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  • Fakultät für Erziehungswis­senschaft

    Campus der Universität Bielefeld
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AG 10

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Kontakt

Diana Uffmann

Sekretariat

Telephone
+49 521 106-3320
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Z-Gebäude Z0-109

Anschrift

Gebäude Z
Konsequenz 41a
33615 Bielefeld

Postanschrift

Universität Bielefeld
Fakultät für Erziehungswissenschaft
AG 10 Migrationspädagogik und Rassismuskritik
Postfach 10 01 31
33501 Bielefeld

Migrationspädagogik und Rassismuskritik

Noch nie waren weltweit so viele Menschen bereit, aufgrund von Kriegen, Umweltkatastrophen, Bürgerkriegen und anderen Bedrohungen gezwungen und aufgrund der technologisch bedingten Veränderung von Raum und Zeit in der Lage, ihren Arbeits- oder Lebensmittelpunkt, sei es vorübergehend oder auf Dauer, zu verändern: Wir leben in einem Zeitalter, für das Phänomene der Migration konstitutiv sind. Das Wissen um diese Phänomene und die Auseinandersetzung mit ihnen stellt damit eine der zentralen Aufgaben für pädagogisches Handeln dar.

Mit der Perspektive „Migrationspädagogik“ verbindet sich eine bestimmte pädagogische Auseinandersetzung mit der migrationsgesellschaftlichen Wirklichkeit, wobei Begriffe wie „Zugehörigkeitsordnung“, „Subjektivierung“ oder „Othering“ verwendet werden.

In migrationspädagogischer Perspektive ist es für Pädagog*innen erstens zentral, über Wissen um migrationsgesellschaftliche Zugehörigkeitsordnungen zu verfügen, in denen zwischen legitimer und weniger legitimer Zugehörigkeit unterschieden wird. Zweitens ist es von Bedeutung, sich Wissen über die historischen Hintergründe dieser Ordnungen anzueignen. Drittens ist es von Bedeutung, sich in ein kritisch-reflexives Verhältnis zu der Frage zu begeben/zu setzen, welchen Beitrag pädagogische Institutionen und Handlungsformen zur Reproduktion und Veränderung migrationsgesellschaftlicher Zugehörigkeitsordnungen leisten (können).

Migrationspädagogisches Können umfasst zudem neben einer Differenzfreundlichkeit im Sinne einer Anerkennung der Pluralität von Lebensformen und -äußerungen auch eine Dominanz- bzw. Herrschaftskritik. Diese bezieht sich sowohl auf das Erkennen der Formen, in denen sich Herrschaftsverhältnisse von Menschen über andere Menschen ausdrücken als auch auf ein Nachdenken über Möglichkeiten der Schwächung dieser Verhältnisse und den gesellschaftlichen Benachteiligungen, die daraus für einzelne Subjekte und soziale Gruppen entstehen.

Die Kritik rassistisch kodierter Herrschaftsformen ist hierbei besonders wichtig. „Rassismuskritik“ fragt danach, wie, unter welchen Bedingungen und mit welchen Konsequenzen Selbstverständnisse von Einzelnen, sozialen Gruppen, Institutionen und Strukturen durch Rassekonstruktionen vermittelt sind. Die Analyse, Thematisierung und Kritik von auf Rassekonstruktionen beruhenden einschränkenden und ermächtigenden, gewaltvollen und disziplinierenden Unterscheidungspraktiken sowie die Bedingung der Möglichkeit von alternativen Denk- und Handlungsformen stehen im Zentrum rassismuskritischer Professionalität.


Mitglieder

Prof. Dr. Paul Mecheril

Professur für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Migration

paul.mecheril@uni-bielefeld.de

Telephone
+49 521 106-6061
Telephone secretary
+49 521 106-3320
Fax
+49 521 106-6028
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Gebäude Z Z0-111

David Füllekruss

David Füllekruss

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

david.fuellekruss@uni-bielefeld.de

Telephone
+49 521 106-12701
Telephone secretary
+49 521 106-3320
Room
Gebäude Z Z0-108

Irina Grünheid

Irina Grünheid

Wissenschaftliche Begleitung und Evaluation des Projektes „Toleranz-Tunnel“ (BeToTu)

irina.gruenheid@uni-bielefeld.de

Telephone secretary
+49 521 106-3320
Room
Gebäude Z Z0-116

Dr.in Veronika Kourabas

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

veronika.kourabas@uni-bielefeld.de

Homepage

Telefon: +49 521 106-67775  
Telefon Sekr: +49 521 106-3320
Raum: Gebäude Z Z0-106

Im PEVZ anzeigen

Daniel Krenz-Dewe

Daniel Krenz-Dewe

Wissenschaftlicher Mitarbeiter im ProjektPolitical Literacy in der Migrationsgesellschaft (PLiM)

daniel.krenz-dewe@uni-bielefeld.de

Telephone
+49 521 106-3373
Telephone secretary
+49 521 106-3320
Room
Gebäude Z Z0-113

Dr. Radhika Natarajan

Dr. Radhika Natarajan

Wissenschaftliche Begleitung und Evaluation des Projektes „Toleranz-Tunnel“ (BeToTu)

radhika.natarajan@uni-bielefeld.de

Telephone
+49 521 106-4458
Telephone secretary
+49 521 106-3320
Room
Gebäude Z Z0-114

Vanessa Ohm

Vanessa Ohm

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

vanessa.ohm@uni-bielefeld.de

Telephone
+49 521 106-12074
Telephone secretary
+49 521 106-3320
Room
Gebäude Z 0-113

