historikers Reinhart Koselleck
    © Bildarchiv Foto Marburg / Reinhart Koselleck

    E01 (C03) | Vergleichsbegriffe. Historische Semantik des Vergleichens (16. – 21. Jahrhundert)

  • Das Gemälde eine Lawine in den Aplen des Malers Philippe Jacques de Loutherbourg
    Philippe Jacques de Loutherbourg, Eine Lawine in den Alpen, 1803, Tate Britain, Photo © Tate, CC-BY-NC-ND 3.0 (Unported) (https://www.tate.org.uk/)

    E02 (C01) | Bild-Vergleiche. Praktiken der Unvergleichbarkeit und die Theorie des Erhabenen

  • Abbildung aus der London Illustrated News mit dem Titel Die Ankunft der ersten Lokomotive in Indore, Zentralindien
    © Internet Archive / The University of Michigan Library (https://victorianweb.org/)

    E03 (B06) | Jenseits rassischer Diskriminierung: „Backwardness“ und „Indigenous Peoples“

  • Szene aus dem Film Schnittstelle von Harun Farocki
    © Universität Bielefeld

    E05 (C05) | Mediale Dispositive des Vergleichens. Das operative Bild nach Harun Farocki

Projektbereich F untersucht das Verhältnis zwischen Praktiken des Vergleichens und Standardisierungs- und Globalisierungsprozessen. Wie in der ersten Förderphase bereits deutlich geworden ist, lassen sich solche Prozesse der Standardisierung und Globalisierung/en – wie auch die mit ihnen einhergehenden Widerstände – gehäuft seit dem 19. Jahrhundert beobachten. Das Verhältnis hat zwei Dimensionen, mit denen sich der Projektbereich in der zweiten Förderphase näher beschäftigt: Zum einen lassen sich Prozesse der Angleichung und Verbreitung von Praktiken des Vergleichens beobachten. So unterschiedliche und vielfältige Einheiten wie „Rassen“, „Unternehmen“, „Schriftsteller“, „Immobilien“, „Staaten“ oder „Universitäten“ wurden als Objekte des Vergleichens konstruiert und im Rahmen eines weltweiten Vergleichshorizonts nach einheitlichen Kriterien wie „künstlerischem Wert“, „Preisen“, „Entwicklung“, „Macht“ oder „Exzellenz“ verglichen und bewertet. Zum anderen tragen Praktiken des Vergleichens auch selbst zu Standardisierungs- und Globalisierungsprozessen bei. Die Projekte im Projektbereich F befassen sich daher anhand einer Reihe ausgewählter Forschungsthemen – von Rassendiskursen des 19. Jahrhunderts über Literaturnobelpreise und Automobil- und Immobilienmärkte bis hin zu heutigen Machtvergleichen und Rankings – mit den Voraussetzungen, Erscheinungsformen, Grenzen und Effekten der von Vergleichspraktiken angestoßenen Standardisierungs- und Globalisierungsprozessen.

  • Französische Gravur des Anführers der Haitanischen Revolution Toussaint Louverture
    © John Carter Brown Library

    F01 (A03) | (Welt-)Ordnungen und Zukunftsentwürfe. Rassistische Vergleichspraktiken in der Karibik (1791 – 1912)

  • Die Nobelpreisurkunde von Luise Glück
    © The Nobel Foundation 2020, Calligrapher: Susan Duvnäs, Book binder: Leonard Gustafssons Bokbinderi AB, Photo reproduction: Lovisa Engblom

    F02 | „Nullmeridian der Literatur“? Der Literaturnobelpreis als globaler Vergleichsmaßstab

  • Werbung von General Motors für das Oldsmobile
    © General Motors

    F03 (A02) | Vergleichende Praktiken in Anbieterkonkurrenz und Kundenorientierung: Die amerikanische und die deutsche Automobilindustrie im 20. Jahrhundert

  • Die erste Darstellung des Monopoly Spielbrettes
    © Charles B. Darrow / Monopoly

    F04 (B07) | Global investieren, lokal vergleichen? Nationalisierung und Internationalisierung von Standards der Immobilienbewertung seit den 1970er Jahren

