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Nachhaltigkeitsbericht 2025

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IT

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Blauer Engel

Der Blaue Engel ist ein in Deutschland vergebenes Umweltzeichen für besonders umweltschonende Produkte. Es wird durch das Bundesumweltministerium vergeben. Weitere Informationen finden Sie hier.

Energy Star

Energy Star ist ein US-amerikanisches Umweltzeichen u. a. für energiesparende Geräte, nach den Stromsparkriterien der US-Umweltschutzbehörde EPA (Environmental Protection Agency) und des US-Energieministeriums. Informationen zu Energy Star für Monitore.

80 PLUS

80 PLUS ist eine nordamerikanische Initiative zur Förderung von PC-Netzteilen, die einen Wirkungsgrad von 80 % oder höher aufweisen.

„Gold“: Wirkungsgrad 87 %

„Platinum“: Wirkungsgrad 89 %

„Titanium“: Wirkungsgrad 90 %

Der Bereich IT liegt weitestgehend in der Verantwortung des Bielefelder IT-Servicezentrums (BITS), einer zentralen Betriebseinheit der Universität.
Hier werden bereits bei der Anschaffung von Geräten nachhaltige Aspekte berücksichtigt.

Rahmenparameter bei Ausschreibungen

  • Blauer Engel (z. B. Server, Drucker)
  • Power Supplies mit Wirkungsgrad „Gold“, „Platinum“, „Titanium“
  • „EnergyStar 8.0“ (z. B. IT-Clients)
  • Drucker mit getrenntem, austauschbarem Toner- und Trommelsystem bzw. nachfüllbaren Tintentanks

Auch die Nutzungsdauer der Geräte lässt sich verlängern, sodass seltener Neugeräte beschafft werden müssen. So liegt die Nutzungsdauer von Pool-Computern bei über fünf Jahren, die von Monitoren bei über sieben Jahren bzw. bis sie defekt sind. Bei Arbeitsplatz-Computern inklusive Notebooks wird die Nutzungsdauer durch Akku-Tausche auf fünf bis sechs Jahre verlängert.

In ihrem Nachhaltigkeitsleitbild hat sich die Universität das Ziel gesetzt, Green IT zu stärken, indem Einspar- und Effizienzsteigerungspotenziale bei der Beschaffung und im laufenden Betrieb von Systemen genutzt werden. Mit Handlungsempfehlungen soll umfangreich darüber informiert werden.

Wenn möglich, verfügt jede*r Mitarbeiter*in der Organisationseinheiten, die vom BITS betreut werden, über nur ein Notebook, das sowohl am Arbeitsplatz in der Universität als auch zu Hause genutzt wird. Anstelle einer kompletten Docking-Station ist inzwischen ein einfaches USB-C-Kabel ausreichend, um Notebook und Monitor zu verbinden und gleichzeitig mit Strom zu versorgen. Wird mehr Monitorfläche benötigt, wird anstelle von zwei einzelnen kleineren Monitoren nun ein größerer Monitor angeboten. Diese schalten sich automatisch auf Stand-By, wenn sie längere Zeit nicht genutzt werden. PCs in den Poolräumen für Studierende werden nachts (von 22:30 bis 7:00) komplett abgeschaltet.

Da auch das Datacenter 1, der sog. „Maschinensaal“ des BITS mittelfristig von den Sanierungsarbeiten an der Universität betroffen sein wird und die jetzigen Flächen räumen muss, wird bei der neu benötigten Rechenzentrumsfläche darauf geachtet, dass sich diese durch einen niedrigen PUE-Wert, also durch eine hohe Energieeffizienz, auszeichnet. Zudem führt eine gesteigerte Servervirtualisierung von inzwischen 70 – 80 % dazu, dass weniger Serverhardware und Energie benötigt werden.

PUE-Wert

Um den PUE-Wert (Power-Usage-Effectiveness) zu berechnen, wird der gesamte Energieverbrauch eines Rechenzentrums – inklusive Gebäudetechnik wie Klimatisierung etc. – durch den Energieverbrauch der IT-Infrastruktur (Server, Speicher etc.) geteilt. Je näher der Wert an 1 liegt, umso mehr der Gesamtenergie fließt in die eigentliche IT-Infrastruktur und umso weniger wird für die Gebäudeinfrastruktur verbraucht.