Dr. Cristina Popescu

Dr. Cristina Popescu

wissenschaftliche Mitarbeiterin

cristina.popescu@uni-bielefeld.de

Telephone secretary
+49 521 106-3320
Room
Gebäude Z Z1-400

Dr. Antoanneta Potsi

Dr. Antoanneta Potsi

anneta.potsi@uni-bielefeld.de

Telephone
+49 521 106-4539
Telephone secretary
+49 521 106-3320
Room
Gebäude Z Z0-106

Matthias Rangger

Matthias Rangger

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

matthias.rangger@uni-bielefeld.de

Telephone
+49 521 106-12971
Telephone secretary
+49 521 106-3320
Room
Gebäude Z Z0-110

Katharina Schitow

Katharina Schitow

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

katharina.schitow@uni-bielefeld.de

Telephone
+49 521 106-4537
Telephone secretary
+49 521 106-3320
Room
Gebäude Z Z0-115

Dr.in Saphira Shure

Dr.in Saphira Shure

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

saphira.shure@uni-bielefeld.de

Telephone
+49 521 106-67272
Telephone secretary
+49 521 106-3320
Room
Gebäude Z Z0-110

Tyler* Bunadi

Lehrbeauftragter AG 10

tyler.bunadi@uni-bielefeld.de

Telephone secretary
+49 521 106-3320

Natascha Khakpour

Lehrbeauftragte im WiSe 2021/2022

natascha.khakpour@uni-bielefeld.de

Telephone secretary
+49 521 106-3320

Tobias Linnemann

Lehrbeauftragter AG 10

t.linnemann@uni-bielefeld.de

Telephone secretary
+49 521 106-3320

Arnd Richter

Lehrbeauftragter im SoSe 2020

arnd.richter@uni-bielefeld.de

Telephone secretary
+49 521 106-3320

M.A. Lale Özisik

Lehrbeauftragte im WiSe 2019/2020

lale.oezisik@uni-bielefeld.de

Kaja Kroes

Wissenschaftliche Hilfskraft

kaja.kroes@uni-bielefeld.de

Matthis Puhlmann

Wissenschaftliche Hilfskraft

matthis.puhlmann@uni-bielefeld.de

Sarah-Luise von Wintzingerode

Studentische Hilfskraft

sarah.wintzingerode@uni-bielefeld.de

Toby L. Warkentin

Wissenschaftliche Hilfskraft

twarkentin@uni-bielefeld.de


Studium und Lehre

Forschung

Laufende Projekte

Laufzeit: Juni 2021 bis Dezember 2022

Leitung:

  • Prof. Dr. Paul Mecheril

Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen:

  • Dr. Radhika Natarajan
  • Katharina Schitow
  • Irina Grünheid

Das Projekt „Toleranz-Tunnel“ verfolgt das allgemeine Ziel, das „moralische Aktionspotential“ für Toleranz und Menschlichkeit zu stärken. Dieses Ziel ist nicht zuletzt deshalb bedeutsam, weil die implizite wie explizite Bezugnahme auf rassistische und antisemitische Denk-, Empfindungs- und Handlungsformen, in und mit denen die Ungleichheit von Menschen durchgesetzt und legitimiert wird, in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat. 

Das grundlegende Ziel der wissenschaftlichen Begleitung des Toleranz-Tunnels besteht darin, empirisch (Beobachtungen, Interviews, Fragebogen) fundierte Aussagen über die Bedingungen und Settings zu machen, auf Grund derer Bildungsprozesse ermöglicht werden, die das Wissen entsprechender Zielgruppen in Bezug auf die Auseinandersetzung mit historischen und gegenwärtigen Herrschafts- und Gewaltverhältnissen erhöhen und differenzieren, und die darüber hinaus die Empathiefähigkeit und gewaltkritische Handlungsbereitschaft erhöhen. Hierbei gehen wir davon aus, dass Bildungs- und Lernprozesse bezüglich historischer und gegenwärtiger Herrschafts- und Gewaltverhältnisse vermittelt werden von unterschiedlichen, zum Teil widersprüchlichen und Bildungsprozesse ermöglichenden wie erschwerenden Voraussetzungen. 

Homepage Toleranz Tunnel

Laufzeit: März 2018 bis April 2022

Projektleiter*innen:

  • Prof. Dr. Paul Mecheril (Universität Bielefeld)
  • Prof. Dr. Yasemin Karakaşoğlu (Universität Bremen)

Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen:

  • Vanessa Ohm, M.A. (Universität Bielefeld)

Förderung:

  • VW-Stiftung

Kontakt: vanessa.ohm@uni-bielefeld.de

Informelle Hürden oder Barrieren für Studierende sind in der an Paradigmen sozialer Ungleichheit anschließenden Hochschul­forschung zwar gut untersucht, allerdings nicht mit Bezug auf geflüchtete Studierende und mit Bezug auf hochschulische Normalitätsstrukturen.

Das Forschungsprojekt fragt danach, welche Möglichkeiten und Barrieren des formellen und informellen Zugangs zum Studium sowie der Zugehörigkeit zur Hochschule Geflüchtete vor dem Hintergrund ihrer bildungsbiographischen Erfahrungen im trans­nationalen akademischen Raum erfahren, wie sie diese deuten und bewerten und welche Hinweise ihre Erfahrungen und Deutungen auf allgemeine formelle und informelle Barrieren an Hochschulen geben. Damit steht nicht die Perspektive der Institution in ihrem (administrativen) Umgang mit Geflüchteten im Mittelpunkt, sondern Erfahrungen und Wissen geflüchteter Studierender hinsichtlich Einschließungs- und Ausschließungsphänomene und -mechanismen des Hochschulraums. Mit dieser Fokussierung auf die Wahrnehmung und Deutung des deutschen Hochschulsystems durch Geflüchtete selbst eröffnet das beantragte Forschungsprojekt eine im Kontext von Flucht, globaler Ungleichheit und akademischer Bildung noch eher unbearbeitete Perspektive. Diese zielt auf die Generierung von Erkenntnissen zur (Dis-)Funktionalität des Hochschulsystems im Umgang mit den durch Fluchtmigration einhergehenden, gleichwohl nicht auf diese begrenzten Bildungsherausforderungen des transnationalen akademischen Bildungsraumes.