  • Weltkarte verzerrt proporational zur globalen Reichtumsverteilung
    © Worldmapper, CC BY-NC-SA 4.0 (Unported)

    F05 (A01) | Machtvergleiche in Zeiten weltpolitischen Wandels, 1970 – 2020

  • © Universität Bielefeld

    INF | Dateninfrastruktur und Digital Humanities: Digitale Praktiken in den Geisteswissenschaften

  • © Universität Bielefeld

    Ö | Making of: Communities of Practice. Geisteswissenschaften und Gesellschaft in Relation

  • © Universität Bielefeld

    Z | Zentrale Aufgaben des Sonderforschungsbereichs


Beendete Teilprojekte der Förderphase 1 (2016-2020)

Das Teilprojekt untersuchte die deutschen Rundschauzeitschriften als wichtiges Medium der deutschen Kriegspublizistik in den Jahren 1914-18 und arbeitete dabei die Operationen und Funktionen des kulturellen Vergleichens heraus. Der Forschungsansatz des TP bestand darin, diese Zeitschriften als ein spezifisches Medium zu begreifen, das durch seine formale Organisation als Netzwerk von unterschiedlich gearteten Texten und durch seine thematische Ausrichtung auf die Beschreibung der eigenen Nation in der Konkurrenz mit anderen selbst eine umfassende Praxis des kulturellen Vergleichens darstellte.

Leitung
Kai Kauffmann

Mitarbeiter
Malte Lorenzen

Das Teilprojekt untersuchte die in den Amerikas in den ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts neu entstehenden identitätspolitischen Vergleichspraktiken in Kulturproduktion, Sozialwissenschaft und Politik. Dabei interessierten vor allem die Vergleiche zweiter Ordnung: a.) Mit Rückgriff auf welche Vergleichshinsichten werden Individuen und Gemeinschaften verglichen? und b.) Durch die Verwendung welcher unterschiedlicher Hinsichten ergeben sich Inkommensurabilitäten oder fügen sich die in den Vergleichen auftretenden Ähnlichkeiten und Unterschiede zu einem kohärenten Gesamtbild, d. h. zu einem übergreifenden komplexen Vergleich auf der Grundlage von ‚Indigeneity‘ bzw. ‚Blackness‘, zusammen?

Leitung
Olaf Kaltmeier
Wilfried Raussert

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Pablo Campos
Susana Rocha Teixeira

Der englische Roman des 18. Jahrhunderts kann als Ort der Verhandlung gesellschaftlichen Wandels betrachtet werden, wobei explizite und implizite Vergleiche zwischen Figuren, die sowohl thematisch als auch durch erzählerische Mittel hergestellt werden, eine zentrale Rolle spielen. Entscheidend ist dabei, dass gesellschaftlich-diskursive Vergleichspraktiken nicht nur mit literarischen Mitteln thematisiert, kommentiert und bewertet werden, sondern dass literarische Figuren auch dem Aushandeln neuer Vergleichshinsichten dienen, welche ihrerseits in die Gesellschaft zurückwirken. Das TP untersuchte dieses Ineinandergreifen literarisch-diskursiver und gesellschaftlich-diskursiver Vergleichspraktiken vor dem Hintergrund der Modernisierung der englischen Gesellschaft.

Leitung
Marcus Hartner
Ralf Schneider

Mitarbeiterin
Kristina Ebeling

Das Teilprojekt entfaltete eine Epochen übergreifende Paradoxie in der Erfahrung und Gestaltung von Subjektivität: Das Individuelle gilt als unvergleichlich und wird doch durch einen sozial-gesellschaftlichen Kontext des Vergleichens hergestellt. Autobiographische Texte bilden eine exponierte Form dieser grundlegenden, durch vielfältige historisch-narrative Operationen des Vergleichens evozierten und zugleich dargestellten Spannung. Das geschichts- und literaturwissenschaftliche Projekt verfolgte die dabei implizit und explizit zum Ausdruck kommenden Vergleichspraktiken exemplarisch an Texten des 11./12. und 19. Jahrhunderts.

Leitung
Franz Arlinghaus
Walter Erhart

Mitarbeiter
Carina Engel
Lena Gumpert
Mareike Gronich
Simon Siemianowski


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