Durch Virtualisierung können mehrere Serverbetriebssysteme auf einem Gerät ausgeführt werden. Dies führt zu einer verbesserten und flexibleren Auslastung der physischen Systeme und steigert damit ihre Effizienz.

Zwar kommt an der Universität auch proprietäre Software (wie z. B. Microsoft Office oder Adobe Acrobat) zum Einsatz, einige Systeme sind jedoch auch in Eigenentwicklung an der Universität entstanden, so beispielsweise das Bielefelder Informationssystem BIS. Es integriert verschiedene Anwendungen, wie beispielsweise das Veranstaltungsverzeichnis eKVV, die BIS-Prüfungsverwaltung, das Personen- und Einrichtungsverzeichnis PEVZ und vieles mehr. Dies schafft einerseits Unabhängigkeit von kommerziellen Anbietern und ermöglicht andererseits individuelle Lösungen, die passgenau auf den Bedarf der maßgeblichen Akteur*innen in der zentralen Verwaltung und den Fakultäten abgestimmt sind.

Seit 2024 bietet das BITS mit dem BIKI-Portal Studierenden in einem Probebetrieb Zugriff auf verschiedene Large Language Modelle (LLM). Diese LLMs werden nicht auf eigener Infrastruktur betrieben. Stattdessen nutzt das BITS-Schnittstellen zu kommerziellen Anbietern wie OpenAI sowie zu den von der Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH Göttingen (GWDG) angebotenen und betriebenen Open-Source-Sprachmodellen. Für BIKI ist perspektivisch die Ausweisung des geschätzten Stromverbrauchs einer Konversation angedacht, um die Nutzer*innen für den Energiebedarf von KI-Anwendungen zu sensibilisieren.

Der Service MEDiS (Mobile Education Device Service) des BITS unterstützt die Studierenden bei der langfristigen Nutzung der eigenen Endgeräte u.a. durch Hilfe bei Konfiguration, Installation und Schadsoftwareentfernung. Studierende der Universität Bielefeld können das kostenfreie Angebot nutzen.

2024 hat das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen der Universität Bielefeld im Rahmen des „Förderprogramms für Flächenoptimierungen sowie Investitionen in die technische Infrastruktur für Lehrzwecke" Fördermittel für die Zusammenfassung, Verbesserung und Erweiterung der vom BITS bereitgestellten PC-Arbeitsplätze, Medienräume, Studios und der Geräteausleihe zu einem zentralen Angebot in Form des BITS SPACE  bereitgestellt. Eines der Kriterien für die Antragstellung war der Nachweis von nachhaltiger Planung, Konzeption und Ausführung der beantragten Maßnahmen.

Durch die Ende 2024 daraus erfolgte Zusammenfassung und Verbesserung der genannten Angebote wird der Entstehung von redundanten Angeboten in Fakultäten vorgebeugt, die sonst selbst eigene PC-Arbeitsplätze und/oder technische Ausstattung und Infrastruktur für die Arbeit mit (digitalen) Medien beschaffen und einrichten müssten. Durch räumliche Trennung, ggf. exklusive Nutzungsrechte sowie unterschiedliche Bedarfe wäre so keine effiziente Nutzung der Infrastruktur möglich. Der BITS SPACE steigert durch die Bündelung der bestehenden Angebote in den Räumlichkeiten des neuen Abschnitts des Universitätshauptgebäudes die Effizienz der Angebote und reduziert die Entstehung von Parallelstrukturen nachhaltig auf ein notwendiges Mindestmaß. Zukünftige Verbesserungen des BITS SPACE orientieren sich an den universitätsweiten Bedarfen und werden so auch weiterhin der gesamten Universität zugutekommen.