Das Forschungsprojekt bezieht sich auf das migrationspädagogische Konzept der Zugehörigkeitserfahrung. Erfahrung der Zugehörigkeit im und zum hochschulischen Kontext, die über eine rein formelle Mitgliedschaft hinausgehen, sind für (akademische) Bildungsprozesse - Erweiterung der eigenen akademischen Handlungsfähigkeit sowie des eigenen reflexiv-kritischen Denkens - von zentraler Bedeutung. Als zentrale Datenerhebungsmethode dienen ca. 40 narrativ-biographische Interviews mit geflüchteten Studierenden, denen ein Zugang zur Hochschule gelungen ist. Die Untersuchung wird an jeweils drei Universitäten und Fachhochschulen innerhalb Deutschlands durchgeführt. Ergänzt werden die Einzelinterviews durch Gruppengespräche, welche kulturelle Zugehörigkeitserfahrungen im hochschulischen Kontext zum Thema machen. Die Daten werden so interpretiert, dass mittels der Rekonstruktion der Studien- und Zugehörigkeitserfahrungen Möglichkeiten und Barrieren des formellen und informellen Zugangs zum Studium sowie der Zugehörigkeit zur Hochschule für Geflüchtete identifiziert werden.

Laufzeit: 1. Januar 2018 bis 31. Januar 2022

Leitung:

  • Prof. Dr. Paul Mecheril (Universität Bielefeld, Projektleitung)
  • Prof. Dr. Roland Reichenbach (Universität Zürich)
  • Prof. Dr. Michaela Ralser und Prof. Dr. Erol Yildiz (Universität Innsbruck)

Förderung:

  • Das Projekt wird im Rahmen der D-A-CH Lead-Agency Vereinbarung zwischen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), dem Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaft­lichen Forschung (SNF) und dem Wissenschaftsfonds (FWF) in Österreich finanziert.

Mitarbeiter*innen an der Universität Bielefeld:

  • Daniel Krenz-Dewe (Dipl.-Päd. & Dipl.-Soz.), wissenschaftlicher Mitarbeiter
  • Kaja Kroes (B.A.), wissenschaftliche Hilfskraft

Im Rahmen dieses Forschungsprojekts werden die Bedingungen für Bildungsprozesse in Bezug auf die politische Dimension des Sozialen untersucht. Hierzu werden die unterschiedlichen Formen politischer Artikulation von 13- bis 15-jährigen Schüler/innen ausgewählter Schulen der Cities Berlin, Wien und Zürich erhoben, um darüber Formen demokratischer Bildung (Political Literacy), ihre sozialen (Ermöglichungs-)Bedingungen und Effekte empirisch und theoretisch identifizierbar und theoretisierbar zu machen.

Literacy/Bildung wird in dem Projekt allgemein als normativ angemessener, kontextspezifischer Umgang mit sprachlich gefassten, gesellschaftlichen Fragen gefasst. Vor diesem Hintergrund wird Political Literacy als eine spezifische Form einer kontextrelationalen Artikulationspraxis untersucht, die auf Fragen einer "guten" (migrations-) gesellschaftlichen Ordnung gerichtet ist. Political Literacy zeichnet sich hierbei durch Wissen über politische Sachverhalte, den Grad erfahrungsbezogener Selbstreflexion bezogen auf diese Sachverhalte sowie das Eintreten für angemessene politische Standpunkte aus. Ziel des Projektes ist es einen empirisch-begründeten Beitrag zu einer kontextrelationalen Theoretisierung des Literacy-Begriffes zu leisten.

Mittels der komplementären In-Beziehung-Setzung von Schulen aus drei Global Cities und der Integration unterschiedlicher Forschungsstrategien und -methoden arbeitet das Projekt mit einem innovativen Forschungsdesign, das bereits in der Anlage des Projektes versucht, sowohl methodologische Nationalismen als auch mikrokontextuelle und technologische Reduktionismen von Literacy/Bildung reflektierbar zu machen

Migration prägt gesellschaftliche Kontexte in umfassender Weise. Daher sind migrationsgesellschaftliche Differenz-, Dominanz- und Ungleichheitsverhältnisse sowohl Gegenstand als auch Voraussetzung von (schulischen) Bildungsprozessen. Unter diesen Bedingungen ist ein wesentlicher Bestandteil pädagogischen Könnens von Lehrer/innen, der Pluralität migrationsgesellschaftlicher Positionierungen und (Bildungs-) Biographien Rechnung zu tragen und dabei gleichzeitig stereotypisierende und stigmatisierende Fest- und Zuschreibungen zu reflektieren und zu vermeiden. Differenzsensibilität und Diskriminierungskritik stellen demnach grundlegende Dimensionen pädagogischen Handelns in der Schule der Migrationsgesellschaft dar. Diese Perspektive ist zentral für das Kooperationsprojekt „Pädagogisches Können in der Schule der Migrationsgesellschaft“ der Universitäten Bremen und Bielefeld, welches im Sinne eines langfristigen Entwicklungs- und Transferprozesses der hier skizzierten Perspektive zunächst die folgenden drei Projektphasen umfasst:

Projektphase I (09/2016 bis 10/2017)

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen:

  • Saphira Shure (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg)
  • Dr.'in Anna Aleksandra Wojciechowicz (Universität Bremen)

Finanzierung:

  • Stiftung Mercator

Qualitativ-interpretative Untersuchung zu migrationsgesellschaft­lichen Thematisierungspraktiken in relevanten Bezugstexten der Lehrer*innen-Bildung.

Im Mittelpunkt der ersten Projektphase steht die qualitativ-interpretative Untersuchung relevanter Bezugstexte der Lehrer/innen-Bildung (bspw. Curricula, Modulbeschreibungen, KMK-Empfehlungen und rechtliche Vorgaben) im Hinblick auf migrationsgesellschaftliche Thematisierungspraktiken.

Projektphase II (10/2017 bis 12/2018)

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen:

  • Saphira Shure (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg)
  • Aysun Doğmuş (Universität Bremen)
  • Lydia Heidrich (Universität Bremen)

Finanzierung:

  • Stiftung Mercator
  • DFG
  • Wolfgang-Ritter-Stiftung
  • Hertie-Stiftung

Internationale Tagung „Failing Identities, Schools and Migrations - Teaching in (Trans)National Constellations“ vom 26.10. bis 28.10.2018 an der Universität Bremen.

Projektphase III (bis 06/2020)

Internationale Perspektiven auf pädagogisches Können in der Migrationsgesellschaft (Publikationsprojekt)

Im Anschluss an die internationale Konferenz FISM wird ein englischsprachiger Sammelband zu den Konferenzthemen wie Migration, Identität, Zugehörigkeiten, Machtverhältnisse, School, Pädagogik und Lehrer*innenbildung veröffentlicht.


Kolloquien

Veranstaltungen

E-Mail Verteiler

Anmeldung zur Aufnahme in den E-Mail Verteiler für Informationen zu aktuellen Veranstaltungen der AG 10.

2022

Nächste Veranstaltung

Die kommende Veranstaltung "Solidarität und postkoloniale Praxis" findet aufgrund einer Absage nicht wie geplant am 21.01. statt.

Neuer Termin: 28. April 2022 I 19-21 Uhr I Zoom

"Solidarität und postkoloniale Praxis"

Noa K. Ha (DeZIM e.V. Berlin) und Bonaventure Soh Bejeng Ndikung (Kunsthochschule Weißensee)

im Gespräch mit Paul Mecheril und David Füllekruss (Universität Bielefeld)

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe soll das Verhältnis zwischen rassismuskritischen Perspektiven und Sozialer Arbeit anhand von drei Themenschwerpunkten diskutiert werden: Welche Implikationen haben unterschiedliche Rassismusverständnisse für die Soziale Arbeit? Wie zeigt sich das Handlungsfeld der Sozialen Arbeit aus rassismuskritischer Perspektive? Wie könnten Ansätze rassismuskritischer Sozialer Arbeit aussehen? Zu diesen Themenschwerpunkten werden jeweils zwei Referent*innen Impulse in Form kurzer Inputs geben, um anschließend ins Gespräch über Rassismuskritik und Soziale Arbeit zu kommen.

Die Reihe findet online statt und wird von der AG 8: Soziale Arbeit und der AG 10: Migrationspädagogik und Rassismuskritik der Fakultät für Erziehungswissenschaft an der Universität Bielefeld veranstaltet.

Di, 07.12.21, 18–20 Uhr (c.t.): Die Weite des Rassismusbegriffs – Rassismustheorien der Sozialen Arbeit

Referent*innen: Prof. Albert Scherr (PH Freiburg) und Prof. Louis Henri Seukwa (HAW Hamburg)
Moderation: Prof. Holger Ziegler und Prof. Paul Mecheril

Di, 14.12.21, 18–20 Uhr (c.t.): Rassismuskritik der Sozialen Arbeit

Referent*innen: Prof.in Nivedita Prasad (ASH Berlin) und Prof. Claus Melter (FH Bielefeld)
Moderation: Dr.in Birte Klingler und Prof. Paul Mecheril

Mi, 12.01.22, 18–20 Uhr (c.t.): Was ist und wäre rassismuskritische Soziale Arbeit?

Referent*innen: Prof.in Annita Kalpaka (HAW Hamburg) und Prof. Rudolf Leiprecht (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg)
Moderation: Dr.in Birte Klingler und Dr.in Veronika Kourabas

 

2021

Anmeldung unter: nicole.irmler@univie.ac.at

Anmeldefrist: 28.02.2021

Online-Link: diesen erhalten die Teilnehmer*innen eine Woche vorher

Jacques Derrida hat in seinen Ausführungen zu der „Unbedingten Universität“ die Universität als einen Ort bezeichnet, an dem Begriffe und Einsichten beständig neu zu denken sind und neu gedacht werden können. Die Universität ist ein in diesem Sinne privilegierter Ort. Sie ist ein Ort und vielleicht der Ort, an dem nichts außer Frage steht. Doch diese Maxime des prinzipiellen Einbezugs jeder Denk- und Sprechmöglichkeit in den Raum des universitär Sagbaren kann jederzeit instrumentalisiert werden, um Interessen und Bedürfnissen zu entsprechen, deren erstes Ziel weniger Erkenntnis als vielmehr die Zurückweisung der politischen, auch erkenntnispolitischen Ansprüche Anderer ist.

Allerdings beanspruchen mit dem Argument der Meinungs- und Redefreiheit auch Akteur*innen den universitären Raum, die es weniger auf Erkenntnissuche denn auf die Durchsetzung ihrer Weltanschauungen abgesehen haben. Auch an den Universitäten in Österreich und Deutschland ist zu beobachten, dass nicht nur vermehrt nationalistische und rassistische Schemata als Weltsicht artikuliert werden, sondern diese Artikulationen mit Bezug auf das auch an der Universität zu gelten habende Gebot der Rede- und Meinungsfreiheit abgesichert und ermöglicht werden.