Über die Förderung beschaffte oder verbesserte zentrale Angebote des BITS sind:

  • Etwa 85 PC-Arbeitsplätze in B01 und B02 mit höhenverstellbaren Tischen und schwenkbaren Monitoren
  • Meetingmöbel mit Akustikbezug
  • High-End-PCs für anspruchsvolle Software (z.B. Medienbearbeitung)
  • Zwei Videostudios mit professioneller Ausstattung
  • Zentraler Medienserver für effiziente Datenübertragung und sichere Speicherung
  • Räume mit Ausstattung für Podcast- und Soundproduktion und Sprachaufnahmen
  • Räume mit Ausstattung für 3D-Druck und Virtual/Extended Reality
  • Geräteausleihe mit umfassender Ausstattung im Bereich Video/Audio/Medientechnik/Zubehör

In der ersten Jahreshälfte 2025 konnten mit den Angeboten des BITS SPACE bereits mehrere Lehrveranstaltungen und Vorhaben unterstützt werden, deren Verantwortliche sonst über andere Mittel oder beantragte Drittmittel eigene technische Ausstattung und/oder Infrastruktur hätten beschaffen und selbst einrichten müssen. Unabhängig vom zentralen BITS SPACE trägt das umfassende Angebot der Geräteausleihe dazu bei, dass Lehrende und Studierende notwendige Hardware für ihre Vorhaben und Projekte nicht selbst beschaffen müssen. Die neuen Arbeitsplätze in B01 und B02 werden von Studierenden gut angenommen, was sich auch in der hohen Auslastung widerspiegelt.

Im Zuge der regulären Erneuerung der Medientechnik an der Universität wurde ein bedeutender Schritt in Richtung Nachhaltigkeit unternommen. Insbesondere in den Seminarräumen und Hörsälen des Gebäudes X erfolgte der Wechsel von herkömmlichen LCD-Projektoren mit verbauten Lampen zu modernen Projektoren mit Laserprojektionstechnologie. Diese fortschrittliche Technologie bietet mehrere Vorteile: Sie ist energieeffizienter und verringert den Bedarf an Ersatzlampen, was zu einer Reduktion der Energiekosten und des anfallenden Sondermülls führt. Darüber hinaus zeichnen sich die neuen Projektoren durch eine bessere Lichtstärke bei Tageslicht und eine höhere Farbgenauigkeit aus, ohne dass eine Aufwärmphase beim Starten erforderlich ist. Die längere Lebensdauer der Laserlichtquelle im Vergleich zu traditionellen Lampen trägt dazu bei, Ausfallzeiten und Wartungskosten zu reduzieren, wodurch die Geräte länger genutzt werden können. Im Jahr 2024 wurden insgesamt 70 Projektoren mit dieser Technologie beschafft, was insgesamt 55% der zentral verbauten Projektoren auf dem Campus ausmacht. Zukünftig ist geplant, auch die restlichen LCD-Projektoren in den zentral verwalteten Räumen der Universität auszutauschen, um die Nachhaltigkeitsziele weiter zu verfolgen und die Umweltbelastung zu minimieren.

Seit Ende 2024 bietet das BITS das sogenannte Follow-Me-Printing  auf den Multifunktionsgeräten (MFG oder „Abteilungsdrucker“) der Zentralverwaltung und der Medizinischen Fakultät unter Einsatz des Druckmanagements PaperCut an. Hierbei werden Druckaufträge, die von den Endgeräten der Nutzer*innen abgeschickt werden, erst dann ausgedruckt, wenn sich die Nutzer*innen an einem der MFGs im „PaperCut“-Verbund mit ihrer UniCard authentifizieren. Dies reduziert die Anzahl von Ausdrucken, die in der Vergangenheit im MFG liegen blieben und dann entsorgt wurden. Seit dem 01.01.2025 wurden dadurch fast 32.000 A4-Seiten Papier gespart (Anzahl nicht-gedruckter Seiten lt. PaperCut-Report), was ca. 4 Bäumen entspricht.

Dieser Service wird auf Anfrage und Übernahme der Lizenzkosten auch in weiteren Fakultäten und Einrichtungen installiert.

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