Im Namen der Redefreiheit sind an Rassekonstruktionen anschließende und diese bestärkenden Aussagen etwa über „die Muslime“, „den Islam“, „die Migranten“ vermehrt auch an den Universitäten vernehmbar. Im Kontext vermehrter menschenrechtsverletzender, partikularistischer Entwicklungen in Europa und der Welt, die in der Konstruktion, Abwertung und Dämonisierung Anderer ihre ideologisch- legitimatorischen Elemente finden, stellt sich die Frage, wie die Universität und die Wissenschaften auf das Erstarken dieses Denkens, auch im akademischen Raum, reagieren. Angesichts der Geschichte des Rassismus, der an der Universität einen zentralen Ort seiner Entstehung fand, scheint der Glaube daran, dass sich „die Wahrheit“, und nicht das rassistische Denken, schon durchsetzen werde, allein nicht auszureichen. Zusehen und zuwarten? Den (durchaus fortgeschrittenen) Anfängen wehren? Das argumentative Gespräch mit jenen suchen, die gegen Menschenrechte und Gleichheit und für die autoritäre Zensur der Widerrede arbeiten?

Aber ist hier nicht bereits eine Voraussetzung gemacht, die das Primat der Erkenntnis und das Gebot, dass nichts außer Frage stehen darf, einschränkt? Muss die Möglichkeit, dass rassistische oder auch sexistische Perspektiven, dass also die essentielle Ungleichheit des Menschen, die seine gruppenspezifischen, differentiellen Anrechte und Privilegienrechtfertige, als Denkmöglichkeit in Betracht genommen werden? Verlöre dann aber nicht die Universität ihre institutionelle Berechtigung in der Demokratie? Und weist dies auf ethische Grundlagen der Universität und der Wissenschaft hin, die dem Erkenntnisprozess vorausgehen?

Welche Aufgabe und Verantwortung kommen den Akteur*innen an der Universität und der Wissenschaft in dieser politischen Situation zu? Hat sie unter der Vorstellung der „Redefreiheit“ rassistischen, sexistischen und nationalistischen Positionen in die Räume der Universität Einlass zu gewähren? Was hat die Universität zu entgegnen? Welche Dynamiken entstehen im Rahmen dieser Auseinandersetzungen innerhalb der Universitäten? Wer profitiert von diesen? Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung findet am Mittwoch, den 28. April, von 16:00 bis 20:00 Uhr online das Symposium „Universitäre Redefreiheit und Wahrheitsanspruch“ statt, an dem Wissenschaftler*innen unterschiedlicher Disziplinen aus Deutschland, Österreich und Ungarn beteiligt sind.

Initiator*innen: Univ.-Prof.in Dr.in Bettina Dausien (Universität Wien, Institut für Bildungswissenschaft, Arbeitsbereich Bildung und Beratung im Lebenslauf), Univ.-Prof.in Dr.in İnci Dirim (Universität Wien, Institut für Germanistik, Arbeitsbereich Deutsch als Zweitsprache, und Zentrum für Lehrer*innenbildung), Univ.-Prof. Dr. Paul Mecheril (Universität Bielefeld, Fakultät für Erziehungswissenschaft, AG Migrationspädagogik und Rassismuskritik)

Mitorganisierende: Dr.in Assimina Gouma, Mag.a Nicole Irmler (Universität Wien, Institut für Germanistik – Arbeitsbereich Deutsch als Zweitsprache), Ass.-Prof. Dr. Hannes Schweiger (Universität Wien, Institut für Germanistik und Zentrum für Lehrer*innenbildung)

Nach Jahrzehnten der zunehmenden globalen Vernetzung, welche einerseits durch technologische Entwicklungen vorangetrieben worden ist, und andererseits durch eine Politik, welche die Märkte weltweit für Handel und Investitionen geöffnet und Arbeits- wie Bildungsmigration befördert hat, entstehen nicht erst mit der Corona-Pandemie auf allen Kontinenten politische Kräfte im Zeichen und mit der Orientierung der De-Globalisierung und Re-Nationalisierung. Das Unbehagen an der Globalisierung wird durch das neue Unbehagen an der De-Globalisierung ersetzt bzw. ergänzt. Beide Tendenzen kennen sowohl destruktive als auch konstruktive Erscheinungsformen. Die globale Gegenwart geht auch damit einher, dass Menschen verstärkt deshalb Grenzen politischer Ordnungen überschreiten, weil sie nicht nur davon ausgehen, dass sie dies können, sondern auch, dass Ihnen dies zusteht. Migration ist somit nicht allein ein Prozess des Überschreitens von (z.B. nationalen) Grenzen, sondern ein Phänomen, das die Thematisierung von symbolischen und materiellen Grenzen der Zugehörigkeit nach sich zieht, welche dadurch problematisiert, gestärkt und zuweilen auch überhaupt erst erschaffen werden. Gerade weil Migrationsphänomene gesellschaftliche und institutionelle Wirklichkeiten sowohl mit Bezug auf funktionale wie normative Aspekte in Frage stellen, geht mit diesen einher, dass die politische Dimension des Sozialen besonders deutlich in Erscheinung tritt. Das Politische verweist auf Auseinandersetzungen, Einsätze und Kämpfe um die Frage der „allgemeinen guten Ordnung“. Während das Ideal der öffentlichen Auseinandersetzung und Diskursivität weiterhin die Existenz oder wenigstens die Möglichkeit einer res publica voraussetzt respektive unterstellt, kann eine gemeinsame Welt weniger in ihrer Faktizität als vielmehr nur ihrer Normativität, Fiktionalität oder auch Widersprüchlichkeit verstanden, behauptet und vielleicht verteidigt werden. Der medial verstärkte Oberflächenrealismus und zahlreiche ideologische „Vereindeutigungstendenzen“ in Politik und Kultur bezeugen eine migrationsgesellschaftliche Krise der Imagination, welche im Kern sowohl eine Krise des Politischen als auch eine Krise der Bildung darstellt. Sie fordert heraus Gesellschaft neu zu denken, einen Umgang mit dem Verschiedenen zu finden, Solidaritäten zu entwickeln, die nicht auf die uns jeweils ähnlichen beschränkt bleiben, wie insgesamt den Möglichkeitssinn und die Vorstellungskraft zu befördern hinsichtlich dessen, was heute noch das Politische sein könnte. Damit verbunden ist ein Nachdenken über Bildung und Erziehung in der Migrationsgesellschaft, das sich deren Ambivalenzen stellt und ihren politischen Potentialen zu nähern sucht. Die internationale Tagung ist der grundsätzlichen Befragung des Politischen und der Bildung in der Migrationsgesellschaft gewidmet.

Beiträge haben u.a. zugesagt: Seyla Benhabib (Yale), Ulrich Brand (Wien), María do Mar Castro Varela (Berlin), Ülkü Güney (Innsbruck), Malte Kleinschmidt (Hannover), Dirk Lange (Hannover), Astrid Messerschmidt (Wuppertal), Stefan Wellgraf (Frankfurt/Oder; Berlin).

Die von Lisa Gensluckner, Tanja Kaufmann, Daniel Krenz-Dewe, Paul Mecheril, Oscar Thomas-Olalde, Mareike Tillack, Michaela Ralser, Roland Reichenbach und Erol Yıldız ausgerichtete Tagung stellt den Abschluss des durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), den Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF/Österreich) und dem Schweizerischen Nationalfonds (SNF) geförderten tri-nationalen Forschungsprojekts Political Literacy in the Migration Society (2018-2021) dar.

Die Tagung findet online via Zoom statt. Der Link zur Teilnahme wird im Vorfeld der Tagung verschickt. Anmeldungen bitte an Frau Nadine Burri unter: n.burri@ife.uzh.ch.

Zugehörigkeiten, Lebensformen, kollektive Geschichten haben sich aufgrund transnationaler Migrationen vervielfältigt. Dadurch stellt sich in besonderer Intensität die Frage nach der Angemessenheit und Gültigkeit der Inhalte, die in Schule und Unterricht vermittelt werden, ebenso wie die Frage nach der Angemessenheit und Wirksamkeit der Vermittlungsformen. Unter Stichworten wie Heterogenität, Vielfalt, Diversität und Inklusion wird dies in den (schul-) pädagogischen und (fach-)didaktischen Diskursen der letzten Zeit intensiv diskutiert: Wie kann Schule und Unterricht unter migrationsgesellschaftlichen Bedingungen den Bedürfnissen und Voraussetzungen der Schüler*innen gerecht werden? Wie können Schüler*innen aus der Perspektive verschiedener Fächer auf die Anforderungen der Zukunft in einer von Vielfalt geprägten Gesellschaft und einer globalisierten Welt angemessen vorbereitet werden?

Die Tagung schafft einen Raum für Austausch und Diskussionen zur interdisziplinären Auseinandersetzung mit diesen Fragen. Die Tagung gibt Impulse zu einer Didaktik der Migrationsgesellschaft mit Bezug auf relevante Inhalte und Themen sowie auf Fragen der Vermittlung, der Lernarrangements und Methoden. Dabei werden allgemeindidaktische Perspektiven wie auch unterschiedliche fachdidaktische Perspektiven zu Wort kommen.

Beiträge haben unter anderem zugesagt: Prof. Dr. Yaliz Akbaba, Prof. Dr. Karim Fereidooni , Prof. Dr. Alfred Holzbrecher, Prof. Dr. Gregor Lang-Wojtasik, Dr. Nicole Leufer, Prof. Dr. Gordon Mitchell, Prof. Dr. Carmen Mörsch, Prof. Dr. Elke Montanari, Prof. Dr. Galina Putjata, Dr. Nina Simon

Eine genauere Tagungsbeschreibung sowie weitere Informationen folgen.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht absehbar, ob die Tagung als Präsenzveranstaltung an der Universität Regensburg, in einem hybriden Format oder als digitale Tagung stattfinden wird.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne unter zentrum.migration-bildung@ur.de zur Verfügung.

Initiator*innen:

Prof. Dr. Meike Munser-Kiefer (Universität Regensburg)
Prof. Dr. Yasemin Karakaşoğlu (Universität Bremen)
Prof. Dr. Paul Mecheril (Universität Bielefeld)

Das Forum Lehre findet derzeit aufgrund der aktuellen Vorsorgemaßnahmen per Videokonferenz statt.

Im Unialltag gibt es nur selten ausreichend Gelegenheit, Inhalte und Themen der Lehrveranstaltungen, aber auch die Art und Weise, wie Inhalte behandelt werden, zum Thema zu machen. Uns ist daran gelegen, dies mit Blick auf das Lehrangebot im Bereich Migration und Bildung zu ermöglichen – entkoppelt von konkreten Lehrveranstaltungen und dem Druck von Prüfungsleistungen.

Es ist uns ein wichtiges Anliegen, die Perspektiven, die Kritik, die Anregungen und Einschätzungen Aller, die an universitären Lehr- und Lernverhältnissen beteiligt sind, in Erfahrung zu bringen. Mit dem Forum Lehre möchten wir einen gemeinsamen Diskussions- und Reflexionsraum von Studierenden und Lehrenden schaffen.

Im kommenden Forum am 03.11.2021 präsentiert der informelle, seit einigen Monaten existierende, kleine Arbeitszirkel „Dekolonialisierung der Universität?!“ einige Überlegungen und Fragen, um miteinander über die (Un-)Möglichkeit dekolonialer Praxis an der Universität ins Gespräch zu kommen.

Wir laden hierzu alle Studierenden und Lehrenden der Bachelor- und Masterstudiengänge an der Fakultät für Erziehungswissenschaft zum gemeinsamen Austausch herzlich ein. Wir freuen uns auf Eure und Ihre digitale Teilnahme!

Nächster Termin: 26.01.2022, 18- ca. 20 Uhr

  • Die Herbstwerkstatt Interpretative Forschungsmethoden ist ein Ort der Qualifizierung und Reflexion für Promovierende und andere interessierte Forschende, die mit interpretativen Forschungsansätzen arbeiten.
  • Die Herbstwerkstatt 2021 wird im September an der Universität Bielefeld stattfinden. In welcher Form ist pandemieabhängig. Wir werden voraussichtlich im Frühjahr eine Entscheidung treffen und diese kommunizieren.

Weitere Infos unter:

Aufgrund der aktuellen Vorsorgemaßnahmen muss die Veranstal­tung in diesem Semester leider abgesagt werden. Das Format wird im Wintersemester wieder aufgenommen.

Die AG 10 lädt unter dem Titel „Universität, Suppe, Verantwor­tung“ einmal im Monat alle Interessierten (Student*innen, Dozent*innen wie Mitarbeiter*innen in Technik und Verwaltung) zu einem Mittagessen ein [(vegane) Suppe, Brot, Salami und Oliven, Wasser und Wein]. Jedes Mal wird es einen bis zwei etwa 15 Minuten umfassende Kurzbeiträge zum Thema „Wissenschaft/Universität und gesellschaftliche Verantwortung“ geben, die das gemeinsame Gespräch, die mittägliche Diskussion bei Suppe und Brot eröffnen und ermöglichen.

Die monatliche Veranstaltung schafft einen Ort für eine Verständigung über eigene und vorfindliche Konzepte von und Ansprüche an Universität, aber auch eine Verständigung über Erfahrungen an und mit der Universität, welche auf das Thema der Verantwortung bezogen sind. Was hat die Universität zu verantworten? Die Wahrheitssuche? Den Bedarf an Wissen zur Perfektionierung des gesellschaftlich Gegebenen? Wenn Verantwortung etwas damit zu tun hat, in ein (epistemisches) Antwortverhältnis zu den relevanten Fragen zu treten, was sind die relevanten Fragen? Geschieht dies an der Universität in Forschung und Lehre? Was sind Ihre Erfahrungen? Was sind Ihre Auffassungen?

Da die AG 10 einlädt, wird bei den Gesprächen bei Suppe, Wasser und Wein die migrationsgesellschaftliche Verfasstheit der Gegenwart und Zukunft durchaus nicht keine Rolle spielen.

Nächste Termine: folgen

2020

17.-18. Dezember 2020

Tagung am Zentrum für interdisziplinäre Forschung, Universität Bielefeld

Nicht zuletzt nationalstaatlich verfasste Gesellschaften beruhen auf Selbstvorstellungen und Imaginationen, um Kontinuität und Kohärenz, Identität und Einheit gegenüber Differenz und Widersprüchen zu betonen. Im Rahmen der Tagung wird dieser Zusammenhang aus rassismustheoretischer Perspektive zum Thema. Im Mittelpunkt steht die Frage, wann, wie und mit welchen Konsequenzen Konstruktionen und Konzepte von ‚Rasse‘ im Zeitalter des programmatischen Post- Rassismus zu der Imagination von Gesellschaft beitragen.

Die Beiträge der Tagung gehen dieser Leitfrage sowohl mit Bezug auf begrifflich-theoretische und method(olog)ische Aspekte als auch hinsichtlich unterschiedlicher empirischer Zusammenhange nach. Zugleich wird kritisch danach gefragt, welches gesellschaftsanalytische Potenzial rassismustheoretischen Perspektiven für die Analyse gegenwärtiger migrationsgesellschaftlicher Verhältnisse zukommt.

Referent*innen: Heike Delitz, Manuela Bojadžijev, Heidrun Friese, Naika Foroutan, Vassilis Tsianos, Sabine Hess, Andreas Pott, Angelika Epple, Julia Roth, John Kannankulam, Astrid Messerschmidt, María do Mar Castro Varela, Juliane Karakayalı, Joanna Pfaff-Czarnecka, Andreas Zick

Mit der Gegenwartsdiagnose „Wir leben im Zeitalter der Migration“ rückt der Umstand in den Mittelpunkt, dass nicht nur die gesellschaftlichen, sondern auch pädagogische Verhältnisse (Organisationen, Inhalte, Formen der Vermittlung)grundlegend durch Migrationsphänomene konstituiert werden. Welche Folgen hat dieser Umstand für pädagogische Professionalität sowie die erziehungswissenschaftliche Professionalitäts- und Professionalisierungsforschung? Oder andersrum gefragt: Was kann unter pädagogischer Professionalität in der Migrationsgesellschaft verstanden werden? Welche zentralen Themen und inhaltlichen Aspekte sind kennzeichnend für diesen Bereich und wie können diese in der erziehungswissenschaftlichen und/oder pädagogischen Praxis thematisch werden? Mit der Veranstaltungsreihe gehen wir Fragen dieser Art nach und interessieren uns für die Impulse, die von der Professionalitäts- und Professionalisierungsforschung für die erziehungswissenschaftliche Migrationsforschung ausgehen und umgekehrt.

Die Gastvortragsreihe im Wintersemester eröffnet eine längerfristig angelegte Auseinandersetzung mit dem Themenfeld pädagogische Profession in der Migrationsgesellschaft.

Prof. Dr. Karim Fereidooni (Ruhr-Universität Bochum) mit einem Kommentar von Beate Wischer (Universität Bielefeld) am 03.02.2021

„Die Erweiterung des Notwendigen. Rassismuskritik als Professionskompetenz (angehender) Lehrer*innen.“

Prof. Dr. Julia Kosinár (Fachhochschule Nordwestschweiz) mit einem Kommentar von Dr. Aysun Doğmuş (Helmut Schmidt Universität Hamburg) am 14.01. 2021

Pädagogische Professionalität und Professionalisierung in der Migrationsgesellschaft. Ansätze aus Professionalisierungs- und Migrationsforschung im Gespräch.

Prof. Dr. em. Werner Helsper (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) mit einem Kommentar von Prof. Dr. Yasemin Karakaşoğlu (Universität Bremen) am 03.12.2020

Antinomien pädagogischen Handelns in der Migrationsgesellschaft — Überlegungen zur pädagogischen Professionalität von Lehrer*innen.

Aufzeichnungen

  • Begrüßung und Keynote
  • Dr. Marc Schalenberg (ZiF)
    Keynote: Heike Delitz
    Moderation: Paul Mecheril

  • Panel A: Bewegung¹
  • Manuala Bojadžijev & Heidrun Friese
    Moderation: Matthias Rangger


    ¹Achtung: In dem Beitrag von Heidrun Friese werden Bilder von Menschen in Seenot gezeigt und als Diskursfragmente untersucht. Diese Bilder verweisen auf das Operieren des Migrationsregimes, die Repräsentation von Menschen als Opfer durch NGOs und auf Erfahrungen von Leid und Verletzung; auch deshalb können die Bilder beunruhigen.

  • Panel B: Subjekt
  • Naika Foroutan & Vassilis Tsianos
    Moderation: Saphira Shure


  • Panel C: Grenze
  • Sabine Hess
    Moderation: Katharina Schitow


  • Kommentare Tag 1
  • Angelika Epple & Julia Roth
    Moderation: Paul Mecheril


  • Begrüßung 18.12.20
  • Paul Mecheril


  • Panel D: Materialität
  • John Kannankulam & Astrid Messerschmidt
    Moderation: David Füllekruss


  • Panel E: Gewalt
  • Juliane Karakayali & María do Mar Castro Varela
    Moderation: Daniel Krenz-Dewe


  • Kommentare Tag 2
  • Joanna Pfaff-Czarnecka & Andreas Zick
    Moderation: Paul Mecheril


    Prof. Dr. Karim Fereidooni (Ruhr-Universität Bochum) mit einem Kommentar von Beate Wischer (Universität Bielefeld) am 03.02.2021

    „Die Erweiterung des Notwendigen. Rassismuskritik als Professionskompetenz (angehender) Lehrer*innen.“

    Prof. Dr. Julia Kosinár (Fachhochschule Nordwestschweiz) mit einem Kommentar von Dr. Aysun Doğmuş (Helmut Schmidt Universität Hamburg) am 14.01. 2021

    "Pädagogische Professionalität und Professionalisierung in der Migrationsgesellschaft. Ansätze aus Professionalisierungs- und Migrationsforschung im Gespräch"

    Prof. Dr. em. Werner Helsper (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) mit einem Kommentar von Prof. Dr. Yasemin Karakaşoğlu (Universität Bremen) am 03.12.2020

    „Antinomien pädagogischen Handelns in der Migrationsgesellschaft — Überlegungen zur pädagogischen Professionalität von Lehrer*innen“

    Wir bitten mögliche durch Schnittarbeiten und Anonymisierungen entstandene Ungleichmäßigkeiten in den Videos zu entschuldigen.


    Publikationen

    • Mecheril, P. (Hrsg.) (2016): Handbuch: Migrationspädagogik. Weinheim: Beltz.

    • Mecheril, P. (2020): Migrationspädagogik. Studienbrief. Fernuniversität Hagen.

    • Melter, C. & Mecheril, P. (Hrsg.) (2009): Rassismuskritik: Rassismusforschung und Rassismuserfahrungen (Band I). Schwalbach/Ts.: Wochenschau-Verlag

    • Scharathow, W. & Leiprecht, R. (Hrsg.) (2011): Rassismuskritische Bildungsarbeit. 2. Aufl. Schwalbach/Ts.: Wochenschau Verlag.

    Aktuelle Buchpublikationen

    • Shure, S. (2021): De_Thematisierung migrationsgesellschaftlicher Ordnungen. Lehramtsstudium als Ort der Bedeutungsproduktion. Weinheim: Beltz.

    • Kourabas, V. (2021): Die Anderen ge-brauchen. Eine rassismustheoretische Analyse von ›Gastarbeit‹ im migrationsgesellschaftlichen Deutschland. Bielefeld: transcript.

    • Heidrich, L., Karakaşoğlu, Y., Mecheril, P., & Shure, S. (Eds.). (2021, March). Regimes of Belonging – Schools – Migrations. Teaching in (Trans)National Constellations. Preprint. Universität Bremen.

    • Lingen-Ali, U. & Mecheril, P. (Hrsg.) (2020). Geschlechterdiskurse in der Migrationsgesellschaft. Zu "Rückständigkeit" und "Gefährlichkeit" der Anderen. Bielefeld: transcript.

    • Bücken, S., Streicher, N. P., Velho, A. & Mecheril, P. (Hrsg.) (2020). Migrationsgesellschaftliche Diskriminierungsverhältnisse in Bildungssettings. Wiesbaden: Springer VS.

    • Mecheril, P., Karakasoglu, Y. & Goddar, J. (2019): Pädagogik neu denken! Die Migrationsgesellschaft und ihre Lehrer_innen. Weinheim: Beltz.

    Weitere Publikationen der Mitglieder der AG 10

    David Füllekruss

    Dr.in Veronika Kourabas

    Prof. Dr. Paul Mecheril

    Dr.in Saphira Shure

     

     


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